Die besten Fahrrad-Apps im Test: Navigation, Routenplanung und mehr

Der Frühling ist da, und mit ihm die Lust auf neue Abenteuer auf zwei Rädern. Wer sich auf unbekannte Wege begibt, sollte nicht auf eine zuverlässige Navigations-App verzichten. Gerade auf langen Strecken oder in entlegenen Regionen helfen sie, die Orientierung zu behalten, spannende Routen zu entdecken und sicher ans Ziel zu kommen.

Nicht nur für Autos gibt es Navigationsapps - Ihnen stehen auch Navi Apps für Ihr Fahrrad zur Verfügung. Diese nützlichen Navi-Apps sind für Android und iOS verwendbar. Wir stellen Ihnen eine Auswahl kostenloser und kostenpflichtiger Optionen vor.

Das müssen Sie bei der Nutzung von Routenplaner-Apps beachten

Damit die Apps unterwegs stets tadellos ihren Dienst tun, gilt es einige Dinge zu beachten. Zunächst einmal sollte der Download einer Navi-App im heimischen WLAN erfolgen und nicht erst unterwegs, wenn man sich bereits verfahren hat. Denn oft fallen beim Download einer Navigations-App große Datenmengen an.

Bei schlechter Netzabdeckung kann der Download dann etwa quälend lange dauern oder das monatliche Daten-Budget durch solche Downloads aufgebraucht werden. Zudem sollten vor einer Bike-Tour alle dafür erforderlichen Karten bereits aufs Smartphone geladen werden. So lässt sich auch in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung weiterhin problemlos der geplanten Route folgen, beispielsweise auf Waldpisten.

Zu beachten ist auch, dass das Smartphone vor dem Start vollgeladen ist ist. Ein Display, dass bei einer Navigation dauerhaft aktiviert ist, verbraucht schnell viel Akku-Kapazität. Daher sollte für längere Touren auch eine Powerbank, beispielsweise das Modell von Anker mit 20.000mAh, zum Aufladen des Smartphones mit zum Tour-Equipment gehören.

Um stets die exakte Position zu bestimmen, beziehen die Bike-Apps Standortdaten via GPS. Steckt das Smartphone in einer dicken Schutzhülle, kann das den GPS-Empfang mitunter verschlechtern. Wer viel mit dem E-Bike oder Gravelbike unterwegs ist, für den lohnt sich auch ein Navi. In der App geplant, kann der Radfahrer hier seine Route unkompliziert hochladen.

Das Navi ist mitunter zwar gar nicht so günstig in der Anschaffung, hat aber den Vorteil, dass die Darstellung oft besser ist und es meist eine lange Akkulaufzeit bietet. Empfehlenswert ist hier der IMTEST-Testsieger von Garmin, das Edge 1050.

Wie zuverlässig ist die Bike-Navigation?

Für die meisten Touren gilt: Auf viele Fahrrad-Apps ist im Großen und Ganzen Verlass. Jedoch ist das GPS-Signal im dichten Wald oder Gebirge nicht immer perfekt. In der Praxis bedeutet das, dass die App nicht immer hundertprozentig genau weiß, wo sich die Radfahrerin oder der Radfahrer aufhält.

Auch sind nicht immer alle Strecken befahrbar, etwa nach einem Sturm oder weil im Sommer die sprießende Vegetation einen Strich durch die Rechnung macht. Da hilft es oft nur unterwegs Alternativrouten über eine Neuberechnung von Routen zu finden. Diese Eventualität sollte bei Fahrten im Gelände durchaus mit eingeplant werden - damit die App schließlich zuverlässig zum Ziel führt.

Das sollte eine Bike-App bieten

Klar, als Grundfunktionen muss eine E-Bike-App Karten anzeigen können, anhand derer sich navigieren lässt. Für Rad-Touren und Reisen in Gebiete mit schlechter Netzabdeckung oder gar in Länder, in denen Daten-Roaming nicht möglich ist, sollten aber noch weitere Funktionen inklusive sein.

Dazu zählen neben Karten, die sich auch ohne Verbindung in ein Mobilfunknetz nutzen lassen. Solche Offline-Karten helfen zudem, sich auch über lange Strecken gut zurecht zu finden. Bei einigen Navi-Apps allen auch für die Nutzung von Kartenmaterial keine Gebühren an.

Wer Kosten vermeiden möchte, sollte sich daher für so eine App entscheiden und darauf achten, dass es bei einigen Apps unter anderem für bestimmte Bereiche Bezahlfunktionen gibt. Etwa für Sprachbefehle oder Sprachausgabe der Navigation. Die Fahrerin oder der Fahrer brauchen so nicht ständig auf die Smartphone-Anzeige schauen, um auf der geplanten Strecke zu bleiben. Auch muss das Display (siehe Akku-Laufzeit) dann nicht dauerhaft eingeschaltet bleiben.

