Der Richtige Reifendruck für Ihr Motorrad: Eine Umfassende Tabelle

Der richtige Reifendruck ist einer jener Faktoren, die viele Motorradfahrer zwar kennen, aber im hektischen Alltag oft vernachlässigen. Nie wieder falscher Luftdruck!

Der richtige Reifendruck entscheidet über Sicherheit und Fahrspaß - besonders auf anspruchsvollen Alpenstrecken. Gerade für Motorradfahrer in der Alpenregion ist der korrekte Reifendruck von besonderer Bedeutung. Auf kurvigen Passstraßen mit wechselnden Asphaltqualitäten kann ein falsch eingestellter Druck schnell zu einem Sicherheitsrisiko werden.

Wir haben uns die Daten von 50 aktuellen Motorradmodellen angesehen und daraus allgemeingültige Richtwerte für verschiedene Motorradkategorien abgeleitet. Unsere umfassende Tabelle bietet gute Richtwerte für alle Motorradkategorien, von leichten Enduros bis zu schweren Tourern.

Die oben angeführten Werte berücksichtigen die speziellen Anforderungen an Motorräder im Alpenraum und bieten einen guten Kompromiss zwischen Handling, Stabilität und Komfort. Je nach persönlicher Fahrweise, Beladung und Streckenprofil können jedoch individuelle Anpassungen sinnvoll sein.

Und klarerweise gilt: Die Herstellerangabe in der Bedienungsanleitung ist die richtige Angabe! Diese Werte hier in der Tabelle dienen nur als Fallback Lösung, wenn das Handbuch nicht zur Hand ist.

Warum der Richtige Reifendruck so Wichtig Ist

Der Motorradreifen Luftdruck ist ein sehr wichtiges Thema und sollte keinesfalls unterschätzt werden. Genau bei diesem Punkt handeln viele Motorradfahrer jedoch fahrlässig. Oftmals ist es die Unwissenheit, manchmal aber auch die Bequemlichkeit in Kombination mit Leichtsinn.

Die Luft in den Reifen trägt die Last, die sich aus dem Eigen­gewicht des Fahrzeugs plus dem der Besatzung und des Gepäcks zusammensetzt. Stimmt der Luftdruck im Reifen nicht, so macht sich das während der Fahrt bemerkbar.

Ein falsch eingestellter Luftdruck nimmt dabei Einfluss auf die Fahrbarkeit, das Handling, den Verschleiß und in Summe auch auf die Fahrsicherheit. Zu wenig Reifendruck kann gefährlich werden und die Reifen schädigen. Wenn der Luftdruck korrekt ist, sind Sie sicherer unterwegs und sparen noch dazu Sprit.

Wie Oft Sollte Man den Reifendruck Kontrollieren?

Es gibt keine Faustregel, wie oft man den Motorradreifen Luftdruck kontrollieren sollte beziehungsweise muss. Hier spielen unter anderen die jeweiligen Temperaturen und der Zustand der Fahrbahn eine Rolle. Generell raten wir den genauen Luftdruck der Reifen beim Motorrad rund alle zwei Wochen zu prüfen. Eine Sichtprüfung der Reifen auf Luftverlust und Schäden sollte vor jedem Fahrtantritt erfolgen.

Um den tatsächlichen Luftdruck ermitteln zu können, sollte der Reifen kalt (nicht über 30°C) sein. Wenn du eine längere Tour planst, so ist die Kontrolle des Luftdrucks vor, aber auch während der Reise in regelmäßigen Abständen zu empfehlen.

Sollte tatsächlich einmal zu wenig Luft im Reifen sein, so bekommst du das in der Regel schnell über eine Veränderung des Fahrverhaltens mit.

Standardwerte und Individuelle Anpassungen

Die vom Fahrzeug- oder Reifenhersteller vorgeschriebenen Reifenluftdrücke sind je nach Fahrzeugtyp unterschiedlich, sie liegen bei Straßenmotorrädern meist zwischen 2,25 bis 2,5 bar vorne und 2,5 bis 2,9 bar hinten. Je nach Reifen bzw. Motorradmodell kann der ideale Luftdruck jedoch unterschiedlich ausfallen.

