Zuschuss für Fahrräder von Krankenkasse & Co.: So sparen Sie beim E-Bike-Kauf

Der aktuelle Trend im Bereich der Fortbewegung entfernt sich vom herkömmlichen Fahrrad und bewegt sich in Richtung E-Mobilität. E-Autos, E-Roller und E-Bikes bieten unterschiedliche Fortbewegungsmöglichkeiten in verschiedenen Preiskategorien. Wer trotz elektrischer Transportmittel selbst in Bewegung bleiben möchte, aber auf eine starke Unterstützung nicht verzichten will, sollte sich für ein E-Bike bzw. Pedelec entscheiden. Der Kauf eines E-Bikes ist teuer. Deswegen könnte eine E-Bike Förderung, der Zuschuss von Krankenkassen oder Prämien von Stromanbietern für dich interessant sein. Wir zeigen dir, wie und wo du durch einen Zuschuss zum Elektrofahrrad sparen kannst.

E-Bike Förderung: Staatliche und kommunale Programme

In Deutschland gibt es keine direkte Förderung von E-Bikes, anders als bei der Prämie für E-Autos. Elektroautos werden mit einer Kaufprämie bis fortan auf 6.000 Euro unterstützt. Der Staat hält diese Maßnahme für Elektrofahrräder jedoch nicht wichtig, denn sie verkaufen sich ja eh. Mittlerweile sind zahlreiche Förderprogramme zu verzeichnen, welche sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen beim Kauf unterstützen. Die Finanzhilfen für Transport- oder Lasten-E-Bikes, S-Pedelecs sowie Pedelecs sind daher sehr vielfältig. Angeboten werden die Programme bundesweit auf Länderebene und durch Städte oder Gemeinden.

Die Förderung kann auf verschiedene Arten erfolgen und ist aus diesem Grund abhängig vom Förderer. In den meisten Fällen bekommst du bei der Anschaffung eines E-Bikes finanzielle Unterstützung oder Nachlass.

Was der Staat für ganz Deutschland nicht hinbekommt, schaffen jedoch Kommunen und Gemeinden in Eigenregie schon etwas länger. Als erste Kommune in Deutschland fördert die Universitätsstadt Tübingen den Umstieg mit einer Abwrackprämie. Wer sein altes Mofa oder seinen alten Roller abschafft und sich einen Elektroroller, ein E-Bike oder ein Pedelec kauft, kann bei der Stadt einen Zuschuss beantragen. Gezahlt werden 200 bis 500 Euro. Tübingen war die erste Kommune in Deutschland, welche mit einer Abwrackprämie unterstützt. Die Fördermittel sind zurzeit erschöpft.

  • In NRW kommen Privatpersonen und Gewerbe in den Genuss einer Prämie von 30 bzw. 60 Prozent der Anschaffungskosten eines E-Bikes sowie 1.000 beziehungsweise 2.100 Euro zusätzlich, aber vorerst nur bis 2023. Hierbei gibt es jedoch einen Maximalpreis. Bei Gewerbetreibenden liegt dieser bei 2.100 Euro und bei Kommunen bei 4.200 Euro.
  • Das Land Baden-Württemberg bezuschusst den Kauf eines E-Lastenrades durch Unternehmen, Körperschaften des privaten Rechts und gemeinnützige Organisationen mit bis zu 3.000 bzw. 4.000 Euro.
  • München bietet eine Förderung von Lastenpedelecs und Zwei- und dreirädrige Elektroleichtfahrzeuge namens „München mobil“. 25 Prozent von den Nettokosten werden bis maximal 1.000 Euro gefördert.
  • Heidelberg, Mannheim, Regensburg, Wolfratshausen, Stuttgart und Würzburg fördern neu gekaufte E-Lastenräder. Die Bedingungen sind jedoch unterschiedlich.

