American Classic Laufräder im Test: Ein umfassender Überblick

Irgendwann denkt jeder, der sich ausgiebig mit seinem Rennrad beschäftigt, über das Thema Laufräder nach. Erst über die eigenen, dann über jene Modelle, die den geliebten Rennräder noch ein wenig schöner, schneller und leichter machen würden. Laufradtuning ist äußerst beliebt, und das vollkommen zu Recht.

Im Juli 2013 testeten wir 16 Systemlaufräder der Mittelklasse auf Herz und Nieren. Ein wichtiger Bestandteil war ein Dauerhaltbarkeitstest, der eine Menge interessanter Ergebnisse lieferte. Für noch mehr Durch- und Überblick haben wir im Oktober zehn weitere Alu-Modelle auf den Prüfstand geschickt.

Dauerhaltbarkeit im Fokus

Eingerissene Felgen und gebrochene Speichen sind typische Langzeitschäden an modernen Systemlaufrädern. So bestätigte unser erster Dauerhaltbarkeitstest in TOUR 7/2013, in dem wir die Mittelklasse-Modelle mit Aluminium-Felgen der führenden Hersteller miteinander verglichen haben, viele Erfahrungen aus der Praxis. Nicht zuletzt die zahlreichen Leserzuschriften nach dem Test belegen dies.

Besonders leichte Felgen sowie wenige Speichen mit hoher Spannung sind zwar den messbaren technischen Eigenschaften wie Gewicht, Steifigkeit, Beschleunigung und Aerodynamik zuträglich; aber sie können eine problematische Kombination bilden, wenn es um die Dauerhaltbarkeit geht. Im ersten TOUR-Dauertest von 16 Modellen mit Alu-Felgen auf dem Rollenprüfstand der Ralf Bohle GmbH, Hersteller der Schwalbe-Reifen, wiesen zwei Laufradsätze von Easton und das Shimano WH-RS 61 (Felgenrisse an den Speichenlöchern bis hin zu ausgerissenen Speichen) sowie das Ksyrium-SLS-Laufrad von Mavic (gebrochene Aluminiumspeiche) Schäden auf.

Mittelklasse-Laufräder im RoadBIKE-Test

RoadBIKE-Komplettradtests zeigen immer wieder, dass selbst Rennräder, die rund 3000 Euro kosten, häufig mit absoluten Einsteiger-Laufradsätzen bestückt sind, die aufs Gewicht und Temperament der Kandidaten drücken. Das Problem: Um sich an teuren Carbon-Rahmen, im Hinblick auf ein bestimmtes Preisziel, beispielsweise eine komplette Shimano-Ultegra-Gruppe leisten zu können, sind viele Produktmanager gezwungen, an den Laufrädern zu sparen.

Mittelklasse-Laufräder zu Preisen zwischen 442 und 680 Euro steigern die Performance gerade solcher Rennräder meist spürbar - auf der Waage und, viel wichtiger, auf der Straße. Grund genug, sich diese äußerst interessante Preisklasse genauer anzuschauen - und die Bestseller zum anspruchsvollen RoadBIKE-Test zu bitten.

Gewichtige Messung

Das standardisierte Programm führt die Testkandidaten als Erstes auf die Waage: Das Gewicht zählt zu den wesentlichen Parametern, über die sich ein Laufrad definiert. Für Allround-Sätze wie die hier getestete Gruppe gilt: Je leichter, desto besser. Geringes Laufradgewicht macht sich bei jedem Antritt aus dem Stand oder beim Beschleunigen aus geringer Geschwindigkeit positiv bemerkbar - beispielsweise in engen Kurven oder an steilen Rampen.

Doch wie groß ist die Einsparung, die sich mit einem Mittelklasse-Laufrad gegenüber einem günstigen Satz realisieren lässt? Ein Beispiel: Während Mavics Aksium, ein sehr häufig verbautes Einsteiger-Modell, das auch in hochwertigen Rädern zwischen 2500 und 3000 Euro zu finden ist, rund 1750 Gramm wiegt, kommt das aktuell getestete Mavic Ksyrium Elite S auf 1563 Gramm. Einsparung: satte 186 Gramm. Und das ist noch nicht mal das Maximum in der Mittelklasse.

Im Vergleich zu den leichtesten Sätzen im Test, die zwischen 1402 und 1457 Gramm auf die Waage bringen, ergibt sich ein Unterschied von rund 300 bis 350 Gramm zum Einsteiger-Modell. Wollte man solche Tuning-Erfolge etwa am Rahmen erzielen, müsste man schon ins absolute High-End-Regal greifen und stolze Euro-Beträge investieren.