Da sich in den letzten Jahren aber der sogenannte Norm-Luftdruck etabliert hat, findet man bei so gut wie allen Motorradmodellen und Reifen (für die Straße) eine Druckangabe von 2,5 bar an der Vorderachse und 2,9 bar an der Hinterachse. Dieser wird in Absprache zwischen Reifenlieferant und Motorradhersteller festgelegt und zielt auf einen sicheren Betrieb im Straßenverkehr unter allen Bedingungen ab.

Je nach Fahrzeug, Reifen und Einsatzgebiet muss der Norm-Luftdruck aber keinesfalls dem Luftdruck entsprechen, welcher am besten funktioniert / die besten Fahrleistungen bietet. Je nach Einsatzzweck kann es durchaus Sinn machen die Hersteller-Normwerte leicht anzupassen.

Sportliche Fahrer

Sportliche Fahrer können unter bestimmten Voraussetzungen ein besseres Fahrverhalten durch das Absenken des Reifendrucks beim Motorrad erreichen. Bitte beachte aber unbedingt, dass die Rennstreckendrücke (oft zwischen 1,2-1,6 bar) nicht für Straßenreifen geeignet sind.

Für eine sportliche Fahrt auf kurvigen Strecken mit Straßenreifen und Hypersportreifen empfehlen wir ein wenig mit einem verringertem Luftdruck zu experimentieren. So kannst du in der Regel ohne Bedenken den Luftdruck an der Vorderachse auf bis zu 2,2 bar reduzieren und an der Hinterachse bis auf 2,3 bar hinuntergehen. Je nach Motorrad- und Reifenmodell kann sich in diesem Fenster die Fahrbarkeit und der Grip verbessern.

Der Reifen kommt außerdem schneller auf Temperatur, hält diese einfacher im Straßenbetrieb und funktioniert folglich in der Summe besser. Durch die erhöhte Reifentemperatur steigen die Reifendrücke dann im Straßenbetrieb um ca. 0,3 und 0,4 bar.

Die Erhöhung des Luftdrucks macht bei neueren Motorrädern und Reifenmodellen keinen Sinn. Nicht weniger als 0,4-0,6 bar nach unten abweichen / VA min. 2,2 bar HA min.

Besondere Situationen

Wer sein Motorrad einwintert und dabei nicht auf Montageständer stellt, sollte den Reifendruck erhöhen. So lassen sich Standplatten vermeiden. Gerade bei Motorradreifen können sich Standplatten besonders stark bemerkbar machen, die Reifen sind dann in der Regel zu erneuern. Wir raten den Reifendruck beim Motorrad um 0,5-1,0 bar über den Winter zu erhöhen.

Auf der Autobahn solltest du immer den Herstellerangaben vertrauen. Bei neueren Motorrädern und Reifenmodellen handelt es sich um Normwerte, welche bei Höchstgeschwindigkeit die besten Traglastwerte bieten und somit einen sicheren Betrieb ermöglichen.

Bis vor wenigen Jahren wurden für die meisten Motorräder (oftmals Touring-Modelle) zwei Luftdrücke angegeben. Ein niedriger Wert für den Einmann-Betrieb und ein hoher Wert für Fahrten mit Sozius bzw. Gepäck. In der heutigen Zeit ist meist nur noch ein hoher Wert im Fahrerhandbuch aufgeführt, der jedoch individuell verändert werden kann.

Wenn du beispielsweise viel alleine und auf kurvigen Strecken fährst, kannst du den Druck durchaus absenken.

Luftdruck auf der Rennstrecke

Die Luftdruckwerte auf der Rennstrecke unterscheiden sich grundlegend von denen im Straßenbetrieb. Die Reifen kommen auf der Rennstrecke auf ganz andere Temperaturen, viel niedrigere Drücke sind die Folge. Bitte bedenke aber, dass Rennstreckenreifen oftmals spezielle Karkassen haben, welche solch niedrigen Drücke ermöglichen.

Es macht bei den meisten Straßenreifen keinen Sinn die Rennstreckenwerte zu fahren, da die Karkasse einfach nicht stark genug ist. Die Folge ist ein unsicherer Fahrbetrieb. Halte dich bei Rennstreckenreifen am besten an die ermittelten Vorgabewerte der Hersteller, welche grobe Richtwerte in Hinblick auf den Rennstreckenluftdruck herausgeben.

