„Nun stell Dich nicht so an. Das ist alles fahrbar!“ Schon mal gehört? Oder gesagt? Laut Mental-Trainerin Petra Müssig ist das der schlechteste Weg, angstgepeinigten Bikern aus einer brenzligen Situation zu helfen.
Ursachen für Angst beim Biken
Angst beim Biken gründet in erster Linie auf 3 Faktoren:
- Zu wenig Erfahrung oder mangelndes technisches und taktisches Können.
- Schlechte Erfahrungen.
- Ermüdung oder Erschöpfung und dadurch verschlechterte Bewegungsausführung.
Dann kommt schnell Angst ins Spiel, um vor weiteren Schäden zu bewahren.
Angst oder Anspannung?
Dabei muss man zwischen Angst und Anspannung unterscheiden. Eine gewisse Anspannung in schwierigen Situationen fördert die Konzentration und bewirkt eine hohe Leistungsbereitschaft. Angst dagegen blockiert Kopf und Körper und wirkt dadurch kontraproduktiv.
Angst als Selbstschutz
Angst dient auch als Selbstschutz. Der „Selbstschutz Angst“ soll definitiv nicht überlistet oder überwunden werden. Viel eher geht es darum, einen gesunden Umgang mit diesem Selbstschutz zu finden.
Angst kann Kopf und Körper massiv blockieren, sodass es in als bedrohlich empfundenen Situationen tatsächlich zu sehr gefährlichen Momenten kommen kann. Wenn jemand lernt, mit seiner Angst umzugehen, bedeutet das vor allem: Man nimmt die Anzeichen von beginnender Angst so früh wahr und ernst, dass man noch angemessen reagieren kann.
Mit zunehmendem Angstpegel werden nämlich bewusste Entscheidung immer unwahrscheinlicher und der Zugriff auf bereits vorhandenes Können eventuell blockiert.
Angst bei Frauen vs. Männern
Ist Angst beim Biken für Frauen ein größeres Thema als für Männer? Oder sehen das nur Männer so? Frauen sind eventuell etwas vor- oder umsichtiger als Männer, das liegt vermutlich an einer kulturellen Prägung: Jungen wird von früh an suggeriert, sie müssten stark sein. Mädchen dürfen vorsichtig sein, bei Jungen wird Vorsicht oder zögerliches Verhalten eher sanktioniert.
Kein Wunder also, dass erwachsene Jungen manchmal leichtsinniger sind als Frauen. Aber bei vergleichbarem Können und Trainingsstand (konditionell und technisch) und vergleichbarem Material sollte sich auch das Angstlevel in etwa gleichen. Männer haben im Durchschnitt 15 Prozent mehr Kraft, also im Prinzip einen physiologischen Schutzpanzer. So einer macht - vor allem wenn er entsprechend gut trainiert ist - schon mal grundsätzlich mutiger, weil die Verletzungsgefahr dadurch tatsächlich abnimmt.
Es gibt aber auch einen biologischen Unterschied: Frauen, die Kinder geboren haben, produzieren eine bestimmtes Hormon, das dafür sorgt, dass sich diese Frauen - also Mütter - umsichtiger und bedächtiger verhalten können (aber nicht zwangsläufig müssen).
Konkrete Ängste beim Biken
Vor was hat man beim Biken eigentlich konkret Angst? Angst vorm Versagen? Angst vor Verletzung? Angst vor Blamage?
Die Angst zu stürzen und sich zu verletzen, ist die natürlichste Angst. Alle anderen Ängste sind sozusagen „hausgemacht“. Generell und allgemein lösen alle Situationen, in denen es zu einem Sturz kommen kann, im Körper reflexartig Reaktionen aus.
Einige Menschen reagieren mit einer Steigerung der Leistungsbereitschaft - also Konzentration, Fokussierung, Kräftemobilisierung. Bei anderen führen als bedrohlich wahrgenommene Situationen zu Einschränkungen und Blockaden. Das hängt unter anderem von den negativen und positiven Erfahrungen ab.
Wie kann man Angst abbauen?
Über eine langfristige, behutsame Gewöhnung ans Biken. Das heißt: viele Übungen, die die Fahrtechnik und -Sicherheit verbessern. Alles gemäß den Grundsätzen der Trainingslehre: vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten und vom Einfachen zum Komplexen.
Es kann viele Jahre dauern, bis jemand eine so komplexe Bewegungsart wie Mountainbiken in anspruchsvollem Gelände virtuos beherrscht und automatisiert abrufen kann.
