Corratec Mountainbike Test Vergleich

Corratec zählt zu den Urgesteinen der deutschen Bike-Szene. Hinter Corratec steht die Inhaberfamilie Irlbacher, die seit über drei Jahrzehnten mit Herzblut, Mut und Innovationsgeist den Weg der Marke prägt. Auch wenn die Wurzeln von Corratec lange Zeit in der Produktion von Skiern und dem Handel von Sportartikeln lagen, ist der Bike-Hersteller eine langjährige Größe in der Bike-Branche. Der Grundstein für die eigene Fahrradproduktion wurde im Jahre 1988 gelegt.

Corratec Life CX7: Das Allround E-Bike im Test

Eine Mischung aus SUV und Trekking E-Bike? Diese Kombination bietet das Corratec Life CX7. Unsere Testfahrerin Isabel hat das Allround E-Bike auf kurzen städtischen Strecken sowie auf längeren Touren getestet. Ob ihr das Bike in Sachen Komfort wirklich zusagt?

Design und Eigenschaften

Das Life CX7 ist ein extrem stabiles E-Bike, das ein zulässiges Systemgewicht von bis zu 180 Kilogramm gestattet. Das zulässige Gesamtgewicht beinhaltet das Gewicht des E-Bikes, das der fahrenden Person plus zusätzliches Gepäck. Größere und schwerere Fahrer:innen kommen hier genauso auf ihre Kosten, wie all diejenige, die viel Gepäck mit an Bord nehmen möchten. „Es handelt sich um eine Mischung aus SUV und Trekking E-Bike. Ich würde es daher tatsächlich als ein Allround E-Bike bezeichnen, mit dem man total gut in der Stadt fahren kann, aber auch mal eine längere Tour unternehmen und über Feld-, Schotter-, und Waldwege gleiten kann.

Motor und Akku

Das Corratec Life CX7 kommt mit einem starken Bosch Performance Line CX Motor mit 85 Nm. „Mit dem Motor kommt man wirklich sofort von der Stelle. Er unterstützt direkt beim Anfahren sehr gut. Vier verschiedene Unterstützungsstufen stehen einem hier zur Verfügung. Den Turbo-Modus hat Isabel vor allem für stärkere Steigungen genutzt: „Hier bekommt man wirklich direkten Support vom Motor und muss sich quasi nicht anstrengen, um die steilsten Steigungen zu meistern. Man hört natürlich schon, dass ein Motor läuft und unterstützt. Der große 750 Wh Akku ist leicht aus dem Unterrohr entnehmbar oder am E-Bike direkt ladbar. „Ich bin auch weitere Touren gefahren und der Akku war für mich immer ausreichend.

Display und Konnektivität

Das Bosch Kiox 300 Display zeigt verschiedene Fahrdaten sehr übersichtlich an, so berichtet Isabel: „Ich habe mir am häufigsten die aktuelle Geschwindigkeit anzeigen lassen, diese Info fand ich sehr interessant. Aber man kann sich zum Beispiel auch anzeigen lassen, in welcher Unterstützungsstufe man sich gerade befindet. Außerdem gibt es die Bosch eBike Flow App fürs Handy. Diese fand ich persönlich wirklich gut, denn hier hat man die Möglichkeit, sich über sein Handy navigieren zu lassen. Wenn das Smartphone mit dem E-Bike bzw. dem Display gekoppelt ist, wird einem die Navigation auch auf dem Display angezeigt. So bin ich auch mir komplett unbekannte Strecken gefahren, ohne mich zu verfahren.

Komfort und Ausstattung

Das Corratec Life CX7 ist mit einer stufenlosen enviolo Nabenschaltung ausgestattet. Hier gibt es keine Gang-Abstufungen, sondern man hat dank der stufenlosen Schaltung die Möglichkeit, auch im Stand oder unter Belastung zu schalten. Auch die SR Suntour Federgabel sorgt für einen Zusatz an Komfort, schließlich lässt sich damit auch über Kopfsteinpflaster und andere unebene Untergründe hinweggleiten. Zudem hebt Isabel die grobstolligen Reifen positiven für den Komfort hervor: „Diese machen das E-Bike auch für Schotter- oder Feldwege geeignet. Sie sorgen zum einen für ein bisschen mehr Grip und gleichen zum anderen auch diese Unebenheiten auf den Straßen wieder ein wenig aus. Der Lenker des E-Bikes ist leicht geschwungen, wodurch Isabel bei ihren Testfahrten stets leicht aufrecht saß: „Das habe ich persönlich als sehr angenehm empfunden.

