Immer wieder tauchen im Onlineshop von Aldi E-Bikes auf - bevorzugt in der Zeit vor Ostern. Die Räder kosten oft deutlich weniger als im Fachhandel. Interessiert ihr euch für die aktuellen E-Bike-Angebote bei Aldi? Wie hoch ist euer Budget bei solchen Rädern? Würdet ihr ein so günstiges Modell kaufen oder greift ihr lieber zu höherpreisigen Modellen?
Aktuelle Angebote bei Aldi
Fischer Terra 4.0i
Im Onlineshop von Aldi gibt es aktuell das Fischer Terra 4.0i für 1.700 Euro. Während die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers bei 2.900 Euro liegt, kostet das E-Bike bei Aldi aktuell nur 1.700 Euro. Beachtet jedoch, dass bei Aldi noch knapp 40 Euro Versandkosten für die Spedition hinzukommen. Solltet ihr euch für die Trapezrahmen-Variante entscheiden, könnt ihr euch diesen sparen.
Das SUV-E-Bike von Fischer eignet sich für euch, wenn ihr nicht nur auf Asphalt unterwegs seid. Wer ein solides E-Bike mit guter Ausstattung zu einem fairen Preis sucht, kann bei dem Angebot von Aldi nicht viel falsch machen. Das SUV-E-Bike besitzt hydraulische Scheibenbremsen von Shimano. Damit könnt ihr bei normaler Fahrt auf Asphalt sowie im Gelände eine gute Bremskraft erwarten. Die Federgabel von SR Suntour bietet einen Federweg von 80 Millimetern.
Als Motor kommt der M400 des Herstellers Bafang zum Einsatz. Der Mittelmotor bietet eine maximale Unterstützungskraft von 80 Newtonmetern. Das ist richtig viel und liegt auf dem Niveau eines leistungsstarken E-MTBs. Mit 630 Wattstunden siedelt sich die Kapazität des E-Bike-Akkus im oberen Mittelfeld an. Der Akku findet im Unterrohr des Rahmens Platz. Somit ist er geschützt vor Wasser und Schmutz. Die zu erwartende Reichweite gibt der Hersteller mit bis zu 150 Kilometern an. Dabei handelt es sich jedoch um Idealwerte auf geringster Unterstützungsstufe.
Mich überzeugt am Fischer-E-Bike vor allem die Ausstattung. Der Mittelmotor bietet viel Power, der Akku eine gute Größe für weitere Touren. Große Patzer erlaubt sich das Fischer Terra 4.0i aus meiner Sicht nicht. Der von Aldi aufgerufene Preis von 1.700 Euro ist für das Gebotene sehr fair, zumal andere Händler mitunter deutlich mehr für das E-Bike verlangen.
Prophete Trekking E-Bike
Ab Montag, den 17. April, gibt es bei Discounter Aldi ein Trekking-E-Bike für 999 Euro zu kaufen. Aktuell gibt es bei Aldi zum Start der Saison wieder das Prophete Trekking E-Bike für nur 899 Euro. Im Gegensatz zum Vorjahr ist der Preis sogar gesunken. Wo die Räder im letzten Jahr noch um 999 Euro gekostet haben, ruft Aldi in dieser Saison nur 899 Euro auf.
Discounter Aldi Nord und Aldi Süd bieten mit dem „Trekking 28″“ ein solches E-Bike seit 17. Bei dem Angebot handelt es sich um ein Trekking-Rad von Hersteller Prophete. Das Unternehmen, das seine Fahrräder exklusiv über Supermärkte, Kaufhäuser und seinen Online-Shop vertreibt, hatte im Dezember 2022 Insolvenz angemeldet.
Das nicht näher benannte „Trekking E-Bike“ ist dem Namen entsprechend auf eine Mischnutzung für größere Distanzen ausgelegt. Vorgesehen ist das Modell vor allem zum Pendeln oder für Ausflüge ins Grüne. Die Kapazität des 12,8-Amperestunden-Akkus ist daher für Strecken bis zu 120 Kilometer geeignet. Aldi beziehungsweise der Hersteller Prophete geben eine Reichweite von bis zu 120 km an. Erfahrungsgemäß liegt die Reichweite deutlich darunter. Bei einem Fahrergewicht von 80 kg, der höchsten Unterstützungsstufe und manchem Anstieg sowie der Fahrt auf Schotterwegen dürften rund 50 km realistisch sein. Der sogenannte Downtube-Akku mit Zellen von LG sitzt auf dem Unterrohr und hat 12,8 Amperestunden, was bei 36 Volt Spannung eine Kapazität von 461 Wattstunden bedeutet.