Wie gut das Geld in der Mittelklasse angelegt ist, verdeutlicht auch der Vergleich mit deutlich teureren Laufradmodellen. Erneut lohnt der Blick auf ein Mavic-Produkt, denn das Mavic R-Sys SLR C gehört mit seinen rund 1300 Gramm Satzgewicht zu den leichtesten Alu-Allroundern am Markt.

Mit einem solchen High-End-Satz wäre, im Vergleich zu leichten Mittelklasse-Modellen, nochmals eine Gewichtsersparnis von 100 bis 150 Gramm möglich. Doch statt durchschnittlich 550 Euro, die für die Sets im aktuellen Test fällig werden, kostet ein solcher Edel-Laufradsatz stramme 1800 Euro. Jede weitere - und vergleichsweise geringe - Gewichtsersparnis, das zeigt dieser Vergleich deutlich, muss also extrem teuer erkauft werden.

Wirkungsvoller Widerstand?

Geringes Gewicht ist zwar wichtig, doch die Performance eines Rennrades beeinflusst ein leichtes Laufrad nur dann positiv, wenn auch die Steifigkeiten überzeugen. Gibt ein Hinterrad unter Last, wie etwa im Wiegetritt, seitlich nach, wirkt sich das negativ auf die Kraftübertragung aus und wiegt den Gewichtsvorteil unter Umständen auf. Ist das Vorderrad zu nachgiebig, leidet die Lenkpräzision. Der RoadBIKE-Test prüft deshalb, wie gut die Laufräder seitlicher Krafteinwirkung widerstehen.

Das Ergebnis (in Newtonmeter pro Grad, kurz: Nm/°) sagt aus, wie viel Newtonmeter nötig sind, um das Laufrad um 1 Grad auszulenken. Je höher dieser Wert ausfällt, desto steifer ist das Laufrad - und desto besser seine Performance. Umfangreiche Testreihen, bei denen verschiedene Laborwerte mit den Praxiseindrücken erfahrener Tester abgeglichen wurden, haben ergeben, dass Werte oberhalb von 70 Nm/° auch für Fahrer mit 80 Kilo Körpergewicht und mehr ausreichen.

RoadBIKE spricht in diesem Fall vom „grünen Bereich“, den ein gutes Laufrad auf jeden Fall erreichen sollte. Liegen die Werte deutlich darunter, ist das Laufrad unter Umständen noch steif genug für leichte Fahrer unter 70 Kilo. Schweren Piloten und starken Sprintern wird es jedoch nicht genügend Steifigkeit bieten.

Die gute Nachricht im aktuellen Test: Bis auf eine einzige Ausnahme liegen alle Laufräder im grünen Bereich. Bei den Vorderrädern liegen alle Werte zwischen guten 72 und herausragenden 106 Nm/Grad - das Gros des Testfeldes landet zwischen 82 und 97 Nm/Grad. Bei den Hinterrädern gibt es mit dem American Classic ein Exemplar, das den grünen Bereich mit 66 Nm/Grad knapp verfehlt, alle anderen kommen auf untadelige 79 bis 95 Nm/Grad. Steifigkeiten, die auch stärksten Sprinterbeinen genügen.

Tolles Verhältnis

Fazit dieser Messung: Im Gegensatz zum Gewicht, wo sich in höheren Preislagen noch Vorteile erzielen lassen, ist bei den Steifigkeiten bereits in dieser Preisklasse ein Level erreicht, das keinen Anlass zu Kritik bietet. Im Gegenteil. Oft sind deutlich teurere Laufräder weniger steif, da aus Gewichtsgründen weniger Material verbaut wird, was zulasten der Widerstandsfähigkeit gehen kann. Ausnahmen bilden einige Carbon-Modelle am Markt, die extrem leicht und gleichzeitig vorbildlich steif sind. Doch für diese Wunderwerke des Laufradbaus werden in aller Regel mehrere tausend Euro fällig.

Mountainbike Laufräder im Test: Bike Magazin

Wenn der Rahmen das Herz eines Bikes ist, dann sind die Laufräder die Seele, sagen nicht nur Laufradbauer. Die Redaktion der Bike hat 19 dieser Seelen in der neuen März-Ausgabe auf den Zahn gefühlt und dabei überraschende Testsieger ermittelt. Außerdem im Test: Hardtails in der 1000-EUR-Liga und All-Mountain-Sport-Modelle.

