Die größten Mountainbike-Fahrer aller Zeiten

Die Welt des Mountainbikens hat im Laufe der Jahre viele talentierte und inspirierende Fahrer hervorgebracht. Einer von ihnen ist der Däne Michael Rasmussen, der als zäher Kletterer das gepunktete Trikot des besten Bergfahrers bei der Tour de France 2005 gewann und sich in die Herzen vieler Fans fuhr. Doch Rasmussen hat mehr als nur Talent auf dem Rennrad.

Michael Rasmussen: Vom Mountainbike-Weltmeister zum Straßenradsport-Star

Er begann seine Profi-Karriere auf dem Mountainbike, gewann Cross-Country-Worldcups und schlüpfte 1999 ins Regenbogen-Trikot des Weltmeisters. Kein anderer Fahrer kann die Unterschiede zwischen den Disziplinen Mountainbike und Rennrad so präzise definieren wie der 31-Jährige, der mit seiner mexikanischen Frau Cariza, einer ehemaligen Downhill-Rennfahrerin, in Lazise am Gardasee lebt.

Eigentlich habe ich auf der Straße angefangen. 1983 existierten Mountainbikes in Europa noch nicht. 1989 bekam ich mein erstes Bike und habe die ersten Rennen gewonnen. 1992 wurde ich Dänischer Meister und holte Bronze bei der Junioren-WM. Da war klar, dass ich erst mal Bike-Rennen fahre.

In meinem Herzen war ich immer Straßenfahrer. Die Bike-Karriere war eher Zufall. Als ich 21 war, bekam ich Geld dafür, mit dem Bike um die Welt zu ziehen und Rennen zu gewinnen. Das war großartig! Ich wollte schon 1998 für ein Straßen-Team fahren, bekam aber keinen Vertrag. Im Jahr darauf wurde ich Bike-Weltmeister und das Regenbogen-Trikot wollte ich unbedingt tragen. Außerdem wurde ich für die Olympischen Spiele nominiert. Genug Gründe also, weiter Biker zu sein.

Ich hatte im Bike-Sport alles gesehen und erlebt. Ich habe den Sport auf ein sehr hohes Niveau wachsen sehen, auch finanziell. Doch nach den Olympischen Spielen 1996 ging es nicht weiter. Der Worldcup schrumpfte. Auch wenn du große Rennen gewonnen hattest, zeigte das Fernsehen kein Interesse.

Straßenrennen sind die Formel 1. Alles andere, Bahn, Bike, Querfeldein kommt dahinter. Du kannst der Beste in der zweiten Liga sein, aber du weißt nicht, wie du gegen die Besten aussiehst.

Der Vergleich: Straße vs. Mountainbike

Radsport ist ziemlich primitiv: Wenn du schnell fährst, wirst du schnell akzeptiert. Wenn du mit den Besten in den Bergen mithältst, bekommst du sofort Respekt. Ich bekomme das Zehnfache von dem, was ich als Bike-Weltmeister erhalten habe!

Doch was sind die Unterschiede zwischen Straße und Mountainbike? Rasmussen erklärt:

Auf dem Bike siehst du normalerweise voraus, wenn du stürzt, das Tempo ist niedriger. Du hast Zeit, dich vorzubereiten. Auf der Straße knallst du einfach hin, du hast im Peloton meist nicht mal mehr die Chance, die Hände vom Lenker zu nehmen. Stürzen tut auf der Straße viel mehr weh. Letztes Jahr bei der Deutschland-Tour rasten wir im Feld mit 120 Stundenkilometern in einen dunklen Tunnel. Die Straße war nass und hatte diese Markierungsknöpfe in der Mitte ...Ich fühlte mich wirklich nicht wohl. Über 100 km/h ist einfach zu schnell für einen Menschen auf einem Fahrrad.

Wir haben engere Zeitpläne, mehr Rennen und müssen mehr trainieren. Also liegt es nah, Bikern vorzuwerfen, sie fahren nur zwei Stunden lange Rennen und davon nur 20 Stück im Jahr. Allerdings musst du beim Biken bei den wichtigen acht Rennen im Jahr über 100 Prozent fahren, sonst erntest du nichts. Mit etwas technischem Training könnte aus den Top 200 jeder gute Kletterer auf dem Bike erfolgreich sein.

Leiden, Doping und Askese

Auf dem Bike war es recht leicht für mich, weil ich ein guter Kletterer bin. Darum dreht sich das Biken schließlich. Als ich 20 war, fuhr ich schon in den Top Ten der Welt. Auf der Straße ging es auch ziemlich schnell. Vom Halbprofi 2001 brauchte ich ein halbes Jahr, um bei der WM über 260 Kilometer zeitgleich mit dem Weltmeister zu finishen. Ich hatte Glück. Ich musste nicht jahrelang kämpfen wie andere.