Fazit zum Corratec Life CX7

Aus Isabels Sicht ist das Corratec Life CX7 für alle geeignet, die Lust auf dieses E-Bike und seinen Einsatzbereich haben. „Ich glaube aber, dass es einen sehr großen Fokus auf das Thema Komfort gibt. Die ergonomischen Griffe sowie der Sattel von Sqlab, der starke Motor mitsamt des reichweitenstarken Akkus, die breiten Reifen und die Schaltung - all das sind Punkte, die auf den Komfort abzielen. Daher würde ich sagen, dass es prinzipiell ein E-Bike für Personen ist, die langsam wieder in Bewegung kommen möchten und dabei vielleicht die Sorge haben, zu unkomfortabel und unbequem zu sitzen. Ich kann euch sagen, mit diesem Bike ist es das definitiv nicht, es macht wirklich Spaß und man kann es vielseitig einsetzen”, hält Isabel zum Schluss als Highlight fest.

Corratec X-Vert Pro 650B: Das Sportliche Hardtail im Fokus

Dieses Mal haben wir zur Abwechslung mal kein E-Fully auf unsere Teststrecke geholt, sondern uns mit dem Corratec X-Vert Pro 650B für ein sportliches Hardtail entschieden. Dieses ist ausgestattet mit dem allseits bekannten Bosch Performance CX Motor, dem integrierten Bosch Powertube Akku mit 500 Wh Energiegehalt, einer 11-Gang Kettenschaltung von Shimano und einer hydraulischen Scheibenbremse von Magura mit 180 mm Durchmesser vorne und 160 mm hinten. Doch viel interessanter als die rohe Ausstattung ist schließlich, wie sich das E-Mountainbike im Gelände anstellt.

Hardtail vs. Fully

Dieses Hardtail unterscheidet sich insofern vom Fullsuspension-Bike, dass es über keinen Dämpfer am Heck verfügt. Dadurch treten völlig neue Fahreigenschaften zu Tage: Für ausgiebige Trail-Fahrten und Rekordzeiten eignet sich so ein Hardtail weniger als für Fahrten auf gut befahrbaren Wald- und Forststrecken, da die RockShox-Gabel mit 100 mm Federweg nicht viel Spielraum für grobes Gelände gibt. Dies gibt einem die Gelegenheit, mit dem Corratec X-Vert Pro einfach mal nur die Natur zu genießen und sich in dieser kalten Jahreszeit etwas fit zu halten. Gleichzeitig eignet sich das E-Hardtail auch hervorragend als sportliches Alltags-Pedelec, da es über clever durchdachte Montagestellen für einen Gepäckträger am Heck verfügt.

Rahmen und Reifen

Unser Test-Pedelec in der Version 650B war mit einem Diamantrahmen ausgestattet, wie es für männliche Fahrer am meisten Sinn macht. Daneben ist das E-Mountainbike allerdings auch als Trapezrahmen verfügbar, worüber sich vor allem die weiblichen MTB-Sportlerinnen freuen werden. Das Hardtail besitzt 27,5‘‘ Reifen mit Continental X-King Mänteln in 2,4‘‘ Breite.

Fahreigenschaften und Ausstattung

Nun aber zu den Fahreigenschaften des Corratec X-Vert Pro auf unserer Teststrecke. Bei der 11-fach Schaltung handelt es sich um die bewährte Shimano Deore XT Kettenschaltung. Diese sorgt in Kombination mit einem 16er Kettenblatt auf der Motorseite für eine ausreichend große Bandbreite bei der Übersetzung, um bei allen möglichen Steigungen den passenden Gang parat zu haben. Selbst der Bosch Performance CX Motor verfügt über eine eigene interne 2,5-fach Übersetzung, die es ermöglicht, immer im passenden Drehzahlbereich unterwegs zu sein. Der Mittelmotor von Bosch verfügt über die drei statischen Unterstützungsstufen ECO (60%), TOUR (120%) und TURBO (300%), sowie über den häufig gelobten eMTB-Modus, der sich je nach Tretkraft dynamisch zwischen 120% und 300% Unterstützung bewegt und sich besonders gut für abwechslungsreiche Strecken eignet.

Sitzposition und Handling

Die Sitzposition auf dem Corratec X-Vert Pro 650B fällt ausgesprochen sportlich aus, was bedeutet, dass der Oberkörper etwas weiter nach vorne geneigt ist als vermutet. Dadurch liegt ein Großteil des Gewichts auf dem Lenker, der mit 720 mm Breite etwas schmaler ausfällt als der Durchschnitt.

