Bikepacking ist eine bereichernde Erfahrung, die jedem Radfahrbegeisterten die Möglichkeit bietet, Abenteuer auf eine ganz neue Art zu erleben. Egal, ob du ein Anfänger oder ein erfahrener Bikepacker bist, die richtige Vorbereitung ist der Schlüssel. Wähle Dein Fahrrad weise aus, packe effizient und leicht, plane Deine Route sorgfältig und sei auf alle Eventualitäten vorbereitet. Mit diesen Tipps kannst Du die Freiheit auf zwei Rädern voll auskosten, atemberaubende Landschaften erkunden und unvergessliche Momente erleben.
Was ist Bikepacking?
Du verzichtest auf die sonst üblichen, schweren Satteltaschen und setzt stattdessen auf kompaktere Taschen, die direkt am Fahrrad befestigt werden. Ein beliebtes Beispiel ist die „Arschrakete“, eine schlanke, längliche Tasche, die unter dem Sattel befestigt wird und nach hinten herausragt.
Man fährt los - und ist völlig selbstständig und frei. Man kann fahren, wohin man will, halten, wann man will, essen und schlafen, wo es sich gerade anbietet. Zwei, drei, vier, acht, zehn, 20 Tage und mehr - fast alles ist möglich.
Für wen ist Bikepacking geeignet?
Ja, Bikepacking ist für Menschen aller Erfahrungsstufen geeignet, solange sie grundlegende Fahrradfähigkeiten besitzen. Grundsätzlich kannst an jedes Rad Bikepacking Taschen montieren und Dich dann auf Deine erste Bikepacking Tour begeben.
Die Wahl des richtigen Fahrrads
Die Auswahl des perfekten Bikepacking-Rads hängt von deinen persönlichen Vorlieben und Anforderungen ab. Gravelbikes sind aufgrund ihrer Vielseitigkeit und Robustheit besonders fürs Bikepacking geeignet. Sie eignen sich sowohl für Straßen als auch für Geländefahrten und bieten eine gute Balance zwischen Geschwindigkeit und Komfort. Ich montiere meine Taschen aber auch an meinem Rennrad und meinem Mountainbike. Die Entscheidung, welches Rad ich benutze, hängt vom Untergrund ab.
Für meine Bikepacking-Abenteuer steht mir mein Canyon Grail CF SL 7 zur Verfügung. Es verfügt über keinerlei Anschraubpunkte für Taschen und hat zudem einen sehr speziellen Lenker, den sogenannten Hoverbar oder Doppeldeckerlenker von Canyon. Dieser erschwert das Anbringen der üblichen Gepäckrolle. Unmöglich ist es aber nicht. Auch ein Gepäckträger oder die Möglichkeit zur Anbringung von Taschen an der Carbongabel „fehlt“.
Wenn du dir also ohnehin extra ein neues Bike fürs Bikepacking besorgen wolltest, wäre meine Empfehlung, diese Punkte bei deiner Entscheidung für ein neues Rad zu berücksichtigen. Ansonsten würde ich in Anlehnung an ein berühmtes Zitat aus der Welt der Fotografie sagen: „Das beste Fahrrad ist das, welches du bereits hast.“
Packstrategie: Weniger ist mehr
Weniger ist beim Bikepacking mehr. Ziel ist es, nur die wesentlichen Gegenstände zu packen, um das Fahrrad leicht und handlich zu halten.
Checkliste für deine Bikepacking Tour
- einen wetterfesten Schlafplatz (z. B.
- hohe Kaloriendichte bei geringem Gewicht (z. B.
- Wechselkleidung (z. B.
Mit unserer Ausrüstung machst du dich und dein Zweirad bereit für neue Erlebnisse unterwegs, für neue Strecken, neue Wälder, neue Länder. Lass dich von schlechter Ausrüstung nicht aufhalten, sondern rüste dich mit allem, was du fürs Bikepacking benötigst: Egal, ob Sattel- oder Rahmentaschen, leichte Zelte oder Komponenten fürs Fahrrad - bei uns bekommst du alles in erstklassiger Qualität.
