Für viele Mountainbiker ist der Bunny Hop eine Königsdisziplin. Dabei ist der Bunny Hop grundlegend für mehr Sicherheit und Spaß beim Überwinden von Hindernissen und die Optimierung der Linienwahl. Zudem ist der „echte Hase“ auch Basis für weitere Sprungtechniken, z.B. im Bikepark.
Die Grundlagen des Bunny Hop
Ein Bunny Hop ist eine MTB-Fahrtechnik, bei dem zuerst das Vorderrad vom Boden abhebt, man danach das Hinterrad abhebt und dann wieder sicher landet. Der Bunny Hop ist ein echter Klassiker und stammt aus der MTB-Gründerzeit. Eigentlich sollte ihn jeder Mountainbiker beherrschen.
Das Problem: Die meisten Biker/innen haben sich in Ihrer Anfangsphase den sogenannten „Standard-Hop“ angewöhnt, sprich sie reißen aus Armen und Beinen beide Räder gleichzeitig hoch. Der Umlernprozess zum richtigen Bunny Hop benötigt deswegen Geduld, da sich immer wieder Automatismen einschleichen.
Unterschiede zum Standard-Hop: Vorderrad zuerst hoch!
Bei Bunny-Hops zieht man das Hinterrad nicht wie beim Standard Hop (bei dem beide Räder gleichzeitig abheben) aus den Knien hoch per Anfersen, sondern es folgt dem Vorderrad durch die dynamische Absprungbewegung aus den Beinen.
Warum viele den Bunny Hop nicht lernen
Viele Mountainbiker scheitern daran, weil ihnen essenzielle Teilschritte fehlen und sie daher mit jeder Übungssession ihre kompensatorischen Muster, die sie sich angeeignet haben, um diese fehlenden Schritte zu kaschieren, automatisieren. Oh Mann - man vergeudet Dutzende Stunden damit, Fehler zu wiederholen und damit tief einzuprägen. Jede Session bringt einen dadurch von seinem Ziel immer weiter weg…
Voraussetzungen für den Bunny Hop
Wer den Bunny Hop lernen will braucht ein gutes Gefühl für sein Bike. Mit den richtigen Fahrtechnik Grundlagen kann man den Bunny Hop schnell beherrschen. Besonders wichtig ist zu Beginn, dass man die Grundposition und Aktivpostion beherrscht.
Grundposition und Aktivposition
Beim lernen der Mountainbike Basics beginnt man häufig mit der neutralen Postion. Die Beine sind ca. 90% gestreckt, der Sattel ist abgesenkt auf ca. 5cm oberhalb des Kniegelenks. Für das Bunny Hop Training sollte in der Grundposition der Körperschwerpunkt mittig oberhalb des Tretlagers sein (dort wo die Kurbeln angeschraubt sind). Die Hüfte klappt ab und die Schulter befinden sich kurz hinter dem Lenker.
Wer nach Tipps für den Bunny Hop sucht, wird auch von der Aktiv- oder aktivierten Position hören. Dabei werden Arme und Beine gebeugt und der Körperschwerpunkt auf Höhe des Sattels abgesenkt. Mit dieser Verlagerung des Körpergewichts bauen wir wichtige Vorspannung auf.
Grundposition: Arme & Beine sind eher gestreckt. Wichtig ist, dass deine Federgabel und (wenn vorhanden) dein Dämpfer richtig eingestellt sind. Das heißt nicht zu weich und die Ausfedergeschwindidkeit nicht zu langsam.
Wir kommen aus der Grundposition und gehen runter in die Aktivposition. Diese Absenkung des Körpergewichts erfolgt dynamisch. Nachdem du dein Körpergewicht abgesenkt hast, steckst du im nächsten Schritt deine Arme und Beine und verlagerst dein Körpergewicht in einer horizontalen Linie nach hinten. Dadurch wird dein Vorderrad leicht. Man nennt diese Bewegung von Grundposition runter in die Aktivposition und dann nach hinten auch L-Bewegung.
Bunny Hop Anleitung: Schritt für Schritt
- Anrollen: Auf das Hindernis in Grundposition mit nötiger Geschwindigkeit anrollen.
- Schwerpunkt senken: Vor dem zu überspringenden Hindernis den Schwerpunkt durch Beugen der Ellenbogen und Knie nach unten bringen.
- Absprung einleiten: Durch kraftvolles Abdrücken der Beine auf den Pedalen und Aufrichten des Oberkörpers wird der Absprung eingeleitet. Achtung: Bei einem Fully federt zunächst das Fahrwerk etwas ein!
- Schwerpunkt nach hinten: Zu Beginn des Absprungs den Schwerpunkt etwas nach hinten verlagern - so hebt zunächst das Vorderrad ab.
- Hüfte vor: Ist das Vorderrad in der Luft, die Hüfte Richtung Lenker schieben und die Arme nach vorne drücken - so wird das Hinterrad angehoben.
- Knie abwinkeln: Durch gleichzeitiges Anwinkeln der Knie gewinnt das Hinterrad an Höhe. Dies kann jedoch an die Höhe des Hindernisses selbst angepasst werden. Je höher das Hindernis, umso stärker sollten die Arme nach vorne gedrückt und die Knie angewinkelt werden.
- Beine strecken: Am Scheitelpunkt die Beine wieder strecken, um die Ladung später abfedern zu können.