Trail-Tauglichkeit

Jetzt kommt noch ein Abschnitt für alle besonders mutigen E-Mountainbiker. Denn nur weil sich das Hardtail auf Wald- und Forstwegen wohler fühlt, heißt das noch lange nicht, dass es auf dem Trail so gar nichts verloren hat. Gerade, wenn man seine Fähigkeiten auf dem E-MTB gerne einmal auf die Probe stellen möchte, kann man mit dem Corratec X-Vert auch mal über gröberes Gelände fahren. Hier empfiehlt es sich jedoch, die gesamte Zeit in der Hocke oder im Stand zu fahren, da einem sonst das ungefederte Heck unangenehme Schmerzen bereiten kann. Gerade die Bereifung, die auf matschigen Untergrund ausgelegt ist, kommt auf dem Trail zu seiner vollen Entfaltung.

Nachteile

Die größten Nachteile, die uns hierbei aufgefallen sind, liegen zum einen an dem vergleichsweise hohen Gewicht von 22 kg, welches sich schon recht deutlich von anderen Bosch-Hardtails abhebt, und zum anderen die 175 mm langen Kurbelarme, die nicht nur auf dem Trail einen großen Störfaktor bilden, sondern auch schon im leichten Gelände negativ auffallen können.

Fazit zum Corratec X-Vert Pro 650B

Wer selbst im Winter bei Kälte und Nässe die Füße nicht stillhalten will, ist auf der Suche nach einem robusten Hardtail mit sportlichen Fahreigenschaften. Oder mit anderen Worten, er sucht das Corratec X-Vert Pro 650B. Dieses E-Hardtail ist die ideale Maschine für sportliche ausgelegte Touren über gut befahrbare Strecken, was durch die frontlastige Sitzposition und das robuste Setup begünstigt wird. Das Rahmenkonzept lässt darüber hinaus auch eine Anwendung im Alltag zu, da über Montagestellen am Heck zum Beispiel ein Gepäckträger montiert werden kann und auch ein Seitenständer Platz findet.

Corratec E-Power RS 160: Das Tourenorientierte E-MTB

Mit dem E-Power RS 160 bringt Corratec ein tourenorientiertes Bike mit viel Federweg, fettem Akku und spannender Ausstattung an den Start. Insgesamt bietet Corratec vier Modelle ab 4999 Euro an. Mit 160 mm Federweg ist das E-Power RS 160 im All-Mountain- bis Enduro-Segment angesiedelt.

Design und Rahmen

Das Unterrohr und der Motorbereich des Alu-Bikes bestehen aus einem Stück. Mit "smooth welded" Schweißnähten wirkt der Hauptrahmen fast wie aus Carbon. Am Hinterbau setzt das Bike auf ein Viergelenker-Design mit Rock-Shox-Super-Deluxe-Dämpfer. Die Rock-Shox-Zeb-Base-Gabel hat nur begrenzte Einstellmöglichkeiten.

Ausstattung

Top: die Shimano-XT-Schaltung, die mit elf Gängen auf die robuste Linkglide-Technologie setzt. Anders als in der Serie kommt das Testbike mit Magura-Bremsen statt Shimanos SLX sowie Mavic-Laufrädern anstelle der DT-Swiss-H1900-Wheels. Das kleine und feine Bosch-Purion-200-Display zeigt alles Wichtige an und bietet eine intuitive Bedienung.

Fahreindruck

Man nimmt sportlich und tourenorientiert auf dem Bike Platz. Der flache Sitzwinkel dürfte alte Tourenhasen erfreuen, während die hohe Front viel Sicherheit vermittelt. Letztere stört im Uphill nicht - das RS 160 klettert hervorragend, wofür die traktionsstarken, langen Kettenstreben und das sensible Heck sorgen. Im Downhill fühlt man sich ebenfalls sicher und wohl - zumindest, solange es nicht allzu steil oder kurvig wird. Dann macht sich das hohe Gewicht von über 27 kg deutlich bemerkbar. Zudem kommt die Gabel schnell an ihre Grenzen, auch der geringe Hub der Sattelstütze limitiert.

Fazit zum Corratec E-Power RS 160

Das Corratec E-Power X Vert Pro Team ist ein Touren-Hardtail mit Trailambitionen und souveränem Geradeauslauf. Das E-POWER RS 160 PRO ist ein guter Kletterer. Mit den betonenswert guten Motor machen Touren auf extrem technischen Trails Spaß. Dennoch gibt es mit das mäßige Fahrwerk und die einfachen Bremsen auch einen Wermutstropfen, den man schlucken muss.

