Dreirad-Roller erweisen sich als großartige Alternative zu Autos, um den täglichen Weg zur Arbeit zu erledigen. Praktische Begleiter im Alltag, mit denen man jeden Stau bezwingen kann. Insbesondere, da die meisten dieser Fahrzeuge inzwischen - zumindest in Österreich und Deutschland - auch mit dem B-Führerschein und ohne jeglichem Zusatz gefahren werden dürfen.
Zwar wiegen sie meist mehr als ihre zweirädrigen Pendants, doch dank der doppelten Bereifung in der Front bieten sie ein Plus an Sicherheit auf schlechten, beziehungsweise rutschigen Straßen.
Welche Dreirad-Roller sind mit dem B-Führerschein fahrbar?
Wer den Pkw-Führerschein der Klasse B oder Klasse 3 vor dem 19. Januar 2013 erworben hat, darf nämlich alle dreirädrigen Kraftfahrzeuge fahren, auch mit Anhänger. Beim Umtausch in die Scheckkarte wird dies durch die Schlüsselzahlen 79.03 und 79.04 zu A1 und A ausgedrückt. Es handelt sich um Schlüsselzahlen der Europäischen Union, das heißt die Fahrberechtigung gilt in allen EU-Ländern.
Die ab dem 19. Januar 2013 erworbene Klasse B umfasst ebenfalls das Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen, jedoch nur in Deutschland (Schlüsselziffer 194). Sofern das Kraftfahrzeug eine Motorleistung von mehr als 15 kW aufweist, ist zu beachten, dass die Fahrberechtigung für Dreiräder nur gilt, wenn der Inhaber der Fahrerlaubnis mindestens 21 Jahre alt ist.
Die dafür geforderte Spurweite von 46 Zentimetern übertrifft der Tricity um einen Zentimeter, auch das vorgeschriebene Fußpedal, das alle Bremsen gleichzeitig betätigt, ist an Bord.
Die besten Dreirad-Roller mit B-Führerschein
Bei der Wahl zu den 1000PS Top Awards hat die 1000PS Redaktion auch die besten Dreirad-Roller mit B-Führerschein gekürt. Die Redakteure Vauli, Horvath, Poky und Zonko stimmten in dieser Kategorie ab. Der Sieger konnte klar bestimmt werden: Der Peugeot Metropolis 400.
1. Peugeot Metropolis 400
Die Idee, sich an Autofahrer zu richten, macht wohl kauf ein Dreirad-Roller besser als der Peugeot Metropolis. Bereits in der Optik ist das zu erkennen: Lichtelemente und Armaturen ähneln jenen der Peugeot Autosparte stark. In Sachen Stauraum kann er zudem punkten: Dank einer praktischen Durchreiche vom Heck bis unter den Fahrersitz können auch längere Gegenstände transportiert werden. Während der Fahrt überzeugt der kräftige Motor und das gute Gefühl für die Vorderräder. Angeboten wird er in verschiedenen Varianten.
2. Piaggio MP3
Der Begründer und ewige Klassiker der Dreirad-Roller: Der Piaggio MP3. Mit der neuen Exclusive Version hat Piaggio deutlich nachgelegt und in Sachen Ausstattung das Non plus ultra in dieser Fahrzeugklasse geschaffen: Rückfahrkamera und Retourgang haben wir auf noch keinem anderen Roller gesehen! Zudem überzeugt er mit seinem großartigen Wind- und Wetterschutz, sowie einem riesen Staufach unter der Sitzbank. Über die Jahre gab es verschiedenste Baureihen in mehreren Motorstärken, doch das Highlight ist bestimmt der aktuelle 530er Motor.
3. Yamaha Tricity 300
Der Yamaha Tricity 300 macht das Podium der besten Dreirad-Roller komplett. Yamaha hat im Jahr 2020 mit dem Tricity 300 den Schritt unternommen, nun auch in der 300er Klasse der Dreirad-Roller aufzutreten. Hierbei setzt Yamaha beim Tricity 300 ebenfalls auf das Leaning Multi Wheel-Neigetechnik, ein Anti-Kipp-System, welches das Fahrzeug beim Halten an Ampeln stabil aufrecht hält.
Der Yamaha Tricity 300 ist ein Dreirad-Roller, der auch von einem Teil der Autoführerschein-Inhabern gefahren werden kann. Die Testfahrt klärt, wie gut Motor, Kurvenverhalten und Komfort sind.
Gestartet wird mittels schlüssellosem Transponder-System: Mit dem Sender in der Tasche lassen sich über einen Drehknauf das Lenkschloss, die Zündung und über darunterliegende Tasten die Sitzbank und der Tankverschluss öffnen. Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder mit 292 Kubikzentimetern Hubraum zählt zu den modernsten Aggregaten des Segments mit einteiliger geschmiedeter Kurbelwelle und Semi-Trockensumpfschmierung. So stehen dem Tricity-Treiber ebenfalls 28 PS und ein Drehmoment von 29 Newtonmetern zur Verfügung, die mit dem Gewicht von 239 Kilogramm akzeptabel zurechtkommen. Ein Sprintkönig ist der Tricity aber nicht, er erfreut eher mit seiner gleichmäßigen Leistung, die ihn maximal bis auf 126 km/h beschleunigt.
