Die Harley Davidson Sportster 883 ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Einsteigermodell in die Welt der Harley-Davidson. In diesem Testbericht werfen wir einen detaillierten Blick auf die Sportster 883, insbesondere das Modelljahr 2004, und beleuchten ihre Fahreigenschaften, Vor- und Nachteile sowie den Gebrauchtmarkt.
Fahreigenschaften und Komfort
Nach 8 Jahren das erste mal wieder auf nem Mopped, das noch kalt direkt im Stadtverkehr bewegt werden muss, ich fuhr wie auf rohen Eiern. Also erstmal ruhig und eingrooven. Aber kaum waren die Ampeln hinter uns und die Strecke eine Landstraße stellte sich sofort großer Spaß ein. Ich war sehr positiv überrascht, wie handlich sich die immerhin gut 250kg fahren. Man sitzt schön "in" der Maschine, ohne gedrungen zu sitzen, fand ich total entspannt. Allerdings schlug mein rechtes Knie immer wieder gegen den riesigen Luftfilterkasten. Nach anfänglichem Unwillen, den ich dem jungen und kalten Motor zugeschrieben hatte, entspannte sich auch der Motor und wurde immer geschmeidiger.
Klar reißen 50ps keine Bäume aus und wenn man aus der Richtung 600ccm und 100ps kommt und jetzt auf 900ccm mit 50ps sitzt, dann ist das schon sehr sehr anders. Aber zu meiner großen Überraschung machte mir anders in dem Fall großen Spaß. Zwar schüttelte der Motor das Bike immer mal wieder ein wenig, wenn ich bei 1600upm oder weniger am Gas drehte, aber oberhalb von 1800upm war das gänzlich weg, der Motor zieht dann schön durch, kann gut bei 2000-3000upm gefahren werden, drückt aber auch bis über 5000upm ordentlich durch. Aber die meiste Zeit blubbert man irgendwo um 2500 herum.
Nach den ersten paar Landstraßenkilometern kurz vor einem 70er Tempolimit stellte ich erstaunt fest, dass ich keine Ahnung hatte, wie schnell ich eigentlich fuhr. Der Blick auf den Tacho verriet knapp über 80 auf der freien Landstraße! Und ich hatte Spaß! Klar wurde ich über den Tag schneller, blieb aber bei um 100 auf freier Landstraße und stellte auch sonst fest, dass ich von selbst immer ungefähr im Bereich der erlaubten Geschwindigkeit war.
Fazit nach dem Tag: Harley ist gewöhnungsbedürftig, macht aber großen Spaß. Das Fahren hat Spaß gemacht, mich dabei mega entspannt und das Ganze bei Geschwindigkeiten, die weit weg waren von dem, was ich gewohnt war und vor dem ich mich ein wenig selbst schützen möchte. Gleichzeitig gefällt mir die kleine Harley echt gut. Ist zwar dort das Einstiegsmopped, für mich aber echt passend, müsste aber noch modifiziert werden (Luftfilter, Auspuff, Windschild, Bugspoiler, Sitzbank....).
Erstaunt hat mich, dass einiges an dem Ding für mich moderner war, als ich vermutet hätte: ABS, Digitaler "Bordcomputer", automatisch abschaltender Blinker, Keyless Go mit Alarmanlage... Gleichzeitig ist das Ding schon noch "schrullig". Bei der Rückgabe sagte ich dem Verkäufer, das sich erhebliche Probleme hatte, den Leerlauf reinzubekommen.
Gebrauchtberatung: Worauf Sie achten sollten
Na los, machen Sie es endlich: Kaufen Sie sich Ihre erste Harley! Das Sportster-Angebot ist üppig, die Preise sind moderat. Und vergessen Sie das Frauenmotorrad-Gerede. Welche Harley macht ihrem Besitzer am meisten Spaß? Klare Antwort: immer die allererste.
Die in ihrer Urform bereits 1957 präsentierte Sportster ist traditionell die Einstiegs-Harley. Bis 1985 war die ursprünglich als Konkurrenz zu englischen Sportmaschinen gedachte "Sporty" eher ein Fall für tolerante Liebhaber mit Schrauberkenntnissen. Als dann aber der alte Shovelhead-Graugussmotor von dem mit Leichtmetall-Zylindern und -köpfen bestückten Evolution-Twin (kurz "Evo") abgelöst wurde, gewann das US-amerikanische Urviech jede Menge Alltagstauglichkeit.
