Mountainbike-Brillen im Test: Klare Sicht auf dem Trail

Sobald es mit dem Mountainbike abfahrtslastig wird, erfreuen sich Goggles sehr großer Beliebtheit, denn sie bieten einen zuverlässigen Schutz vor Staub und Schlamm. Du bist auf der Suche nach einer neuen MTB-Goggle? Wir haben uns 5 Goggles verschiedener Hersteller genauer angesehen und ausgiebig getestet. Von 3 Grad Schneeregen in den österreichischen Alpen bis zu 35 Grad in praller Sonne an der Küste von Spanien war alles dabei.

Wichtige Kriterien beim Kauf einer MTB-Brille

Beim Kauf einer Mountainbike-Brille gibt es einige wichtige Faktoren zu beachten:

  • Passform: Was hilft das coolste Design, wenn die Brille einfach nicht zu deinem Helm bzw. deinem Gesicht passt?
  • Sichtfeld: Googles bzw. ihre Rahmen können das Sichtfeld einschränken, was viele Biker als unangenehm empfinden.
  • Belüftung: Ohne ausreichend Belüftung beginnen Goggles zu beschlagen, was natürlich sehr gefährlich werden kann.
  • Preis-Leistung: Ist eine teure Brille auch wirklich für dich geeignet, also benötigst du die fancy Features wirklich? Teuer heißt nicht immer besser, denn für viele Biker reichen oft schon die günstigeren Goggles vollkommen aus.

Die getesteten Modelle im Detail

Scott Prospect

Die Scott Prospect ist eine sehr hochwertige und angenehm zu tragende Brille. Es besteht nur eine minimale Einschränkung des Sichtfelds, die Tönung der Scheibe ist super bei Licht- und Schattenwechsel und ist kein einziges mal beschlagen. Auch unter den widrigsten Bedingungen kannst Du Dich auf die Scott Prospect verlassen. Der angenehme, dreilagige Schaumstoff passt sich super an dein Gesicht an ohne Druckstellen zu verursachen. Das Brillenband ist an beweglichen Auslegern befestigt, dadurch konnte sich die MTB-Goggle an unsere Helme super anpassen. Sie besitzt ein sehr breites, silikoniertes Brillenband, was ein Verrutschen quasi unmöglich macht.

100% Strata Gen 2

Die Strata in der 2. Generation ist unser Preis-Leistungssieger für Hobbyfahrer, denn sie punktet mit Features, welche sonst nur bei teureren Goggles zu finden sind. Diese Brille kann durch die Bauform auch ideal an Halbschalen-Helmen getragen werden. Die 100% Strata ist uns nie beschlagen, solltest Du mal ein Ersatzglas benötigen gibt es eine riesige Auswahl zu einem fairen Preis. Wenn Du eine Goggle suchst, die Du sehr häufig bzw.

Leatt Velocity 6.5

Eine mega stylische Brille mit exzellentem Brillenglas. Das silber verspiegelte Glas bietet hohen Kontrast in verschiedensten Bedingungen. Mit dieser MTB-Goggle wirst du nie Sichtprobleme bekommen, denn auch die Anti-Fog Beschichtung funktioniert witterungsunabhängig einwandfrei. Die Bauform der Leatt Velocity 6.5 ist wuchtig, bietet dadurch aber eine nahezu uneingeschränkte Sicht. Die Brille besitzt einen abnehmbaren Nasenschutz, welcher sich in Sekundenschnelle montieren lässt.

O’Neal B-10 Pixel

Die O’Neal B-10 Pixel ist die günstigste Brille, welche wir getestet haben. Sie ist solide verarbeitet und bietet dank des 3D-geformten Glases gute Sicht. Leider ist sie uns an heißen und feuchten Tagen auch mal beschlagen. Sobald Du aber eine gewisse Geschwindigkeit fährst, funktioniert die Belüftung wieder. Die schmale Bauform passt gut zu Halbschalenhelmen und auch der Schaumstoff trägt sich angenehm auf der Haut. Tipp: Nimm die Brille einfach ab, sobald Du stehst.

