Die besten MTB-Reifen im Test: So findest du den perfekten Reifen für dein Mountainbike

Kleinste Dosen können eine große Wirkung entfachen. So, wie der Wirkstoff Sildenafil, besser bekannt als Viagra, potenzschwachen Männern das Liebesleben versüßt, ähnlich stark wirkt sich die perfekte Reifenrezeptur auf das Erlebnis Mountainbiken aus. In der richtigen Zusammensetzung verschmelzen Rohstoffe, wie Kautschuk, Ruß, Silica oder Kreide, zu extrem schnellen oder besonders griffigen Gummimischungen. Gepaart mit der perfekten Strukturierung der Oberfläche können Reifen die Performance drastisch steigern. Eine Art Potenzmittel fürs Gelände.

Testbedingungen und -kriterien

Um herauszufinden, welcher von 18 Reifen (neun Reifen-Kombis) das Zeug hat, den Fahrspaß auf das nächste Level zu heben, müssen sich alle Kandidaten im Labor und auf dem Trail beweisen. Für maximale Chancengleichheit haben wir bei allen Herstellern im Test die ihrer Meinung nach beste Reifenwahl für den All-Mountain-Einsatz bestellt. Damit beschränkt sich der Einsatzbereich auf alpine Trails oder anspruchsvolle Touren im Mittelgebirge. Gondelunterstützung bergauf gibt es hier nur selten.

Ein gutes Rollverhalten gehört also ebenso zum gelungenen Gesamtkonzept wie Grip und Pannenschutz. Um diesen Anforderungen an Fullys mit 150 bis 160 Millimetern Federweg gerecht zu werden, schicken alle Hersteller Mischbereifungen ins Rennen. Von großzügigem Negativprofil über scharfkantige Stollen bis hin zu weicheren Gummimischungen geben die Firmen alles, um dem Vorderrad bessere Führungsqualitäten und maximalen Grip zu verleihen. Damit auf langen Anstiegen die Schweißausbrüche möglichst minimal bleiben, rollt der Hinterreifen dank niedrigerem Profil oder härterem Gummi bei fast allen Kandidaten besser als vorn.

Er überprüft nur, ob alle Kandidaten den Einheitsluftdruck von 1,2 Bar vorn und 1,4 Bar hinten erfüllen.

Labortests

Die Labordaten hat unsere Test- und Technikabteilung im Prüflabor des Reifenherstellers Schwalbe ermittelt.

Dennoch übernimmt der Branchen-Riese beim Rollwiderstand die Führung. Gerade mal 18 Watt verzehrt der Nobby Nic mit der härteren Speedgrip-Mischung auf dem Prüfstand. Der Vorderreifen erzielt ähnlich gute Werte. Das Doppel von Onza landet mit seiner Kombi knapp dahinter und baut nebenbei mit dem 823 Gramm leichten Porcupine auch den leichtesten Reifen im Test. Doch obwohl die anderen Teilnehmer mit Mischbereifungen den gleichen Ansatz verfolgen, sind die Unterschiede beim Rollwiderstand erstaunlich groß. So rollt der Kenda Hellkat mit 49,2 Watt als schwerfälligster Schlappen mehr als doppelt so zäh wie die Spitzenkandidaten. Specialized und WTB siedeln sich mit ihren Vorderreifen ebenfalls über der 40-Watt-Marke an.

Praxistests

Und der Praxistest? Die grobzahnigen Modelle von Kenda, Specialized und WTB plustern sich regelrecht auf den Felgen auf. Besonders an den Vorderreifen schüren hohe Stollen und viel Negativ-Profil große Hoffnung auf ein beeindruckendes Grip-Erlebnis. Rein optisch stecken wir auch die tief verkraterten Laufflächen von Maxxis und Continental in diese Liga. Nach zahlreichen Runden auf unserem Testparcours können wir sagen: Kenda und Maxxis halten, was ihr Profil verspricht. Traktion pur und Kurvenhalt vom Feinsten. Diese Reifen befähigen All Mountain Bikes für den Enduro-Einsatz. Zudem macht der Kenda Hellkat sein extrem hohes Gewicht mit ausgezeichnetem Durchschlagschutz wieder wett. Specialized landet in Sachen Fahrverhalten knapp dahinter. Nach den anfangs hohen Erwartungen an Continental und WTB stellt sich im Gelände dagegen schnell Ernüchterung ein.