Bei dem Antrieb handelt es sich um einen Heckmotor, der als Blaupunkt-Produkt verkauft wird. Der Motor kommt allerdings von Prophete selbst und wird nur unter dem lizenzierten „Blaupunkt“-Namen verkauft. Wie für zulassungsfreie E-Bikes üblich hat der Motor eine Maximalleistung von 250 Watt und unterstützt bis 25 km/h Geschwindigkeit und regelt danach ab. Der Motor hat 250 Watt und läuft mit einer Spannung von 36 Volt. Wir vermuten, dass der Nabenmotor ein maximales Drehmoment von 40 Newtonmeter (es gibt leider keine offiziellen Angaben dazu) schafft, was im Vergleich mit anderen E-Bikes eher wenig ist. Vergleichbare und von der Redaktion getestete E-Bikes mit diesem Drehmoment sind jedoch vollkommen ausreichend in der Ebene.
Die Vorteile eines Heckmotors sind die direktere Leistungsentfachung und der kräftige Schub. Allerdings macht dieser Motortyp eine anfälligere Kettenschaltung erforderlich und erschwert den Radwechsel. Außerdem ist das E-Bike dadurch am Hinterrad schwerer, was beim Tragen stören kann. Bei einem recht hohen Gesamtgewicht von 26,5 Kilogramm ist das nicht unerheblich.
Über das LC-Display lassen sich fünf Unterstützungsstufen festlegen, sowie Distanz und Geschwindigkeit ablesen. LED-Scheinwerfer sind vorne und hinten vorinstalliert. Die Heckleuchte hat zudem ein integriertes Bremslicht. Das Aldi E-Bike ist in der Rahmenhöhe 52 cm verfügbar und bringt 28 Zoll Laufräder mit. Für die Verzögerung sorgen hydraulische Scheibenbremsen von Shimano. Schön ist auch die verbaute 8-Gang Kettenschaltung. Zwar kommt diese aus dem Einsteigerbereich, ist dennoch solide und für ein E-Bike dieser Preiskategorie gut gewählt. Das E-Bike hat einen Freilauf, eine Rücktrittbremse hat es nicht. Die LED-Lichtanlage hat einen 70-Lux-Scheinwerfer, der vom Akku gespeist wird.
Im Lieferumfang sind neben E-Bike und Akku samt Ladegerät auch eine Luftpumpe und ein Multitool enthalten - praktisch, denn die finale Montage samt Lenker und Pedale erfolgt zuhause. Das Rad ist weitestgehend vormontiert. Wer es kauft, muss nur die Pedale einschrauben und den Lenker querstellen. Etwaige Reparaturen sind über den Prophete-Service zu buchen. In diesem Fall kommt ein Service-Wagen zu dir nach Hause. Die Garantie beträgt 10 Jahre auf Rahmen und Gabel sowie 2 Jahre auf den Akku - ausgenommen sind Verschleißteile.
Für ein auf Trekking ausgelegtes E-Bike wie bei diesem Aldi-Angebot ist es jedoch von Vorteil, wenn der Motor sofort reagiert, sobald man in die Pedale tritt. Das Anfahren an der Ampel ist somit deutlich angenehmer.
Weitere Modelle und Alternativen
Lidl bietet aktuell noch das Trekking-Rad Fischer Viator 6.0i in der Damenvariante mit 28 Zoll für 1.450 Euro an. Es besitzt einen noch stärkeren Mittelmotor von Brose mit 90 Newtonmetern, dafür einen etwas kleineren Akku mit 504 Wattstunden. Möchtet ihr nicht ganz so sportlich auf dem E-Bike sitzen wie beim SUV-Bike, dann wäre auch das Prophete Entdecker 4.3 eine Alternative. Das Fahrrad gibt es ab dem 13. April bei Aldi für 1.599 Euro. Es erlaubt eine aufrechtere Sitzhaltung sowie einen winkelverstellbaren Vorbau.