100% Armega

Die Armega ist das Flaggschiff der 100% Goggles und bietet alles, was das Bikerherz höherschlagen lässt. Die Verarbeitung ist wie zu erwarten auf Spitzenniveau und das Hiper-Technologie-Brillenglas ist mit Abstand das beste, durch welches wir jemals bei einer MTB-Goggle geblickt haben. Glaub uns, Du willst die Brille nicht mehr abnehmen, denn die Welt sieht durch dieses Glas viel schöner aus. Eine sehr wuchtige Brille, die ganz klar für Fullface-Helme konzipiert ist.

Troop Bike

Die Troop Bike ist die einzige MTB-Goggle in unserem Test, welche komplett rahmenlos ist. Das macht sie nicht nur optisch zu einem Highlight, sondern auch der Gläserwechsel funktioniert schnell und einfach im Vergleich zu den anderen Modellen. Auch das Sichtfeld wird dadurch weniger eingeschränkt, was uns persönlich sehr gut gefallen hat.

Weitere getestete Modelle und Testergebnisse

Neben den oben genannten Modellen wurden auch weitere Brillen getestet. Hier eine Übersicht der Testergebnisse:

Modell Testergebnis Preis (ca.) Tragekomfort Schutz Sichtfeld Gewicht Ausstattung
Evil Eye E-sense Next sehr gut 679 Euro 4/5 5/5 3.5/5 1.5/5 4/5
Out Of Bot2+ gut 379 Euro 4/5 5/5 3.5/5 2/5 3/5
React Optray Ruby gut 289 Euro 3/5 3.5/5 4/5 1.5/5 3/5
100% S3 sehr gut 159 Euro 3.5/5 4.5/5 4.5/5 2/5 4/5
Alpina Sonic HR V gut 130 Euro 4/5 4/5 4/5 2.5/5 2.5/5
Bliz P001 sehr gut 109 Euro 4.5/5 5/5 4.5/5 3/5 1.5/5
Julbo Intensity sehr gut 215 Euro 5/5 3.5/5 5/5 5/5 3/5
Oakley Velo Kato sehr gut 304 Euro 5/5 4.5/5 4.5/5 0.5/5 2.5/5
Pit Viper The Midnight Try-Hard sehr gut 130 Euro 4/5 5/5 4/5 1/5 4/5
Poc Elicit Toric sehr gut 270 Euro 4.5/5 4.5/5 4/5 4/5 4.5/5
Rudy Project Astral Sphere sehr gut 200 Euro 4.5/5 4.5/5 5/5 3.5/5 2/5
Scott Stride gut 120 Euro 4/5 4.5/5 4/5 3/5 2/5
Smith Defy gut 175 Euro 4/5 3/5 4/5 3/5 3/5
Swisseye Racer sehr gut 194 Euro 3.5/5 5/5 5/5 2.5/5 5/5

Weitere Aspekte bei der Auswahl einer Fahrradbrille

Neben den bereits genannten Kriterien gibt es noch weitere Aspekte, die bei der Auswahl einer Fahrradbrille berücksichtigt werden sollten:

  • UV-Schutz: Ob überhaupt ein UV-Schutz vorhanden ist, sollte vor dem Kauf abgeklärt werden. Billighersteller statten ihre Modelle manchmal mit einer sehr niedrigen oder gar keiner Schutzklasse aus, also Achtung!
  • Material der Gläser: Die Gläser von Radsonnenbrillen sind oftmals aus bruchfestem Polycarbonat, ebenso der Rahmen. Nicht zuletzt wiegen aus leichten Kunststoffen hergestellte Brillen sehr wenig.
  • Passform und Anpassung: Was die Passform angeht, decken die meisten Radsonnenbrillen inzwischen ein sehr breites Spektrum an Gesichtsformen ab. Durch verbiegbare Bügel und Nasenstege lassen sich insbesondere teurere Brillen der eigenen Gesichtsform anpassen.
  • Belüftung: Eine Belüftung sollte im Idealfall vorhanden sein. Das Beschlagen der Brille wird durch sie im Idealfall vermieden, ist jedoch eine individuelle Sache. Der eine schwitzt mehr, der andere weniger. Auch die Brillenform ist dafür verantwortlich, wie schnell die Brillengläser beschlagen.
  • Brillenpflege: Die Brillenpflege ist das A und O guter Brillenbehandlung. Dazu zählt zuallererst die sorgfältige Aufbewahrung im mitgelieferten Beutel oder gar dem Brillenetui, denn nichts hassen Fahrradbrillen mehr als den Kontakt mit harten Gegenständen wie Schlüsseln, Smartphones oder Lippenstiften.

