Argumente gegen Motorradfahrverbote

Die Diskussion um Motorradfahrverbote ist ein vielschichtiges Thema, das sowohl Befürworter als auch Gegner auf den Plan ruft. Am vergangenen Sonntag zogen die Falschen auf die Straße. Vielmehr waren es die Motorradfahrer selbst, die mit multipliziertem Getöse für ihre Sache warben. Gegen drohende Fahrverbote drehen sie auf.

Motorrad als Luxus oder Notwendigkeit?

Es handelt sich im Kern um eine Luxus-Diskussion. Die Zeit ist vorbei, als das Motorrad das Auto des kleinen Mannes war. In den meisten Haushalten steht das Krad als Zweit- oder Drittfahrzeug in der Garage. Die Biker sind beruflich nicht darauf angewiesen. Sie ziehen für eine Leidenschaft zu Felde. Wenn die Kinder aus dem Gröbsten heraus sind, erfüllen sie sich einen Jugendtraum und erwerben ein anständiges Gefährt.

Lärmbelästigung und Gesundheit

Nun hat jedes Geräusch zwei Seiten: Einen aktiven Erzeuger und den passiv Hörenden. Ab 85 Dezibel wird ein Geräusch als schmerzlich wahrgenommen. Es schadet objektiv. Diesen Punkt erreichen die meisten Zweiräder heute mühelos. Die Geräuschkulisse ist Teil des Pakets, das sich die Fahrer (und einige Fahrerinnen) erwerben. Es ist die Freude an moderner Technik oder am Retro, an Tempo, Straßenlage und an der Musik des Motors in vielen Abstufungen.

Politische und wirtschaftliche Aspekte

4,5 Millionen Motorräder sind ganzjährig in Deutschland angemeldet, dazu kommen saisonale Zulassungen. Die Tendenz zeigt weiter nach oben. Eine Regelung ist also dringend geboten. Der Bundesrat empfiehlt Fahrverbote für bestimmte Strecken an Wochenenden. Bayern stellt sich dagegen. Schließlich stellt BMW eigene und schöne Maschinen her. Der bayrische Innenminister bekennt sich als Motorradfahrer.

Lösungsansätze und Alternativen

Verbote oder Sperrungen können nur ein letztes Mittel sein, etwa um die Zahl tödlicher Unfälle zu begrenzen. Sinnvoller ist der Weg über die Hersteller. Sie können den akustischen Ausstoß ihrer Produkte heruntersetzen. Wer durch nachträgliche Einbauten oder Ausbauten ein Fahrzeug aufdonnert, wird aus dem Verkehr gezogen. Tirol praktiziert das bereits mit Erfolg. Motorräder mit mehr als 95 Dezibel erhalten ein Fahrverbot.

Unter anderem der „Poserparagraph“ der unabhängig von der Zulassung eines Fahrzeugs Anwendung finden kann. Manche Anwohner (hier pauschalisiere ich bewusst nicht, da es viele unterschiedliche Interessen u. Gruppierungen gibt) befürworten zumindest die Möglichkeit von Streckensperrungen weil sie von den bisherigen (teils fehlgeschlagenen) Maßnahmen nicht überzeugt sind und die Kollektivstrafe als notwendiges Übel sehen. Die Erfassung von einigen „unschuldigen“ Fahrern wird billigend in Kauf genommen, weil die Interessen der Anwohner von ihnen schwerer gewichtet werden.

Demonstrationen und Proteste

Nach dem Motorradkorso durch München mit rund 10 000 Teilnehmern aus Protest gegen ein mögliches Fahrverbot könnten weitere Demonstrationen folgen. „Das Wochenende hat gezeigt, dass sich die Motorradfahrer mobilisieren können“, sagte Gabor Kovacs von der gemeinnützigen Motorradfahrer-Organisation Blue Peers am Montag. Er hofft aber, dass die Politik der Forderung nach einem Motorradbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung nachkommt, der zwischen Bikern und lärmgeplagten Anwohnern vermitteln und nach Kompromissen suchen könnte.

Kovacs hält die Argumente für Fahrverbote nicht für stichhaltig. Motorräder würden benachteiligt. „Der mit dem lauten Auto darf ja fahren.“ Als Beispiel nannte er den oberbayerischen Ort Tegernsee. „Da ballert der Porsche durch, der Ferrari, der Maserati, Stau ohne Ende“, sagte Kovacs. Motorräder unterliegen als inländische Fahrzeuge, nach dem KraftStG, ebenso wie PKW der Steuerpflicht, welche mit der verkehrsrechtlichen Zulassung solange besteht, wie das Fahrzeug zum Verkehr auf öffentlichen Straßen zugelassen ist. Wenn nun ausschließlich ein bestimter Teil bzw. eine Gruppe von steuerpflichtigen Fahrzeugen, von der uneingeschränkten Nutzung öffentlicher Straßen benachteiligt wird, stellt dies eine eine öffentliche Diskriminierung dar.