E-Bike Leasing über den Arbeitgeber: JobRad und Dienstrad

Einige Arbeitgeber bieten eine Leasing-Möglichkeit an. Firmen offerieren die Möglichkeit, ein E-Bike (Jobrad bzw. Dienstrad) zu leasen. Der Teil des Brutto-Gehalts für die monatliche Leasing-Gebühr wird dem Arbeitnehmer abgezweigt. Der Mitarbeiter wandelt also einen Teil seines Entgelts in eine Sachleistung um. Der Arbeitnehmer muss keine Steuern zahlen. Laut Leasing-Angeboten liegt die Kostenersparnis bei 20 bis 40 Prozent. Der Leasing-Vertrag geht oftmals über zwei bis drei Jahre mit Raten von 50 bis 80 Euro. Nach der Leasing-Zeit kannst du das E-Bike kaufen, wenn du willst. Der Preis ist nach Ablauf der Leasing-Zeit entsprechend günstig. Beim Chef nachfragen ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Grundsätzlich gibt es bei der Überlassung eines Dienstfahrrads an Mitarbeiter ähnliche Gestaltungsmöglichkeiten wie beim Dienstwagen: Der Arbeitgeber kauft bzw. least ein Fahrrad und stellt es seinem Mitarbeiter auf Basis einer Nutzungsvereinbarung kostenlos zur Verfügung. Diese Variante bietet sich beispielsweise als Alternative zur Gehaltserhöhung an. Der Arbeitgeber kann die Kosten als Betriebsausgaben gewinnmindernd bei der Steuer einbringen. Hierbei kann er den Kaufpreis über sieben Jahre hinweg abschreiben. Beim Leasing wird er Leasingnehmer und muss die Leasingraten tragen. In der Regel wird hier auch gleich eine Versicherung für das Rad mit abgeschlossen.

Der Arbeitnehmer hat lediglich den geldwerten Vorteil in Höhe von 1 Prozent des (auf volle 100 Euro abgerundeten) Bruttolistenpreises zu versteuern. Außerdem müssen Unternehmen und Mitarbeiter die hierauf entfallenden Anteile an den Sozialversicherungsbeiträgen entrichten.

Finanzierungsmöglichkeiten (Beispiele)

Hier sind einige Beispiele, wie sich die Finanzierung eines E-Bikes über den Arbeitgeber gestalten kann:

  1. Beispiel 1: Der Arbeitgeber trägt Leasingkosten

    Ein Arbeitgeber least ein hochwertiges E-Bike für monatlich 55 Euro zzgl. Versicherungskosten und Wartung (Brutto-Listenpreis 2.099 Euro) und überlässt es seinem Arbeitnehmer auch zur privaten Nutzung. Der Arbeitgeber trägt alle Kosten. Der Arbeitnehmer hat eine monatliche Abgabenlast von 35 Prozent (Steuern und Sozialversicherungsbeiträge). 1 Prozent des auf 2.000 Euro abgerundeten Brutto-Listenpreises (= 20 Euro) werden als geldwerter Vorteil steuer- und sozialversicherungspflichtig. Das E-Bike kostet dem Arbeitnehmer monatlich 7 Euro (35 Prozent von 20 Euro).

  2. Beispiel 2: Leasingraten im Wege der Gehaltsumwandlung

    Der Arbeitnehmer aus Beispiel 1 muss die Leasingraten im Wege der Gehaltsumwandlung (55 Euro pro Monat) selber tragen. Der Arbeitgeber trägt Versicherungskosten und die Wartungspauschale. von den 55 Euro werden abgezogen (= Abgabenersparnis): 35 Prozent von 55 Euro = 19,25 Euroabgezogen wird geldwerter Vorteil (1 Prozent von 2000 Euro): 35 Prozent von 20 Euro = 7,00 Euro Das E-Bike kostet dem Arbeitnehmer monatlich 42,75 Euro.

  3. Beispiel 3: Der Arbeitnehmer bekommt einen Zuschuss von 25 Euro pro Monat

    Der Arbeitnehmer aus Beispiel 2 bekommt von seinem Arbeitgeber einen Zuschuss von 25 Euro pro Monat. Die monatlichen Kosten aus dem Beispiel 2 vermindern sich hier um den Arbeitgeberzuschuss. Auf diesen müssen aber Steuern und Abgaben entrichtet werden. Die monatlichen Kosten aus dem Beispiel 2 vermindern sich hier um den Arbeitgeberzuschuss. Auf diesen müssen aber Steuern und Abgaben entrichtet werden. monatliche Kosten aus Beispiel 2: 42,75 Eurodavon abgezogen wird der Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 25,00 dazu addiert werden die Abgaben auf den Arbeitgeberzuschuss (35 Prozent von 25 Euro = 8,75 Euro) Das E-Bike kostet dem Arbeitnehmer monatlich 26,50 Euro.

Krankenkassen-Bonusprogramme und E-Bike-Förderung

Immer mehr Menschen entdecken das E-Bike als eine effiziente und gesundheitsfördernde Alternative, um sich fortzubewegen und gleichzeitig etwas für die eigene Fitness zu tun. Doch wie sieht es mit der finanziellen Unterstützung durch die Krankenkassen aus? Aktuell bieten die gesetzlichen Krankenkassen keinen direkten Zuschuss für den Kauf von E-Bikes oder Pedelecs.

