Centurion ist seit 1976 vor allem abseits der Straße erfolgreich. Der Gründer von Centurion, Wolfgang Renner, ist einer der Wegbereiter des Offroad-Sports und selbst erfolgreicher Cyclocrosser. Mit solchen Genen rollt auch das neue Crossfire über unsere Gravelstrecke: ausgewogen, wendig, immer gut zu handeln.
Centurion Crossfire Gravel 3000
Das Centurion bietet viel Gravelrad fürs Geld: eine sehr hohe Laufruhe, Komfort, Robustheit - und eine gute, durchdachte Ausstattung. Dieser Test erschien im großen Gravelbike-Test der RennRad 10/2020. Dieser Artikel wurde am 7. Oktober 2020 veröffentlicht.
Crossfire R2000 D: Sportliche Offroad-Eigenschaften
Das Centurion Crossfire R2000 D hat sportliche Offroad-Eigenschaften. Das satte Gefühl, das Rad stets gut im Griff zu haben, liegt auch an der sehr angenehmen, sportorientierten Sitzposition. Nicht zu vergessen den Dropbar mit abgeflachtem Oberlenker, der den Händen schmeichelt, an den Bremskopfhörnern gepackt aber volle Kontrolle bietet. Viel Auflagefläche durch den abgeflachten Oberlenker sorgt für Handkomfort auf langen Strecken.
Überhaupt liegen Schaltung und Bedienelemente bestens in der Hand. Die 180er-Bremsscheiben sind bestens dosierbar, wenn’s mal brenzlig wird. Die 180er-Bremsscheiben - das einzige Paar im Test - sind bestens dosierbar, wenn’s mal brenzlig wird.
Bosch SX-Motor und Ausstattung
Zum Draufgängertum des Centurion passt auch der SX von Bosch - ohnehin heute wohl DER Antrieb für die Gravel-Sektion. Kräftig genug auch für längere Steigungen, leicht genug, ausreichend reichweitenstark und sehr natürlich im Ansprechverhalten. Dazu fällt die Übersetzung beim Crossfire breit und ausreichend klein aus (42er-Kettenblatt / 52er-Ritzel). Wie gewohnt, lassen sich die einzelnen U-Stufen des Triebwerks dank Bosch Smart System individualisieren und so auf Fahrer und vorrangiges Terrain einstellen. Das gilt auch für das - ebenfalls nagelneue - Bosch-Purion-400-Display, das klein, aber gut geschützt hinter dem Oberlenker sitzt und sehr gut ablesbar ist. Durchgezappt (und der Unterstützungsmodus gewechselt) wird per Mini-Tastatur auf der linken Lenkerseite - für Behandschuhte allerdings schlecht tastbar.
Für harten Einsatz scheint das metallicgrüne Kunstwerk in Form eines Rahmens fast zu schade. Doch der steife Alurahmen mit dem voluminösen Steuerkopf und S-förmigem Hinterbau macht alles mit. Komfort aber ist nicht seine Stärke - hierfür sind immerhin noch die 45er-Maxxis-Rambler zuständig, und der flache Oberlenker hilft da auch weiter. Rahmen und Gabel weisen viele Befestigungsösen auf - und bringen das Centurion nach oben auf der Abenteuerskala. Gut dazu passt auch die Lichtausstattung am Bike: die Supernova-Mini3 mit Tagfahrlicht mit satten 125 Lux schafft viel Helligkeit und eine gute Ausleuchtung. Dank robuster, passender Komponenten ist das Bike seine 4149 Euro wert. Ein echter Alleskönner.
Test-Fazit zum Centurion Crossfire R2000 D
Spaß, tolles Handling, Abenteuertauglichkeit: Das sportlich ausgewogene Centurion Crossfire R2000 D mit seinem robusten Alu-Rahmen ist ein rundes E-Gravelbike voller Fahrfreude, außerdem auch ein guter Preis-Leistungs-Kauf.
Centurion Crossfire R2000 D: Technische Daten
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Preis | 4149 Euro |
| Gewicht Testrad | 16,1 kg |
Centurion Backfire Carbon 4000
Was hat ein 8,58 kg Carbon-Hardtail mit einem „puren“ Gravelbike zu tun? Man könnte genauso gut fragen: Was hat es nicht mit einem modernen Gravelbike zu tun, wenn man mal von der für Roadies echt ungewohnten Griffposition absieht? Vorne arbeitet das Herzstück der Kontroverse, eine FOX 32 FLOAT SC Factory FIT4 Remote-Federgabel. Sie bietet ganze 100 mm Federweg und im Vergleich zur Gabel der isländischen Firma Lauf ein aktives Dämpfungselement. Das sorgt für massig Spaß auf dem Trail.
