Angst beim Radfahren: Ursachen und Bewältigung

Radfahren soll im Leben etwas ganz Normales sein. Es gehörte schon immer mal mehr, mal weniger zum Leben dazu und soll es auch weiterhin. Ohne Angst. Angst ist nämlich ein schlechter Mitfahrer, der einem alles versauen kann.

Die Natur der Angst beim Radfahren

Angst ist eine Schutzfunktion. Es ist nicht prinzipiell so, dass ich Angst schlecht finde, aber ich merke einfach, dass Glück und Freude schönere Gefühle sind. Und dass ich Fahrradfahren lieber mit einem schönen Gefühl verbinden möchte, als mit Angst. Außerdem ist es ja nun auch nicht so, als würde einem nur, weil man Rad fährt etwas passieren. Ich fahre ja auch Auto, obwohl es da viel mehr Unfälle gibt, als beim Fahrrad fahren. Und mitfliegen tue ich auch. Aber beim Fahrrad fahren empfinde ich vor allem die Unkontrollierbarkeit als beängstigend, so als hätte ich alle Autofahrer der Welt im Griff, wenn ich selbst am Steuere sitzen, alle Hundebesitzer und Autofahrer, wenn ich Rad fahre, aber nicht.

Kontrolle und Angst

Wenn jemand seine eigenen Themen nicht kontrollieren kann und ich dadurch ggf. in Gefahr gerate, dann fördert das meine Angst. Und sie fühlt sich bestätigt. Schöner wäre es, wenn ich nur wirklich gefährliche Situationen als solche beurteilen würde. Und wenn ich über solche Situationen zeitnah hinweg käme, ohne mir vermeintlich unnötige Gedanken zum „was wäre wenn“ zu machen.

Alles was belastend ist, möchte ich nicht mit meinem Sport verbinden, ganz einfach. Mein Sport soll der Entspannung dienen, ich praktiziere ihn nicht, um Geld zu verdienen, sondern nur, zum Zeitvertreib. Es ist auch ziemlich klar, dass ich ganz sicher nicht, vor allem nicht in absehbarer Zeit, vorne mitkämpfen werde.

Der Wunsch nach Veränderung

Ich muss irgendwas tun. Wenn man selbst merkt, dass etwas nicht stimmt, dann ist der einzig richtige Weg, etwas zu verändern. Und wenn ich mich die ganze Woche aufs Rad fahren freue, dann aber, wenn es soweit ist, überlege, dass alles ordentlich ist, falls ich nicht wiederkomme, dann ist das einfach schrecklich und absolut nicht normal.

Es geht einfach um ein Hobby. Ich bewege mich gerne, ich fahre gerne Rad. Ich kann mich tagelang auf eine Radausfahrt freuen und wenn es dann soweit ist, kommen die Bedenken und die Angst. Alleine bekomme ich das nicht in den Griff. Zumindest habe ich es nun schon wirklich lange probiert und das ohne nennenswerten Erfolg.

Das Gefühl hat sich nicht geändert. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, es wird mit größerer Entfernung zum Unfall schlimmer, statt besser.

Professionelle Hilfe suchen

Für heute habe ich mich deshalb mit Eva von >Rückenwind - mentale Stärke im Triathlon< verabredet. Sie kennt meine Geschichte, weil wir bereits ausgiebig telefoniert haben. Trotzdem beschreibe ich ihr heute ein paar weitere Details.

Treffen mit Eva von „Rückenwind - mentale Stärke im Triathlon“

Zum Beispiel, was für Gefühle ich im Kraichgau letztes Wochenende hatte. Und wie es zu meinen Unfällen gekommen ist. Und dass ich mal eine Ironman machen möchte. Aber vor allen Dingen, dass ich mich auch am Tag der Radausfahrt auf selbige freuen und dass ich mein Kopfkino gerne einfach auf schönere Themen lenken möchte. Es ist mir außerdem wichtig, dass ich das selbst geregelt bekomme.