Die richtige Ausrüstung
Das oberste Prinzip der Gepäckauswahl beziehungsweise der Packliste: Klein, leicht und funktional sollte alles sein. Jedes Gramm und jeder Kubikzentimeter Volumen zählen. Die Grundfrage vor dem Packen lautet: draußen übernachten oder drinnen, in Hotels, Hostels, Pensionen, bei Freunden und Bekannten?
Freiheit, Minimalismus, Abenteuer - all das sind Dinge, die das Bikepacking vereint. Damit du auf deinem Trip alles dabei hast, ohne einen Anhänger hinter dir herzuziehen, ist cleveres Equipment gefragt. Welches, das dir möglichst viel Stauraum und Funktionen bietet und dich nicht im Stich lässt. Und das bekommst du selbstverständlich bei uns.
Meine Ausstattung an Rädern, Campingausrüstung, Taschen, Kleidung uvm. hat sich über die Jahre deutlich erweitert und verfeinert.
Taschen für Bikepacking
- Satteltaschen: Von 0,5 bis 16,5 Liter - die sogenannten Arschraketen gibt es in verschiedenen Größen.
- Rahmentaschen: Mit ihnen nutzt du die Geometrie deines Bikes bestmöglich aus.
- Oberrohrtaschen: Da du während der Fahrt immer Zugriff auf diese Taschen hast, sind sie ideal für kleineren Proviant geeignet. Hunger?
- Gepäckträgertaschen: Sie sind bewährte Klassiker und bieten dir auch für längere Abenteuer genügend Stauraum.
Wohin die Radreise auch geht - ob Trekkingrad, Gravel oder MTB: Mit den entsprechenden Taschen sind deine Essentials sicher verpackt - teilweise sogar wasserdicht. Die meisten Modelle kannst du per Gurt- oder Klicksystem einfach montieren und demontieren, sodass du dein Bike-Setting schnell an deine Tour anpassen kannst.
Ich habe beschlossen aus der Not eine Tugend zu machen und wollte möglichst minimalistisch unterwegs sein. Für mich persönlich macht das aber ohnehin einen Teil der Faszination Bikepacking aus.
Mein Ziel war es, ohne Verpflegung mit maximal 10 kg Gepäck auszukommen. Da ich fast alles, was ich brauchte neu kaufen musste, wollte und konnte ich preislich nicht übertreiben und habe daher bei den Taschen nicht zu Ortlieb oder Apidura gegriffen, obwohl diese Hersteller sicherlich hervorragende Qualität bieten. Meine Wahl fiel auf die Taschen von Topeak, mit denen ich dann im Praxiseinsatz auch sehr zufrieden war. Die Taschen bieten eine solide Qualität zu einem angemessenen Preis, vor allem, wenn man sie im Angebot kauft.
Camping-Ausrüstung
Wenn du einige Tage auf Tour bist, brauchst du eine wetterfeste Unterkunft.
Bikepacking bedeutet auch Abenteuer, Entdecken und die Natur kennenlernen. Während die einen tagsüber von Hotel zu Hotel fahren, möchtest du vielleicht stattdessen komplett in die Natur eintauchen und dein Zelt genau dort aufschlagen, wo deine Beine auf dem Bike "stopp" schreien.
Wenn du dein Fahrrad clever mit Taschen ausstattest, ist das kein Problem - dann kannst du das Bett, ein Dach über dem Kopf und sogar eine Mini-Küche einfach einpacken. Ein leichtes, kompaktes Zelt bietet dir genügend Platz zum Schlafen sowie Schutz vor Wind und Regen. Trotzdem sind die modernen Modelle platzsparend zu verstauen, sodass sie im Packsack oder an der Lenkertasche mitgenommen werden können.
Damit es nicht zu kalt wird, solltest du dir vor deinem Trip außerdem einen Schlafsack aussuchen, der auf die potenziellen Temperaturen ausgerichtet ist. One fits all? Das kommt hier nicht hin: Achte auf die Temperaturangaben, damit du während des Schlafs wirklich gut regenerieren kannst und deine Akkus morgens voll sind.
Fahrrad-Komponenten
Dein Bike ist das wichtigste Gadget; sorge vor deinem Trip dafür, dass Bremsen, Licht und Co.