Der Praxistest der Reifen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Petrus. Denn erst bei widrigen Bedingungen, wenn der Wettergott die Böden weich und schmierig macht, offenbaren sich die wesentlichen Unterschiede zwischen den Kandidaten.

Wieso das? Offenes Profil, dicke Stollen, all das spricht eigentlich für Grip en masse. Doch wie wir bereits im ersten Teil des Reifentests (BIKE 8/22) bei den Down-Country-Modellen erkannt haben, entscheidet in erster Linie die Gummimischung über die Performance eines Reifens. Der Kryptotal kommt mit Contis härtestem Endurance-Compound. Das beschert ihm trotz des starken Profils nur mäßig Punkte in hartem Gelände. Dafür zählt der Reifen beim Rollverhalten mit zu den besten.

Egal, ob bei Nässe, in tiefem Geläuf, beim Bremsen oder im Antritt - die Paarung aus Ibex und Porcupine legt ein kons­tant hohes Grip-Niveau an den Tag. Gepaart mit dem erstklassigen Rollverhalten bringt das Allround-Duo das Beste in jedem All Mountain zum Vorschein.

Testergebnisse und Empfehlungen

Insgesamt haben wir 18 Mountainbike-Mäntel ausgiebig getestet. Preislich lagen alle zwischen rund 20 und 60 Euro.

Schwalbe Hans Dampf

Vielseitig und bissig: Der Schwalbe Hans Dampf überzeugt mit starkem Grip und überraschend gutem Rollverhalten. Ideal für All-Mountain- und Enduro-Fans. Der Schwalbe Hans Dampf bietet nahezu alles, was man sich von einem modernen MTB-Reifen für All-Mountain- oder Enduro-Touren wünscht. Auf anspruchsvollen oder feuchten Trails bietet er enormen Grip und vermittelt stets ein sicheres Fahrgefühl. Auch ist der Rollwiderstand erstaunlich gering für einen Mantel, der gerne im groben Gelände bewegt wird. Somit macht der Hans Dampf auch auf langen Touren und auf festen Untergründen Spaß.

  • Grip: Sehr stark auf anspruchsvollen und feuchten Trails.
  • Rollwiderstand: Erstaunlich gering für einen Geländereifen.
  • Einsatzbereich: All-Mountain und Enduro.

Continental Kryptotal

Der Continental Kryptotal ist in einer speziellen Vorderrad- und Hinterrad-Version erhältlich. Der Kryptotal-Fr Trail Endurance und der Kryptotal-Re Downhill Soft bieten einen sehr guten Grip bei gleichzeitig guten Rolleigenschaften. Die Reifenkombination macht auf dem Mountainbike einfach nur Spaß und vermittelt ein sicheres Fahrgefühl, sowohl auf schnellen Downhills als auch bei steilen Anstiegen.

  • Grip: Sehr gut, besonders in der Downhill Soft Version.
  • Rollwiderstand: Gut, besonders in der Trail Endurance Version.
  • Einsatzbereich: Vielseitig, je nach Karkasse und Gummimischung.

Maxxis Aggressor Exo TR Dual

Der Maxxis Aggressor Exo TR Dual ist ein vielseitiger Mountainbike-Reifen mit Charakter. Der Mantel bietet gute Rolleigenschaften und guten Grip auf nahezu jedem Untergrund. Somit ist der Aggressor ein optimaler Allrounder für ausgedehnte All-Mountain-, aber auch für anspruchsvolle Enduro-Touren, der stets viel Spaß macht. Im Profil können sich jedoch kleine Steinchen festsetzen, die dem Biker im schlimmsten Fall um die Ohren geschleudert werden.