Eine gut mit dem Gesicht abschließende Brille gehört daher auf jede Biker*innen-Nase! Und es tut sich einiges im Angebot der fahrradspezifischen Augenschützer.

Photochromatische Gläser

Jüngste, bahnbrechende Innovation: selbsttönende Brillen, deren Abdunkelung und Aufhellung per Solarzelle und revolutionär schnell funktioniert. In Sekundenbruchteilen dunkeln diese Scheiben stufenlos durch zwei Schutzlevel ab und hellen sich ebenso flott wieder auf. Das Argument, Bike-Brillen seien entweder im Wald zu dunkel oder auf dem freien Berg zu hell, ist damit entkräftet. Vorausgesetzt, man hat das nötige Kleingeld übrig. Ab 290 Euro geht’s erst los, die sündhaft teure Evil Eye kostet fast 680 Euro!

Die Konstruktion ist genial: Leicht erhöht zwischen den Augen befindet sich ein Solarzellenmodul, das eine elektronisch geregelte Abdunkelung und Aufhellung der Scheibentönung speist. So dunkelt die Scheibe nur ab, wenn auch Sonnenlicht im Bereich der Augen auf die Brille fällt, und keine zusätzliche Stromversorgung - etwa per Batterie - ist notwendig. Die Reaktionszeiten sind extrem gering.

Sämtliche Modelle mit elektronischer Photochromatik weisen aber eine mehr oder minder starke Grundtönung auf. Die Abdunkelung erfolgt jeweils über zwei Tönungsstufen. Zudem verlangt die Platzierung der Solarzelle über der Nasenöffnung der Brille eine Mindestbauhöhe der Scheibe.

Kompatibilität mit Helmen

Der Trend der letzten Jahre, immer mehr Brillen mit exorbitant großen Monoscheiben anzubieten, hat zwar großen Style auf die Trails gebracht, aber zu spürbaren Inkompatibilitäten mit vielen Helmmodellen geführt, was sich auch in unserem ausgiebigen Praxistest wieder gezeigt hat. Denn die modernen Scheiben bauen sehr hoch über der Nase und stoßen daher oft an den Helm. Daher haben wir den Abstand vom oberen Brillenrand zum - bei allen Brillen vorhandenen - einzigen Referenzpunkt an der Oberkante der Öffnung für die Nase gemessen.

Ergebnis: Brillen mit einer Bauhöhe über 30 Millimetern stoßen bei sieben willkürlich gewählten Helmen häufig an deren Unterkante. Wer diese Brillen für einen Kauf favorisiert, sollte checken, ob sie mit dem Helm kompatibel ist. Spannend: Selbst Brille und Helm vom gleichen Hersteller können miteinander kollidieren.

Spezialfall: Sportbrillen mit Sehstärke

Eine Sehschwäche kann den Spaß am Radfahren verleiden. Die Alltagsbrille oder Kontaktlinsen können Abhilfe schaffen, haben aber auch Nachteile. Eine günstige Sportbrille mit geschliffenem Sehbereich oder Klebelinsen kann - nur für Weitsichtige - eine individuelle Option sein. Optik-Clips korrigieren gut, häufig aber ist der Sehbereich klein und die Gläser beschlagen leicht; hinter einer nur leicht getönten Sportbrille ist zudem das Aussehen gewöhnungsbedürftig.

Direktverglaste Modelle sind relativ teuer, bieten aber die besten optischen Eigenschaften, schützen gut und fallen nicht auf. Die gute Nachricht ist, dass immer mehr Hersteller auf diese Entwicklung reagieren. Die Auswahl an Rad-Sportbrillen zur Direktverglasung wächst ebenso wie das Angebot von Modellen, an denen man zumindest Optik-Clips befestigen kann - quasi eine Brille in der Brille.

Technisch ist die Korrektur einer Sportbrille anspruchsvoller als bei einer Alltagsbrille. „Aufgrund der leicht schräg stehenden Gläser oder Scheiben und der geneigten Kopfhaltung auf dem Fahrrad muss der Korrekturschliff entsprechend angepasst werden“, erklärt Walter Drum.

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