Sprüche wie, denk doch einfach an etwas Anderes, die helfen mir leider nicht. Und mich selbst heilen, oder auf andere Gedanken bringen, das hat bisher auch nicht geklappt. Je mehr ich mir einrede, dass es blöd ist Angst zu haben, desto mehr kommt sie hoch. So als wüsste sie es besser.

Die Rolle der Angst verstehen

Im Grund ist das auch so. Die Angst weiß es besser. Mein Körper schürt sie und setzt mich in Alarmbereitschaft. Mein Kopf will unbedingt vermeiden, dass solch ein Unfall nochmals passiert, und seine Methode ist eben, die Vorsicht an oberste Position zu stellen. Das ist ja auch eine ziemlich gute Idee, so grundsätzlich. Und zu viel Vorsicht geht dann eben klammheimlich, stil und leise über, in Angst. Ein starkes Gefühl. Kaum kontrollierbar und mit großen Auswirkungen auf meinen ganzen Körper.

Einfach machen

Und vor allem ohne Freude an der Sache an sich. Ich bin dann nicht wie gelähmt. Ich fahre auch nicht besonders unsicher. Ich bin gut, im „einfach machen“, aber das Gefühl ist extrem blöd und unangenehm. Und ich weiß es natürlich auch besser. Nicht jeder Hund ist eine potentielle Gefahr, nicht jeder Autofahrer wird mich vom Rad holen und nicht jeder Bordstein ist unüberwindbar. Trotzdem ist es purer Stress und die Angst einen weiteren Unfall zu haben, weil der Bordstein sich eben erneut als unüberwindbar heraustellt, ist allgegenwärtig. Das ist sehr anstrengend.

Der Weg nach vorne

Heute kümmere ich mich also darum, dass ich ab sofort mit Rückenwind fahre. Immer. Dass ich es endlich angehe. Respektvoll, aber nicht voller Angst, möchte ich meiner Umwelt bei einer Radausfahrt begegnen. Wir reden heute viel, Eva und ich. Weil auch Eva nicht in meinem Kopf hineinsehen kann, und weil es mir sehr wichtig ist, dass sie genau versteht, was ich für ein Thema habe.

Ich will es auch nicht zu sehr auf die Goldwaage legen, es ist ja nicht kriegsentscheidend, ob man Fahrrad fahren kann, oder nicht. Immerhin könnte ich auch einfach aufhören Fahrrad zu fahren. Aber ich habe ja nun mal entschieden, dass ich weiterhin radeln möchte. Und die Vorfreude auf jede Radausfahrt zeigt mir auch, dass das die absolut richtige Entscheidung war.

Klare Erkenntnisse

Wir reden und reden. Ich spreche über die Gefühle, die in mir hochkommen, Eva erklärt was wie passiert und wozu es eben gut ist. Und sie gibt mir viele Denkanstöße, sie versteht und sie weiß genau, was los ist. So, als hätte die Angst ihr gesagt, was sie mit mir macht und warum. Es scheint glasklar. Auch mir. Und doch merke ich, dass es nicht so einfach werden wird, die Angst abzuschütteln. Wir packen es trotzdem an. Es ist nichts unmögliches, aber einfach mit einem Fingerschnipp wird sich auch nichts ändern.

Aber so ist es beim Training mit der Chefin ja auch, ich muß dran bleiben. Mit einem Fingerschnipp passiert nichts. Und zufliegen tut mir auch nichts. Dranzubleiben ist also etwas, was mir liegt. Und etwas, was keinem Triathleten fremd ist. Wahrscheinlich leben die meisten Triathleten und Athleten im allgemeinen eh rein dafür dranzubleiben? Eva und ich fahren heute auch noch Fahrrad. Immerhin geht’s ja vor allem ums radeln und sicherlich trifft es zu, dass ich ihr auf dem Rad besonders gut erklären kann, wie es um die Angst bestellt ist. Obwohl wir noch nie zusammen gefahren sind, fühle ich mich gleich wohl.