  • Grip: Gut auf nahezu jedem Untergrund.
  • Rollwiderstand: Gut.
  • Einsatzbereich: All-Mountain und Enduro.

Weitere getestete Reifen

Abhängig von der Karkasse sind die Mäntel für nahezu jede Bikedisziplin geeignet.

An dieser Stelle eine generelle Information zu den Continental-Reifen. Bei der neuesten Generation, wie dem Argotal oder dem Kryptotal, kann je nach Mountainbike-Disziplin oder Vorliebe eine entsprechende Variante gewählt werden. So ist der Kryptotal mit unterschiedlichen Casings, also Karkassen, erhältlich. Entsprechend kann zwischen der Trail-, Enduro- oder Downhill-Karkasse gewählt werden. Zudem kann zwischen einer soften oder super soften Gummimischung gewählt werden.

Die Montage der etwas steiferen und 1245,5 Gramm schweren Downhill-Karkasse auf dem Hinterrad ist einfach, der Mantel geht jedoch etwas zäh über die Felge. Hier sind gutes Werkzeug und etwas Fingerkraft hilfreich.

Auf dem Weg zum Test-Trial lässt sich gut der Rollwiderstand bewerten. Gefühlt rollen die Kryptotal recht leicht ab, obwohl am Hinterrad die weichere und etwas schwerere Version montiert ist.

Auf einzelnen Streckenabschnitten verbesserten wir sogar unsere Rekorde um mehrere Sekunden. Das deutet schon mal an, dass der Kryptotal gute Leistung sehr gut erbringt. Der Grip ist sehr gut, und sowohl auf losem als auch auf festem Belag kann man sich auf die Reifen verlassen. Auch am Grenzbereich bleibt die Reifenkombination sehr gut beherrschbar.

Die Profilblöcke beißen sich gut in den Untergrund und erst sehr spät beginnt das Hinterrad durchzudrehen.

Der Reifen rollt gut ab und bietet guten Grip. In der Summe also ein verlässlicher Begleiter, der sowohl im Uphill als auch im Downhill sehr viel Spaß macht und ein sicheres Fahrgefühl vermittelt.

Dieser Mantel beißt sich in den Untergrund und sorgt so für guten Grip, dabei können aber gerade auf steinigem Geläuf auch mal kleine Steinchen fliegen.

Insgesamt rollte der Maxxis Aggressor sehr gut ab und gefühlt besitzt der 897 Gramm schwere Mantel einen recht geringen Rollwiderstand.

Wer einen Top-Allrounder für sein All-Mountain- oder Enduro-Bike für ausgedehnte Touren sucht, der wird mit dem Maxxis Aggressor Exo TR Dual fündig. Der Mantel bietet gute Rolleigenschaften, besitzt einen guten Grip und bleibt auch auf anspruchsvollen Trails gut beherrschbar.

An der Verarbeitung des MTB-Reifens gibt es nichts zu bemängeln und die Montage ist, wie bei Schlauchreifen üblich, sehr einfach.

Egal ob im schweren oder leichten Gelände, der Reifen klebt förmlich am Boden und auch bei feuchten und rutschigen Bedingungen kommt er nicht so schnell an seine Grenzen.

Goodyear legt mit dem Newton MTF eine solide Erstaufführung auf’s Parkett. Man hat sich hierbei die Motocross-Gene zunutze gemacht und eben auch jenes Wissen bei der Konzeption und Produktion.

Das Profil wurde zur Kontrolle und auf geraden Strecken und starkem Bremsen optimiert.

Denn schon ein paar PSI können zwischen einem Auftritt in der Fail oder Win Compilation entscheiden.

Goodyear möchte mit dem Newton den Enduro Fahrer abholen. Immerhin ist der Goodyear Newton eben auch für jenes Segment konzipiert.

