Camping und Motorradfahren sind zwei Hobbys, die sich ideal kombinieren lassen. Viele Camper nehmen zusätzlich Fahrzeuge mit, um im Wohnmobil-Urlaub auch vor Ort mobil zu sein.
Citroën bietet mit dem werksseitig aufgelegten Wohn-Kastenwagen „Biker Solution“ speziell an Motorrad- und Quadfahrer an. Wir stellen die verschiedenen Möglichkeiten für den Motorradtransport im Citroën Jumper Camper vor.
Citroën Biker Solution: Classic und Multi im Vergleich
Citroën ist in der Freizeitbranche primär als Basisfahrzeug-Hersteller bekannt. Seit 2018 bietet der Nutzfahrzeughersteller zusammen mit der Firma Flexebu exklusive Kastenwagen-Ausbauten an, die auf den Motorradtransport ausgerichtet sind. Der Citroën Jumper „Biker Solution“, der mit seiner reich- und werthaltigen Ausstattung als Komplettpaket für 51.100 Euro (zzgl. MwSt.) in der Liste steht, wird im Einrechnungsgeschäft angeboten. Insgesamt umfasst das Angebot des Herstellers zwei Versionen: Classic und Multi.Citroën bietet den „Biker Solution“, der auf dem Kastenwagen Jumper in der Variante L3H2 basiert, in zwei Ausführungen an: Als „Classic“ oder „Multi“.
Citroën Jumper Biker Solution Classic
Citroën hatte auf dem Caravan Salon 2018 in Düsseldorf das Spezial-Reisemobil Jumper Biker Solution Classic präsentiert. Der in Kooperation mit den Umbau-Experten von Flexebu entwickelte Citroën Jumper Biker Solution basiert auf dem Jumper in der Version L3H2, die es auf eine Gesamtlänge von sechs Meter, eine Breite von 2,05 Meter und eine Höhe (mit Hubdach) von 2,67 Meter bringt. Bis zu zwei Motorräder können eingeladen werden. Der vielseitige Transporter bietet Platz für zwei Motorräder, die mithilfe einer elektrischen Seilwinde und einer Auffahrrampe komfortabel verladen und dank der Schienensysteme mit Vorderradaufnahme sicher platziert werden können. In den Schränken kann Motorrad-Schutzkleidung, Helme und alles weitere Gepäck verstaut werden.Dank seitlich umklappbarer Betten (60/40) an den Seitenwänden im Laderaum und in Verbindung mit dem optionalen Aufstelldach, inklusive Lattenrost und Matratze sowie lackierter Dachschale, bietet der Citroën Jumper Biker Solution bis zu vier Schlafplätze. Die weitere Wohnausstattung umfasst unter anderem eine Außenmarkise, einen Küchenblock mit Kompressor-Kühlschrank sowie ein Autark-System mit wartungsfreier Batterie. Wird ein größeres Laderaumvolumen benötigt (bis zu 13 m³, Nutzlast 1.200 kg), kann der Citroën Jumper Biker Solution in wenigen Handgriffen zum reinen Transporter umgebaut werden: Alle Möbel sind dank eines Clip-Systems problemlos herausnehmbar. Die Anhängelast beträgt 2,5 Tonnen.Zur weiteren Serienausstattung des Citroën Jumper Biker Solution zählen unter anderem ein Farbnavigationsgerät, eine Lenkradfernbedienung und ein Videoeinparksystem mit akustischer Einparkhilfe hinten. Für zusätzliche Sicherheit sorgen ein Bergabfahrassistent, ein Berganfahrassistent und eine intelligente Traktionskontrolle. In der Außengestaltung hebt sich der Biker Solution vom gewöhnlichen Transporter durch eine Metallic-Lackierung in Aluminium-Grau und ein Dekordesign in Grau ab.Zu haben war der Citroën Jumper Bike Solution Classic anfangs mit einem 157 PS und 400 Nm starken Dreiliter-Vierzylinder-Turbodiesel zu Preisen ab 54.264 Euro. Mit der Modellpflege des Basismodells Jumper zum Modelljahr 2019 wurde dessen Serienausstattung erweitert und der Motor ersetzt. Einzig verfügbarer Motor ist jetzt ein 165 PS starke 2,2-Liter-Turbodiesel, der mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe und Frontantrieb kombiniert wird. Der Selbstzünder ist nach der neuen Euro 6d-Temp-Abgasnorm für Nutzfahrzeuge eingestuft. Der Grundpreis stieg auf 60.809 Euro.