Begleitetes Fahren

Wir fahren nebeneinander auf Fahrradwegen und Wirtschaftsstrassen, erleben ein paar zufällig perfekt passende Situationen, die mich stressen und ich kann die auch gleich entsprechend bewältigen. Ich bin unheimlich angestrengt. Nicht nur die Radstrecke mit den Höhenmetern finde ich anstrengend, auch mein Kopf merkt, was es heute zu leisten gilt. Diese Radausfahrt ist noch anstrengender, als alle, die ich sonst mache.

Aber ich habe oft ein gutes Gefühl und befolge bereits jetzt, nach nur kurzer Zeit, viele Tipps. Die meisten befolge ich aber nur deshalb, weil Eva sie mir noch mal zuflüstert. Es ist großartig, so zu radeln.

Eva steuert mich nicht fern, sie sieht aber, wenn ich mich unwohl fühle und greift ein, in dem sie mich anspricht, mich an das Wesentliche erinnert und meine Gedanken auf den Punkt bringt. Das wirkt. Wir fahren eine anstrengende (in jeder Hinsicht) Tour durch die Ausläufer des Odenwaldes und in einem sehr engen Überholmanöver verliere ich nicht, wie sonst praktisch üblich, die Fassung und stelle den Autofahrer in den Senkel. Ich freue mich vielmehr, dass alles gut geklappt hat, und fahre weiter. Die anstehende Abfahrt ist kein Problem. Abfahrten und auch Kurven machen mir keine Angst.

Alles alleine

Das Radeln an sich mag ich sehr und so stellt Eva zu guter Letzt noch fest, dass man sieht, dass Radfahren meins ist. Und dass sie mir ein paar Hausaufgaben zusenden wird. Die werden mir dabei helfen meine Gefühle bei unkontrollierbaren Themen während des Radfahrens zu verstehen und in andere Richtungen zu leiten. Und zwar so, dass ich mich selbst nicht verliere, sondern dass ich lerne anders zu handeln.

Tatsächlich dachte ich anfangs, dass ich sicherlich alles alleine schaffen kann. Dass Fahrrad fahren total normal ist und dass meine Gefühle dabei einfach nur dumm sind. Dass es ein Zeichen von Schwäche ist, sich Hilfe zu holen. Aber über die Zeit war ich bereit, diese vermeintliche Schwäche zu ertragen, weil mich die Angst vor einem Unfall viel mehr im Griff hat, als die Freude am radeln.

Und mittlerweile, nach dem ersten Telefonat mit Eva und unserem Treffen bin ich davon überzeugt, dass an sich selbst zu arbeiten mit Schwäche tatsächlich recht wenig zu tun hat. Ich freue mich auf die Aufgaben. Ich weiß, dass es sicher ein ordentliches Stück Arbeit wird und freue mich schon darauf, wenn ich ab sofort immer öfter positiv gestimmt und mit echter Freude und Gelassenheit, aber konzentriert und achtsam, auf dem Rad sitzen kann.

Wann sollte man nach einem Unfall oder Sturz ein Mental Coaching absolvieren?

Dies ist völlig unterschiedlich. Manche kommen gleich nach dem Sturz wie z.B. eine Mountainbikerin letzte Woche. Direkt nach dem Unfall oder Sturz kann ein Coaching aus verschiedenen Gesichtspunkten wertvoll sein. Es können die Gründe und Ursachen aufgearbeitet werden, die zum Sturz geführt haben. Diese sind manchmal sofort offensichtlich, manchmal klären sich diese aber erst durch einen Blick von außen in einem gemeinsamen Coaching.

Im Coaching kann auch das zurückliegende Stresserlebnis verarbeitet werden, zudem stärken wir den Mut und das Selbstvertrauen. Dies ist eine wertvolle Unterstützen für den Heilungsverlauf. Im MTB Rennsport kann ein Coaching nach einem Sturz helfen wieder mental stark ins nächste Rennen zu gehen und den Prozess der Verarbeitung des Sturzes beschleunigen.

Andere kommen erst nach einiger Zeit, wenn sie merken, dass sie sich emotional blockiert fühlen. Nicht jeder Sturz braucht ein Coaching. Oft reicht es aus, sich Zeit zu geben, sich wieder langsam heranzutasten und für Erfolgserlebnisse zu sorgen. Doch es gibt auch Stürze, die „hängenbleiben“ und bei denen die Angst auch nach einiger Zeit immer noch „mitfährt“. Oder bestimmte Passagen einfach nicht mehr klappen wollen. Ich unterteile Blockaden in 7 Ebenen und analysiere im Coaching, auf welcher Ebene sich die Blockade befindet.