Reifenbreite und Fahrkomfort

Die richtige Reifenbreite für dein Mountainbike kann einen erheblichen Einfluss auf dein Fahrerlebnis haben. Die Reifenbreite beeinflusst das Fahrverhalten deines MTBs auf vielfältige Weise. Eine schmalere Reifenbreite bietet weniger Rollwiderstand und ermöglicht es dir, schneller auf der Straße zu fahren. Sie eignet sich auch besser für glatte Oberflächen. Wenn du hauptsächlich auf asphaltierten Straßen oder leichtem Gelände unterwegs bist, könnte eine schmalere Reifenbreite, beispielsweise zwischen 1,9 und 2,2 Zoll, die richtige Wahl für dich sein.

Für Offroad-Abenteuer und anspruchsvolleres Gelände empfiehlt es sich, breitere Reifen zu verwenden. Eine größere Reifenbreite sorgt für mehr Traktion und Stabilität auf rauem Untergrund. Durch eine größere Auflagefläche der Reifen kannst du dich besser in Kurven legen und hast eine bessere Kontrolle über dein Bike. Breitere Reifen bieten auch mehr Dämpfung, was dir ein komfortableres Fahrgefühl auf unebenem Terrain verleiht. In diesem Fall könntest du Reifen mit einer Breite zwischen 2,3 und 2,6 Zoll in Betracht ziehen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wahl der Reifenbreite auch von deiner Felgenbreite abhängt. Die Reifen sollten optimal auf die Felgen passen, um eine sichere und zuverlässige Performance zu gewährleisten.

Tubeless vs. Schlauchreifen

Beim Vergleich zwischen Tubeless-Reifen und Reifen mit Schlauch bieten Tubeless-Reifen einige bedeutende Vorteile. Erstens reduzieren sie den Rollwiderstand, da es keine Reibung zwischen Reifen und Schlauch gibt. Zweitens sind sie leichter, da kein Schlauch im Inneren benötigt wird. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man mit Tubeless-Reifen bei geringerem Luftdruck fahren kann, ohne die Gefahr von Schäden zu erhöhen. Dies ermöglicht einen verbesserten Komfort und eine bessere Traktion auf unterschiedlichen Untergründen.

Für die meisten Mountainbikes sind Faltreifen die bevorzugte Option. Sie sind leichter und bieten somit Vorteile in Bezug auf das Gesamtgewicht des Bikes. Drahtreifen hingegen können bei extremen Einsätzen im Bikepark und bei Downhill-Bikes sinnvoll sein, da sie besonders stabil sind und eine robuste Konstruktion aufweisen. Zudem sind Drahtreifen oft etwas preiswerter als Faltreifen.

Die Qual der Wahl

Schwalbe, MAXXIS, Conti, Pirelli, Michelin, WTB, Kenda und Co.: Die Auswahl an Mountainbike-Reifen ist riesig und unübersichtlich. Wir haben über 50 Reifen für euch getestet - und keinen klaren Sieger auserkoren. In diesem Vergleichstest küren wir weder einen klaren Testsieger noch einen Kauftipp. Denn bei MTB-Reifen gibt es zahlreiche Faktoren, die die Performance maßgeblich beeinflussen. Aus gutem Grund bieten die Hersteller eine breite Palette an Modellen und Versionen an - abgestimmt auf verschiedene Fahrertypen und - niveaus, Bikes und Trail-Bedingungen.

Also einen perfekten Reifen, der für alle Biker gleichermaßen passt, gibt es schlichtweg nicht! Stattdessen wollen wir euch erklären, auf was ihr in Zukunft achten müsst, welche Unterschiede es gibt und was ihr von gewissen Anpassungen - wie dem Luftdruck oder der Karkasse - erwarten könnt. Zudem erklären wir euch die unterschiedlichen Philosophien der Hersteller und deren - teils sehr verwirrenden - Produktpaletten, damit ihr in Zukunft die perfekte Wahl für eure Reifen treffen könnt.