Das hohe Gewicht kommt durch die Yamaha-eigene Neigetechnik Leaning Multi Wheel (LMW) an der Front zustande. Hier führen Tandem-Telegabeln die beiden Räder unabhängig voneinander. Während die hinteren Gabelholme die Führungsarbeit übernehmen, besorgen die vorderen die Dämpfung. Die Gabeln sind wie üblich über ein quer zur Fahrtrichtung angeordnetes Parallelogramm-Gestänge miteinander verbunden.
Angenehm präzise folgt er der vorgegebenen Linie und lässt sich auch von Bodenunebenheiten nicht von dieser abbringen - die Telegabeln dämpfen und federn so manche Unannehmlichkeit weg. Die mit 14 Zoll vergleichsweise großen Räder sorgen für viel Fahrstabilität und guten Abrollkomfort, die Fahrwerksabstimmung bietet insgesamt ein hohes Komfortniveau.
Erstmals bei Yamaha lassen sich die beiden Vorderräder arretieren. Das "Standing Assist-System", über eine Taste an der Vorderseite der linken Lenkerarmatur aktiviert, blockiert das Parallelogramm-Gestänge und hält den Roller beim Anhalten aufrecht - sofern die Geschwindigkeit unter zehn km/h gesunken ist. Allerdings bleibt die Feder- und Dämpfungsfunktion der beiden Doppelgabeln erhalten, dadurch kann die Front flexibel auf Bodenunebenheiten reagieren.
Zu so viel technischer Raffinesse gesellen sich gute Tourentugenden in Gestalt eines riesigen Staufachs unterm Sitz sowie bestem Wind- und Wetterschutz hinter der etwas zu hohen Scheibe. Alles kommt in hochwertiger Verarbeitung, und doch ist der Preis von fast 9400 Euro für Yamahas Tricity im Autofahrerland alles andere als günstig.
Yamaha Tricity 300: Technische Daten
Hier eine Übersicht der technischen Daten des Yamaha Tricity 300:
- Motor/Getriebe: Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Einzylinder, 292 cm³ Hubraum, 20,6 kW/28 PS bei 7250 U/min 29 Nm bei 5750 U/min; vier Ventile/Zylinder, ohc, Einspritzung, CVT-Automatik, Fliehkraftkupplung, Riemen-Sekundärantrieb
- Fahrleistungen und Verbrauch: Höchstgeschwindigkeit 126 km/h, 3,7 l/100 km
- Fahrwerk: Stahlrohrrahmen; zwei 330-mm-Doppel-Telegabeln vorn (nicht einstellbar), 100 mm Federweg; Triebsatzschwinge hinten, zwei Federbeine (Vorspannung einstellbar), 84 mm Federweg; Leichtmetall-Gussräder; Reifen 2x120/70-14 (vorn) und 140/70-14 (hinten).
Yamaha Niken GT: Eine Alternative?
Die Yamaha Niken GT ist ein Motorrad mit drei Rädern und kontroversem Design. Sie hat auch einen neuen Motor und weitere Verbesserungen bekommen.
Die dreirädrige Kurvenkünstlerin pfeilt ultrastabil um Biegungen jedes Radius‘. Egal ob der Untergrund super grippt oder aber nass-krank, dreck-krank oder sonstwie bösartig erscheint: Situationen, in denen sich die Arme von Motorradfahrern gerne unbewusst versteifen, kümmern einen auf der Niken nicht. Sie bügelt über all das hinweg, als wäre nichts. Dass die zwei sich parallel neigenden Vorderräder weit mehr verzeihen als ein einzelnes Vorderrad, ist, fahrphysikalisch gesehen, keine Überraschung. Schon eher erstaunt, wie viel mehr zwei Räder verzeihen beziehungsweise möglich machen.
Die weiteren Änderungen der 2023er-Generation betreffen nicht das Konzept, sondern alleine dessen Umsetzung. So gibt es eine Modifikation des Stahlrahmens mit dem Ziel einer leichten Massenverschiebung. Dazu wird der Motor um fünf Grad stärker nach vorne geneigt, was neue Aufhängungspunkte erforderlich machte. Auch gibt es eine neue Abstimmung der Schwinge. Das Triebwerk entspricht weitgehend dem aktuell in der Tracer 9 verwendeten Aggregat.
Yamaha Niken GT: Technische Daten
- Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 190 km/h, Normverbrauch 5,8 l/100 km
- Fahrwerk: Stahlrohr-Brückenrahmen, vier 41 mm ø USD-Standrohre zur Federung/Dämpfung bzw. Radführung vorne, 110 mm Federweg; Aluminiumguss-Schwinge hinten, Zentralfederbein, Vorspannung per Handrad hydraulisch einstellbar, 125 mm Federweg; Aluminiumgussräder; Reifen vorne jeweils 120/70R15, hinten 190/55R17; vorne je Rad eine 298 mm ø Einzelscheibenbremse, hinten 282 mm ø Einscheibenbremse
- Assistenzsysteme: Drei Fahrmodi, ABS, schräglagenfähige Traktionskontrolle, Zweiwege-Quickshifter
- Maße und Gewichte: Radstand 1500 mm, Bodenfreiheit 150 mm, Sitzhöhe 825 mm, Gewicht fahrfertig 270 kg plus Seitenkoffer, Zuladung 191 kg, Standgeräusch 92 dB(A).
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