Die Räder kosten oft deutlich weniger als im Fachhandel, auch das Prophete E-SUV Entdecker: Statt für 3100 Euro wird es für 1999 Euro angeboten. Das E-SUV Bike Entdecker entspricht optisch ganz dem aktuellen E-Bike-Klassiker: Der Akku schön in den Rahmen integriert und damit nahezu unsichtbar, eher aufrechte Sitzposition, ein Mittelmotor und vorne die Federgabel. Es ist zufriedenstellend ausgestattet. Die Akkukapazität (576 Wh) ist super, Aldi wirbt mit einer Reichweite von bis zu 180 km je nach Fahrweise. Die Continental-Bereifung sowie die Suntour-Federgabel machen Fahrten auf vielen Untergründen angenehm, die Kettenschaltung mit 10 Gängen ist für Touren gut geeignet.
Erfahrungen und Testberichte
Endlich konnte ich ein paar authentische Aldi E-Bike Erfahrungen sammeln - ohne selbst ein Aldi-Pedelec zu besitzen! Ein freundliches Paar aus meiner Nachbarschaft hatte sich 2016 bei ALDI Nord zwei für knapp 900 Euro angebotene Tiefeinsteiger City-E-Bikes “Prophete Hansa Alu-City mit Mittelmotor“ nach Süddeutschland bringen lassen.
Die beiden Tiefeinsteiger „Hansa Alu-City“ kamen recht schick in graphitgrau glänzend. Die Elektrofahrräder brachten mit, was dem Paar zunächst wichtig war. StVZO-gemäße Ausstattung mit Licht und reflektieren Reifen, ein Motor, der auf den ca. 150 Höhenmetern vom Einkaufen oder Schwimmbad hinauf zur Wohnstraße ordentlich unterstützt, ein solider Gepäckträger. Natürlich sind günstigere Bauteile bei Gabel, Lenker, Vorbau, Bremsen … manchmal schwerer. Das zusätzliche Gewicht solcher Bauteile wird bei Discounter-E-Bikes in Kauf genommen.
Der etwas schwache 30-Lux-LED-Scheinwerfer von AXA hat eine Standlichtfunktion. Dazu das LED-Rücklicht „Spark” am Gepäckträger. Es leuchtet auch dann, wenn das E-Bike zum Stand kommt - beispielsweise an einer Ampel. Das Licht schaltet sich nach etwa zwei Minuten ab. Der 374 Wattstunden große Samsung-Akku sitzt zwischen Sattelrohr und Hinterrad. Er ist zum Laden seitlich entnehmbar und mit einem Schlüssel gesichert. Durch die Akkuanordnung zwischen Sattelrohr und Hinterrad wird das Bike übrigens etwas länger als gewöhnliche Fahrräder und E-Bikes, etwa zwei Meter.
Der e-novation Motor wirkt optisch wie am Tretlager angepropft. Er ist ein umgelabelter, ansonsten in vielen Stückzahlen bewährter Bafang BBS01 E-Bike Mittelmotor mit 36 V und Pedelec-typischer 250W Dauerleistung. Positiv überrascht war ich vom recht schnellen Ansprechverhalten am Berg. Das Anfahren an einer Steigung wird durch den Motor fast zeitgleich mit dem Druck aufs Pedal unterstützt. Dieses gute Ansprechen auf den Pedaldruck ist ein Unterschied zur Anfahrunterstützung bei Hinterrad-Nabenmotoren. Diese benötigen häufig erst eine viertel bis halbe Drehung des Hinterrads, um Eure Beinkraft zu unterstützen.
Allerdings war bergauf doch ein gewisser Kraftaufwand und eine der beiden höchsten Unterstützungsstufen nötig - die Steigung betrug da etwa 10%. Der erforderliche Kraftaufwand ist den nur etwa 50 Nm Drehmoment des e-novation Motors geschuldet. Andere Mittelmotoren waren auch 2016 schon deutlich stärker - ab ca. 65 Nm. Wer den „Schub“ oder „Flow“ eines Bosch CX oder Yamaha-PW gewöhnt ist, wird den hier vermissen. Der Einsatz im einfachen Gelände und für Alltagszwecke erfordert einfach keine aufwändigere Technik und Programmierungen wie bei sportlicheren E-Bikes.
Der Motor hat die Besitzerin bislang etwa 5000 Kilometer problemfrei unterstützt. Ungeregelt könnte er höhere Leistungen abgeben und ist auch für höhere Leistungen ausgelegt. Seine Bauteile und sein Controller in der Pedelec-Abstimmung mit 250 Watt Dauerleistung also nicht übermäßig gefordert. Zur Zuverlässigkeit trägt auch bei, dass diese City-E-Bikes auch selten sportlich, an steilen Anstiegen und mit kräftigen Antritten gefordert werden. Auf ebener Strecke läuft das Hansa Alu-City angenehm und leicht.