Top Fahrrad-Navi Apps im Überblick

1. Fahrrad-Navi: Komoot-App für Android und iOS

Die Fahrrad-App Komoot vereint ein Navigationssystem für Radfahrer mit einem Tourenplaner. Anhand von Parametern wie Ihrer Kondition, der gewünschten Dauer und der Distanz stellen Sie zeitnah und problemlos Ihre Wunsch-Fahrradroute zusammen.

Komoot steht für Android und iOS zum kostenlosen Download bereit. Neben Start- und Zielort sind persönliche Vorlieben wie z. B. flache Strecken, wenig befahrene Routen für Sie interessant. Die Komoot App berechnet im Anschluss automatisch eine passende Route und zeigt Ihnen die Streckenlänge, das Höhenprofil sowie die geschätzte Dauer der Tour an. Die App bietet Ihnen die Möglichkeit, die Wunschregion selbst auszuwählen.

Die erste ausgewählte Region erhalten Sie kostenlos. Durch das Hinzufügen weiterer Regionen entstehen Ihnen Kosten von jeweils 3,99 Euro. Sehr interessant ist die Community-Funktion. Diese wird derzeit von rund 17 Millionen Nutzern weltweit verwendet.

Die Komoot-App für Android-Smartphone und iPhones informiert über die schönsten Routen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und viele weitere Lände. Über die Bike-App stehen auch spezielle Strecken für Läufer, Mountainbike- und Rennradfahrer parat. Wer keine Lust auf selbst planen hat, nutzt die Routenvorschläge in der eigenen Umgebung.

Darüber hinaus lassen sich auch individuelle Touren mit wenigen Klicks erstellen. Nach Auswahl und Anpassung am PC, lassen diese sich dann samt topografischer Karte auf dem Handy öffnen und herunterladen. So steht sie, unabhängig vom Mobilfunknetz, jederzeit funktionsfähig auf dem Smartphone bereit. Die riesige Community stellt immer wieder neue Routen für Radtouren aller Art zusammen - inklusive Wegbeschreibung und genauer Angabe des Schwierigkeitsgrades.

Mit der App lassen sich die im Netz vorbereiteten Inhalte prima aufs Rad bringen. Sie ist aber auch autark nutzbar. Die App funktioniert sehr genau und stabil, einige Funktionen kosten allerdings ein paar Euro. Die App zeigt E-Bike-Fans großartige Orte und bringt zuverlässig an Ziel. Auf Wunsch sogar mit Sprachansagen. So müssen Sie nicht die ganze Zeit auf den Bildschirm starren. Einziger Haken. Die Sprachansagen gibt’s nur, wenn Sie das Kartenmaterial für die Region kaufen. Einzelne Gebiete kosten 3,99 Euro, das Gesamtpaket für Westeuropa immerhin 29,99 Euro.

Das Gute aber: Eine Wunschregion erhalten Sie zum Start kostenlos. Damit lassen sich zu Beginn alle wichtigen Funktionen ausprobieren.

2. Fahrrad-Navi: Naviki für Android und iOS

Ähnlich wie Komoot ist Naviki zur Routenplanung geeignet. Dabei punktet die Anwendung sowohl mit Strecken für Alltagsfahrten als auch mit spektakulären Freizeit- und Sporttouren und weist Ihnen per Sprachnavigation den gewünschten Weg.

Die einzelnen Karten lassen sich kostenpflichtig offline abspeichern, sodass Sie unterwegs keine Internetverbindung benötigen. Bei CHIP finden Sie Naviki für Android und iOS zum Download. Die App bietet individuelle Routen unter Berücksichtigung von Fahrradwegen, Straßenbelägen sowie ein Höhenprofil.

Außerdem gibt es eine Funktion zur Aufzeichnung von Fahrten und Synchronisierung mit der Naviki-Cloud. Die Naviki App ist unter Einsatz von Werbung und reduziertem Funktionsumfang kostenfrei nutzbar. Für den vollständigen Zugriff auf alle Funktionen gibt es kostenpflichtige Optionen. Das monatliche Abonnement kostet 3,50 Euro oder 28 Euro im Jahr.

3. Fahrrad-Navi: Google Maps fürs Smartphone

Google Maps ist als Routenplaner für Ihre Fahrradtour ideal. Wählen Sie einfach das Fahrradsymbol in der Auswahl Ihrer Route aus und geben Start- und Zielpunkt ein. Google liefert Ihnen innerhalb weniger Sekunden verschiedene Routen, die für Sie in Betracht kommen können.