Bikepacking ohne Bike? Wenn dein Fahrrad schlappmacht, heißt es schieben. Willst du nicht? Dann kümmere dich um dein Herzstück! Vor oder nach jeder längeren Tour heißt es: Wartung und Pflege für den fahrbaren Untersatz. Bei uns im Shop bekommst du alles, was du für deine eigene kleine Werkstatt benötigst. Vom praktischen Montageständer über Reifen und Bremsen bis hin zum entsprechenden Werkzeug.
Outdoor-Kleidung
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Das stimmt.
Die Natur ist unberechenbar. Und egal, wie oft du dir vor dem Trip den Wetterbericht anschaust: Es kommt immer anders, als man denkt. Sonne und Hitze, Regen und Kälte, Wind oder sogar Schnee - je nachdem, wann und wo du unterwegs bist, musst du mit allem rechnen.
Die richtige Outdoor-Kleidung sorgt dafür, dass du auf dem Rad sicher und geschützt vor dem Wetter unterwegs bist.
- vor Regen und Nässe geschützt - denn wasserfeste Outdoor-Kleidung sorgt dafür, dass du trocken bleibst und nicht bei den ersten Tropfen von oben einen Unterschlupf suchen musst.
- Fahrradjacken, Hosen, Handschuhe und Co. sicher - Kleidung kann mehr als nur wärmen. Mit Reflektoren und LEDs ausgestattet macht sie dich sichtbar, auch wenn du im Dunkeln fährst.
- genau richtig temperiert - ins Schwitzen kommen gehört dazu.
- unterstützend - denn Fahrradschuhe und Co.
Ausrüstung für die Küche
Obwohl auf dem Fahrrad nur das Nötigste mitkommt, heißt das nicht, dass du auf alltägliche Essentials verzichten musst. Mit einer clever eingerichteten Outdoorküche sind frisches Wasser, Kaffee, Porridge und Co. kein Problem, sondern liefern dir Energie für den nächsten Streckenabschnitt.
Gaskocher oder Feuerstahl? Wer viel trampelt, muss viel trinken. Deshalb solltest du stets auf deine Hydration achten und dir frisches Wasser mitnehmen oder besorgen.
Sonstiges
Kein Helm? Kein Respekt. Mach dein Bike verkehrssicher. Denn oft wird es schneller dunkel, als man denkt - und jede Route kreuzt mal eine befahrene Straße.
Und falls doch mal etwas passiert? Dann kann ein Erste-Hilfe-Set beim Bikepacking wahnsinnig praktisch sein.
Routenplanung und Navigation
Wähle eine Route basierend auf Deiner Erfahrung, Fitness und den gewünschten Landschaften. Berücksichtige die Distanz, das Gelände und die Verfügbarkeit von Campingplätzen oder anderen Übernachtungsmöglichkeiten.
Du brauchst definitiv eine gut gepolsterte Radhose, die wie eine zweite Haut sitzt, um Scheuerstellen zu vermeiden. Und vergiss nicht, Sitzcreme einzupacken, besonders bei längeren Touren. Neben einem Helm und ein oder zwei Sets Radkleidung - je nachdem, ob Du unterwegs wechseln oder waschen möchtest - ist Regenkleidung unerlässlich.
Eine Navigationsapp ist beim Bikepacking unverzichtbar. Sie hilft nicht nur, die Route im Blick zu behalten, sondern bietet oft Funktionen wie Karten-Downloads für die Offline-Nutzung, Echtzeit-GPS, und die Anzeige von Höhenprofilen und Streckendetails. Viele Apps ermöglichen es auch, unterwegs Versorgungspunkte, wie Supermärkte und Tankstellen und Alternativrouten zu finden sowie Wetterinfos einzusehen.
Die Strecken, die ich vorher mit Komoot am Handy geplant hatte, lassen sich einfach übertragen und natürlich bekommt man einen permanenten Überblick über alle möglichen Fahrdaten, wie Geschwindigkeits- und Distanzangaben. Ich habe das Einstiegsgerät von Garmin, den Garmin Edge 530, im Einsatz und bin damit ganz zufrieden. Nur einen Touchscrenn vermisse ich von Zeit zu Zeit, aber dafür muss man tiefer in die Tasche greifen.
Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
Regelmäßiges Essen und Trinken ist entscheidend, um Energie aufrechtzuerhalten und Dehydrierung zu vermeiden. Plane Deine Mahlzeiten und Snacks im Voraus und stelle sicher, dass Du ausreichend zu Trinken dabei hast.