- Grundposition: Kurz vor der Landung wieder zurück in die Grundposition.
- Aufprall abfangen: Die Energie des Aufpralls durch Anwinkeln der Knie und Ellenbogen absorbieren.
- Landung: Die Landung selbst sollte gleichzeitig mit Vorder- und Hinterrad erfolgen.
Übungen zum Erlernen des Bunny Hop
1. Anlupfen des Vorderrades
- Ein Reißen aus den Armen am Lenker ist die häufigste Fehlangewohnheit, die einen gelungen Auftakt des Bunny Hops verhindert.
2. Anlupfen des Hinterrades
Nun kommt das Anlupfen des Hinterrades als nächstes Puzzle-Teil zum Bunny Hop dazu. Auch hier ist eine saubere Ausführung mit dynamischer Streckung wichtig. Da man nun das Hinterrad leicht machen möchte, rollt man in der Zentralposition an. Von dort aus tätigt man eine dynamische Sprung-Bewegung nach oben. Nach dem Prinzip „leichte Masse folgt der schweren Masse“ hebt das Hinterrad ab.
Dazu senkt man die Zehenspitzen ab, und drückt die Füße gegen die Pedalflächen (bitte bei dieser Übung Schienbeinschoner tragen). Anfangs nimmt man alle Finger vom Hebel der Vorderradbremse, um nicht aus Versehen dranzukommen und über den Lenker zu fliegen.
3. Kombination beider Impulse
Wenn diese Übungen gut als unabhängige Bewegungsabläufe funktionieren, werden als letzte Vorübung beide Impulse miteinander verbunden. Für die „Wippe“ eignet sich eine ebene Fläche. Dabei sollte man Hindernisse anfangs weglassen, um nicht unnötig abgelenkt zu werden. Nun werden die Impulse an Vorderrad- und Hinterrad langsam und chronologisch hintereinander gereiht.
Sobald also das Vorderrad wieder Bodenkontakt hat, springt man dynamisch nach oben ab, so dass sich direkt im Anschluss das Hinterrad hebt. Erst wenn das gut klappt versucht man, die beiden Bewegungen schneller auszuführen und direkt aneinander zu reihen. So entsteht ein kleiner, aber feiner Bunny Hop.
Tipp: Lose Hindernisse wie Schuhkartons oder flache Hütchen eignen sich ideal zum Üben.
Weitere Tipps für den Bunny Hop
- Nach der L-Bewgung geht es nun um die Aufrichtung. Wir strecken uns und ziehen uns den Lenker Richtung Hüfte. Dadurch bekommen wir mehr Zeit, denn das Vorderrad bleibt auf diese Weise länger in der Luft und die Bewegungen können entspannter durchgeführt werden. Gerade zu Beginn hat man schnell das Gefühl, dass die vielen Tipps für den Bunny Hop in der kurzen Zeit zu einer hektischen Bewegung führen müssen.
- Nachdem wir uns aufgerichtet haben, beugen wir unseren gestreckten Oberkörper vor den Lenker und drücken uns nach oben ab. Die Fußspitzen klappen dabei ab. Das Hinterrad verlässt den Boden. Der erste kleine Bunny Hop ist geschafft.
- Wir schieben den Lenker nun nach vorne und das Bike unter uns durch.
Die Landung
- Gerade zu Beginn, wenn man den Bunny Hop trainiert ist es nicht so wichtig ob beide Räder gleichzeitig oder das Vorderrad minimal zuerst aufkommen.
- Beachtet beim Landen, dass ihr das Bike nicht mit Gewalt richtig Boden schmettert. Das werden ihr deutlich durch Klappern von Kette und co hören.
- Nutzt bei der Landung wie immer Arme und Beine als verlängerten Federweg.
- Schaue, dass du nach der Landung wieder in die altbekannte neutrale Grundposition gehst, so bist du bereit für die nächsten Meter Trail.
Was du zum Bunny Hop lernen brauchst
- Gleichgewicht auf dem MTB, sowohl links-rechts als auch vorne-hinten musst du jederzeit wissen wie du auf dem Bike stehst. Um sauber in die Flugphase zukommen ist es absolut notwendig, in der Absprungphase mittig und zentriert auf dem Bike zu stehen.
- Kraft, ohne sie wirst du nicht sehr hochspringen können und deine Koordinationsfähigkeit auf dem MTB leidet.
- Ausdauer, hiermit ist die Kraftausdauer gemeint. Denn wenn du nach dem dritten Versuch keine Power mehr hast erhöht sich das Verletzungsrisiko bzw. fühlst du dich eher erschöpft. Dann nützt dir die beste Fahrtechnik nix.
- Koordination, das ist einer der häufigeren Schwachpunkte die nur durch Training auf dem Mountainbike erlangt werden kann. Übrigens, deine Koordination steht im engen Verhältnis zu deiner Kraft. Ohne Kraftausdauer verschlechtert sich zeitgleich deine Koordinationsfähigkeit und dann war es das mit dem Bunny Hop lernen.
- Der Wille es zu wollen und an sich selbst zu glauben, ist das Fundament auf dem alles stabil aufgebaut werden muss.
Zusammenfassung
Der Bunny-Hop ist eine Technik, die Zeit und Übung erfordert. Mit den richtigen Grundlagen, Geduld und den passenden Übungen kann jedoch jeder Mountainbiker diesen beeindruckenden Move erlernen.
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