Maps zeigt Ihnen vorab die Navigationsanweisungen in Textform an und informiert Sie darüber, wie eben die Strecke ist. Die aktuelle Version von Google Maps finden Sie bei CHIP zum Download für Android und iOS. Die Nutzung von Google Maps ist kostenlos. Allerdings Kosten können Ihnen indirekt entstehen, wenn Sie z. B. mobile Daten benötigen und keinen Zugriff auf WLAN haben.

4. Bikemap - Fahrradkarte und Navi

Wer per E-Mountainbike, Trekking- oder City-Pedelec unterwegs ist, kann von der Bikemap-App für iPhone und Smartphones mit Android-System im Alltag oder auf Reisen profitieren. Ähnlich wie bei Google Maps wird auf einer Live-Karte die aktuelle Tour angezeigt. Per Sprachnavigation wird die Wegführung auch angesagt.

Zudem ist eine große Auswahl an Zusatzinformationen verfügbar, Darüber lassen sich etwa E-Bike Ladestationen oder sichere Abstellmöglichkeiten für das Fahrrad finden. Im Gegensatz zu der komplett kostenfreien Google Maps-App sind Offline-Karten und das optimierte Routing für Rennräder und Mountainbikes aber nur in der kostenpflichtigen Premium-Version von Bikemap verfügbar.

Um die dafür benötigten Karten zu laden und auch ohne Kontakt zum Mobilfunknetz zu nutzen kann eine Jahresversion für 44,99 Euro gebucht werden. Alternativ steht Bikemap Premium auch für 9,99 Euro pro Monat oder 39 Euro pro Jahr zur Verfügung. Das macht etwa dann Sinn, wenn für das Frühjahr oder den Sommer eine längere Radreise geplant ist. Neben den Offline-Karten und der Offline-Navigation kann dann über die App auch auf Support von Experten zugegriffen werden.

Die Bikemap-App zeigt übersichtlich Führung, Wegstrecke und Ankunftszeit für Touren an. Hindernisse unterwegs, lassen sich direkt über die App melden.

5. MAPS.ME - Offline-Karten, GPS-Navigation

Über die Maps.Me-App lassen sich für alle Regionen Deutschlands kostenlos Offline-Karten laden. Für die Routenführung gibt es neben Übersichtskarten auch praktische Abbiegehinweise und Sprachnavigation. Wie schon die Bezeichnung der App angibt, liegt der Schwerpunkt von Maps.Me auf Offline Navigation. Grundlage hierfür sind die allgemein öffentlich zugänglichen Karten von OpenStreetMap (OSM).

Dieses Open-Source-Projekt sammelt in einer Datenbank frei nutzbare Geodaten und stellt diese strukturiert für Navi-Anwendungen zur Verfügung. Es kann daher vorkommen, dass es für weniger besiedelte Gebiete oder auf Mountainbike-Strecken manchmal keine Streckeninfos verfügbar sind. Neben einer Sprachausgabe für die Routenführung sind die meisten Fahrrad-Navi-Funktion der App auch offline nutzbar.

Zuverlässig kann die App auch sogenannte Points of Interest entlang einer Strecke anzeigen. Für die Suche nach Restaurants, Supermärkten, E-Bike-Ladestationen oder Übernachtungsmöglichkeiten bedient sich Maps.Me bei OpenStreetMap.

6. Outdooractive: Wandern und Rad

Markante Landschaftspunkte wie Berge, Flüsse oder Seen erkennen? Die Outdooractive-App für Smartphones mit Android-System oder Apples iPhone ermöglicht das per Smartphone-Kamera und GPS. Via Augmented Reality-Unterstützung der App können die Orte dann bei der Orientierung im Gelände helfen.

Gerade bei Fahrten fernab von befestigten Wegen kann das sehr hilfreich sein. Denn über die App kann ein Ziel im Bild angewählt und angesteuert werden. Outdooractive zeigt im Fotoausschnitt den besten Weg dorthin an, auch querfeldein.

Radfahrer können über die App aus vorhandenen Vorschlägen weltweit Touren auswählen oder eigene Routen planen. Vektorkarten liefern präzise Infos über Radwege. Zusätzlich ist über die App ein direkter Draht zur größten Outdoor-Community Europas (laut Outdooractive) möglich.

Im Navi-Modus der Outdooractive-App werden neben dem Streckenprofil auch brauchbare Übersichten für unterschiedliche Radklassen wie Rennrad oder Mountainbike angezeigt.