Es ist essenziell, während der Fahrt regelmäßig zu essen, um den gefürchteten Hungerast, also einen plötzlichen Leistungsabfall aufgrund eines Kohlenhydratmangels, zu vermeiden. Ich nehme immer Riegel mit, sorge aber auch dafür, dass ich in den Pausen ausreichend und kohlenhydratreich esse. Bei einem Rennen verbrauche ich bis zu 7.000 Kalorien am Tag, die ich natürlich wieder zu mir nehmen muss. Haferflocken und Milchreis in allen möglichen Formen sind bei mir gern gesehene Begleiter.
Achte auch darauf, genug zu trinken, denn Dehydrierung verursacht Kopfschmerzen und Leistungsabfall. In eine Radflasche passen 0,75 Liter und die sollte in einer Stunde leer getrunken sein. Ich habe mindestens zwei Flaschen dabei und erkundige mich vorab, wo ich sie am besten auffüllen kann.
Wichtige Werkzeuge und Reparaturfähigkeiten
Grundlegende Fähigkeiten wie das Wechseln eines Reifens, die Reparatur einer Kette oder eines Mantels sind essenziell. Am besten machst Du vor Deiner Tour einen Reparaturkurs, um diese Fähigkeiten zu erlernen oder aufzufrischen.
Hier meine Liste an Werkzeugen, die unbedingt mit auf Bikepacking Tour müssen.
Zusätzliche Tipps und Tricks
- Sei nicht ungeduldig oder frustriert, wenn am Anfang nicht alles glatt läuft. Deine Fitness verbessert sich mit der Zeit durch stetiges Training und Gewöhnung an die neue Sportart. Es dauert einige Zeit, bis Du Deine Sachen organisiert bekommst, weisst was in welche Tasche kommt und bis Du Deinen Rhythmus findest.
- Das Wichtigste ist, dass die Route zu Dir passt. Überschätze Dich nicht gleich zu Beginn. Wähle keine Strecke, die zu anspruchsvoll ist, damit du auf jeden Fall Freude daran hast. Zu Anfang sind 60 bis 80 Kilometer je nach Höhenmeter Profil am Tag völlig ausreichend.
- Und denke vorher darüber nach, ob Du lieber auf der Straße oder im Gelände fahren möchtest. Auf der Straße kommst du zwar leichter voran, musst aber mit mehr Verkehr rechnen. Schotterstraßen bieten ein etwas holprigeres Fahrerlebnis, dafür bist Du näher an der Natur. Mache ggf. ein Fahrtechnik Training, wenn Du auf anspruchvollen Tracks unterwegs sein möchtest.
- Das zweitwichtigste: Trage einen Termin in Deinen Kalender ein.
- Geh nicht zu verbissen ans Bikepacking heran, sondern fokussiere Dich darauf, die Erfahrung zu genießen. Es ist kein Muss, an einem Rennen teilzunehmen - auch entspannte Touren bieten großartige Abenteuer.
- Trotz der Idylle, die Outdoor-Fotos oft vermitteln: In Deutschland ist Wildcampen verboten. Statt Dein Zelt irgendwo in der Natur aufzuschlagen, solltest Du Deine Tour so planen, dass Du abends einen Campingplatz erreichst. Eine tolle Alternative ist, Leute direkt anzusprechen, ob Du in ihrem Garten zelten darfst - das habe ich auch schon ausprobiert.
- Tipp: Packe schwere Gegenstände möglichst weit vorne in die Tasche (Richtung Sattelstütze), um Hebelwirkungen zu minimieren.
- Tipp: Verwende kleine Drybags oder Zipbeutel, um Ordnung in der Tasche zu halten - das spart Zeit und schützt empfindliche Gegenstände.
- Tipp: Stopfe die Tasche möglichst eng, damit nichts klappert. Verwende eine Trennung mit Packsäcken (z. B.
- Tipp: In Verbindung mit einem leichten Tarp bist du auch bei Regen auf der sicheren Seite - bei gutem Wetter brauchst du es nicht aufbauen.
- Tipp: Speichere alle Tourdaten offline - auch wenn du Empfang hast, schont es Akku und macht dich unabhängig.
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