Warum eine Windweste?
Eine Windweste leistet nicht nur auf Berg- und Küstenfahrten gute Dienste, sondern auch am frühen Morgen oder am Abend, wenn die Temperaturen niedriger sind. Prof. Dr. Ingo Froböse erklärt: „Wind ist immer dann gefährlich, wenn er auf eine schweißnasse Haut trifft, die durch Anstrengung überhitzt ist. Empfindliche Zonen am Körper für den abkühlende Windeffekt sind dabei vor allem der Brustbereich, der Nacken und die Stirn.“ Eine Windweste hilft bergab fast immer, in der Ebene je nach Situation, aber bergauf kann sie kontraproduktiv sein, da sie die Temperaturregulation des Körpers stört.MYBIKE-Redaktion Armin Herb:Ohne Weste geht es bei mir nie auf Radtour - auch nicht im Sommer. Das leichte, klein komprimierbare Kleidungsstück findet überall im Rucksack, in der Lenkertasche oder ggf. sogar im Satteltäschchen einen Platz. Der Grund: Nicht nur sportliche Radler kommen leicht mal ins Schwitzen. Dann hilft die Weste schnell und einfach vor Auskühlung, vor allem, wenn eine Abfahrt bevorsteht. Denn die Weste schützt gerade den empfindlichen Brust- und Halsbereich und beugt so einer Erkältung oder Schlimmerem vor. Eine Jacke würde sicherlich auch helfen, aber die ist dann oft zu warm und zu schwer und nimmt zu viel Platz in Anspruch im Gepäck.
Kategorien von Windwesten
Das MYBIKE-Team hat zwei Kategorien von Windwesten getestet:- Leichte, klein verstaubare Modelle: Diese wiegen oft weniger als 60 Gramm und lassen sich in der kleinsten Tasche verstauen.
- Dickere Westen mit Softshell-Material oder wärmender Isolation: Diese eignen sich für die Übergangszeit im Frühling und Herbst bei Temperaturen von fünf bis 15 Grad.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Ein positiver Aspekt vorneweg: Die wichtigste Funktion, den Schutz des Oberkörpers vor kaltem Fahrtwind, erfüllen alle Westen gut bis sehr gut. Allerdings empfiehlt sich quasi bei allen Modellen vor dem Kauf eine Anprobe, da die meisten Westen relativ körpernah geschnitten sind. Zudem sollte man bei der Anprobe auf folgende Details achten:- Winddichtigkeit: Das Material im vorderen Bereich des Oberkörpers muss winddicht sein.
- Design: Die Weste muss so designt sein, dass der Wind auch am Kragen, an den Armausschnitten und durch den Reißverschluss abgeschirmt wird.
- Passform: Die Weste darf nicht zu eng, aber auch nicht zu weit ausfallen.
- Größenangebot: Hersteller wie Gonso, Protective und Löffler bieten ein breites Größenangebot von S bis 6XL bzw. 48 bis 66.
- Atmungsaktivität: Am Rücken und an der Seite sollte luftiges Mesh-Material eingesetzt sein. Bei wärmeren Modellen erfolgt die Belüftung mittels dehnbarer Elasthan-Einsätze.
- Sichtbarkeit: Achten Sie auf Westen in Signalfarben oder mit ausreichend Reflektoren.