Tubeless-Montage und Luftdruck

Die Vorteile von tubeless montierten Reifen liegen auf der Hand: weniger Gewicht, mehr Grip, geringerer Rollwiderstand und höherer Pannenschutz. Auch wenn die Montage etwas mühsam sein kann (nicht muss!), sind fast alle modernen MTB-Reifen sowie -Felgen für den Tubeless-Einsatz vorgesehen.

Der richtige Luftdruck im Reifen ist essenziell: Zu viel davon und ihr könnt euch von Komfort und Grip verabschieden. Bei einem zu geringen Luftdruck sind ein unpräzises, schwammiges Fahrverhalten und Defekte vorprogrammiert. Der passende Druck ist dabei sehr individuell und hängt von unzähligen Faktoren ab, wie der Karkasse, Gummimischung und den Bedingungen auf der Strecke.

Reifenbreite und Gewicht

Wie breit ist zu breit und wie schmal ist zu schmal? Prinzipiell gilt: Die Reifenbreite muss zur Felgenweite passen. Ein breiterer Reifen hat eine größere Aufstandsfläche und kann so mehr Grip generieren. Zudem kann das erhöhte Volumen den Pannenschutz und den Komfort erhöhen. Mit Reifen, die breiter als 2,6” sind, haben sportlich-aggressive Fahrer in Kurven aber oft mit negativen Effekten zu kämpfen: Das Fahrverhalten wird schwammig und unpräzise, wodurch sich enge Linien oft nicht mehr halten lassen. In Anliegern knicken die breiten Reifen schneller und heftiger weg.

Das Gewicht eurer Reifen solltet ihr nicht unterschätzen: Der Reifensatz alleine, ohne Tubeless-Milch und Co., trägt mit etwa 2,5 kg zum Gesamtgewicht eures Bikes bei. Das kommt zwar einer gefüllten großen Trinkblase gleich, dennoch wirkt sich das Gewicht des Reifens deutlich spürbarer auf die Fahrperformance aus. Zum einen sind die Reifen Teil der rotierenden Masse, die ihr bei jedem Antritt und bei jeder Bremsung beschleunigen und abbremsen müsst. Zum anderen fungieren die Reifen - noch vor eurer Gabel - als Federelement und reagieren auf Schläge, wodurch sie massiven Einfluss auf euer Fahrwerk haben. Schwere Reifen können das Fahrverhalten aber auch positiv beeinflussen: Geht es heftiger zur Sache, helfen euch schwere Reifen, die Linie im Steinfeld oder über den Wurzelteppich zu halten, was eure Fahrt stabilisiert.

Vorder- vs. Hinterradreifen

Die Anforderungen am Vorderrad unterscheiden sich von denen am Hinterrad. Beim MTB gilt es, so viel Grip wie möglich am Vorderrad zu generieren, während man am Hinterrad Kompromisse zwischen Traktion und Rollwiderstand eingehen muss. Auch beim Thema Pannenschutz gibt es massive Unterschiede, die Kräfte am Hinterrad sind oftmals um ein Vielfaches höher.

Reifen als Tuning-Teil

Auch wenn ihr nicht wie so manche Profis täglich auf neuen Reifen unterwegs seid, schlagen Reifen als Verschleißteil immer wieder große Löcher in die Urlaubskasse. Fakt ist: Ein hochwertiger Reifen ist relativ teuer, hat aber auch einen massiven Einfluss auf eure Trail-Performance und kann über Frust oder Spaß im Urlaub entscheiden. Denn wer flickt schon gerne unter nervigem Zeitaufwand seine Reifen, während die Kumpels amüsiert daneben stehen und Scherze über eure kleine Pumpe machen. Ihr solltet euren Reifen deshalb als Tuning und nicht als Verschleißteil betrachten.

