Mountainbiken ist ein Sport, der körperlich sehr viel von einem abverlangt. Man braucht unter anderem Kraft, Koordination, fahrtechnisches Können und Beweglichkeit - und vor allem letzteres wird sehr oft unterschätzt. Viele Sportler haben Yoga bereits als ideales Ausgleichstraining zu ihrer Sportart entdeckt.
Warum Yoga für Mountainbiker?
Yoga ist nicht nur eine optimale Ergänzung zum Klettersport, sondern hilft Dir auch, beim Klettern und Bouldern besser zu werden. Auch Mountainbiker*innen können von den Übungen profitieren. Denn durch das bewusste Wahrnehmen der Muskelarbeit, der Atmung und der daraus resultierenden Reaktion des Körpers werden Bewegungsabläufe optimiert und die Konzentration verbessert. Yoga bietet sich für viele Sportarten als Ausgleich an - auch Mountainbiker profitieren von den Übungen.
Anreize mit Yoga zu beginnen, können dabei unterschiedlichster Natur sein: Einige wollen ihre Leistungen durch mehr Beweglichkeit verbessern, andere an mentaler Stärke gewinnen, auftretende Schmerzen lindern oder Verletzungen vorbeugen bzw. ausheilen. Yoga verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Eine Übung zielt nie ausschließlich auf eine Körperpartie ab, sondern spricht immer mehrere Muskelgruppen an.
Die Vorteile von Yoga für Mountainbiker:
- Verbessert Deine Flexibilität und Beweglichkeit.
- Deine Muskeln werden geschmeidig und stärker, wobei Du automatisch eine bessere Haltung einnimmst - nicht nur auf dem Rad!
- Auch im Alltag oder im Büro wird Dir das Training helfen.
- Damit gehören Verspannungen schon mal der Vergangenheit an.
- Durch das regelmäßige Yoga Training kann sich Deine Regenerationszeit verkürzen, sodass Du schneller wieder fit bist und auch bleibst.
- Das gezielte Atemtraining hilft Dir einerseits einen kühlen Kopf bewahren und beschert Dir andererseits vielleicht noch ein kleines Plus an Lungenvolumen.
- Yoga hilft Dir, mehr Balance und Konzentration zu entwickeln.
- Wer regelmäßig übt, wird die positiven Effekte der Yoga-Einheiten bald merken.
- Yoginis sind nicht nur auf der Matte, sondern auch an der Wand beweglicher, achtsamer und glücklicher.
Was ist Beweglichkeit?
Beweglichkeit ist allgemein gesprochen das Vermögen, unterschiedliche Haltungen und Stellungen einzunehmen - sowohl körperlich/sportmotorisch, also auch geistig/mental. Beweglichkeit wird auch oft Flexibilität, Mobility und Gelenkigkeit genannt, ich werde in diesem Artikel all diese Begriffe synonym verwenden, auch wenn sie sich eigentlich etwas unterscheiden.
Woran merkst Du, dass Deine Beweglichkeit eingeschränkt ist?
Die folgenden Bewegungen sollten eigentlich für jeden gesunden Menschen ausführbar sein:
- Eine tiefe Kniebeuge mit Fersen am Boden
- Eine Vorbeuge mit gestreckten Beinen, Fäuste erreichen die Zehenspitzen
- Ein Schneidersitz, Knie sind maximal 10 cm vom Boden entfernt
- Eine Rückbeuge über einen großen Gymnastikball
- Die Arme hinter dem Rücken zu verschränken
Wenn Du einen oder mehrere dieser Bewegungen nicht ausführen kannst, empfehle ich Dir, mindestens 2-mal pro Woche an Deiner Beweglichkeit zu arbeiten.
Wofür brauchst Du beim Mountainbiken Beweglichkeit?
Auf Trails sind wir häufig im Stehen unterwegs - und zwar in einer nach vorne gebeugten Haltung. Um dann auf die stetig wechselnden Anforderungen des Geländes zu reagieren und verschiedene fahrtechnische Skills ausführen zu können, brauchen wir unter anderem Beweglichkeit in der Hüfte, im Rücken, in den hinteren Oberschenkelmuskeln, in den Sprunggelenken, sowie Stabilität in all diesen Bereichen und im Rumpf.