Der Gel-Sattel ist für kurze und mittlere Strecken bequem. Die Sitzhaltung ist aufrecht, der gebogene Lenker passt gut dazu. Die aufgezogenen Reifen sind recht schmale, wenig Rollwiderstand aufweisende City-Ride 47/622 Reifen von Continental mit Pannenstopp und Reflexstreifen an der Seite. Es sind keine speziellen E-Bike-Reifen mit verstärkten Aufbau, aber ausreichend. Der komfortable Tiefeinstieg heißt anderswo heute „Easy Entry“ und diese Rahmenform ist auch nicht mehr als reiner „Damenrahmen“ zu sehen.
Auch das übersichtliche E-Novation Display und die 7-Gang-Nexus Nabenschaltung von Shimano machen einen guten Eindruck. Die sieben Gänge lassen sich über einen Drehschalter am Griff inklusive Ganganzeige bequem einstellen. Die Übersetzungsbandbreite der Nexus beträgt ordentliche 245 Prozent. Mit der Nexus lässst sich an Steigungen im kleinen Gang mit nicht zu langsamer Trittfrequenz recht gut aufwärtskommen. Bei schnelleren Passagen lässt sich bis ca. 30 km/h im höchsten Gang noch gut mittreten. Die Trittfrequenz spielt bei der Kraftentfaltung eine wichtige Rolle bei diesem Motor. Er gibt bei höherer Trittfrequenz mehr Kraft ab als bei niedriger.
Für die Verzögerung sorgen günstige mechanische Seilzug-Felgenbremsen, auch V-Brakes genannt. Am gefahrenen E-Bike quietschten die recht ordentlich - Klingeln für die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer war hier nicht nötig. Für die Seilzüge und die Funktion der Bremsen ist jedenfalls ein waches Auge und regelmäßige Prüfung und Nachjustierung nötig. Die Bremsen waren auch Ursache für einen offiziellen Rückruf des E-Bikes seitens Aldi nach drei/vier Jahren - das Hansa Alu-City sollte von den Besitzern nicht mehr bewegt werden!
Sollte das Elektrofahrrad einen Schaden haben und die Gewährleistung des Herstellers greifen, setzt Aldi bzw. Prophete auf ein mobiles Servicekonzept, das sich Vor-Ort-Service nennt. Das kam bei meinen Bekannten zur Anwendung: Das Display bzw. die Anzeige war defekt. Prophete Vor-Ort-Service vs. Ein Ersatzdisplay kam dann recht schnell per Post und konnte von den Besitzern selbst ausgetauscht werden. Wie schnell der Service-vor-Ort im Gewährleistungsfall tatsächlich ist, scheint unterschiedlich.
Tipps für den Kauf
Wer Räder beim Lebensmittel-Discounter kauft, kann nicht so richtig Probe fahren. Für Ihre Sicherheit und Ihren Komfort ist es jedoch wichtig, dass E-Bike genau zu Ihnen passt und Sie gut darauf sitzen. Das 90-tägige Rückgaberecht sollte man also unbedingt nutzen, wenn man nach ein paar Kilometern schon merkt: Das ist nichts für mich. Auch die Einstellungen von Lenker und Sattel müssen zuhause selbst erledigt werden.
Schnäppchen? Wir empfehlen Einsteigern beim E-Bike eigentlich immer eine Probefahrt und eine ausführliche Beratung, die man bei Aldi nicht bekommt. Abgesehen davon ist das Prophete SUV-Bike von Aldi aber ein gutes Angebot, bei dem man tatsächlich ordentlich Geld sparen kann.
Fazit
Mit dem Prophete Trekking E-Bike 28″ bietet Aldi ein fast Rund-um-sorglos E-Bike für Einsteiger an. Immerhin bekommt man ein Pedelec mit Scheibenbremsen, 8-Gang-Schaltung und voller Straßenausstattung. Dazu offeriert Prophete eine Vor-Ort-Service. Der Antrieb ist einfach. Wer in bergigen Regionen wohnt, sollte eventuell über mehr Power nachdenken. Für Vielfahrer empfehlen wir besser ausgestattete Modelle. Dennoch ist das Aldi E-Bike für viele Anwendungen eine tolle und preiswerte Option.
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