Was kostet der Rollerführerschein 125ccm? Ein Kostenüberblick

Der 125-ccm-Führerschein ist der Einstieg in die Motorradwelt und erfreut sich großer Beliebtheit. Insgesamt existieren 17 Führerscheinklassen, von denen allein vier auf Krafträder Anwendung finden. Da kann man schnell den Überblick darüber verlieren, welche Führerscheinklasse für das Fahren welcher Fahrzeugtypen notwendig ist und welche Voraussetzungen ein Führerscheinanwärter mitbringen muss.

Der A1-Führerschein: Ein Überblick

Im Folgenden erfahren Sie alles über die Führerscheinklasse A1 bzw. den 125-ccm-Führerschein.

  • Der A1-Führerschein als Einstieg ins Motorradfahren
  • 125-ccm bzw. A1-Führerschein: Was ist das?
  • Die Fahrzeugtypen vom Führerschein A1: Was darf ich damit fahren?
  • A1-Motorrad mit B-Führerschein fahren?

Was ist der A1-Führerschein?

In der Klasse A1 bezeichnet der Führerschein eine Fahrerlaubnis für Motorradfahrer unter 18 Jahren, wobei das Mindestalter bei 16 Jahren liegt. Mit einem A1-Führerschein geht die Berechtigung einher, Krafträder - auch Krads genannt - mit einem Hubraum bis zu 125 Kubikzentimetern zu führen. Der Führerschein A1 für das Motorrad folgt auf die Vorgängerklasse AM, die sich auf das Fahren von einem Moped und Roller bezieht.

Da es sich bei diesen Fahrzeugen um Vorstufen schwerer, größerer Motorräder handelt, wird der Führerschein A1 umgangssprachlich auch oft „kleine“ Motorraderlaubnis genannt.

Welche Fahrzeuge dürfen mit dem A1-Führerschein gefahren werden?

Prinzipiell untergliedert der Führerschein der Klasse A1 zwei Fahrzeugtypen, die mit dem Erhalt der Fahrerlaubnis gefahren werden dürfen. Die Krafträder, die in die Klasse vom A1-Führerschein fallen, müssen bestimmte bauliche Bedingungen erfüllen. So darf das Hubvolumen maximal 125 Kubikzentimeter betragen. Die Motorleistung muss lediglich bis 11 kW vorweisen. Aus diesem Grund wird der Führerschein auch 125ccm-Führerschein genannt.

Neben Hubraumbegrenzung und Leistungsbestimmung legte die neue Richtlinie ein starres Verhältnis von Leistung (maximal 11 kW) und Leergewicht (mindestens 110 kg) fest. Demnach liegt die Obergrenze bei 0,1 kW/kg.

Die zweite Fahrzeugklasse, die vom 125-ccm-Führerschein abgedeckt wird, sind dreirädrige Kraftfahrzeuge. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie über Räder verfügen, welche symmetrisch angeordnete sind und einen Hubraum aufweisen, der 50 Kubikzentimeter umfasst. Außerdem ist hier die Leistung auf 15 kW begrenzt.

Mit dem Führerschein der Klasse A1 dürfen sämtliche Fahrzeuge gefahren werden, die in der Klasse AM eingeschlossen sind.

Hiernach dürfen Trikes bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h mit dem A1-Führerschein bedient werden. Bis Januar 2013 durften Trikes, also dreirädrige Kraftfahrzeuge, nur mit dem Führerschein der Klasse B gefahren werden. In der neuen EU-Richtlinie hat sich das geändert. Nun erfolgt eine Aufteilung auf die Motorradgruppen.

Das Mofa nimmt hier eine Sonderstellung ein. Ein Mofa ist ein Fahrrad mit Hilfsmotor, welches einen maximalen Hubvolumen von 50 Kubikzentimetern und eine begrenzte Geschwindigkeit von 25 km/h besitzt. Einen Mofaführerschein im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Hier genügt eine Prüfungsbescheinigung, die beweist, dass die erforderlichen Theoriestunden und eine 90-minütige Fahrstunde absolviert wurden.

A1-Führerschein und die Fahrerlaubnisklassen

Der Führerschein der Klasse A1 schluckt quasi die bisherigen Fahrerlaubnisse der Klassen 1, 1b, 3 und 4. Für Motorräder, die vor dem 19. Wer also noch einen Führerschein der Klasse 3*, 4, 1b oder 1 besitzt, ist berechtigt mit Leichtkrafträdern der Klasse A1 zu fahren.