Jüngste Generation: ab 2004 technisch viel besser, aber 30 Kilogramm schwerer
Mit Ausnahme eines kurzen 1100er-Gastspiels gab's die für Gebrauchtkäufer interessante Evo-Sporty immer in zwei Hubraumvarianten: als 883er und als 1200er. Die kleine Sportster ist ein Fall für eher ruhigere Charaktere und/oder Chopper-Fans. Die Modelle Hugger, XL 53 C oder 883 Custom tragen dem Rechnung. Die 1200er wird ihrem Namen schon eher gerecht - zumindest unter dem Maßstab, der 1957 als sportlich galt. Den Harleys so gern zugestandenen Antritt aus den Tiefen des Drehzahlkellers gibt's nur bei der 1200er.
Bis einschließlich 2003 war die Sportster (für Harley-Verhältnisse) ein echtes Leichtgewicht, das beim munteren Landstraßenschwingen mehr Spaß macht als so mancher Big Twin. Besonders als XL 1200 R ist die Sporty alles andere als ein Frauen-Motorrad.
Besichtigung
Je jünger, desto besser: Die Sportster-Historie ist prall gefüllt mit mehr oder weniger umfangreichen Modellpflegemaßnahmen, die die Maschine technisch von Jahr zu Jahr besser machten. Interessenten, denen das Kampfgewicht selbst bei einer Harley über alles geht, sollten sich aber nach einem vor dem Spätsommer 2003 gebauten Exemplar umschauen. Das Modelljahr 2004 brachte zwar jede Menge sinnvoller technischer Verbesserungen, aber leider auch 30 Kilogramm mehr auf den Rippen.
Sportys sind meist Erst-Harleys und dienen ihren noch unerfahrenen Besitzern oft als Experimentierfeld für Umbauten. Am schlimmsten sind Tuning-Maßnahmen von Hinterhof-Schraubern oder in Eigenleistung durchgeführte Aufrüstungen von 883 auf 1200 cm². Abgesehen von der oft lausigen Arbeitsqualität sind solche Aktionen vielfach auch nicht in die Papiere eingetragen - was sich spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung rächen wird. So langweilig es auch klingt: Als Gebrauchtkäufer greift man am besten zur Ersthand-Sportster im Originalzustand. Und baut dann selbst um.
Ein Teil der Sportster-Käufer bekommt nach relativ kurzer Zeit Lust auf mehr - vor allem mehr Image in der Harley-Szene - und greift zum Big Twin. Das beschert dem Gebrauchtmarkt viele relativ junge Sportys mit bescheidener Kilometerleistung. Das Angebot übersteigt derzeit die Nachfrage. Da eine nagelneue Basis-883 schon für unter 8000 Euro zu bekommen ist, ist der Wertverlust für Harley-Verhältnisse in den ersten Jahren relativ hoch. Gute 1200er gibt's bereits ab 5000 Euro, Top-Exemplare ab 7000 Euro. Verfügbarkeit am Markt: hoch
Ab welchem Bj ist denn die Sporty wirklich empfehlenswert? denke mal ab 04 mit Gummigedämpften Motor fährts sich schon angehnehmer oder?
Ich würde die Sporty ab 2004 empfehlen. Weiterhin wurde bei denen auch der Rahmen überarbeitet was sich im Handling deutlich bemerkbar macht. Eine 150er anstatt 130er Pelle war ab 2004 auch Serie. Zuletzt entscheidet aber der pers. Am Ende muss jeder selber entscheiden...
Erstmal danke für die Infos!und eine Sportster vor 04 kommt auch nicht in Frage 1.)wegen der Gummilagerung,hab eine 125er MZ ETZ da ist der Motor auch gummigelagert,was auch nötig ist wenn ich sehe wie der kleine Eintopf schon arbeitet in seiner Halterung da fühlt man sich auf älteren Sportys wie auf einem Riesenvibrator?!