Davon sind auch die nächsten Schritte und Interventionen abhängig, denn ein Pauschalrezept gibt es nicht. Jeder Mensch ist einzigartig und auch die Lösungen bei Blockaden. Einige kommen auch erst nach längerer Zeit auf mich zu. Aus meiner Sicht ist die Klärung der Ursachen oft der erste Schritt. Ein gemeinsamer Blick von außen zeigt neue Aspekte und Blickwinkel auf.

Dabei schaue ich nicht nur durch die Mental Coaching-Brille. Eine Klientin aus der Schweiz begleitete ich zuletzt ein halbes Jahr während der Rehaphase mit Online Coachings im Abstand von 4-5 Wochen. Ihre Diagnose brachte eine sehr lange Heilungszeit mit sich. Damit verbunden war eine längere Arbeitsunfähigkeit und es war lange nicht absehbar, wann sie überhaupt wieder aufs Rad steigen kann. Eine mental sehr schwierige Zeit.

Es ging nicht nur darum, den „Sturzkreislauf“ zu durchbrechen. Denn sie hatte in der Vergangenheit häufig schwere Stürze vom MTB. Sondern auch mental gestärkt durch die Rehazeit mit vielen Höhen und Tiefen zu kommen.

Du hattest einen Sturz und fühlst dich seitdem emotional blockiert? Oder du hast eine Frage zu meinen Mental Coachings? Melde dich gern bei mir. Ich freue mich drauf, dich voranzubringen.

Ich coache vorwiegend Online, dadurch sind die Termine zeitlich und räumlich sehr flexibel. Wenn es sich um Stürze vom Rad handelte, egal ob MTB, Gravel oder E-Bike, kann bei einigen auch ein Fahrtechnik Training oder Fahrsicherheits Training zusätzlich sehr hilfreich sein. Insbesondere wenn Defizite in der Fahrtechnik zum Sturz geführt haben.

Hier hilft mein Blick als langjährige hauptberufliche Fahrtechniktrainerin und Ausbilderin im Bundeslehrteam Mountainbike der DIMB. Mit meinem Auge fürs Detail machen wir genau die Punkte ausfindig, die es zu verbessern gilt.

Mentale Vorteile des Radfahrens

Radfahren hält nicht nur körperlich fit, es tut auch unserer mentalen Gesundheit gut - und zwar in vielen verschiedenen Bereichen, wie Studien zeigen. Radfahren hat viele Vorteile. Man ist an der frischen Luft, im besten Fall in der Natur, unterwegs. In der Stadt kommt man oft schneller ans Ziel als mit dem Auto, muss keinen Parkplatz suchen. Man spart Geld, schont gleichzeitig die Umwelt und hält sich körperlich fit. Regelmäßig Rad zu fahren kann dich zum Beispiel dabei unterstützen, Stress zu reduzieren, selbstbewusster zu werden oder weniger Ängste zu haben. Mindestens in fünf mentalen Problembereichen kann dir - so der Stand der Wissenschaft - Radfahren eine gute Hilfe sein.

  1. Angstreduktion: Ausdauertraining wie Radfahren senkt, so die Wissenschaft, die Reaktivität des sympathischen Nervensystems und macht uns also, vereinfacht gesagt, weniger empfindlich gegen Stressoren wie Ängste und Co.

  2. Selbstbewusstsein: Für eine Untersuchung aus dem Jahr 2014 etwa wurden 27 Personen rekrutiert. Elf Teilnehmende änderten ihren Alltag nicht, die anderen 16 übten über einen Zeitraum von drei Wochen 10 Ausdauertrainingseinheiten von je mindestens 30 Minuten aus. Sie konnten entweder Laufen, Indoor-Radfahren oder auf dem Ellipsentrainer trainieren. Das Ergebnis: Nach drei Wochen gaben die aktiveren Proband:innen bei dem hierfür anerkannten Selbstwertgefühltest, der Rosenberg Self-Esteem-Skala (RSES), durchweg an, sich selbstbewusster zu fühlen als die Kontrollgruppe.