Der Leichtkraftrad-Führerschein lässt sich folgendermaßen einordnen: AM, A1, A2 und A.

Die Führerscheinklasse AM bestimmt Mofas und Roller. Sie gehört allerdings nicht zum Stufenmodell der A-Führerscheine, weshalb der AM-Schein nicht für eine Erweiterung etwa auf A1 genutzt werden kann. Die Klasse A2 definiert Krafträder mit einer Motorleistung von maximal 35 kW und die Klasse A deklariert alle Krafträder über diesem Wert.

Die Klassen vom Motorradführerschein sind stufenförmig angeordnet. Jeder Führerscheinanwärter kann neben dem Zugang über das Stufensystem auch den Direkteinstieg wählen. Sinn der stufenförmigen Anordnung ist, dass der Führerscheinhaber erst Erfahrungen mit dem Fahrzeug der geringeren Motorleistung sammelt und sich so nach und nach an die höchste Klasse A herantastet.

Nach einem zweijährigen Besitz von einem 125-ccm-Führerschein, muss lediglich die Praxisprüfung abgelegt werden, um in die Klasse A2 aufzusteigen.

Voraussetzungen für den Erwerb des A1-Führerscheins

Für den Führerschein der Klasse A1 muss der Betreffende mindestens 16 Jahre alt sein und eine Einverständniserklärung eines seiner Erziehungsberechtigten vorweisen können. Es ist möglich, sechs Monate vor dem Erreichen des 16. Lebensjahres mit der theoretischen Ausbildung zu beginnen. Die theoretische Prüfung darf drei Monate vor dem 16. Lebensjahr abgelegt werden.

Für den Führerschein A1 benötigen Sie vorher keine andere Fahrerlaubnis. Der 125-ccm-Führerschein kann per Direkteinstieg erworben werden. Das heißt, dass keine basale Fahrerlaubnis vorher vorhanden sein muss.

Eine weitere Möglichkeit besteht seit Anfang 2020: Sind Sie bereits seit mindestens fünf Jahren im Besitz einer Fahrerlaubnis der Klasse B und schon 25 Jahre alt, können Sie die Schlüsselzahl 196 erlangen. Dafür müssen Sie vier Theorie- und fünf Praxismodule zu je 90 Minuten in einer Fahrschule durchlaufen. Mit der Bescheinigung, die Sie danach erhalten, können Sie bei der zuständigen Führerscheinstelle die Eintragung für B196 vornehmen lassen.

Aber Achtung: Mit der Eintragung B196 können Sie nicht beispielsweise auf A2 erweitern.

Ausbildung für den A1-Führerschein

Der Erwerb der Fahrerlaubnis setzt eine Prüfung und den vorherigen Besuch von 16 90-minütigen Theoriestunden voraus. In zwölf dieser Theoriesitzungen wird das wesentliche theoretische Wissen, der sogenannte Grundstoff, vermittelt. Im Anschluss daran kann für den Führerschein der Klasse A1 die theoretische Prüfung ablegt werden.

Laut Gesetz sind 16 Theoriestunden à 90 Minuten vorgeschrieben. 12 Stunden davon vermitteln den Grundstoff und 4 Einheiten sind speziell für Motorräder gedacht. Nachdem diese absolviert wurden, folgt die theoretische Prüfung.

Bei der sogenannten Führerscheinerweiterung, also dem gleichzeitigen Erwerb zweier Führerscheine, enthält der Fragebogen lediglich 20 Fragen.

Die praktische Grundausbildung für den 125-ccm-Führerschein unterliegt keiner strengen Regulierung. Das heißt, es gibt keine festgelegte Mindestanzahl an Praxisstunden. Es obliegt vielmehr dem Ermessen des Fahrlehrers, inwieweit die Erfahrungen des Fahrschülers vorhanden bzw. vorangeschritten sind.

Die Grundausbildung, also die Anzahl der normalen Praxis- bzw. Übungsstunden, ist nicht geregelt. Diese richtet sich nach den Erfahrungen des Teilnehmers und wird individuell vom Fahrlehrer durchgeführt. Dieser schätzt die persönlichen Fähigkeiten und den Lernfortschritt des Prüflings ein.

Der Führerschein der Klasse A1 setzt in der praktischen Ausbildung zwölf Sonderfahrten à 45 Minuten voraus.