Deine Annahme ist vollkommen richtig. Allerdings im Besonderen nur gültig für die 1200er Motoren. Hier gab es vor 2004 nur die Sportster 1200 Sport mit überarbeiteten Leistungsmerkmalen. Diese sind seit 2004 auch in der 1200 Custom und nun auch in der spüter eingeführten 1200 Low verbaut. Nochmal satte 8 Nm mehr Drehmoment bei gleichzeitiger Senkung der Drehmomentspitze von 3900 auf 3000 Upm. Damit geht es wirklich gut voran. Somit ist auch eine Umrüstung von 883 auf 1200 unter Betrachtung des Baujahres bzw. -zeitraums nur mit mäßigem Erfolg beschienen, da sich die beiden Motoren der jüngeren Baujahre doch zu sehr unterscheiden.
Modellpflege von 1985 bis 2015
Die Sportster-Reihe erfuhr im Laufe der Jahre zahlreiche Modellpflegemaßnahmen. Hier eine Übersicht:
- 1985: Markteinführung Sportster 883.
- 1986: Markteinführung Sportster 1100.
- 1987: Die Sportster 1200 löst die 1100er ab; Markteinführung 883 Hugger.
- 1991: Zahnriemenantrieb für XL 1200 und Deluxe; Motor und Getriebe überarbeitet.
- 1992: Neue Bremsen und Bremsscheiben; verbessertes Lackierverfahren für Klarlack.
- 1993: Zahnriemenantrieb bei allen Sportstern.
- 1994: Kabelbaum und Rahmenheck überarbeitet.
- 1995: Elektronischer Tacho.
- 1996: Markteinführung XL 1200 C (Custom) und XL 1200 S (Sport).
- 1998: Neue Ölpumpe; Elektrik teilweise neu verlegt; neue Zündung.
- 1999: Custom 53 und 1200 Custom mit schmalerem Dragbar-Lenker und vorverlegten Fußrasten.
- 2000: Neue Festsattel-Scheibenbremsen für Vorder- und Hinterrad; neue gekapselte Radlager.
- 2001: Alle Modelle ab Werk mit Harley-Davidson-Reifen (Dunlop); 883er mit modifiziertem Ansaugtrakt und mehr Leistung (53 PS).
- 2002: Neue Bullet-Style-Blinker; neuer Benzinahn; Markteinführung XL 883 R.
- 2003: Alle Modelle mit 100-Jahre-Logos.
- 2004: Markteinführung der neuen Sportster-Baureihe; Motor komplett überarbeitet und mit mehr Leistung (54/67 PS).
- 2005: Klarglas-Scheinwerfer; bessere Verchromung der Speichenräder.
- 2006: Getriebe, Kupplung und Bremslichtschalter neu.
- 2007: Einspritzanlage statt Vergaser; neue Alarmanlage.
- 2008: Einführung XL 1200 Nightster; Seitenständer-Schalter statt Einklapp-Sicherung; verbesserte Kopfdichtungen.
- 2009: Zusätzlich präsentiert: Iron 883 (XL 883N).
- 2010: Das Standardmodell XL 883 entfällt.
- 2011: Die SuperLow ersetzt die Low (Modellkürzel weiterhin XL 883L), die Custom entfällt.
- 2012: Drei Modelle: XL 883R, XL 883N, XL 883L.
- 2013: Drei Modelle: XL 883R, XL 883N, XL 883L.
- 2014: Drei Modelle: XL 883R, XL 883N, XL 883L; Wichtigste technische Änderung: ABS serienmäßig (bei Iron optional, + 500 Euro).
- 2015: Drei Modelle: XL 883R (letztes Modelljahr), XL 883N (jetzt ebenfalls serienmäßig mit ABS), XL 883L.
Auspuffanlagen-Test
Wenn anstelle eines kernigen Potatopotatopotato nur ein müdes Pffftpfffftpffft dem Auspuff entweicht, besteht Handlungsbedarf. Bei keinem anderen Fabrikat so sehr wie beim US-Schwermetall.
Nun kann man kaum behaupten, dass sich ab Werk die großen Schwestern der Sportster soundmäßig wesentlich besser aus der Affäre ziehen, doch bei denen fällt das leidige Thema dank serienmäßiger Klappensysteme im Auspufftrakt nicht ganz so auf. Dyna, Softail und Touring-Modelle klingen serienmäßig immerhin langweilig, doch eine Sporty im Serientrimm klingt einfach nur scheiße. Um es mal ganz vorsichtig zu formulieren.