Corratec Bow 16: Das Mountainbike für den Nachwuchs

Mit der Bow-Serie wollen die Bayern den KU-Bikes und Woom Bikes die Stirn bieten. Das Bow 16 will mit seiner Ausstattung tatsächlich als ernsthaftes Mountainbike wahrgenommen werden. Mit diesem 16 Zoll Bike kann der Nachwuchs richtige Trails erkunden. Die Anbauteile und die Verarbeitung des Bikes hinterlassen einen wertigen Eindruck. Bei einem Komplettgewicht von 5,3 kg kann man durchaus von einem federleichten Bike sprechen. Hier schöpft Corratec das Leichtbaupotential wirklich voll aus. Corratec verbaut 1,5 Zoll schmale Reifen und spart damit Gewicht und reduziert den Rollwiderstand. Im Gelände kommen diese Pneus aber schnell ans Limit.

Bremsen und Schaltung

Mit ihren kleinen Händen können Kinder nur sehr wenig Handkraft aufbringen. Es ist deshalb extrem wichtig, dass sich die Bremse sehr leicht betätigen lässt. Die verbauten V-Brakes (Felgenbremsen) sind leicht und haben einen technisch simplen Aufbau. Das ist der Vorteil von klassischen Felgenbremsen. Allerdings können sie bei der Bremskraft nicht mit Scheibenbremsen mithalten. Bei längeren Abfahrten oder bei Nässe müssen Kinder viel Handkraft aufbringen, um adäquat zu verzögern. Scheibenbremsen sind außerdem meist besser zu dosieren. Gerade wenn Kinder erst mit dem Biken beginnen, macht es Sinn auf eine Gangschaltung zu verzichten. So können sich Kinder auf das wirklich Wesentliche, das Fahren, konzentrieren.

Ergonomie

Kurze Kurbeln verbessern die Ergonomie von Kinderfahrräder extrem und erhöhen somit den Fahrspaß. Mit 89 mm fallen die Kurbeln extrem kurz aus. Hier haben die Porduktmanager Köpfchen bewiesen. Zwischen 105 und 120 cm Körpergröße sollte dein Kind auf dieses Bike passen.

Corratec X Vert 29 Race: Das Ausgeglichene Hardtail

Auf langen Touren fühlt sich das Racebike X Vert 29 Race richtig wohl. Wir haben sämtliche Geometriemaße abgeglichen und kommen zu folgendem Schluss: Das Corratec Hardtail hat ein sehr ausgeglichenes Fahrverhalten. Die Sitzposition fällt anti-extrem aus. Man sitzt also weder extrem sportlich, noch extrem aufrecht auf dem X Vert 29 Race. Das dürfte den allermeisten Bikern sehr gut gefallen. Wenn du den Mountainbike Sport hauptsächlich über den Spaß in der Abfahrt definierst, passt das Racebike X Vert 29 Race eher nicht zu dir. Andere Hersteller bauen Racebikes im selben Preisbereich die sich eher auf die Abfahrt konzentrieren. Im Gegenzug lässt sich Corratec bei der Schaltung nicht lumpen und verbaut nur hochwertige Komponenten.

Weitere Corratec Modelle im Überblick

Corratec kann mittlerweile als bayerischer Traditionshersteller bezeichnet werden. 2018 durchliefen die E-MTBs des oberbayerischen Herstellers eine Verjüngungskur und wurden durchweg mit dem Akku von Bosch ausgestattet. Dank Shadow Edge Tube Technologie verschwindet dieser komplett im Rahmen und lässt die Bikes sportlich wirken. Ein weiteres Plus: Die Kante im Unterrohr macht dieses besonders robust und verwindungssteif. Der verbaute Bosch Performance Line CX Gen4 wurde speziell für den Einsatz in E-Mountainbikes entwickelt und wird den Anforderungen anspruchsvoller Biker gerecht.
Hier ist eine Tabelle mit einigen der getesteten Corratec Mountainbikes und ihren Haupteigenschaften:
Modell Typ Motor Akku Federweg Besonderheiten
Life CX7 Allround E-Bike Bosch Performance Line CX 750 Wh SR Suntour Federgabel Stufenlose enviolo Nabenschaltung, hoher Komfort
X-Vert Pro 650B E-Hardtail Bosch Performance CX 500 Wh 100 mm (RockShox Gabel) Sportliche Sitzposition, optional Gepäckträger montierbar
E-Power RS 160 E-MTB Bosch Performance Line CX Gen4 - 160 mm Tourenorientiert, Viergelenker-Design
Bow 16 Kinder-Mountainbike - - - Leichtbau, kurze Kurbeln
X Vert 29 Race Hardtail - - - Ausgeglichenes Fahrverhalten

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