Wenn alle Sonderfahrten durchgeführt wurden, kann die praktische Prüfung der Klasse A1 absolviert werden.

Sind alle Sonderfahrten durchgeführt wurden, folgt die Praxisprüfung.

Die praktische Prüfung muss spätestens zwölf Monate nach der Theorieprüfung erfolgen.

Die praktische Prüfung beim 125 ccm-Führerschein dauert 45 Minuten. Prüfungsinhalte für die praktische Prüfung für A1 können eine Sicherheitskontrolle des Fahrzeugs sowie das Fahren innerhalb und außerhalb von Ortschaften sein.

Prüfungen für den A1-Führerschein

Bei der Ersterteilung kommt ein Fragebogen mit 30 Fragen auf die Teilnehmer zu. Ab 11 Fehlerpunkten gilt die Prüfung als nicht bestanden. Es sind also 10 Fehlerpunkte erlaubt, jedoch dürfen zwei Fragen mit jeweils 5 Punkten nicht falsch beantwortet werden.

Wird der vorhandene Führerschein erweitert, also macht ein Teilnehmer zwei Führerscheinklassen gleichzeitig, enthält der Fragebogen lediglich 20 Fragen. Davon dürfen nur maximal 6 Fehlerpunkte erreicht werden.

Seit dem 1.1.2021 absolvieren Prüflinge eine „optimierte praktische Fahrerlaubnisprüfung“, die darauf abzielt, die Unfallgefahr für Fahranfänger zu reduzieren.

Was kostet der A1-Führerschein?

Oftmals setzen sich Jugendliche mit dem 125-ccm-Führerschein auseinander. Grundsätzlich kann man sagen, dass für den A1-Führerschein geringere Kosten anfallen als für den Pkw-Führerschein der Klasse B.

Der A1-Führerschein verursacht natürlich Kosten. Diese sind jedoch geringer als ein herkömmlicher Führerschein der Klasse B.

Der Führerschein Klasse A1 verursacht Kosten in Höhe von etwa 950 bis 1.700 Euro.

Vor dem Weg zur Fahrschule müssen gilt es, noch einige Dinge zu regeln, damit die Fahrt auf einem Motorrad beginnen kann. Wie auch beim Auto muss ein Sehtest absolviert werden. Außerdem wird ein aktuelles Passbild benötigt. Die Größe hierfür muss 45 mm x 35 mm betragen. Auch wie beim Auto-Führerschein muss ein Kurs über lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort, ein sogenannter Erste-Hilfe-Kurs, absolviert werden.

Zuallererst müssen die Kosten für den Führerschein A1 einberechnet werden, welche noch vor der Fahrschule aufkommen:

  • Sehtest-Kosten: ca.
  • Theorieprüfungsgebühr: ca.

Wenn es schließlich daran geht, eine Fahrschule zu besuchen, fallen für den A1-Führerschein weitere Kosten an. So ist beispielsweise eine Anmeldegebühr zu zahlen, die zwischen 60 und 200 Euro liegen kann. Hinzu kommen für den Führerschein der Klasse A1 die Kosten für die Übungsmaterialien.

Bei der Fahrschule wird außerdem noch eine Anmeldegebühr fällig, welche sich etwa zwischen 60 und 200 Euro bewegt. Hier lohnt es sich alle Fahrschulen in der Region zu vergleichen. Zuerst müssen Sie die Kosten für die Übungsmaterialien einkalkulieren. Diese liegen bei zirka 30 Euro.

Die zweite Hälfte für die Kosten vom Führerschein A1 bildet die Fahrschule. Die Übungsfahrten beim Praxisunterricht schlagen mit jeweils etwa 30 bis 45 Euro zu Buche. Die Kosten vom Führerschein A1 für Sonderfahrten wie etwa Nachtfahrten sind etwas höher. Sie sollten Sie bei 40 bis 60 Euro ansetzen.

Nachdem der Unterricht beendet ist, folgen die beiden Prüfungen. Die 125 ccm-Führerschein-Kosten enden jedoch nicht mit diesen Gebühren.

Wie kann man Kosten sparen?

Vergleichen Sie regionale Fahrschulen, um die Kosten für Ihren Führerschein der Klasse A1 möglichst zu minimieren. Die Anmeldegebühr variiert zwischen den unterschiedlichen Anbietern. Um Geld zu sparen, ist eine Führerscheinerweiterung durchaus sinnvoll.