Praxistest des Classic
Generell geht es im Biker Solution eng zu. Für Menschen und Motorräder. Die Sitzgruppe besteht aus den drehbaren Fahrerhaussitzen und einem am Schrank eingehängten Tischelement, das aber keinen allzu stabilen Eindruck macht. Komplettiert werden kann das Ensemble durch einen Campingstuhl der noch vor die Motorräder passt. Ein- oder aussteigen geht dann allerdings nur noch nach größeren Umbauarbeiten. Umgebaut werden muss auch, wenn man das große bequeme Bett unter dem Aufstelldach nutzen möchte, denn die Aufstiegsleiter endet genau dort, wo sonst der Tisch steht. Wer das Heckbett nutzen möchte, muss die Motorräder ausladen. Die versperren zusammen mit dem Tisch auch den Zugang zu den meisten Schränken. Man sollte sich also genau überlegen, wo man was verstaut, besonders wenn man unterwegs darauf zugreifen möchte.Eng wird es auch in den Schränken, wenn Motorradklamotten verstaut werden sollen. Zwei XL-Kombis im Hochschrank? Das ginge eigentlich nur mit Dehnfalten. Knapp wird es auch in den gepolsterten Helmfächern. Extrem sportliche Kopfbedeckungen mit vielen Anbauteilen schrammen knapp an einer Presspassung vorbei. Die karge Ausstattung erschwert längere autarke Campingaufenthalte. Frischwasser gibt es nur 19 Liter und auch nur kalt und nur am Spülbecken. Dusche, Waschbecken, Toilette gibt es nicht. Der Gaskocher wartet mit nur einer Flamme auf, entsprechend fällt das Speisenangebot aus. Für eine Übernachtung unterwegs plus den morgendlichen Kaffee reicht es allerdings immer.Citroen sieht serienmäßig zwei Transportschienen vor, wer aber zwei Bikes verladen möchte, sollte vorher genau planen und messen. Die maximale Ladebreite liegt in Lenkerhöhe bei 1,54 Meter, im Bereich der Fußrasten bleiben durch die Innenausbauten nur noch 1,34 Meter übrig. Die maximale Ladelänge wird durch die Schienen auf knapp 2,30 Meter begrenzt. Da wird es schon für manche Mittelklasse-Enduro eng. Die meisten Cruiser, Chopper und Tourer müssen ganz draußen bleiben. Also nur wer geschickt schachtelt bringt zwei Motorräder in den Laderaum.Der Ladevorgang an sich gestaltet sich einfach. Motorrad in die vorbereitete Vorderradwippe einfahren, mit Gurten fixieren und ferngesteuert per Seilwinde einziehen lassen. Der E-Motor benötigt dazu knapp 100 Sekunden. Damit beim Verladen im wahrsten Sinne des Wortes nichts verrutscht, sollte ein weitestgehend ebenes Terrain gewählt werden. Auf einem zur Seite abfallenden Untergrund kann sich die Auffahrschiene unter der Last des Motorrads verwinden.
Fahreigenschaften
Der Biker Solution fährt sich wie ein Pkw, die Abmessungen erfordern aber wie bei dieser Fahrzeugklasse üblich etwas Eingewöhnung. Wenig hilfreich ist dabei die durch die tief angesetzte Windschutzscheibe eingeschränkte Übersicht. Schmale Landstraßen werden noch schmaler, enge Kurven wollen großzügiger genommen werden, wenn die Hinterachse nicht durchs Grün oder über Gehwegkanten pflügen soll. Mit dem 165-PS-Selbstzünder ist man ausreichend motorisiert. Über Land kann man locker im Verkehr mitschwimmen, auf der Autobahn sind Reisegeschwindigkeiten von 140 km/h kein Problem, das Geräuschniveau bleibt dabei in erträglichem Rahmen. Auch die meisten Steigungen nimmt der Diesel mit der Macht des Drehmoments und ohne Gangwechsel.