Wer beim Thema E‑Bike-Förderung nur an Umweltprogramme denkt, übersieht eine interessante Alternative: einige Krankenkassen und staatliche Stellen bieten ebenfalls Unterstützung - wenn auch auf weniger direktem Weg. Einige Krankenkassen, wie etwa die Techniker Krankenkasse, honorieren gesundheitsförderndes Verhalten mit Bonuspunkten, die in Form von Geldprämien ausgezahlt werden können. Hier sind bis zu 600 € Förderung drin - allerdings nicht als direkter Kaufzuschuss, sondern im Rahmen von Punkten oder Gesundheitsbudgets.

Einige Krankenkassen, wie die Techniker Krankenkasse (TK), haben jedoch Bonusprogramme ins Leben gerufen, die indirekt den Kauf eines E-Bikes unterstützen können. Teilnehmer dieser Programme können durch regelmäßige sportliche Aktivitäten und die Teilnahme an zertifizierten Gesundheitskursen Punkte sammeln. Diese Punkte können anschließend in Prämien oder Guthaben umgewandelt werden.

Bonusprogramme verschiedener Krankenkassen

Für Radfahrer und E-Biker gibt es auch 2025 zahlreiche Möglichkeiten, von Krankenkassen-Boni zu profitieren. Die gesetzlichen Krankenkassen belohnen auch 2025 gesundheitsbewusstes Verhalten. Besonders Radfahrer können dabei von Bonusprogrammen profitieren: Es gibt Zuschüsse für Vereinsmitgliedschaften oder Sportveranstaltungen, teilweise aber auch digitale Prämien wie Komoot-Premium-Zugänge. Ein genauer Blick auf die einzelnen Krankenkassen zeigt, welche Programme sich besonders lohnen.

  • Die Bertelsmann BKK fördert sportliche Aktivitäten mit bis zu 50 Euro für eine Vereinsmitgliedschaft - darunter fallen auch Radsportvereine. Hinzu kommen 10 Euro für die Teilnahme an qualifizierten Sportveranstaltungen und 10 Euro für das Deutsche Sportabzeichen. Voraussetzung ist der Nachweis einer offiziellen Bestätigung des Vereins.
  • Die AOK Plus setzt dagegen auf digitale Unterstützung und bietet einen 90-tägigen Zugang zu Komoot Premium. Damit erhalten Versicherte detaillierte Offline-Karten für E-Bike- und Mountainbike-Routen sowie exklusive Tourenvorschläge der Krankenkasse.
  • Die BARMER führt 2025 ein neues Bonusprogramm ein, das Radfahrer besonders belohnt. Wer eine Mitgliedschaft in einem Radsportverein nachweist, an Volksradtouren teilnimmt und regelmäßige Gesundheitschecks absolviert, erhält bis zu 150 Euro im Jahr. Die Nachweise können bequem digital eingereicht werden.
  • Die hkk Krankenkasse kombiniert Boni für sportliche Aktivitäten mit Vorsorgeuntersuchungen. Für organisierte Radtouren oder Ausdauersportveranstaltungen erhalten Versicherte 10 bis 20 Euro. Auch das Deutsche Wanderabzeichen, das für Radtouren genutzt werden kann, wird gefördert (50 Radkilometer = 10 Wanderkilometer. Maximal 3 Radtouren pro Jahr).
  • Bei der mhplus Krankenkasse gibt es ein eigenes Fitcash-Programm. Schon ab einer einzigen sportlichen Aktivität lassen sich 10 Euro verdienen, zum Beispiel für die Teilnahme an Radrennen oder geführten Touren. Auch Mitgliedschaften in Sportvereinen (Radsport) oder Fitnessstudios (Spinning, Indoor Cycling) werden belohnt.
  • Auch die Techniker Krankenkasse (TK) setzt auf ein attraktives Bonusmodell, das verschiedene Gesundheitsmaßnahmen kombiniert. Die Mitgliedschaft in einem Sportverein - auch Radsportvereinen - wird mit 10 Euro belohnt. Weitere 20 Euro gibt es für Gesundheitskurse wie zum Beispiel Fahrradsicherheitstrainings. Die Belege lassen sich digital über die TK-App einreichen.
  • Die Novitas BKK setzt mit ihrem Programm Flexcheck auf bis zu 30 Euro Bonus. Wer an Sportveranstaltungen teilnimmt, erhält 10 Euro. Auch eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio wird mit 30 Euro belohnt - Indoor-Cycling ist hier inbegriffen. Einen weiteren Bonus gibt es, wenn die sportliche Aktivität mit Maßnahmen zur Gewichtsreduktion oder Raucherentwöhnung kombiniert wird.
  • Ein anderes interessantes Modell bietet die DAK Gesundheit an. Hier können die Versicherten Bonuspunkte sammeln, die bei Investitionen in Sportgeräte verdoppelt werden. Pro Punkt gibt es einen Euro, maximal 210 Euro im Jahr. Besonders lohnend: Beim Kauf von Fahrradcomputern oder E-Bike-Zubehör gibt es weitere 100 Prozent Bonuspunkte dazu.
  • Die Mobil Krankenkasse setzt auf ein flexibles Gesundheitsbudget von bis zu 300 Euro im Jahr. Förderfähig sind Präventionskurse wie Fahrradsicherheitstrainings sowie Zuschüsse für Sportgeräte wie Fahrradanhänger.