Bei dieser Preisspanne lohnt es sich immer, Fahrschulen zu vergleichen und gleich zwei Führerscheinklassen parallel zu absolvieren.

Tipp: Vergleichen Sie mehrere Fahrschulen miteinander, bevor Sie bei einer Schule mit dem Unterricht für ein Motorrad mit 125er Hubraum beginnen. Vergleichen Sie die Kosten insbesondere für die Fahrstunden und verschaffen Sie sich einen persönlichen Eindruck. Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Fahrlehrer kennenzulernen und etwas über die Fahrzeuge der Schule zu erfahren. Erkundigen Sie sich unbedingt, ob die Fahrschule die erforderliche Schutzkleidung stellt oder ob Sie diese selbst mitbringen müssen.

Die Erweiterung B196

125er fahren mit dem Autoführerschein :Seit Januar 2020 können Autofahrer ihren Klasse B-Autoführerschein ohne Prüfung erweitern und 125er-Motorräder und -Roller fahren.

Im Dezember 2019 beschloss der Deutsche Bundesrat, dass in Deutschland künftig jeder - unter bestimmten Voraussetzungen - mit seinem Autoführerschein auch 125er-Leichtkrafträder fahren darf.

Voraussetzung für die Führerscheinerweiterung ist, dass die Anwärter mindestens 25 Jahre alt sein und seit mindestens 5 Jahren den Führerschein Klasse B haben. Zudem sind neun 90-minütige Doppelstunden Fahrschule zu absolvieren - 4 in Theorie und 5 in Praxis.

Die Kosten für die Erweiterung des Autoführerscheins um die Schlüsselzahl 196 variieren je nach Fahrschule und Region. In der Regel liegen die Kosten zwischen 500 und 900 Euro.

Nach der Fahrerschulung erhältst du eine Teilnahmebestätigung deiner Fahrschule, die du bei der Führerscheinstelle vorzeigen kannst. Um deinen Führerschein beim Amt neu zu beantragen, brauchst du zusätzlich:

  • Ein biometrisches Passfoto in 3,5 x 4,5 Zentimetern
  • Deinen aktuellen Führerschein
  • Einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung.

In deinem Führerschein wird die neue Motorrad-Fahrberechtigung hinter der Klasse B als Schlüsselzahl 196 eingetragen, daher bekannt als „B196“.

Allerdings dürfen Sie nur innerhalb von Deutschland ein 125ccm-Motorrad mit dem Autoführerschein fahren. Bisher nicht. Das Recht, mit Klasse B 196 Leichtkrafträder und -roller zu fahren, ist noch auf Deutschland beschränkt.

Die Bilanz des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) nach den ersten zwei Jahren zeigt, dass der B196-Schein sehr gefragt ist. Im ersten Jahr (2020) nutzten bereits 77.823 Autofahrer die Möglichkeit zur Erweiterung ihres Führerscheins. Zum Stichtag 1. Januar 2022 wurden bereits mehr als 130.000 B196-Berechtigungen erworben.

Gültigkeit und Befristung des A1-Führerscheins

Die A1-Führerschein-Dauer ist nicht auf bestimmte Jahre begrenzt. Das bedeutet, dass der Führerschein nicht an Gültigkeit verliert. Jedoch sind die neuen EU-Führerscheine befristet.

Wer einen neuen Führerschein ab dem 19. Januar 2013 besitzt, muss diesen alle 15 Jahre erneuern lassen. Sollten Sie jedoch noch einen Führerschein besitzen, der vor diesem Stichtag ausgestellt wurde, muss dieser spätestens am 19. Januar 2033 umgetauscht werden. Dies soll vor Fälschung des Dokuments schützen.

Versicherung einer 125er

Aus den Auflagen für die B-196-Fahrlizenz für Leichtkrafträder und -roller ergibt sich schon ein Spareffekt bei der Fahrzeugversicherung. Denn anders als die 16-jährigen A1-Fahranfänger stellen die über 25-Jährigen mit Fahrerfahrung im Pkw ein deutlich geringeres Risiko für die Versicherungen dar.

Für 125er mit nicht mehr als 11 kW (15 PS) wird keine Kfz-Steuer erhoben.

Zusammenfassung

Die Kosten für den A1-Führerschein variieren je nach Fahrschule und Bundesland. Generell sollten Sie mit Kosten zwischen 950 bis 1700 Euro rechnen.

Mit diesen Informationen sind Sie gut vorbereitet, um in die Welt des Motorradfahrens einzusteigen.

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