Weitere nützliche Apps zum Radfahren:

  • Erste Hilfe App vom ASB mit Bildern und Erklärungen
  • Regenradar
  • Call a bike App von der Deutschen Bahn
  • nextbike
  • Road Id
  • MTB Trail Finder
  • Geocaching

Zusammenfassung der getesteten Apps

App Betriebssystem Kosten Zielführung Routenplanung Offline-Funktionen
Komoot Android & iOS Basis mit regionaler Testkarte gratis; das Offline-Karten-Welt-Paket kostet einmalig 30 Euro, das Premium-Abo mit Zusatzfunktionen 60 Euro pro Jahr. Die Zieleingabe erfolgt per Karte, Highlights oder über die Suchzeile. Die Adress-Suche ist dabei nicht wirklich benutzerfreundlich. Während der Fahrt erfolgt die Zielführung per Linie auf der Karte, durch Pfeile und Abbiegehinweise. Auch eine Sprachausgabe ist möglich. Wird die geplante Strecke verlassen, erfolgt bei vorhandener Internetverbindung eine Umplanung. Selbst auf dem kleinen Handy-Display lassen sich individuelle Routen gut planen. Strecken aus der Portalplanung zu Hause gelangen nahtlos in die App. Zahlreiche fertige Touren-Vorschläge werden angeboten. Diese lassen sich auch leicht nach individuellen Wünschen anpassen. Reine Kartendaten lassen sich auf dem Handy speichern. So reduziert sich unterwegs der Datenverbrauch. Für eine Neu- oder Umberechnung, falls die geplante Strecke verlassen wird, ist eine Internetverbindung notwendig.
Outdooractive Android & iOS Basiskonto mit Werbung; Pro-Abo (30 Euro pro Jahr) mit größerer Kartenauswahl und Offline-Daten; Pro+ (60 Euro pro Jahr) mit noch größerer Kartenauswahl Individuell geplante Strecken oder Touren-Vorschläge synchronisieren sich automatisch im Hintergrund zwischen Web und App. Direkte Zieleingabe ist ebenfalls möglich. Während der Navigation erfolgt die Zielführung per Linie auf der Karte, durch Pfeile und Abbiegehinweise. Auch eine Sprachausgabe ist möglich. Beim Verlassen der geplanten Strecke gibt es lediglich einen Hinweis, keine Umplanung. Schnell noch unterwegs eine eigene Tour planen ist möglich. Allerdings nur mit Internetverbindung. Die Stärke von Outdooractive liegt in der großen Anzahl qualitativ hochwertiger Touren-Vorschläge. Eigene Kartenausschnitte und geplante Strecken lassen sich in beiden Pro-Abos herunterladen.
Locus Map Nur Android Basic mit Werbung und reduzierten Funktionen; Silver-Abo (10 Euro pro Jahr): erweiterte Funktionen, aber ohne Offline-Funktionen; Gold-Abo (24 Euro pro Jahr): Voller Offline-Funktionsumfang Einzelzieleingabe am Smartphone, GPX-Track-Import und Übernahme geplanter Strecken aus dem Web-Routenplaner möglich. Zielführung mit Linie auf Karte, durch Pfeile und Abbiegehinweise. Beim Verlassen der Tour wird die Strecke neu berechnet. Strecken unterwegs planen ist möglich. Besser als GPX-Track importieren oder aus dem Locus-Web-Routenplaner übernehmen. Fertige Touren-Vorschläge gibt es bei Locus Map nicht. Im Gold-Abo ist eine komplette Offline-Funktionalität enthalten. Karten und Routing-Daten liegen im Speicher vom Smartphone.
Naviki Android & iOS Kostenlose Basisversion mit Werbung und reduziertem Funktionsumfang; Zusatzfunktionen als Bausteine für Einmalbetrag Informatives Kartenbild in Ortschaften, wahlweise in drei Design-Stilen. Markierte Radrouten werden hervorgehoben. Zielführung mit Linie auf der Karte, Abbiegepfeilen und als Extra Sprachansage. Wird die geplante Strecke verlassen, erfolgt bei vorhandener Internetverbindung eine Umplanung. Profile für diverse Räder. Außer „Alltag“ sind alle Profile kostenpflichtig. Das Freizeit-Profil liefert schöne Touren abseits der Hauptstraßen und orientiert sich an bekannten Radrouten. Viele fahrradspezifische Sonderziele. Komfortable Planung auf dem Computer, von dort gelangen die Touren nahtlos in die App. Für S-Pedelecs werden Radwege automatisch ausgeschlossen. Mit dem gekauften Offline-Karten-Extra können Kartendaten auf dem Handy abgelegt werden. Keine Streckenberechnung im Offline-Modus.

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