Die beste Methode, Angst abzubauen, sagt Müssig, ist eine behutsame Gewöhnung: „Üben, üben, üben, immer gemäß den Grundsätzen der Trainingslehre - vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten, vom Einfachen zum Komplexen.“ Mit den Erfolgserlebnissen sinkt dann automatisch auch das Angst-Level. Und irgendwann ist dann wirklich alles fahrbar.
Der ideale Leistungszustand
Ein gewisses Maß an Anspannung, heißt es, sei leistungsfördernd, weil es die Konzentration erhöht. Da sollte man klar unterscheiden. Den Zustand, in dem wir optimal auf unser Potenzial zugreifen können, nennt man den „Idealen Leistungszustand“.
Dieser ist geprägt von einer hohen, positiven Energie und an bestimmte Zustände und Empfindungen gekoppelt: Lust, Wille, tiefe und kraftvolle Atmung, fokussierter Blick, hohe Konzentration, angespannte aber leistungsbereite Muskulatur. Auf der entgegengesetzten Seite steht die hemmende Angst.
Sie ist verbunden mit hoher, aber negativer Energie, gekoppelt mit negativen Empfindungen: unangenehme Nervosität, Ärger, Frust, stockende Atmung, Tunnelblick, verkrampfte Muskulatur, Überkonzentration.
Wenn Angst im Spiel ist und man sich nicht sicher ist, eine Situation wirklich meistern zu können, dann muss man es erst mal lassen.
Wie soll man sich verbessern?
Ganz einfach: Indem man sich ähnliche, aber weniger gefährliche oder herausfordernde Situationen sucht: weniger Stufen, niedrigere Absätze, kürzere Touren. Man muss sich an die Herausforderung herantasten, bis man irgendwann soweit ist, auch die großen Gaps zu springen. So wird man gut, auf die andere Art eventuell Rollstuhlfahrer.
Warum trauen sich Biker beim Hinterherfahren mehr zu?
Oftmals trauen sich Biker beim Hinterherfahren mehr zu. Müssen sie vorausfahren, verweigern sie in verhältnismäßig harmlosen Situationen. Wie ist das zu erklären? Ganz einfach: Das Abrufen von technischen und taktischen Fähigkeiten wird in dem Fall durch die Informationen gesteuert, die vom Hinterrad des Vordermanns kommen, also: machbar, nicht machbar, hier anbremsen, da laufen lassen, diese Linie, jene Linie.
Ist man nicht darin geübt, Informationen über das vor einem liegende Gelände selbstständig aufzunehmen und zu verarbeiten, ist der Vordermann eine Hilfe. Allerdings sollte jeder Biker diese Fähigkeiten natürlich selbst beherrschen und automatisieren. Das heißt, Sinne und Gehirn müssen mit der Zeit lernen, die technischen Fertigkeiten für das voraus liegende Gelände selbstständig zu berechnen und dann so zu reagieren, wie es erforderlich ist, um den Fahrfluss aufrecht zu erhalten. Diese Fertigkeit nennt man Taktik.
Was tun nach einem Sturz?
Nach einem Sturz ist das Selbstvertrauen oft am Boden. Wie holt man sich das zurück? Wichtig: wenn der Sturz heftig war, dann sollte der oder die Gestürzte - entgegen der landläufigen Überzeugung - nicht sofort wieder aufs Bike und dieselbe Stelle noch mal fahren.
Ein Sturz verursacht Stress im Körper, die physiologischen Auswirkungen können Blockaden erzeugen und weitere Fahrversuche gefährlich werden lassen. Nach schweren Stürzen also: runter vom Bike, Pause machen. In den folgenden zehn bis 15 Minuten wird sich erweisen, ob Verletzungen zu Tage treten, die der Gestürzte vor lauter Schreck gar nicht bemerkt hat.
Hat man sich nach einem harmloseren Sturz wieder vollständig erholt, dann wird eine vergleichbare Situation die nächsten paar Mal vermutlich für etwas mehr Anspannung sorgen, aber nicht zwangsläufig zu einer Blockade führen.
PETRAS TIPPS: Wie man Angst überwinden kann
- Situation einschätzen: Will ich das? Kann ich das? Habe ich alle Voraussetzungen (Technik, Taktik, Material, Kondition).
- Wenn Angst auftritt: Atmen, atmen, atmen. Bei Angst verändert sich der Atemrhythmus, durch die entstehende Sauerstoffschuld gerät der Körper zusätzlich unter Stress, die Angstsymptome verstärken sich.