Dass DT Swiss ein Newcomer im Laufrad-Business ist, kann man wohl kaum behaupten. Dennoch stellt der Laufradsatz XM 1550 eine Premiere dar, schließlich handelt es sich hier um das erste Systemlaufrad des Schweizer Herstellers. Und die Laufradmacher vom Bieler See haben mit ihrem Erstling prompt einen Volltreffer gelandet: „Tolles Preis/Leistungs-Verhältnis“ loben die Bike-Tester, die sich zudem über robuste Speichen und den gleichmäßigen Aufbau freuen.

Zum Testsieg hat es jedoch für DT Swiss nicht ganz gereicht, denn den holte sich überraschend American Classic mit dem Modell MTB 26 TL. Überraschend deshalb, weil American Classic in der Vergangenheit bei Bike-Tests auffallend oft mit Kritik bedacht wurde. Doch diesmal hat der Laufradbauer aus Florida offenbar alles richtig gemacht: „Ein steifer, leichter Laufradsatz, der dank weiter Felge auch breite Reifen verträgt. Er ist hervorragend aufgebaut, patzt in keiner Disziplin und verdient darum den Testsieg“, schreibt Bike.

Weitere Aspekte und Erkenntnisse

Im Test wurden sechs aktuelle 29er Laufradsätze mittels ausgiebiger Fahrtests sowie praxisgerechter Lauborprüfungen auf ihre Leistungsfähigkeiten in fünf Kategorien untersucht. „Mit den breitesten Felgen im Test, dem niedrigsten Gewicht, den besten Beschleunigungswerten und der höchsten Steifigkeit im Test bleibt weinig Raum für Kritik. Die klassisch aufgebauten Laufräder sind in jedem Bauteil optimiert - von den speziellen Alu-Nippeln, den simultan greifenden Sperrklinken bis zu den Stahl-Iserts am Alu-Freilauf, die ein Einkerben der Ritzel verhindern.

Die Naben können leicht auf andere Standards umgerüstet werden - bis auf 20-mm-Steckachsen ist alles drin. Die großzügige Felgenbreite verbessert die Abstützung auch breiterer Reifen, erhöht den Komfort und verhilft den Reifen über die breitere Auflagefläche zu mehr Traktion. Außerdem bieten sie eine gute Eigendämpfung. Die tubeless-ready-Felgen sind so konstruiert, dass sich die meisten Reifen darauf leicht aufpumpen lassen und wegen der speziellen Schulterkonstruktion sicher sitzen. Einzige Schwäche . sie strammen UST-konformen Reifen sind kaum mehr zu montieren.

Die Welt des Mountainbikes hat sich gewandelt. Jahrzehnte war der Laufraddurchmesser die einzige Konstante. Das ist vorbei. Deshalb testen wir neben 15 klassischen 26-Zoll-Radsätzen auch acht Laufräder aus der 29-Zoll-Klasse. Natürlich wollen wir auch wissen, wie die unterschiedlichen Durchmesser Gewicht, Steifigkeit und Komfort verändern. Deshalb sind American Classic, Crank Brothers, Spank, Tune und Veltec mit einem Modell gleicher Machart jeweils in beiden Kategorien vertreten.

Nach wie vor gehen die Hersteller sehr unterschiedliche Wege: Die 26-Zoll-Räder von Reynolds und Ritchey kommen mit edlen Carbon-Felgen. Und während sich die Konkurrenz komplett auf gedichtete Industrielager verlässt, drehen sich die Naben der Shimano-Systemlaufräder XT und XTR noch immer um offene Konuslager. Wie sich die vermeintlich angestaubte Technik wohl im Vergleich schlägt?

Erfreulich: Das hohe Niveau der Laufräder in diesem Test macht richtig Spaß. Die Komponenten passen gut zusammen, und die Ergebnisse sind toll. Beim einzigen Patzer im Test handelt es sich hoffentlich um einen Ausrutscher.

Tipp: nicht zu viel Geld ausgeben. Es gibt Teile am Bike, mit denen Sie die Performance deutlich spürbarer verbessern. Ausnahme ist das Gewicht, hier lohnt sich eine Investition: Das Potenzial von leichten Rädern verglichen mit schweren ist riesig.

Laufräder - vielschichtige Dinger

Im Test bewerten wir Speichenspannung, Rundlauf, Steifigkeit, Trägheit und Gewicht. Zusammen mit dem Rundlauf und der Steifigkeit erlaubt etwa die Speichenspannung hervorragende Rückschlüsse über Haltbarkeit, Belastbarkeit und Qualität des Laufrades. Laufräder, die hier ein gleichmäßiges Bild zeichnen, sind auf dem richtigen Weg. Wichtig ist aber auch die Höhe der Werte. Bei Speichenspannungen unter 500 Newton rechnen wir mit Problemen bei der Haltbarkeit. Ideal ist der Bereich zwischen 900 und 1200 Newton. Gefährlich hohe Werte haben wir nicht gemessen.