Das CENTURION Backfire Carbon 4000 ist mit einer leichten Shimano XTR 1-fach-Gruppe ausgestattet. Die Bandbreite der Gänge ist enorm: Die Race Face Next SL-Kurbel kommt mit einem 34er-Kettenblatt und arbeitet hinten mit einer 10-51 XTR-Kassette zusammen. Das Backfire Carbon 4000 soll eine reine Rennmaschine sein, dazu passt auch das leichte Cockpit aus einem 740 mm breiten (ja, das ist schon seltsam für uns) PRC Top Flat Carbon OS-Lenker und einem FSA NO.422-Vorbau.
Eine Federung gibt es aber nur vorne. Am Heck sorgt die PRC Carbon Flex-Sattelstütze mit einem PRC Carbon II-Sattel für das gewisse Quäntchen Compliance. Groundcontrol wird über DT Swiss XR 1501 SPLINE ONE-Laufräder mit voluminösen MAXXIS IKON 57C-Reifen hergestellt, und das ist bei diesem Setup auch dringend nötig: Bodenkontakt wird bei dieser Trailmaschine zur Rarität. Der Carbonrahmen des CENTURION ist sauber gefertigt und organisch geformt.
Was dieses Hardtail mit anderen Gravelbikes gemeinsam hat? Den Spaßfaktor. Die Kombination aus dicken Reifen, leichtem Gewicht und einem recht steifen Rahmenset macht zusammen mit der Federgabel einfach Lust auf Trails. Leider hatten wir bei losem Untergrund häufig mit der Traktion zu kämpfen, die Reifen haben zwar einen guten Rollwiderstand, aber verlieren schnell den Bodenkontakt. Zusammen mit dem etwas schwammigen Fahrgefühl der großvolumigen Reifen dämpft das den Spaß leider etwas. Hier würden kleinere Reifen mit mehr Grip oder ein Ausbau unserer Roadie-Fähigkeiten Abhilfe schaffen. Abseits des Trails überrascht das Backfire Carbon 4000 mit seiner Agilität und Uphill-Beschleunigung. Selbst längere Schotterstraßen sind dank der aufrechten Sitzposition bequem zu fahren.
Damit man auch effizient nach vorne kommt, hat die Gabel einen Lock-out, der sie sperrt und somit wie eine Starrgabel fahren lässt. Dazu kommt die große Bandbreite der Schaltung: Sie macht selbst steilste Anstiege möglich, jedoch sind die Sprünge zwischen den Gängen hier enorm groß. Was uns allerdings auf langen Schotterstraßen stört, ist der hohe Q-Faktor. Wer das nicht gewöhnt ist, wird sich über das etwas O-beinige Fahren bei jeder Kurbelumdrehung wundern; anfangs fühlt es sich an, als würde man eiern. Das CENTURION Backfire Carbon 4000 ist eine reine Rennmaschine, die über Trails pflügt wie ein leichtgewichtiger Monstertruck. Wer viel Wert auf gutes Handling in ruppigem Gelände legt und nicht zu viel Langstrecke fahren möchte, hat hier den optimalen Kompromiss aus Spaß und Komfort.
Centurion Crossfire Carbon
Das neue Centurion Crossfire Carbon zeigt deutlich, dass es sich auf der Rennstrecke wohlfühlt: Direkte Lenkung, knackiger Vortrieb und die sportliche Fahrerhaltung sind profitauglich, Ausstattung und Gewicht für den Preis ordentlich. Kurz: voll wettkampftauglich.
Bewertung
- Was uns gefällt: knackiger Sportler mit ordentlich Vorwärtsdrang guter Rahmen und solide Ausstattung
- Was uns nicht gefällt: etwas teurer als manche Mitbewerber
Testurteil: Sehr gut (74 Punkte) Rahmennote: Gut
Als Wolfgang Renner 1976 Centurion gründete, war er erfolgreicher Querfeldein-Rennfahrer. Natürlich brauchen die Schwaben da zum 40. Firmengeburtstag einen wettbewerbsfähigen Crosser im Programm. Der kommt in Gestalt des neuen Centurion Crossfire Carbon: Für die Entwicklung zeichnete Hannes Genze verantwortlich, der als Profi selber zahllose Cross-Rennen gefahren hat. Er weiß, was in diesem Sport zählt: ein kompromisslos schnelles, direktes Arbeitsgerät.