  3. Stressabbau: Dass Radfahren dazu beitragen kann, Stress zu lindern und unser Wohlbefinden zu steigern, zeigte unter anderem eine Studie der Universität Zürich. Die knapp 9.000 Befragten gaben an, dass sie sich, wenn sie ihre Alltagswege mit dem Rad zurücklegen, weniger gestresst fühlen.

  4. Depressionen: Sowohl die Senkung unseres Kortisolspiegels als auch die gleichförmige Tretbewegung beim Radfahren kann nicht nur Stress reduzieren, sondern unter Umständen auch Menschen mit Depressionen helfen.

  5. Wutbewältigung: Radfahren kann uns dabei helfen. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Ausdauersport wie Radfahren Wutgefühle reduzieren kann.

Ursachen für plötzliche Angst beim Fahrradfahren

Macht das Radfahren Ihnen nervös und möchten Sie diese Angst überwinden? Dann ist es wichtig, sich erstmal die Ursachen zu überlegen. Angst Fahrrad zu fahren kann aufgrund verschiedener Faktoren entstehen. Die meistbekannte Ursachen sind:

  • Angst vor dem Fallen.
  • Sie haben kein Vertrauen in Ihren persönlichen Fähigkeiten und sind deswegen nervös, um zu fallen. Dies kann der Fall sein, da Sie noch keine Erfahrungen mit einem Fahrrad haben, oder weil Sie bestimmte Fähigkeiten verloren haben, wie zum Beispiel das Gleichgewicht behalten.
  • Angst vor dem Verkehr.
  • Es macht Ihnen nervös, sich im Verkehr zu befinden. Dies kann schon immer der Fall sein, oder während der Jahre entstanden sein.

Tipps zur Überwindung der Angst vor dem Fahrradfahren

Haben Sie Angst vor Fahrrad fahren? Dann könnten die folgende Tipps hilfreich sein:

  • Sorgen Sie für das richtige Fahrrad.
  • Übung macht den Meister!
  • Planen Sie vorher die Fahrt.

Spezialräder als Lösung

VanRaam hat ein groβes Sortiment der Spezialräder für Personen, die nicht mit einem herkömmlichen Zweirad fahren können. Sind Sie gespannt, ob ein vanRaam Fahrrad etwas für Sie ist? Vereinbaren Sie dann gerne einen Termin für ein Beratungsgespräch in unserem Ausstellungsraum in Varsseveld. Dort bekommen Sie eine unverbindliche Beratung unserer technischen Berater und die Möglichkeit, mehrere Fahrräder auf der Teststrecke auszuprobieren. Auch ist es möglich, bei manchen vanRaam Händlern eine Probefahrt zu machen. Schauen Sie sich auf der Händlerseite an, welche Händler bei Ihnen in der Nähe sind.

Sortiment von vanRaam

Schauen Sie sich hierunten unser Sortiment der Spezialräder an, die Ihnen helfen können, die Angst Fahrrad zu fahren zu überwinden.

  • Dreiräder
  • Rollstuhlfahrräder
  • Tandems
  • Parallel Tandems
  • Tiefeinsteiger Rad
  • Elektromobil-Dreirad
  • Transportfahrräder

Weitere Tipps und Überlegungen

„Nun stell Dich nicht so an. Das ist alles fahrbar!“ Schon mal gehört? Oder gesagt? Laut Mental-Trainerin Petra Müssig ist das der schlechteste Weg, angstgepeinigten Bikern aus einer brenzligen Situation zu helfen. Dabei muss es nicht zwingend die Frau sein, die mit zittrigen Knien vor einer Felsstufe verweigert. Bei vergleichbarem Können, Trainingszustand und Material sieht Müssig auch das „Angst-Level von Frauen und Männern im Prinzip auf ähnlichem Niveau.“ Oft ist es die Vorgeschichte, die einen einbremst: Mangelnde Erfahrung und vor allem schlechte Erfahrung führen zu Angst.