- Körperhaltung und Muskelspannung: Unter Angst verkrampft der Körper, die Position (der Körperschwerpunkt) auf dem Bike verändert sich, dadurch verändert sich das Fahrverhalten des Bikes, und die Angst nimmt weiter zu. Wenn es kritisch wird, den „Cowboy“ spielen: Brust und Ellebogen raus, entschlossenen Gesichtsausdruck, Beine etwas auseinander und Yippiew Hei, Hindernis, ich komme!
- Blick voraus: Lass den Blick stets etwas vorauslaufen. So hat das Gehirn Zeit, die erforderlichen Bewegungsabläufe vorzubereiten. Wenn Du zu nah vor Dich siehst oder Dein Blick an einem Hindernis hängen bleibt, kann Dein Kopf die nachfolgenden Bewegungen nicht vorbereiten. Merke: „Da wo ich hinsehe, da geht es hin.“
- Merksatz: „Entschlossen durchfahren. Oder entschlossen absteigen“.
Partner-Therapie: Wie helfe ich meinem Partner, besser zu werden?
Do’s:
- Spielen: Also eine Stelle mehrere Male überfahren um sich daran zu gewöhnen.
- Zeit lassen. Nicht hetzen, nicht drängeln.
- Nachvollziehbares Vorbild sein. Es nutzt nichts, wenn er ihr zeigt, was für eine toller Hecht er ist, weil er 7 Treppenstufen runterfährt und sie kommt noch nicht mal eine Stufe fahren.
- Klare und gemeinsame Absprachen bezüglich: Tour, Dauer, Schwierigkeitsgrad, Tempo, Treffpunkte, Pausen.
- Bestärken: Ansprechen, was gut gelaufen ist. Den Rest nicht, das weiß sie selbst.
- Maßvoll Motivieren: Vertrauen beweisen, aber nicht zum Leichtsinn verführen.
Dont’s:
- Überfordern: Zu schnell, zu weit, zu hoch, zu steil für das, was sie kann. Vor allem konditionelle Überforderung ist der beste Garant für Angst.
- Ihr das abgelegte Bike überlassen: Das ist meistens viel zu groß, zu alt und zu schwer.
- Blamieren: Schimpfen, kritisieren, frotzeln, vor anderen vorführen.
Spezielle Fahrräder bei Gleichgewichtsstörungen
Radfahren auf einem normalen Zweirad ist mit einer Gleichgewichtsstörung sehr schwierig. Sie fühlen sich nicht mehr sicher, weil Sie jederzeit umkippen können. Sie können niemals mit beiden Füßen auf den Boden aufschlagen und es ist schwierig, das Gleichgewicht zu halten. Ein Spezialfahrrad ist die Lösung.
Dreirad
Mit einem Dreirad haben Sie zusätzliche Unterstützung und Stabilität beim Radfahren, dies schafft ein Gefühl der Sicherheit.
VanRaam hat mehrere Dreiräder im Sortiment:
- Traditionelles Dreirad
- Dreirad mit Tiefeinstieg
- Komfortables Dreirad mit Sitz
Fahrrad mit Tiefeinstieg
Das Ein- und Aussteigen am Balance Fahrrad ist sehr einfach, weil dat ein Fahrrad mit Tiefeinstieg ist. Das Fahrrad hat auch einen einzigartigen Rahmen, der für eine ergonomische Sitzhaltung sorgt. Bei diesem Fahrrad befindet sich der Sattel nicht über dem Tretlager, sondern dahinter. Der Sattel ist auch viel niedriger als auf einem normalen Zweirad.
Das Vorwärtstreten erleichtert das Radfahren, da Sie die Kraft Ihrer Beine besser nutzen können als auf einem normalen Zweirad. Sie können auf der Balance immer mit beiden Füßen direkt auf dem Boden benutzen, während Sie auf dem Sattel bleiben. Dadurch sind Sie mit einem sicheren Gefühl auf dem Fahrrad und es ist nicht notwendig, an einer Ampel oder einem Stoppschild auszusteigen.
Parallel Tandem
Auf dem vanRaam Fun2Go Parallel Tandem sitzen Sie nebeneinander, damit Sie gut miteinander kommunizieren können. Eine Person lenkt, beide können treten. Der Fahrer kann bestimmen, ob der Beifahrer treten muss. Das Parallel Tandem hat 3 Räder, so dass Sie bei normalem Gebrauch nicht umfallen können.