Ein erster Versuch von MOTORRAD, ein interessantes Testfeld zusammenzubekommen, scheiterte im Sommer 2012.
Umso erfreulicher war es, dass beim zweiten Versuch auch Anbieter zusagten, deren Anlagen vor ein paar Monaten noch nicht serienreif waren: Die Test-Teilnahme von Miller und Dr. Jekill & Mr. Hyde stellte sich als Glücksfall heraus, bewiesen doch die beiden brandneuen Anlagen im Test recht eindrucksvoll, zu was gut gemachte Auspuffanlagen an einer Harley fähig sind. Die beiden Anlagen stellen auch die beiden Extreme in diesem Test dar. Zum einen die günstige, auch von ambitionierten Hobbyschraubern zu bewältigende Slip-on-Anlage von Miller. Zum anderen die nur von Profis zu montierende Jekill & Hyde-Anlage mit ihrem elektronisch gesteuerten Klappensystem, die inklusive Einbau auf über 2000 Euro kommt.
Für den professionellen An- und Umbau der Auspuffanlagen an der Forty-Eight holte sich MOTORRAD tatkräftige Unterstützung ins Team: Lucas Schmidt von der Harley-Factory in Frankfurt.
Hier eine Übersicht der getesteten Auspuffanlagen:
| Auspuffanlage | Hersteller | Preis | Material | Passend ab Baujahr | ECE-Prüfzeichen | Bauart | Fahrgeräusch dB (A) | MOTORRAD-Urteil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Harley-Davidson Original | Harley-Davidson | 954 Euro | Edelstahl | - | 4 (Niederlande) | Slip-on | 80,0 | befriedigend |
| Akrapovic Slip-on | Jamparts Fahrzeugtechnik | 1448,23 Euro | Edelstahl | 2006 | 24 (Irland) | Slip-on | 89,4 | befriedigend |
| Jekill & Hyde Shorty Big Shot | The Jekill and Hyde Company | ab 1639 Euro | Chromstahl | 2004 | 13 (Luxemburg) | Slip-on mit Klappensteuerung | 80,7 | sehr gut |
| Sebring Classic | Mizu | 1150 Euro | Edelstahl | 2007 | 4 (Niederlande) | Slip-on | 81,3 | befriedigend |
| Termignoni HD 05 | Hostettler | 929 Euro | Edelstahl | 2007 | 11 (Großbritannien) | Slip-on | 81,6 | befriedigend |
| Zard Z HD 527 SKO-CR | Bos Auspuff | ab 879 Euro | Edelstahl | 2006 | 11 (Großbritannien) | 2-in-1-Komplettanlage | 92,7 | gut |
Interview mit Harley-Händler Thomas Trapp
Thomas Trapp ist Geschäftsführer der Harley-Factory Frankfurt, Europas größtem Harley-Händler.
Wie viele Kunden kaufen bei Euch einen Zubehörauspuff?
Trapp: Jeder zweite Kunde ordert bereits beim Kauf der Neumaschine oder spätestens im Laufe der ersten Saison einen Zubehörauspuff. Es gibt keinen Kunden, der in den Laden kommt und nicht nach Sound fragt. Kein Wunder, klingen die Originalanlagen wegen der Emissionsgrenzwerte doch sehr dezent.
Was ist für die Kunden am wichtigsten: Sound, Leistung, Marke oder Preis?
Trapp: Ganz klar der Sound. In Sachen Leistung gehen zumindest die Laien sowieso davon aus, dass ein offener Auspuff immer mehr Leistung als das Original hat. Marke und Preis sind meistens zweitrangig. Wenn der Soundcheck überzeugt, ist die Anlage praktisch gekauft.
Wie weit sind die Kunden schon informiert, wenn sie zu Euch in den Laden kommen?
Trapp: Bestens. Durch den regen Informationsaustausch in den verschiedenen Internet-Foren ist der Markt für die Kunden mittlerweile sehr überschaubar. Die Anbieter können sich kaum noch erlauben, irgendetwas zu tricksen, und sind in Sachen Garantie- und Kulanzabwicklung besonders in der Zusammenarbeit mit großen Händlern sehr bemüht, kundenfreundlich zu reagieren. Die Harley-Community ist extrem gut vernetzt.