Citroën Jumper Biker Solution Multi
Citroën erweitert sein Angebot an Biker Solution-Modellen auf Basis des Citroën Jumper um den neuen Multi. Der bietet ein neues Ladesystem und zeigt sich so noch flexibler. Fürs Modelljahr 2020 neu im Angebot ist die flexible Multi-Version, die auf ein intensives Brainstorming mit der Redaktion MOTORRAD zurückgeht. Entwickelt und umgesetzt wurde die Multi-Variante erneut von Citroën in Zusammenarbeit mit dem Ausbauer Flexebu.Als Basis dient erneut der Transporter Jumper in der Version L3H2 - sprich mit einer Gesamtlänge von sechs Metern und einem Radstand von 4,04 Metern. Das serienmäßige Aufstelldach schraubt die Höhe (geschlossen) auf 2,65 Meter. Die Breite liegt bei 2.05 Meter. Im Gegensatz zum zweisitzigen Classic ist der Biker Solution Multi als Viersitzer zugelassen. Der Multi bietet ein Schranksystem mit zwei gepolsterten Helmfächern, einem Langschrank für Motorradkombis sowie einem maßgeschneiderten Fach für Motorradstiefel. Weiteres Gepäck lässt sich in zusätzlichen Oberschränken und über der Fahrerkabine unterbringen.Darüber hinaus verfügt der Citroën Jumper Biker Solution Multi dank seitlich umklappbarer Betten (60/40) und dem Aufstelldach inklusive Teleskopleiter, Lattenrost und Matratze über bis zu vier Schlafplätze. Die Thule-Markise, der Küchenblock mit Kompressor-Kühlschrank, Frisch- und Abwassertanks (je 20 Liter) sowie entnehmbarem einflammigen Gaskocher, die Motorradauffahrrampen, das Autark-System mit wartungsfreier Batterie und externem Stromanschluss sowie zahlreiche Detaillösungen garantieren einen hohen Freizeitwert.Anders als der Classic mit seinem hoch aufbauenden, aufgesetzten Schienensystem setzt der Multi für Motorrad-Transportaufgaben auf in den Boden integrierte, längs ausgerichtete und crashgetestete Zurrschienen. Mit zwei jeweils rund 30 Zentimeter breiten Auffahrschienen lassen sich Motorräder, Quads oder andere rollbare Güter leicht einladen. Bei Bedarf unterstützt eine unter dem Führerhaus verbaute elektrische Seilwinde mit Fernbedienung. Im Fahrzeug werden Motorräder dann auf klassischen, frei positionierbaren Vorderradwippen fixiert und im Anschluss mit Gurten an den Fahrzeugeigenen oder ins Schienensystem eingehakten Zurrpunkten vertäut. Bei geschickter Paarung lassen sich zwei Bikes unterbringen. Fallen die Abmessungen üppiger aus, reicht der Platz nur für eine Maschine.Wer allerdings den ebenen Laderaum für den Motorradtransport nutzt, muss auf die optionalen Sitze für Passagier drei und vier verzichten. Die lassen sich im Schienensystem nur platzieren, wenn der Laderaum frei ist. Die soliden Alu-Laderampen lassen sich praktisch links und rechts in Fächern an den Seitenwänden verstauen. Ist der Laderaum wieder leer, so lässt sich hier mit dem Tischelement und einem heruntergeklappten Bettteil eine kleine Sitzecke einrichten. Sind die Zusatzeinzelsitze ebenfalls mit an Bord, so lassen sich diese ebenfalls integrieren.Als weitere Option lassen sich im Multi, wie auch schon im Classic, sämtliche Möbel ausbauen. Der Küchenblock ist am Boden verschraubt, alle Schränke und Bettelemente sind nur per Schnellverschluss an ein Schienensystem gehängt. Mit etwas Übung schaffen zwei Personen die Räumaktion in knapp 30 Minuten. Dann kann der Jumper als herkömmlicher Transporter genutzt werden. Für zusätzliche Sicherheit sorgen der Bergabfahrassistent, der Berganfahrassistent und die intelligente Traktionskontrolle. Einzig verfügbarer Motor ist ein 165 PS starker 2,2-Liter-Turbodiesel, der mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe und Frontantrieb kombiniert wird. Der Selbstzünder ist nach der neuen Euro 6d-Temp-Abgasnorm für Nutzfahrzeuge eingestuft.Einzig verfügbare Farbvariante für die Biker Solution-Modelle ist die Metallic-Lackierung in Aluminium-Grau außen und das Dekordesign in Carbon-Optik im Innenraum. Ab sofort Serie, aber noch nicht auf den Bildern zu sehen, sind in die Hecktüren integrierte, abgedunkelte Fenster. Bestellbar sind die neuen Citroën Biker Solution-Modelle ab sofort. Ausgeliefert wird ab November. Der Grundpreis bei beiden Versionen liegt bei 51.100 Euro, allerdings nutzfahrzeugtypisch plus Steuern. Eine Aufpreisliste gibt es nicht. Im ersten Jahr konnte Citroën rund 60 Biker Solution absetzen, für die Zukunft rechnet der Hersteller mit 120 bis 150 Einheiten jährlich.