So fühlt sich das Centurion Crossfire Carbon deutlich lebendiger und direkter an, als man das von vielen anderen aktuellen Crossern kennt. Zwar rollt das Centurion Crossfire Carbon gelassen und sicher geradeaus, Lenkmanöver führt es aber zackig aus - geübte Geländefahrer, die häufiger auf schmalen Reifen unterwegs sind, lieben diese Direktheit, Ungeübte und Cross-Einsteiger mögen’s etwas zurückhaltender. Auch die leicht gestreckte Sitzposition mit sportlicher Sattelüberhöhung ist eindeutig für den Renneinsatz optimiert. Dazu passt die Ausstattung mit Shimanos haltbarer Ultegra-Gruppe, Scheibenbremsen und Kettenblättern mit 46/36 Zähnen. Und auch das Gewicht des Rades ist wettkampftauglich: 8,4 Kilo sind für die Preisklasse absolut okay.
Keine Schwäche zeigt auch der nur 1125 Gramm schwere Carbon-Rahmen - den zur Saison 2016 übrigens sogar die große Centurion-Schwester Merida von den Schwaben übernommen hat. Einziges Manko: Mangels Carbon-Sattelstütze ist der Rahmen am Heck recht hart.
Er ist mit seiner ausgewogenen Geometrie und der ruhigen, aber punktgenauen Lenkung die ideale Basis für ein vielseitiges Rennrad, das alles mitmacht und dabei immer zu überzeugen weiß. Der Rahmen hat allerdings im Baukastensystem seinen Preis, weshalb Centurion bei der Ausstattung etwas zurückstecken muss. Das tut der Fahrfreude keinen Abbruch, zumal Shimanos Ultegra ja kein Sparprogramm bedeutet. Die Konkurrenz bietet in diesem Vergleich aber mehr fürs Geld. Etwas mehr Mühe bei der Montage wäre wünschenswert gewesen.
Centurions I-Design-System
Auf www.centurion.de kann der Kunde im "I-Design"-Konfigurator derzeit nur den Carbonrahmen Gigadrive in 2 Farben wählen und diesen mit den gängigsten Schaltgruppen von Shimano und Sram sowie Laufrädern von Mavic und DT Swiss bestücken.
Centurion Overdrive Carbon Road Z4000
Das CENTURION Overdrive Carbon Road Z4000 ist das Topmodell der brandneuen E-Rennrad-Linie der deutschen Bike-Marke. Der erste optische Eindruck des Overdrive gefällt der gesamten Test-Crew: Die zweigeteilte Lackierung aus schimmerndem Rot und tiefem Mattschwarz integriert die Abdeckung des FAZUA-Systems sehr clever und sorgt so für eine schlanker wirkenden Silhouette. Die FAZUA Evation Elektro-Antriebseinheit unterstützt den Fahrer mit einem Drehmoment von 60 Nm und einer Nennleistung von 250 W (Maximalleistung bis 400 Watt) bis 25 km/h. Die Akkukapazität liegt bei 250 Wh. Die Kabelverlegung ist sehr schön in den Rahmen integriert, aber vor dem Lenker ist aufgrund der Positionierung der Kabeleingänge viel los. In Sachen Ausstattung haben die Produktmanager einen tollen Job gemacht: Die bewährte 2×11 Shimano ULTEGRA R8020-Schaltgruppe wird mit DURA-ACE-Rotoren in 160 mm kombiniert. Ein weiteres schönes Detail ist die eigens entworfene Abdeckung des FAZUA-Getriebes im Tretlagerbereich, bei der die Formen der Akku-Motor-Einheit aufgegriffen werden. Für Cockpit und Sattelstütze kommen Komponenten der Hausmarke PROCRAFT zum Einsatz, deren wertiges Finish gefällt. Mit DT Swiss ER1600 Dicut-Laufradsatz und 32 mm breiten Continental GP 5000 wiegt das Centurion 13,92 kg in Größe L und kostet 5.599 €.
Auf die Verstrebung zwischen den Sitzstreben wurde für mehr Compliance bewusst verzichtet. Die Spaltmaße zwischen Rahmen und Akku sind sehr knapp bemessen. Das lebendige Fahrgefühl des CENTURION sorgt für gute Laune! Mit der ausbalancierten Gewichtsverteilung liegt es so auch bei hohen Geschwindigkeiten stabil auf der Straße. Prompte Richtungswechsel werden vom Overdrive nicht inspiriert, aber dennoch gutmütig hingenommen. Hier dominiert der Endurance-Gedanke über der absoluten Performance! Die zentrale und sportiv-relaxte Sitzposition ist absolut tourentauglich. Wer mag, kann hier mit einem längeren Vorbau für etwas mehr Sportlichkeit sorgen. Die GP 5000-Reifen in 32 mm Breite sind für die Konfiguration unseres Test-Bikes sehr sinnvoll. Mit der Reifenfreiheit für bis zu 700 x 40C breite Pneus ist bei spontaner Gravel-Sehnsucht noch ausreichend Spielraum vorhanden. Kleine Schläge und Vibrationen werden über das gesamte System hinweg gedämpft, was zu einem angenehmen Maß an Gesamtkomfort sorgt. Zum Endurance-Bike-Charakter passend abgestimmt, erreicht der FAZUA-Antrieb zwischen 70 bis 85 rpm Trittfrequenz sein Optimum. Das Overdrive hat als einziges FAZUA-Bike ein Schloss zur Sicherung des Akkus. Leider verbessert es weder die Funktion des FAZUA-Verschlusses noch ist es eine optische Augenweide. Das Verhalten an der 25-km/h-Schwelle ist angenehm dosiert und keineswegs ruckartig.