Sie können leicht auf dem Parallel Tandem sitzen, weil es keinen Zugang gibt. Dies ist noch einfacher mit dem optionalen Drehstuhl. Die bequemen Sitze haben eine Rückenlehne und sind verstellbar.
Elektrische Scooterfahrrad
Das Easy Go Scooterfahrrad ist, wie der Name schon sagt, ein Fahrrad und Scootmobil in 1. Auf diesem Dreirad haben Sie drei Wahlmöglichkeiten: Sie fahren ganz aus eigener Kraft, Sie fahren mit elektrischer Tretunterstützung und treten selbst mit oder sie fahren mit 100% elektrischer Unterstützung.
Das Scooterfahrrad hat auch drei Räder, so dass ein Umkippen unmöglich ist. Die Kippschutzräder geben Ihnen ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit und Stabilität.
Sturzangst bei älteren Menschen
Sturzangst ist bei älteren Menschen weit verbreitet: Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 25 bis 50 Prozent aller Älteren mehr oder weniger stark unter Sturzangst leiden, und zwar unabhängig davon, ob sie schon einmal gestürzt sind. Frauen sind mehr betroffen als Männer, ebenso Hochbetagte und Personen, die schon einmal schwer gestürzt sind.
Personen mit Sturzangst schränken ihre Mobilität in den eigenen vier Wänden und am Wohnort nach und nach ein. Sie verzichten auf Dinge und geben Aktivitäten auf. Sie verkleinern ihren Aktionsradius immer mehr, nehmen immer seltener am sozialen Leben teil und haben zunehmend Probleme, ihren Alltag zu bewältigen.
Teufelskreis durchbrechen
Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, muss sowohl an der Sturzangst als auch an der körperlichen Verfassung angesetzt werden. Beides sollte Hand in Hand gehen und so eingeübt werden, dass sich die Betroffenen nach dem angeleiteten Training selbst behelfen können. Die Sturzangst lässt sich mithilfe psychologisch-psychotherapeutischer Verfahren angehen.
Methoden, die bei Sturzangst anwendet werden können, sind zum Beispiel kognitive Restrukturierung, Entkatastrophisieren und Expositionsverfahren, die mit Psychoedukation und Entspannungsverfahren kombiniert werden können. Sie dienen dazu, das Selbstvertrauen und die Selbstwirksamkeit der Betroffenen zu stärken und ihnen zu verdeutlichen, welche Kompetenzen sie (noch) besitzen und welche sie erhalten oder (wieder) aufbauen können.
Ergänzend zur psychologisch-psychotherapeutischen Behandlung werden Kraft- und Gleichgewichtsübungen durchgeführt, um Gang und Balance zu stabilisieren und ein gutes Körpergefühl zu entwickeln. Wenn möglich, sollte auch das Fallen geübt werden, zum Beispiel mit Assistenz auf weichen Matten, im Wasser oder abgesichert durch Haltevorrichtungen.
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen sollten verschiedene Faktoren individuell erfasst und abgestimmt werden. Beispielsweise sollte festgestellt werden, welche Medikamente eine Person mit Sturzangst nimmt; eventuell kann dann die Dosierung oder Zusammenstellung der Medikamente optimiert oder die Einnahme - vor allem von sturzbegünstigenden - Medikamenten reduziert werden.
Ursachen für plötzliche Angst vorm Fahrradfahren
- Angst vor dem Fallen.
- Sie haben kein Vertrauen in Ihren persönlichen Fähigkeiten und sind deswegen nervös, um zu fallen.
- Angst vor dem Verkehr.
- Es macht Ihnen nervös, sich im Verkehr zu befinden. Dies kann schon immer der Fall sein, oder während der Jahre entstanden sein.
Tipps um Angst vor Fahrrad fahren zu überwinden
- Sorgen Sie für das richtige Fahrrad.
- Wenn Sie regelmäβig mit Ihrem heutigen Fahrrad fallen, kann es sein, dass dieses Rad nicht richtig für Sie ist.
- Übung macht den Meister!
- Üben Sie so viel wie möglich, bevor Sie auf das Fahrrad steigen.
- Planen Sie vorher die Fahrt.
- Sind Sie vor allem nervös, wenn Sie im vollen Verkehr Fahrrad fahren?
Mentale Vorteile des Radfahrens
- Stressreduzierung
- Selbstbewusstsein steigern
- Abbau von Depressionen
- Hilfe gegen Wutgefühle
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