Zuschüsse für Therapieräder

Eine direkte Förderung ist lediglich möglich, wenn ein Fahrrad aus medizinischen Gründen als „medizinisches Hilfsmittel“ eingestuft wird. Diese Einstufung erfordert eine spezielle Zertifizierung und muss von der Kassenärztlichen Vereinigung anerkannt werden. Für Personen, die aus gesundheitlichen Gründen auf ein E-Bike angewiesen sind, besteht dennoch die Möglichkeit, eine teilweise Kostenübernahme zu erreichen.

Gesetzliche Krankenkassen dürfen gehbehinderte Menschen nicht nur auf eine Minimalversorgung mit Mobilitätshilfen verweisen. Bietet ein Hilfsmittel, wie ein spezielles Therapierad, wesentliche Vorteile, kann die Kasse zahlungspflichtig sein. Dies hat das Bundessozialgericht entschieden.

Im Vergleich zu den bereits geschilderten Gesetzgebungen gelten bei Kindern und Jugendlichen, die sich noch in der Entwicklungsphase befinden, anderweitige Maßstäbe. Hierbei gelten Krankenkassen als Kostenträger eines Therapie Dreirades für Kinder und Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr. Das Fahrradfahren wird in solchen Fällen als Teilnahme an der klassischen Lebensgestaltung von Gleichaltrigen ohne Einschränkung angesehen.

Wie beantrage ich ein Therapierad bei der Krankenkasse?

Hier ist eine Checkliste mit notwendigen und zusätzlichen Informationen, die Ihnen eine gute Basis für einen Antrag bei der Krankenkasse bieten:

  • Eine Probefahrt
  • Ärztliche Verordnung (Rezept)
  • Kostenvoranschlag eines Händlers und einen Erprobungsbericht
  • Stellungnahme vom Arzt oder Ergotherapeut
  • Fotos / Video von der Testfahrt
  • Ein persönliches Anschreiben

Spezialräder von vanRaam mit Hilfsmittelnummer

Hier sind einige Spezialräder von vanRaam mit Hilfsmittelnummer:

  • Sesseldreirad Easy Rider 3: Hilfsmittelnummer 22.51.04.0006
  • Sesseldreirad Easy Rider Compact: Hilfsmittelnummer: 22.51.04.0007
  • Dreirad Maxi: Hilfsmittelnummer 22.51.02.0047
  • Dreirad Midi: Hilfsmittelnummer 22.51.02.0046
  • Dreirad Husky*: Hilfsmittelnummer 22.51.02.0050
  • Dreirad Mini*: Hilfsmittelnummer 22.51.02.0045

*Die Husky- und Mini-Kinderdreiräder sind seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr im Sortiment von vanRaam.

Weitere Fördermöglichkeiten

  • Stromversorger: Auch Energieversorger unterstützen den Kauf von Elektrorädern. Bei den Stadtwerken Tübingen beispielsweise erhält jeder Kunde, der sich für den Ökostrom-Tarif entscheidet oder bereits Ökostrom-Kunde ist, einen Zuschuss von 100 Euro.
  • Jobcenter: Auch über die Arbeitsagentur oder das Jobcenter kann es Fördergelder geben. Diese Förderung ist nicht pauschal, sondern immer individuell und abhängig von der Lebenssituation, dem Arbeitsweg und der finanziellen Lage.

E-Bikes mieten und teilen

In Stuttgart und Hannover geht man die Sache anders an. Hier gibt es Leih-Pedelecs. Im Abgas-geplagten Stuttgart ist das vor allem für Pendler interessant. An vielen S-Bahnhöfen gibt es eine E-Bike-Station von next bike. Die Räder kosten bis zu zwei Euro die Stunde. Bürger in Hannover können sich elektrische Lastenfahrräder kostenlos in Hannover leihen. Die normalen E-Bikes kosten eine Gebühr ab 17,50 Euro am Tag.

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