Das CENTURION Overdrive Carbon Road Z4000 ist ein durchweg stimmiges Gesamtpaket und ist das ausgeglichenste FAZUA-Bike im Testfeld. Die clevere Detaillösungen am Rahmenset harmonieren mit der durchdachten Spezifikation. Einzig in Sachen Leichtfüßigkeit und sportlicher Performance hätte es CENTURION für den Testsieg zulegen müssen.
Centurions Top-E-Rennradmodell Overdrive Carbon Road Z4000 ist ein verlässlicher und gutmütiger Begleiter. Da die Gabel bis zu 40 Millimeter breite Reifen zulässt, kann es mit ein paar Handgriffen in ein E-Gravelbike verwandelt werden. Wenn das Centurion Overdrive eine Eigenschaft ausstrahlt, dann ist es beständige Ruhe. Das E-Rennrad vermittelt seinem Piloten: Setz dich drauf, fühl dich wohl, mach dir keine Sorgen. Diesen Eindruck unterstreicht die Komponentenauswahl. Die Stuttgarter Ingenieure haben sehr weit oben ins Qualitätsregal gegriffen, Shimanos Rennradgruppe Ultegra rausgezogen, Laufräder von DT Swiss in einer Schublade gefunden und diese dann mit Continentals schnellem Premiumreifen GP 5000 in der 32 Millimeter breiten Ausführung bezogen.
Technische Daten des Centurion Overdrive Carbon Road Z4000
- Gewicht: 13,3 Kilogramm
- Rahmen/Gabel: Carbon/Carbon
- Motor: Fazua Evation
- Akku: Fazua Evation, 252 Wattstunden
- Schaltung: Shimano Ultegra, 2x11
- Laufräder: DT Swiss ER1600 Dicut
- Bremsen: Shimano Ultegra, hydr.
Hinsichtlich der Reifenbreite ginge sogar noch einiges mehr, die Gabel hat Spielraum bis 40 Millimeter. Wer aus Centurions Top-E-Rennradmodell ein Gravelbike light machen will, muss nur Reifen und gegebenenfalls auch die Laufräder austauschen. Und trotzdem, der Funke will anfangs nicht so recht überspringen. Ein Feuer entfacht allenfalls das extravertierte rote Farbfinish. Schuld daran ist nicht das Rad, sondern die Erwartungshaltung des Testfahrers, der mit der ersten Pedalumdrehung in sofortige Ekstase versetzt werden will.
Das Overdrive ist nämlich ein Rad für den zweiten, dritten oder vierten Moment, denn erst mit jedem weiteren Kilometer im Sattel lernt man das gutmütige und stets beherrschbare Handling des Rads mehr und mehr zu schätzen.
Wertung: Centurion Overdrive Carbon Road Z4000
| Kategorie | Wertung (Sterne) |
|---|---|
| Reichweite | ★★☆☆☆ |
| U-Faktor | ★★☆☆☆ |
| Stresstest | ★★★★½ |
| Fahren ohne Support | ★★★★☆ |
| Ausstattung | ★★★★☆ |
| Fahrspaß | ★★★★☆ |
| Design | ★★★★☆ |
| Summe (Sterne) | 24,5 |
| Mittelwert | 3,5 |
| Note | gut |
So testet BIKE BILD E-Rennräder
Unser Testverfahren baut zweistufig auf. Zunächst werden die Räder im renommierten Testinstitut der DEKRA in Stuttgart auf dem Prüfstand untersucht. Wir lassen Reichweite, Unterstützungsfaktor und das Fahren ohne Support messen. Zudem wird ein Stresstest gefahren, vergleichbar mit einem Passanstieg. Wichtiger Hinweis: Die Messwerte Reichweite und U-Faktor haben wir mit dem Faktor zwei korrigiert. Andernfalls kämen durchweg Bewertungen im Bereich von ein bis zweieinhalb Sternen heraus, die gemessen an einem E-Trekkingrad mit Bosch-Motor zwar abbildbar sind, aber hier die Bedürfnisse von Radsportlern unterlaufen. Ferner wurde jedes Bike von einem erfahrenen Tester gefahren. Die Eindrücke fließen unter Fahrspaß ebenso ins Endergebnis ein wie die Design-Bewertung.
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