Dabei muss man zwischen Angst und Anspannung unterscheiden. Eine gewisse Anspannung in schwierigen Situationen fördert die Konzentration und bewirkt eine hohe Leistungsbereitschaft. Angst dagegen blockiert Kopf und Körper und wirkt dadurch kontraproduktiv. Die beste Methode, Angst abzubauen, sagt Müssig, ist eine behutsame Gewöhnung: „Üben, üben, üben, immer gemäß den Grundsätzen der Trainingslehre - vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten, vom Einfachen zum Komplexen.“ Mit den Erfolgserlebnissen sinkt dann automatisch auch das Angst-Level. Und irgendwann ist dann wirklich alles fahrbar.

Ursachen für Angst beim Biken

Angst beim Biken gründet in erster Linie auf 3 Faktoren:

  1. zu wenig Erfahrung oder mangelndes technisches und taktisches Können;
  2. schlechte Erfahrungen;
  3. Ermüdung oder Erschöpfung und dadurch verschlechterte Bewegungsausführung.

Dann kommt schnell Angst ins Spiel, um vor weiteren Schäden zu bewahren.

Wie kann man Angst abbauen?

  • Über eine langfristige, behutsame Gewöhnung ans Biken.
  • Das heißt: viele Übungen, die die Fahrtechnik und -Sicherheit verbessern.
  • Alles gemäß den Grundsätzen der Trainingslehre: vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten und vom Einfachen zum Komplexen.

Es kann viele Jahre dauern, bis jemand eine so komplexe Bewegungsart wie Mountainbiken in anspruchsvollem Gelände virtuos beherrscht und automatisiert abrufen kann.

Guter Umgang mit Angst

Der „Selbstschutz Angst“ soll definitiv nicht überlistet oder überwunden werden. Viel eher geht es darum, einen gesunden Umgang mit diesem Selbstschutz zu finden. Angst kann Kopf und Körper massiv blockieren, sodass es in als bedrohlich empfundenen Situationen tatsächlich zu sehr gefährlichen Momenten kommen kann.

Wenn jemand lernt, mit seiner Angst umzugehen, bedeutet das vor allem: Man nimmt die Anzeichen von beginnender Angst so früh wahr und ernst, dass man noch angemessen reagieren kann. Angemessen reagieren heißt: bewusst abwägen, ob die Situation tatsächlich bedrohlich ist, ob sie zu meistern ist, ob ich lieber entschlossen absteige oder entschlossen fahre. Mit zunehmendem Angstpegel werden nämlich bewusste Entscheidung immer unwahrscheinlicher und der Zugriff auf bereits vorhandenes Können eventuell blockiert.

Positive Beeinflussung durch Trainer oder Partner

Indem man ein positives Klima schafft und für viele Erfolgserlebnisse sorgt. Dadurch macht der Organismus die Erfahrung, das Kraft, Technik und Können ausreichen, um bevorstehende Situationen sicher zu meistern.

Konkrete Ängste beim Biken

Die Angst zu stürzen und sich zu verletzen, ist die natürlichste Angst. Alle anderen Ängste sind sozusagen „hausgemacht“. Generell und allgemein lösen alle Situationen, in denen es zu einem Sturz kommen kann, im Körper reflexartig Reaktionen aus. Einige Menschen reagieren mit einer Steigerung der Leistungsbereitschaft - also Konzentration, Fokussierung, Kräftemobilisierung. Bei anderen führen als bedrohlich wahrgenommene Situationen zu Einschränkungen und Blockaden.

Der ideale Leistungszustand

Den Zustand, in dem wir optimal auf unser Potenzial zugreifen können, nennt man den „Idealen Leistungszustand“. Dieser ist geprägt von einer hohen, positiven Energie und an bestimmte Zustände und Empfindungen gekoppelt: Lust, Wille, tiefe und kraftvolle Atmung, fokussierter Blick, hohe Konzentration, angespannte aber leistungsbereite Muskulatur. Auf der entgegengesetzten Seite steht die hemmende Angst. Sie ist verbunden mit hoher, aber negativer Energie, gekoppelt mit negativen Empfindungen: unangenehme Nervosität, Ärger, Frust, stockende Atmung, Tunnelblick, verkrampfte Muskulatur, Überkonzentration.