Ich glaube schon. Die Rennen sind länger, du bist schlechtem Wetter länger ausgesetzt. Beispielsweise die Deutschland-Tour: 1000 von 1500 Kilometern hat es geregnet. Ein Bike-Rennen dauert zwei Stunden und selbst im Schlamm und Schnee bleibst du warm, weil du konstant schnell fährst. Auf der Straße sind das echte Schmerzen. Manchmal heulst du, weil dir so kalt ist, dass du aussteigen musst.

Natürlich ist das schlecht für den Radsport. Doping existiert im Radsport seit 100 Jahren, aber seit dem Festina-Skandal 1998 erregt es viel mehr Interesse als früher. Es wird wohl auch weitere 100 Jahre existieren, aber der Sport wird überleben. Klar, aber du darfst niemanden beschuldigen, nur weil er schnell fährt. Ich fahre mein Rennen und möchte nicht wissen, was die anderen machen. Du kannst dich nicht auch noch darauf konzentrieren, sonst wird die Frustration zu groß. Du kannst nur hoffen, dass die Regeln funktionieren - und das tun sie, wie die letzten Fälle beweisen!

Ernährung ist eine sehr wichtige Sache. Um schnell zu klettern muss ich so leicht wie möglich sein. Ich darf kein überflüssiges Gewicht haben. Ich versuche, bloß das Minimum zu essen. Ich bin schon von Natur aus sehr dünn. Ich habe nicht viel Knochenmasse.

Als Bergfahrer ist das Verhältnis von Gewicht zu Kraft viel entscheidender als für andere Fahrer. Wenn ein Jens Voigt ein Kilo über dem Idealwert liegt, macht das nicht so viel aus. Wenn ich ein Kilo schwerer bin, entscheidet das über Sieg oder 20. Platz.

Die Verbindung zur Bike-Szene

Manchmal um ihre kurze Saison. Und dass sie so viel Zeit zum rumhängen haben? (Lacht). Und dass sie nicht im März jeden Tag fünf bis sechs Stunden Rennen in Belgien oder Spanien fahren müssen. Sicher um das Medieninteresse, das sie nicht haben.

Nein. Wenn ich meine Karriere beende, beende ich sie auf der Straße. Doch sag niemals nie!

Hier ist eine Zusammenfassung von Michael Rasmussens Antworten auf einige kurze Fragen:

  • Nenne einen Menschen, der Großes geleistet hat: Nelson Mandela
  • Im Urlaub: Liegestuhl am Strand oder Abenteuer-Trip mit Rucksack? Strandkorb
  • Der Start in eine neue Saison: Spaß oder Stress? Spaß
  • Die Waage im Bad: Qual oder Freude? Kommt auf die Jahreszeit an
  • Buch oder Internetsurfen? Buch
  • Lado Fumic ist für dich ... ein Mountainbiker.
  • Manuel Fumic ist für dich ... sein Bruder.
  • Der größte Radsportler aller Zeiten? Eddy Merckx
  • Der beste Biker aller Zeiten? Jemand zwischen Miguel Martinez und Thomas Frischknecht
  • Dein Team bedeutet für dich ... Unterstützung, Verständnis, Respekt.
  • Trainingsfrei bedeutet für dich? Zeit mit meiner Frau zu verbringen
  • Die Karriere ist dann beendet ... wenn ich mein maximales Potenzial erreicht habe.

Top 25 der kreativsten Freerider

Neben Michael Rasmussen gibt es noch viele andere kreative und talentierte Mountainbike-Fahrer. Hier ist eine Liste der Top 25 der kreativsten Freerider:

  1. Danny MacAskill
  2. Brandon Semenuk
  3. Fabio Wibmer
  4. Josh Lewis
  5. Chris Akrigg
  6. Brage Vestavik
  7. Kirt Voreis
  8. Paul Couderc
  9. Kriss Kyle
  10. Erik Hölperl
  11. Matt Jones
  12. Kilian Bron
  13. Tom van Steenbergen
  14. Christian Rigal
  15. Kirill Benderoni
  16. Josh Bryceland
  17. Matt MacDuff
  18. Dylan Stark
  19. Antti Rissanen
  20. Phil Atwill
  21. Emil Johansson
  22. Nicholi Rogatkin
  23. Craig Evans
  24. Wyn Masters
  25. Jaxson Riddle

Danny MacAskill zieht mit seinen Youtube-Clips ein Millionen-Publikum in den Bann, das mit Biken wenig am Hut hatte. Er droppt von Brücken, hüpft auf Telefonzellen, rollt über Schranken, balanciert auf einem rollenden Strohballen. In jedem seiner Videos setzt Danny neue Maßstäbe. Grenzenloses Können, Perfektionismus und seine Ideenflut machen ihn zum kreativsten Kopf der Bike-Szene.

Fabio Wibmer benötigt keine Vorstellung - praktisch alle kennen ihn. Mit seinen Youtube-Videos erreicht der Österreicher ein dreistelliges Millionen- Publikum. Seine Filme überraschen jedes Mal mit Banger-Stunts, Witz und coolen Ideen. Obendrein ist Fabio ein Meister der Selbstvermarktung. Das macht ihn laut Insidern zum bestbezahlten Gravity-Biker der Welt.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0