Welche Rolle spielen bei Euch die „illegalen“ Anlagen?
Trapp: Bei uns gehen nur Systeme raus, die legal sind. Aber man muss sich natürlich keine Illusionen machen: Wer es darauf anlegt, wird immer Mittel und Wege finden, um mit mehr „Sound“ unterwegs zu sein. Und diese Kundschaft ist sich über die rechtlichen Konsequenzen sehr wohl bewusst.
Welche Auspufftrends sind zu beobachten?
Trapp: Der Trend geht ganz klar zu elektronisch gesteuerten (Klappen-)Systemen. Die machen bei uns bereits zwei Drittel des Auspuffgeschäfts aus. Und auch Kunden, die schon eine „konventionelle“ Anlage haben, überlegen, ob sie nicht wechseln sollten. Der Grund dafür dürfte die immer höhere Kontrolldichte sein.
Dein abschließender Tipp für alle Auspuffumrüster?
Trapp: Behaltet unbedingt auch die Originalanlage; denn je älter eine Harley wird, desto mehr ist wieder ihr Originalzustand gefragt.
Gebrauchtberatung Harley-Davidson Sportster 883
Die Harley-Davidson Sportster 883 ist sackschwer, etwas untermotorisiert und fahrwerksmäßig schnell überfordert. Und sie macht mächtig Spaß. Doch Vorsicht: Das Billig-Dope ist der Einstieg in so manche Drogenkarriere.
Mit dem Wechsel zum 2004er-Jahrgang stand dann der nächste und bislang letzte Quantensprung für die Harley Davidson Sportster 883 an - und um genau diese Generation geht es hier. Ein vormals etwas phlegmatischer und ab und an ziemlich nerviger Vibrator mauserte sich zum Spaßgerät, das praktisch nur noch good vibrations an die Besatzung weitergibt.
Geheimnis des Erfolgs: Der in den meisten seiner über 400 Teile kräftig überarbeitete Evo-Motor steckt seitdem nicht mehr starr, sondern über Silentblöcke und Schubstangen schwingungsentkoppelt im Rahmen. In einem komplett neuen und deutlich verwindungssteiferen Rahmen. Obendrauf gab’s bessere Federbeine und leistungsstärkere Bremsen. 30 Kilo Mehrgewicht? Geschenkt, nie zuvor fühlte sich eine Harley Davidson Sportster 883 besser an.
Sportster-Neupreise waren und sind politische Preise, um die Kundschaft anzufixen. Prima für potenzielle Gebrauchtkäufer, denn so gibt’s zum recht überschaubaren Tarif die erste Dosis Harley-Spirit. Und wer’s dann doch nicht mag, macht nicht viel Geld kaputt.
Marktsituation
Das Gebrauchtangebot ist gut, doch relativ junge Exemplare der beliebtesten Modelle (Iron, SuperLow) sind nicht sehr weit vom (relativ günstigen) Neupreis entfernt.
- ab 5000 Euro: Niedriges Preisniveau. Unter fünf Mille geht praktisch gar nichts, aber auch unter 6000 Euro wird es schwer, etwas richtig Gutes zu finden.
- ab 6500 Euro: Mittleres Preisniveau. Wer zwischen 7000 und 8000 Euro ausgeben kann, hat die ganz große Auswahl, dafür sind auch schon die beliebten Iron- und SuperLow-Modelle zu bekommen.
- ab 8500 Euro: Hohes Preisniveau. In dieser Preislage sind ganz junge Gebrauchte mit wenig Kilometern, gut gemachte Umbauten und Vorführer zu finden.
Händler-Interview
Matthias Meier (46), Geschäftsführer der Harley-Davidson-Vertragshändler in Frankfurt am Main, Hannover, Wiesbaden und Wetzlar, zum Thema Einsteiger-Sporty.
Die Sportster 883 ist ein Frauenmotorrad - stimmt das?
Nicht mehr. Mittlerweile sind 70 Prozent unserer 883er-Kundschaft Männer. Dafür verantwortlich ist vor allem die sehr erfolgreiche Iron.