Praxistest des Multi
Generell geht es im Biker Solution eng zu. Für Menschen und Motorräder. Die links und rechts an den Klappbettunterseiten montierten Staufächer für die Auffahrrampen reduzieren die Ladebreite gegenüber der Version Classic auf nur noch knapp 1,40 Meter. Sollen zwei Bikes mit auf die Reise, müssen die geschickt miteinander kombiniert werden. Zwei Großenduros gehen nicht, zwei schlanke Naked Bikes dagegen schon. Aber auch die müssen sich im Multi eng aneinander kuscheln.Das Verladen an sich ist mit den breiten Rampen ein Kinderspiel, die Einfahrt in die Vorderradwippen dagegen knifflig. Da die nicht am Boden fixiert werden können, verrutschen sie gerne statt zuzuschnappen. Stehen beide Maschinen, sorgen fehlende Zurrpunkte im Bereich zwischen den Motorrädern für Kopfzerbrechen. Variable Nutensteine mit Ösen für die Zurrschienen sind im Citroën-Repertoire nicht vorgesehen. Bleibt nur die Maschinen außen an den vorhandenen Ösen und mittig gegeneinander zu verspannen. Eine Lösung, die nicht zu empfehlen ist. Damit qualifiziert sich der Multi unterm Strich leider nur für den Ein-Bike-Transport.
Fahreigenschaften
Der Biker Solution fährt sich wie ein Pkw, die Abmessungen erfordern aber wie bei dieser Fahrzeugklasse üblich etwas Eingewöhnung. Wenig hilfreich ist dabei die durch die tief angesetzte Windschutzscheibe eingeschränkte Übersicht. Schmale Landstraßen werden noch schmaler, enge Kurven wollen großzügiger genommen werden, wenn die Hinterachse nicht durchs Grün oder über Gehwegkanten pflügen soll. Mit dem 165-PS-Selbstzünder ist man ausreichend motorisiert. Über Land kann man locker im Verkehr mitschwimmen, auf der Autobahn sind Reisegeschwindigkeiten von 140 km/h kein Problem, das Geräuschniveau bleibt dabei in erträglichem Rahmen. Auch die meisten Steigungen nimmt der Diesel mit der Macht des Drehmoments und ohne Gangwechsel.
Weitere Campingbusse mit Motorradtransport-Möglichkeiten
Aufgrund der großen Hecktüren und viel Staufläche im Fond sind Campingbusse prädestiniert für die Motorrad-Mitnahme. promobil stellt 11 Hersteller und ihre optimierten Transport-Camper vor. Neben Citroën bieten auch andere Hersteller spezielle Lösungen für den Motorradtransport an. Hier eine Übersicht:*
Dipa Biker: Bietet eine große Heckgarage für das Motorrad.*
Dreamer Fun D60: Ermöglicht den Transport von zwei Fahrrädern oder einem Motorrad durch den Ausbau des unteren Stockbetts.*
Flexebu Sport & Fun: Bietet verschiedene Motorradtransport-Campingbusse auf unterschiedlichen Basisfahrzeugen.*
Ka-Mobile MotoCamper: Ein kleiner Ausbauer, der sich dem Motorradtransport gewidmet hat.*
Karmann Davis 630: Verfügt über ein elektrisch hoch- und runterfahrendes Hubbett im Heck, wodurch ein Laderaum für ein Motorrad entsteht.*
Köhler Sunvan S10: Präsentiert den Sunvan S10 meist mit einer Motorradschiene unter dem Heckbett.*
Motorrad-Camper: Spezialisiert sich auf Campingbusse mit Motorradtransport und ermöglicht den Transport von zwei Motorrädern oder Quads.*
Schwabenmobil Florida Multitalent: Bietet die Möglichkeit, die rechte Sitzbank zur Seite zu klappen, um Platz für ein Motorrad zu schaffen.*
VR-Motorhomes Black Edition: Integriert die Motorrad-Garage unter dem Heckbett.
| Hersteller | Modell | Basisfahrzeug | Grundpreis (ca.) |
| Citroën | Biker Solution Classic/Multi | Citroën Jumper | 51.100 € (zzgl. MwSt.) |
| Dipa | Biker | VW Crafter | 70.000 € |
| Flexebu | Sport & Fun | Citroën, Fiat, Ford, MAN, Mercedes, VW, Nissan, Peugeot | 60.000 € |
| Ka-Mobile | MotoCamper L | Fiat Ducato | 64.900 € |
| Karmann | Davis 630 | Fiat Ducato | 43.660 € |
| Köhler Wohnmobile | Sunvan S10 | Mercedes-Benz Sprinter | 89.900 € |
| Motorrad-Camper | - | Fiat Ducato | 53.000 € |
| Schwabenmobil | Florida Multitalent | VW Crafter | 69.800 € |
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