Pro Kilometer dreht sich ein Rad etwa 500 mal. Bei jeder Umdrehung werden die Speichen abwechselnd be- und entlastet. Bei einer normalen Saisonleistung von 2000 Kilometern sind das eine Millionen Lastwechsel - Stöße von Steinen, Wurzeln und Sprüngen gar nicht mitgerechnet. Diesen extremen Anforderungen kann nur ein exakt konstruiertes und präzise hergestelltes Laufrad gerecht werden. Im großen BIKE-Laufradtest haben wir 19 angesagte Modelle genau überprüft und alle Schwächen und Stärken der einzelnen Modelle herausgefiltert.

Zu schwache Speichenspannung setzt die Lebensdauer von Laufrädern bereits bei normalem Gebrauch dramatisch herab.

Je nach Einsatzbereich sind die Anforderungen natürlich unterschiedlich: Modelle für den Renneinsatz, wie das Fulcrum Red Carbon oder das Ritchey Superlogic, müssen vor allem leicht sein und sich ohne großen Kraftaufwand beschleunigen lassen, Carbon als Felgenmaterial hilft dabei. Enduro-Räder wie Veltec V-Two, Industrie Nine Enduro oder das Downhill-taugliche Mavic Deemax Ultimate brauchen maximale Steifigkeit und Stabilität. Und für den All-Mountain-Einsatz zählt der gesunde Mix dieser Extreme.

Eines gilt allerdings durch die Bank: Ein Top-Laufradsatz verlangt eine sinnvolle Konstruktion und einen präzisen Aufbau. Nur so kann er die Vorlieben des Fahrers erfüllen und gleichzeitig lange halten. Hier liegt der Fokus unseres Laufradtests 2010. Gemeinsam mit Laufrad-Experte Theo Piele haben wir tief in den Aufbau der Räder geblickt, hunderte Werte für Speichenspannungen gemessen, ausgewertet und zum Vergleich auch zwei 29-Zoll-Sätze geprüft.

Ritchey Superlogic Carbon

Nachdem die Ritchey-Superlogic-Carbon-Laufräder im großen BIKE-Laufradtest lediglich das Urteil „gut“ erreichten, arbeitet Ritchey fieberhaft an einer Lösung. BIKE hatte die geringe Speichenspannung bemängelt, die sich negativ auf die Lebensdauer der Laufräder auswirken kann. Bei den etwas günstigeren WCS Carbon-Laufrädern kommen serienmäßig stabilere DT Competition-Speichen zum Einsatz. Damit eignet sich dieses Laufrad besser für schwere Fahrer. Die verwendete Felge ist bei den WCS-Laufrädern bis auf die letzte Carbonschicht identisch.

Übersicht der getesteten Laufräder

Die Teilnehmer des diesjährigen Laufradtests: 19 Modelle von 150 bis 3120 Euro für alle Einsatzbereiche von Race bis Enduro.

  • Aclass VED 3
  • American Classic MTB 26 Tubeless
  • Crankbrothers Cobalt
  • DT Swiss EXC 1550
  • DT Swiss XM 1550 Tricon
  • Fulcrum Red Carbon
  • Fulcrum Red Metal 29 XLR
  • Industry Nine Enduro
  • Mavic Crossmax ST
  • Mavic Deemax Ultimate
  • Ritchey Superlogic Carbon
  • Shimano WH-MT 15
  • Sun Ringle Charger 26"
  • Sun Ringle Charger 29"

Felgenbreite und Reifenbreite

Die Felgenbreite muss zur bevorzugten Reifenbreite passen. Wir geben die innere Felgenweite an. Keine Angst vor Carbon: Die breiten Kohlefelgen sind oft stabiler als ihre Pendants aus Alu.

Speichenbelastung

Wo werden die Speichen hoch belastet und wo fällt die Spannung dramatisch ab?

Hersteller Modell Besonderheiten
American Classic MTB 26 Tubeless Steifer, leichter Laufradsatz, verträgt breite Reifen
DT Swiss XM 1550 Tricon Tolles Preis/Leistungs-Verhältnis, robuste Speichen
Mavic Ksyrium Elite S Leichtes Mittelklasse-Modell
Ritchey Superlogic Carbon Geringe Speichenspannung, verbesserte WCS-Version verfügbar

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