Wie sieht die Altersstruktur der Käufer aus?
Deutlich jünger als unsere übrigen Harley-Kunden, also durchaus schon ab Mitte 20 und damit mindestens zehn, 15 Jahre jünger als der „typische“ Harley-Käufer.
Welche Gebraucht-883er sind am beliebtesten, welche weniger?
Da liegt die Iron ganz klar und mit weitem Abstand vorn, es folgt die Custom - und dann kommt auch schon die SuperLow. Die 883 R ist ebenfalls noch recht beliebt. Am unteren Ende stehen dann die ältere Low und die Standard.
Wie lange behalten 883-Käufer ihre Maschine und warum verkaufen sie sie wieder?
Mit der 883 testen viele das Thema Harley an, sind darauf sicher geworden, stellen aber meist nach der zweiten Saison fest, dass das jetzt noch etwas flotter gehen könnte. Dann fahren sie die 1200er oder, besonders etwas größer Gewachsene, auch mal eine Street Bob oder sogar Softail Probe - und dann sagen sie sich: „Das brauch ich jetzt!“ Einige bleiben aber auch bei der handlicheren Sportster, nur eben als 1200er, in letzter Zeit auch gern in Form der tourenmäßig ausgestatteten 1200 T. Iron-Besitzer behalten ihre Maschine, weil sie die Optik toll finden, rüsten aber auf 1200 Kubik auf.
Lohnt sich die Umrüstung überhaupt?
Das rechnet sich durchaus. Eine 883er-Iron kostet momentan neu rund 2200 Euro weniger als eine 1200er-Forty-Eight. Wer beim Vertragshändler mit 1200er-Kit, Arbeitszeit, Eintragung und allem drum und dran aufrüsten lässt, zahlt weniger - je nach Stundenverrechnungssatz des Händlers um die 2000 Euro oder sogar darunter. Wer also mit seiner 883 prinzipiell sehr zufrieden ist und nur mehr Leistung möchte, sollte sie nicht verkaufen, sondern aufrüsten. Außerdem ist die 883 etwas kürzer übersetzt als die 1200er und geht daher mit 1200er-Kit im Zweifelsfall sogar noch etwas besser.
Technische Daten: HD XL 1200 R Modelljahr 2004
- Motor: Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor
- Hubraum: 1199 cm3
- Nennleistung: 49 kW (67 PS) bei 5900/min
Modellhistorie der Harley-Davidson Sportster 883 Custom (2004-2010)
Die Harley-Davidson Sportster 883 Custom (interne Modellbezeichnung XL883C) wird von 2004 bis einschließlich 2010 als Teil der Sportster-Baureihe produziert. Sie basiert technisch auf der Standard-Sportster 883, unterscheidet sich jedoch durch spezifische Design- und Ergonomieelemente.
- Baujahr 2004: Einführung der 883 Custom.
- Baujahr 2005-2006: Kontinuität.
- Baujahr 2007: Umstellung auf elektronische Einspritzung.
- Baujahr 2008-2009: Farbvarianten und Zubehör.
- Baujahr 2010: Produktionsende.
Ist die Harley-Davidson Sportster 883 Custom für Anfänger geeignet?
Die niedrige Sitzhöhe von 673 mm und das lineare Ansprechverhalten des Motors machen die 883 Custom grundsätzlich einsteigerfreundlich. Aufgrund ihres Gewichts und der langen Gabelgeometrie erfordert sie jedoch beim Rangieren etwas Übung.
Hat die Sportster 883 Custom ABS?
Nein, die Harley-Davidson Sportster 883 Custom wird in keinem Modelljahr serienmäßig oder optional mit ABS angeboten.
Harley-Davidson XLH Sportster 883 Standard
Die Harley-Davidson XLH Sportster 883 Standard wird von 1986 bis einschließlich 2003 produziert.
- Baujahr 1986: Einführung der XLH Sportster 883 Standard
- Baujahr 1991: Einführung des 5-Gang-Getriebes
- Baujahr 1993: Elektrische Überarbeitung
- Baujahr 1994-1995: Ergonomische Anpassungen
- Baujahr 1996: Neuer Rahmen
- Baujahr 1999: Neue Zündanlage
- Baujahr 2000-2003: Letzte Modelljahre
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