Verbesserung trotz Angst

Ganz einfach: Indem man sich ähnliche, aber weniger gefährliche oder herausfordernde Situationen sucht: weniger Stufen, niedrigere Absätze, kürzere Touren. Man muss sich an die Herausforderung herantasten, bis man irgendwann soweit ist, auch die großen Gaps zu springen. So wird man gut, auf die andere Art eventuell Rollstuhlfahrer.

Mentale Blockaden

Mentale Blockaden können nach einschneidenden Erlebnissen wie einem Sturz oder einer Verletzung entstehen. DU WEISST GENAU WAS DU TUN WILLST - KANNST ES JEDOCH NICHT UMSETZEN. Du bist dann sprichwörtlich blockiert. Mentale Blockaden laufen ab einem bestimmten Zeitpunkt (dem no return Punkt) automatisiert ab. Daher sind die gutgemeinten Ratschläge: “Mach Dich mal locker” ein Schuss nach hinten. Dem Betroffenen ist es fast nicht möglich die Situation aufzulösen.

Tipps zur Überwindung von Angst

  1. Situation einschätzen: Will ich das? Kann ich das? Habe ich alle Voraussetzungen (Technik, Taktik, Material, Kondition).
  2. Wenn Angst auftritt: Atmen, atmen, atmen. Bei Angst verändert sich der Atemrhythmus, durch die entstehende Sauerstoffschuld gerät der Körper zusätzlich unter Stress, die Angstsymptome verstärken sich.
  3. Körperhaltung und Muskelspannung: Unter Angst verkrampft der Körper, die Position (der Körperschwerpunkt) auf dem Bike verändert sich, dadurch verändert sich das Fahrverhalten des Bikes, und die Angst nimmt weiter zu. Wenn es kritisch wird, den „Cowboy“ spielen: Brust und Ellebogen raus, entschlossenen Gesichtsausdruck, Beine etwas auseinander und Yippiew Hei, Hindernis, ich komme!
  4. Blick voraus: Lass den Blick stets etwas vorauslaufen. So hat das Gehirn Zeit, die erforderlichen Bewegungsabläufe vorzubereiten. Wenn Du zu nah vor Dich siehst oder Dein Blick an einem Hindernis hängen bleibt, kann Dein Kopf die nachfolgenden Bewegungen nicht vorbereiten. Merke: „Da wo ich hinsehe, da geht es hin.“
  5. Merksatz: „Entschlossen durchfahren. Oder entschlossen absteigen“.

Partner-Therapie: Wie helfe ich meinem Partner, besser zu werden?

Do’s:

  1. Spielen: Also eine Stelle mehrere Male überfahren um sich daran zu gewöhnen
  2. Zeit lassen. Nicht hetzen, nicht drängeln
  3. Nachvollziehbares Vorbild sein. Es nutzt nichts, wenn er ihr zeigt, was für eine toller Hecht er ist, weil er 7 Treppenstufen runterfährt und sie kommt noch nicht mal eine Stufe fahren
  4. Klare und gemeinsame Absprachen bezüglich: Tour, Dauer, Schwierigkeitsgrad, Tempo, Treffpunkte, Pausen
  5. Bestärken: Ansprechen, was gut gelaufen ist. Den Rest nicht, das weiß sie selbst.
  6. Maßvoll Motivieren: Vertrauen beweisen, aber nicht zum Leichtsinn verführen.

Dont’s:

  1. Überfordern: Zu schnell, zu weit, zu hoch, zu steil für das, was sie kann. Vor allem konditionelle Überforderung ist der beste Garant für Angst.
  2. Ihr das abgelegte Bike überlassen: Das ist meistens viel zu groß, zu alt und zu schwer.
  3. Blamieren: Schimpfen, kritisieren, frotzeln, vor anderen vorführen.

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