Supermoto

Supermotos sind extrem leichte Motorräder, die somit auch einen geringeren Luftdruck benötigen. So wird zum Beispiel bei Modellen wie der KTM 690 SMC R, Gas Gas 700 SM oder Husqvarna 701 ein deutlich geringerer Luftdruck empfohlen, als die Standardwerte bei größeren Bikes.

Je nach Reifenmodell und Fahrzeug unterscheiden sich die Druckempfehlung leicht. Der unterste Wert in unserer Recherche Betrug 2,0 VA und 2,0 HA auf den 690er Supermoto Modellen (aller drei Hersteller). Generell raten wir bei Supermotos zu einem Luftdruck von 2,0 bar an der Vorderachse und 2,0-2,2 bar an der Hinterachse.

Tipp: Der spezialisierte Supermoto Reifen ContiAttack SM wird mit einem Luftdruck von 2,0-2,3 VA und 2,0-2,5 HA in der Reifenfreigabe für die Straßen-Sumos von KTM, Husqvarna und GasGas angegeben.

Custom Bikes

Custom Bikes mit extrem breiten Hinterrädern können spezielle Reifendrücke erforderlich machen. Ungefähre Richtwerte ohne Gewähr! Bitte die genauen Werte dem Handbuch bzw.

Zusammenfassung der Empfehlungen

Hier ist eine Tabelle mit einigen allgemeinen Empfehlungen für den Reifendruck, abhängig von der Art des Motorrads und des Einsatzgebietes:

Motorradtyp Einsatzgebiet Luftdruck vorne (bar) Luftdruck hinten (bar)
Straßenmotorrad Normal 2,25 - 2,5 2,5 - 2,9
Straßenmotorrad Sportlich 2,2 2,3
Supermoto Normal 2,0 2,0 - 2,2
Rennstrecke Rennen Siehe Herstellerangaben Siehe Herstellerangaben

Zusätzliche Tipps

  • Qualitätsmanometer verwenden: Ein präzises Druckmessgerät ist eine kleine, aber sinnvolle Investition.
  • Regelmäßig kontrollieren: Vor längeren Touren sollte der Reifendruck immer überprüft werden.
  • Vor dem Kauf sind 2013er Michelin Pilot Road (ohne 2,3,4) montiert: zu dem PR. Handlich und sicher fühlt der sich auf der Landstrasse an. Hatte den nur auf einer 6er Bandit und 6er Fazer, ohne jegliche Probleme.

Aus Sicherheitsgründen und zur Optimierung der Lebenserwartung der Reifen muss unbedingt sichergestellt werden, dass die Reifen jederzeit richtig mit Luft gefüllt sind. Das Fahren mit richtig befüllten Reifen entsprechend den Empfehlungen des Reifenherstellers trägt zudem entscheidend zum richtigen Geradeauslauf und Kurvenhandling bei, auch beim Bremsen und bei niedrigen Geschwindigkeiten.

Das Fahren mit Reifen mit zu niedrigem Reifendruck kann zum vorzeitigen Verschleiß und irreparablen Schäden führen.

Allgemeine Empfehlungen für den Reifendruck beim Motorrad

  • Es ist unbedingt notwendig, den Reifendruck beim Motorrad alle zwei Wochen und vor jeder längeren Fahrt zu kontrollieren.
  • Prüfen Sie den Reifendruck immer im kalten Zustand (d. h. Reifen, die in den letzten 2 Stunden nicht benutzt wurden oder bei niedriger Geschwindigkeit weniger als 3 km zurückgelegt haben).
  • Passen Sie den Reifendruck entsprechend an, wenn Sie den Druck nach dem Fahren prüfen, d. h. bei „heißen“ Reifen. Beachten Sie in diesem Fall die Empfehlungen des Herstellers.
  • Entleeren Sie nie einen heißen Reifen
  • Vergessen Sie nicht, die Ventilkappen wieder einzusetzen, nachdem Sie die Reifen geprüft haben
  • Mit Stickstoff gefüllte Reifen müssen weiterhin regelmäßig geprüft und nur mit Stickstoff angepasst werden
  • Halten Sie den vom Hersteller empfohlenen Reifendruck für Motorräder ein

Diese Empfehlungen gelten für Reifen, die auf der Straße eingesetzt werden. Es gibt zusätzliche Empfehlungen für den Reifendruck im Gelände und auf der Rennstrecke.

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