Materialkunde
Das Grundmaterial für Fahrrad-Windwesten besteht meist aus synthetischen Stoffen wie Polyester und Polyamid (Nylon, Elasthan). Diese Fasern sind leicht, reißfest und nehmen wenig Feuchtigkeit auf. Um nachhaltiger zu sein, verwenden die Textilproduzenten mittlerweile recyceltes Polyester und Polyamid.Test: 10 Windwesten im Detail
RoadBIKE hat 10 Modelle getestet, um die perfekte Windweste für unterwegs zu finden. Die klare Vorgabe: minimales Packmaß, geringes Gewicht und bestmöglicher Windschutz.Testergebnisse im Überblick
Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse von RoadBIKE:
| Modell | Preis/Gewicht | Testergebnis | Testfazit |
|---|---|---|---|
| Assos Mille GT | 100 Euro/64 g | Sehr gut (83 Punkte) | Herausragender Windschutz, sehr leicht und extrem kompakt. |
| Bioracer Spitfire Body | 95 Euro/129 g | Gut (59 Punkte) | Guter Windschutz, Gewicht und Packmaß kosten Punkte. |
| Castelli Aria | 84,95 Euro/65 g | Sehr gut (80 Punkte) | Perfekter Sitz, sehr leicht und kompakt, Reißverschluss neigt zum Verklemmen. |
| Craft Pro Nano | 99,95 Euro/62 g | Sehr gut (82 Punkte) | Sehr leicht mit sehr gutem Windschutz, inklusive Packtasche. |
| Endura FS260-Pro Adrenalin | 69,99 Euro/80 g | Sehr gut (73 Punkte) | Günstig, fällt etwas weiter aus, aber dennoch leicht und kompakt. Preis-Leistungs-Tipp! |
| Gonso Grado | 89,95 Euro/148 g | Gut (56 Punkte) | Windschutz leidet unter dem weiten Schnitt, schwer und nicht so kompakt. |
| Gore Wear Ambient | 99,95 Euro/54 g | Sehr gut (82 Punkte) | Nur 54 g, Top-Wert. Windschutz und Packmaß überzeugen. |
| Pearl Izumi Zephrr Barrier | 89,95 Euro/130 g | Gut (60 Punkte) | Eher weit geschnitten und nicht die leichteste, dennoch kompakt verstaubar. |
| Poc Pure-Lite Splash | 89,95 Euro/88 g | Gut (67 Punkte) | Durch weiten Schnitt Schwächen beim Windschutz, aber leicht und kompakt. |
| Shimano Compact | 69,95 Euro/95 g | Sehr gut (71 Punkte) | Rundes, günstiges Gesamtpaket, keine Schwächen. |
Details, die den Unterschied machen
- Elastizität: Ein elastischer Mesh-Einsatz am Rücken sorgt für eine körpernahe Passform und bessere Feuchtigkeitsableitung.
- Reißverschluss: Ein nicht zu kleiner Zipper erleichtert die Bedienung mit klammen Fingern oder Handschuhen.
- Taschen: Einige Modelle bieten Taschen für das nötigste Gepäck.
- Packmaß: Die besten Westen lassen sich so klein zusammenfalten, dass noch Platz für einen Riegel in der Trikottasche bleibt.
MYBIKE-Redaktion Barbara Merz-Weigandt:Ich greife immer lieber gleich zu einer leichten, winddichten und wasserabweisenden Jacke. Aus Platz- und Gewichtsgründen kann ich mir so ein Teil im Tourengepäck sparen. Mittlerweile gibt es superleichte Isolationsjacken, die ebenfalls klein verpackbar und gut verstaubar sind. Da ich sehr leicht friere und sich auch meine Unterarme schnell in Eiszapfen verwandeln, kommt diese Jacke immer zum Einsatz auf längeren Abfahrten oder wärmt mich bei der Kaffeepause wieder auf.
Weitere Empfehlungen und Tipps
Hier sind einige zusätzliche Tipps und Empfehlungen, die Ihnen bei der Auswahl der richtigen Windweste helfen können:
- Achten Sie auf eine Weste in Signalfarbe, um Ihre Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu erhöhen.
- Prüfen Sie, ob sich die Windweste auch mit gefüllten Trikottaschen problemlos schließen lässt.
- Verstauen Sie die Weste so, dass Sie sie immer gleich am Kragen zu fassen kriegen.
Die perfekte Windweste kombiniert sehr guten Windschutz, geringes Packmaß und überzeugendes Handling. Die Assos Mille GT sicherte sich den Testsieg vor der Konkurrenz von Gore Wear und Craft. Die günstige Endura FS260-Pro Adrenalin Race II verdiente sich den ROADBIKE-Preis-Leistungs-Tipp.
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