Tire Inserts

Tire Inserts gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und die Preisspanne dieser Systeme ist riesig. Das Funktionsprinzip ist bei den meisten Systemen dasselbe: Ein Schaumstoff agiert bei heftigen Einschlägen als Puffer zwischen dem Felgenhorn und dem Reifen. Dadurch schlägt der Reifen nicht mehr oder deutlich weicher auf der Felge auf und wird nicht so schnell von ihr beschädigt.

Testmethoden

Gut Ding will Weile haben: Kein anderer Test bei ENDURO hat so lange gedauert und so viele Tester involviert wie unser Reifen-Vergleichstest. An ihm waren alle Redakteure im Team beteiligt. In den letzten zwei Jahren haben wir an die 200 Bikes getestet. Das macht 400 Reifen, auf denen wir unzählige Trail-Kilometer abgespult haben. Dadurch können wir auf einen riesigen Erfahrungsschatz in der Beurteilung der Reifen zurückgreifen.

Für unseren Test am Kronplatz in Südtirol sind alle Tester auf dem Pivot Firebird und dem gleichen HUNT Trail Wide MTB-Alu-Laufradsatz gefahren, um gleiche Voraussetzungen zu haben: Gleiche Bikes und gleicher Laufradsatz, unterschiedliche Reifen.

Labortests im Detail

  • Labor-Durchschlagtest: Ein 19 kg schwerer Stahl-Keil wird auf die Lauffläche des Reifens (zwischen die Stollen) ausgerichtet, auf eine definierte Höhe angehoben und anschließend fallen gelassen.
  • Labor-Durchstichtest: Ein Prüfkörper wird mit steigender Krafteinwirkung auf den Reifen gedrückt, bis dieser durchstochen wurde.
  • Labor-Rollwiderstandsmessung: Jeder Reifen wird auf einer 30 mm breiten Test-Felge montiert, auf 1,5 bar Reifendruck aufgepumpt und mit einer Radlast von 50 kg belastet, während er auf einer Stahlrolle abrollt.
  • Praxis-Rollwiderstandsmessung: Hier haben wir ausgewählte Reifen auf unserem Pivot Trailcat LT mit standardisierten Felgen montiert und Testfahrten sowohl auf Asphalt als auch auf einem Schotterweg durchgeführt.

Karkasse

Die Karkasse bildet so etwas wie das Rückgrat des Reifens und ist mit der wichtigste Faktor, auf den ihr bei der Wahl eurer Reifen achten solltet. Sie verleiht ihm seine Rundung und beeinflusst maßgeblich die Dämpfung, die Kurvenstabilität und den Pannenschutz. Sie beeinflusst aber auch den Rollwiderstand und vor allem das Gewicht des Reifens.

Specialized Reifen

Dass Specialized gute Bikes baut, steht außer Frage - doch bei der Marke aus Morgan Hill begann alles mit Reifen. Heute deckt das hauseigene Reifensortiment alles ab: vom leichten XC-Racer bis zum robusten Gravity-Pneu - oft direkt ab Werk montiert, aber ebenso separat im Fachhandel erhältlich. Damit sind Specialized-Reifen längst nicht nur für die hauseigenen Bikes relevant. Doch wie schlagen sich die aktuellen Modelle abseits vom Showroom, wenn’s richtig zur Sache geht?

Specialized Karkassen

  • S-Works: Leichteste und geschmeidigste Karkasse, ideal für XC-Rennen.
  • Control: Allround-XC-Karkasse mit besserem Durchstichschutz.
  • GRID: Widerstandsfähige Karkasse mit Seitenwandschutz.
  • GRID Trail: Karkasse für härteren Trail-Einsatz mit Pannenschutzeinlage.
  • GRID Gravity: Zweilagige Karkassenkonstruktion für grobes Gelände.

Specialized Gummimischungen

  • T5: XC-Mischung für hohe Geschwindigkeit, geringen Verschleiß und gute Schnittfestigkeit.
  • T7: Trail-Mischung für gute Roll- und Gripeigenschaften.
  • T9: Weichste Gummimischung für maximalen Grip und Dämpfung.

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