Yoga-Übungen für Mountainbiker
Beim Mountainbiken besonders stark beanspruchte Körperpartien wie Oberschenkel, Waden, Rücken und Arme können mit Yoga-Übungen gezielt entlastet, gestärkt oder gedehnt werden. Verschiedenste Asanas beziehen oftmals den kompletten Körper, sowie die Atmung mit ein. Die gesamte Beweglichkeit des Körpers wird durch Yoga geschult und die körperliche Leistung gesteigert, was sich wiederum positiv auf das Fahrrad-Training auswirkt.
Hier sind einige Yoga-Übungen, die speziell für Mountainbiker geeignet sind:
- Abwärtsgerichteter Hund: Fußgelenke und Beine werden gestärkt, die Schultern werden gedehnt und Verspannungen der Schulterblätter werden somit vermindert.
- Kobra: Kräftigt Handgelenke, Schultern und Beine. Die Wirbelsäule wird gedehnt und gekräftigt.
- Seitlicher Plank: Kräftigt die Handgelenke und Beinmuskulatur. Außerdem wird die seitliche Bauch- und die Schultermuskulatur gestärkt.
- Vorwärtsbeuge im Stehen: Die Beinrückseite wird gedehnt.
- Adler: Der Adler fördert das Gleichgewicht sowie Konzentration und Stabilität. Stärkt die Fußknöchel und lockert die Schultern.
- Krieger 2: Der Krieger 2 kräftigt die Bein- und Armmuskulatur und öffnet die Hüften. Beinmuskulatur wird gekräftigt sowie Krämpfen in Waden und Oberschenkeln vorgebeugt bzw. werden sie gelindert. Bein- und Rückenmuskulatur wird geschmeidiger.
- Oberschenkeldehnung im Liegen: Dehnt die Oberschenkel und lindert Schmerzen in Beinen und Hüften.
- Janu Shirshasana (Kopf-zum-Knie-Pose): Janu Shirshasana dehnt die Beinrückseiten, öffnet die Hüften und lockert Verspannungen in den Beinen. Verringert Rückradverkrümmungen und Hängeschultern. Lockert Schultern, Hüften, Ellenbogen, Handgelenke und Finger.
- Grätsche im Sitzen: … lindert Schmerzen im unteren Rücken und dehnt die Beinrückseite. Streckt und kräftigt die Kniesehnen.
- Schlussentspannung (Savasana): Die Schlussentspannung ist der erste Schritt zur Meditation und erfordert starke Disziplin. Sie entspannt den Körper und erleichtert die Atmung. Schafft man es, sich der Übung ganz hinzugeben, lindert sie nervöse Anspannungen, Migräne und Schlaflosigkeit.
Beweglichkeit trainieren
Viele Yoga-Arten, z.B. Flow-Yoga, verbessern zwar die geistige Beweglichkeit (also das Vermögen, eigene Einstellungen und Haltungen in Frage stellen zu können) und sie trainieren Kraft/Stabilität, halten auch die Beweglichkeit aufrecht, es dauert jedoch SEHR lange, bis wirklich Beweglichkeitsverbesserungen eintreten - oder es passiert nie.
Denn um die Beweglichkeit gezielt zu trainieren und zu verbessern, muss man einige Faktoren erfüllen!
Die Erfolgs-entscheidenden Faktoren sind:
- Zeit unter Dehnung
- Art der Dehnung (statisch, dynamisch, passiv oder aktiv)
- Häufigkeit der Dehnung
- Anregung des Nervensystems
Die modernsten Studien zum Thema Dehnen, Mobility und Beweglichkeit deuten darauf hin, dass die schnellsten und bleibendsten Erfolge eintreten, wenn Du 2- bis 3-mal pro Woche dehnst - am besten passiv - und die Dehnung lange hältst (2 - 5 Minuten). Du solltest außerdem mindestens 6 - 9 Minuten Gesamtdehnungszeit pro Woche pro Muskel erreichen und dabei Dein parasympathisches Nervensystem anregen.
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