Der Ahr-Radweg: Aktueller Stand, Wiederaufbau und Sehenswürdigkeiten

Radfahren zählt im Ahrtal zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Vor allem der familienfreundliche und steigungsarme Ahr-Radweg galt als Paradies für Genussradler. Vor der Flut schlängelte sich der knapp 80 Kilometer lange Weg mitten durch die abwechslungsreiche Landschaft des Ahrtals am Fluss entlang. Durch die Flut im Juli 2021 wurden jedoch große Teile des beliebten Ahr-Radweges zerstört.

Mittlerweile ist der Ahr-Radweg von Blankenheim bis Ahrbrück wieder befahrbar. Im weiteren Verlauf dauert der Wiederaufbau voraussichtlich bis zum Jahr 2025 an.

Die Planungen für den Wiederaufbau sind in vollem Gange, jedoch wird die komplette Herrichtung der neuen Ahr-Radweges noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Aktuelle Einschränkungen und Ersatzrouten

Nach der Flutkatastrophe waren rund 60 % des Radweges beschädigt oder nicht mehr vorhanden. Aufgrund der erheblich eingeschränkten Befahrbarkeit mussten ganze Streckenabschnitte gesperrt werden. Hierdurch verlor der Ahr-Radweg rund die Hälfte seines Verkehrswerts, also der befahrbaren Strecke.

Bis heute wurden Ersatzrouten über rund 7,7 km etabliert, sodass Radfahrer das Ahrtal auf rund 84 % der Strecke wieder durchgängig befahren können. Um den dauerhaft gesperrten Abschnitt zwischen Altenahr und Walporzheim umfahren zu können, soll die Ersatzroute „Höhenroute“ mit rund 16,2 km Länge etabliert werden.

Da sich weiterhin noch viele Streckenabschnitte und Bauwerke im Wiederaufbau befinden, müssen Sperrungen aus Sicherheitsgründen aufrecht erhalten werden.

Aktuelle Informationen zu Sperrungen und Ersatzrouten:

  • Zwischen Ahrbrück und Pützfeld wird der Radweg voraussichtlich ab Januar 2025 für längere Zeit gesperrt.
  • Die bestehende Radbuslinie 844 (Altenahr-Rheinbach) wurde bis Ahrbrück verlängert, so dass für diesen Abschnitt auch bereits ein alternatives Angebot besteht. Diese Buslinie ist mit Fahrradanhänger ausgestattet, so dass eine begrenzte Anzahl von Fahrrädern mitgenommen werden kann.
  • Für die Strecke zwischen Altenahr und Walporzheim kann momentan keine sichere Route durch das Ahrtal empfohlen werden. Dieser massiv zerstörte Teilabschnitt wird aufgrund der intensiven Bauarbeiten im Tal für den Radverkehr in den nächsten Jahren nicht geeignet sein. Ein Ausweichen auf die Bundesstraße 267 wird aufgrund der hohen Verkehrsbelastung für Radfahrer nicht empfohlen.
  • Von April bis Ende Oktober verkehrt ein RadWanderbus (899) zwischen Blankenheim und Ahrweiler.
  • Zwischen Walporzheim und Sinzig ist die Strecke mit Umleitungen nutzbar. In Teilstücken verläuft er dabei auf Provisorien und Ersatzroute.

Den Status zur Befahrbarkeit sowie ausgewählte laufende Projekte können Sie den nebenstehenden Karten entnehmen. Über diese informieren der LBM sowie die Tourismuspartner im Ahrtal auf den jeweiligen Webseiten.

Wiederaufbau und Kosten

Nach der Schadenserhebung wurden die Kosten für den Wiederaufbau des Radweges mit allen Brücken und Bauwerken auf rund 32 Mio. geschätzt. Das Team für den Bereich der Radwege an der Ahr arbeitet intensiv an Lösungen, um die durchgängige Befahrbarkeit unter den vielfältigen Anforderungen wiederherzustellen.

Die Verlegung der Versorgungsleitungen zwischen Schuld und Kreuzberg trugen wesentlich zum Wiederaufbau des Ahr-Radwegs bei.

Es wurde intensiv geprüft, ob die Streckenführung zum Wiederaufbau optimiert werden könnte, um bspw. weniger Bauwerke wiederaufbauen zu müssen. Die enge Tallage limitiert die Alternativen allerdings erheblich, sodass die ursprüngliche Trasse weitgehend wiederhergestellt wird.

Die Wiederherstellung des Ahr-Radweges ist eng an den Zeitplan der Wiederherstellung der Bahn-Brücken gebunden. Projektbezogene Baudurchführungs-vereinbarungen zwischen LBM und DB bündeln Ressourcen und sichern die zielorientierte Realisierung.

Sehenswürdigkeiten entlang des Ahr-Radwegs

In Zunkunft soll es wieder heißen: Auf ehemaligen Trassen der Ahrtalbahn und mitten durch das kleinste und eines der edelsten Weinbaugebiete Deutschlands gelangt man auf dem 80 km langen Ahr-Radweg von der Quelle der Ahr unter einem Fachwerkhaus im beschaulichen Blankenheim bis zur einzigen unter Naturschutz stehenden Flussmündung an den Rhein bei Sinzig.

Einige Highlights entlang des Weges:

  • Burg Blankenheim: Über dem Ortskern thront die Grafenburg Blankenheim, in der sich heute eine Jugendherberge befindet.
  • Ahrquelle: Sie entspringt in einem Fachwerkhaus im historischen Ortskern von Blankenheim.
  • Eifelmuseum und Römer-Infozentrum: Zwei urige Häuser beheimaten das Eifelmuseum Blankenheim und das Dokumentationszentrum des Erlebnisraums Römerstraße.
  • Historisches Karnevalsmuseum: Im Georgstor wird das 400-jährige Blankenheimer Karnevalsbrauchtum erläutert.
  • Blankenheimer Tiergartentunnel: Die mittelalterliche Wasserversorgung der Burg ist ein technisch einmaliges Denkmal von europäischer Bedeutung.

Alternativen zum Ahr-Radweg

Das Ahrtal bietet dir außerdem weitere Möglichkeiten für sportliches Radfahren: Wer mit dem E-Bike unterwegs ist, kann die Weinberge erklimmen oder die weiten Wiesenplateaus der Ahrhöhen erkunden. Eine Alternative zum Ahr-Radweg bieten die Entdeckertouren "Auf den Spuren der Eisenbahn", "Auf den Spuren von Ahr und Eifel" und "Auf den Spuren der Kalkeifel". Im unteren Ahrtal lohnt sich zudem die Rundtour von Bad Neuenahr oder Sinzig aus an der Ahrmündung vorbei und dann auf dem Rheinradweg bis nach Bad Hönningen und zurück.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0