Brooks ist legendär für maximal bequeme Sättel. Die Sättel von Brooks stehen bei Randoneuren und seriösen Vielfahrern seit Generationen für herausragenden Sitzkomfort. Doch wie gut schlägt sich ihr moderner Cambium-Sattel beim Graveln?
Allerdings brauchen die Klassiker aus England auch mindestens 500 Kilometer, bis sie eingesessen, das Leder gebrochen ist. Davor ist so ein Ledersattel echt unbequem. Außerdem sind die hübschen Retro-Teile einfach schwer. Um beide Probleme zu lösen, brachte Brooks vor wenigen Jahren eine komplett neue Technologie auf den Markt: Cambium.
Dieses vulkanisierte Kautschuk soll vom ersten Meter an den Komfort eines gut eingefahrenen Ledersattels bieten. Und mit Carbon-Gestell und flacher Bauhöhe sind die Cambium-Sättel leicht und passen auch optisch gut auf sportliche Bikes. Also ist so ein Brooks Cambium auch eine gute Wahl fürs Gravel Bike?
Wir sind den C13 zwei Jahre lang gefahren. Zu haben ist er in zwei unterschiedlich breiten Sitzflächen, uns hat das schmalere 142 mm-Model gepasst. Mit knapp unter 300 Gramm ist der Cambium C13 der leichteste Sattel, den Brooks jemals gebaut hat. Im Vergleich zu anderen Rennrad-Sätteln ist das immer noch kein Leichtbau, aber dafür verspricht er ja den unvergleichlichen Brooks-Komfort. Und mit seinen fünf Nieten in der Satteldecke bietet er unvergleichlichen Retro-Style, kombiniert mit moderner Funktion.
Komfort und Fahreigenschaften
Tatsächlich sitzt es sich auf dem C13 vom ersten Meter an unfassbar gut. Der Sattel bietet sofort das "Hängematten-Gefühl", das Vielfahrer bei Ledersätteln so lieben. Das bedeutet: zur Mitte hin wird die Satteldecke immer weicher, insgesamt passt sie sich punktuell sehr gut an. Auch an den Seiten ist das Cambium-Material etwas nachgiebiger als man das von anderen Sätteln kennt.
Druckstellen oder Reibung an den Innenseiten der Oberschenkel sind da kein Thema. Und auch hochfrequente Vibrationen vom Untergrund, ausgelöst durch Schotter oder Kopfsteinpflaster, filtert die Cambium-Sitzfläche effektiv.
Was auch auffällt: Anders als bei anderen neuen Sätteln muss man beim C13 nicht penibel auf die Sattelneigung achten. Nach waagerecht ausgerichteter Sitzfläche bei der ersten Montage war keine weiteres Nachjustieren nötig. Das ist bei manch anderem Sattel nicht so. Absolut passend ist auch die Form der Sitzfläche: Der C13 ist lang genug, damit man zum Beispiel an steilen Rampen etwas mehr in Richtung Sattelspitze rutschen kann.
Geht man auf technisch anspruchsvollen Passagen aus dem Sattel, wirkt er nie störend oder zu breit.
Material und Verarbeitung
Aus der Schachtel kommt der Cambium C13 seinem Preis entsprechend sehr hochwertig. Das Carbon-Gestell ist aus einem Teil gefertigt und absolut stabil. Mit seinen fünf Nieten und der leicht strukturierten Oberfläche vereint Brooks sehr gut eine moderne Silhouette mit Retro-Flair.
Apropos Oberfläche: Unser getesteter C13 stammt aus der ersten Generation, hier war die Sitzfläche mit einem matten, stoffartigen Material bezogen. Das gibt sehr guten Halt, saugt sich allerdings bald mit Nässe voll und verdreckt schnell. Hier hat Brooks allerdings längst nachgebessert, die aktuellen Versionen des C13 kommen mit einer etwas glatteren, dafür nässeresistenten Oberfläche.
Vom Anlehnen des Bikes gegen Wände zeigen die Kanten des C13 mittlerweile leichte Spuren im üblichen Maß. Besonders empfindlich ist der C13 also nicht.
Alternativen und Ergänzungen
Neben dem Cambium C13 gibt es auch andere hochwertige Sättel von Brooks und anderen Herstellern, die sich für verschiedene Einsatzbereiche eignen. Hier eine Auswahl:
- Brooks B17 Imperial: Ein Klassiker für Langstrecken- und Tourenfahrer, der durch sein zeitloses Design und die hochwertige Verarbeitung aus pflanzlich gegerbtem Leder besticht.
- Selle Italia Novus Endurance TI 316 Superflow S3: Speziell für Langstreckenfahrer entwickelt, bietet er maximale Druckentlastung und Komfort auch auf sehr langen Fahrten.
- Eltin Athletic Memory Foam Sattel: Eine preisgünstige, komfortable und prostatafreundliche Lösung mit Memory-Foam und Druckentlastung dank Aussparung.
Für Fahrer, die besonderen Wert auf Druckentlastung und Langzeitkomfort legen, ist der Selle Italia Max SLR Gel Superflow L3 eine erstklassige Wahl. Der Prologo Scratch M5 PAS Tirox wurde für Fahrer entwickelt, die höchsten Komfort und maximale Leistung suchen.
Hier ist eine Tabelle mit einigen der genannten Sättel und ihren Eigenschaften:
| Produktname | Gewicht (g) | Material | Gestelle | Abmessungen (mm) |
|---|---|---|---|---|
| PRO Stealth Curved Team Sattel | 161 | EVA Schaum | Carbon | 255 x 142 |
| Brooks B17 Imperial Sattel | 530 | Leder | Stahl | 275 x 175 |
| Selle Italia Novus Endurance TI 316 Superflow S3 Sattel | 288 | Gel + Fibra-Tek | Manganese Ø7 mm | 138 x 278 |
| Selle Italia Max SLR TI 316 Gel Superflow L3 Sattel | 280 | Fibra-Tek + Gel | Ti 316 | 145 x 275 |
| Eltin Athletic Memory Foam Sattel | 332 | Memory Foam (viscoelastisch) | Aluminium (con escala) | 280 x 140 |
| Brooks Cambium C17 Carved Sattel | 446 | Naturkautschuk + Baumwolle | Edelstahl | 283 x 162 |
| Selle Italia Flite Boost TM S1 Sattel | 240 | Soft-Tek | Manganese Tube Ø7 mm | 135 x 248 |
| Prologo Scratch M5 PAS Tirox 140 Sattel | 185 | MSS + Schaumstoff | Tirox | 250 x 140 |
| Eltin Tiker Sattel | 480 | Viskoelastisch | FeC Legierung Ø7 mm | 210 x 267 |
| FK E2013 Sattel | 265 | Kunstleder | Stahl | 270 x 150 |
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