Umweltaspekte und Gleichbehandlung

Die Nutzungsdauer eines Motorrades übersteigt in der Regel bei weitem die eines PKW, was umwelttechnisch nicht unterschätzt werden sollte. Auch bilden sich durch Motorräder keine Staus. Der benötigte Parkraum ist ebenfalls wesentlich kleiner. Alles in allem wäre es Sippenhaft, wenn alle Motorradfahrer wegen Vergehen einiger weniger bestraft werden sollen. Einseitige Motorradfahrverbote stellen eine unzulässige Benachteiligung einer einzelnen Personengruppe dar. Gleichzeitig wird der große Anteil anderer Verkehrsteilnehmer an der Lärmbelästigung ignoriert.

Zitat bwdm.de: „Im Vergleich zu einem Auto, ist die Nutzung eines Motorrads eindeutig die umweltfreundlichere und ressourcenschonendere Variante der individuellen Fortbewegung, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass ein Auto im Schnitt nur mit 1,2 Personen besetzt ist. Ein Motorrad wiegt im Schnitt 1/8 von einem modernen Auto. Es werden somit weniger Rohstoffe benötigt, also auch Energie und Wasser, um es herzustellen oder wieder zu recyclen. Es gibt 4,51 Millionen Motorräder in Deutschland, mit diesen Massnahmen werden 4,51 Millionen Kradfahrer DISKRIMINIERT. Warum werden PKW mit Klappenauspuff weiterhin geduldet, wenn es bei Motorrädern verboten werden soll. Im Sinne des Gesetzes sind BEIDE Auspuffanlagen heute schon ilegal !

Es gibt bisher bereits keine ausreichende Rechtsgrundlage für das Verbot. Ein Motorrad ist ein KFZ wie jedes andere auch. Solange es der StVZO entspricht, würde das Verbot einer Diskriminierung von normalen Bürgern gleichkommen, die Ihrem Hobby nachgeben oder ggf. wirklich nur von "A nach B" fahren. Eine solche "Rechtsgrundlage" war mit keinem höherrangigen Recht zu vereinbaren. Das Motorradfahren schult die Wahrnehmung im Straßenverkehr und sensibilisiert gegenüber Kleinkrafträdern bzw Fahrradfahrern. Seitdem ich regelmäßig das Motorrad zum Pendeln nutze, habe ich meinen Spritverbrauch monatlich um 55% reduziert. Auch mein Verhalten im Verkehr ist wesentlich Defensiver und konzentrierter geworden.

Weitere Argumente gegen Fahrverbote

  • Es ist davon auszugehen, dass es immer mehr Beschränkungen für Bürger gibt, die Kfz-Steuer zahlen.
  • Motorradfahren dient zum Ausgleich und macht vielen Motorradfahrern Freude, da sie dies mit Gleichgesinnten teilen können.
  • Der wirtschaftliche Faktor darf hier nicht unterschätzt werden.
  • Kollektivstrafen gehören ins Klassenzimmer des 19.Jahrhunderts und sind definitiv kein Instrument zur Regelung von Problemen.
  • Bei eingeschränkter Nutzung müssten diese entsprechend zurückerstattet werden.

Die meisten Motorradgahrer haben aber graue Haare und Familie. Es gibt keine Sippenhaft für KFZ Halter / Fahrer, wieso soll es eine Sippenhaft für Krad Halter /-fahrer geben ? Die hier aufgezeigte und vom Bundesrat an den Bundestag weitergegebene Gesetzesnovelle zielt darauf ab 4,51 Millionen Steuerzahlende Verkehrsteilnehmer und Wähler zu diskreditieren.

Fragwürdige Fahrverbote für Dieselfahrer, Verschärfung des Bußgeldkatalogs, Städte werden immer autounfreundlicher, weil man aus ideologischen Gründen das Autofahren unattraktiv machen will. Diese Petition ist gegen die Hexenjagd auf Motorradfahrer! Wenn man ein Gesetz verabschieden möchte, dann bitte an alle Lärmbelästiger! Auch Oldtimer, Tracktoren, Sportwagen, Cabrios, Trucks, Poserfahrzeuge und die nicht aufgezählten.

Durch das Verbot verlieren Fahrer/innen und zukünftige Fahrer/innen den Spaß und die Leidenschaft für das Motorrad fahren. Fahrverbot am Wochenende und Geräuschminderung auf 80db NUR für Motorräder? Das es mehr laute Autos als Motorräder gibt dürfte jedem wohl klar sein. Trotzdem zeigen die leute mit dem Finger nur auf Motorradfahrer. Wenn man sieht wie viele Ferraris u.ä. ES KANN JA NICHT SEIN das ich ca. 50 Sonntage NICHT Motorrad fahren darf und muss aber für 50 Sonntage KFZ-Steuer bezahlen! Dann MUSS das ja GERECHTER WEISE heraus gerechnet und ZURÜCK ERSTATTET erstattet werden. Ebenso verhält sich das mit der Versicherung!

Laut Grundgesetz sind alle gleich. Bei einem solchem Gesetz wäre das nicht der Fall. Hier würde man Motorradfahrer eindeutig gegenüber Autofahrern benachteiligen, nein sogar noch betrügen. Außerdem werden hier auch wieder Arbeitsplätze drunter leiden müssen, ganz vorne weg mal wieder die Gastro aber auch Werkstätten und Handel, wie der Verkauf von Motorräder und Motorradbekleidung.

Mal ganz davon abgesehen, das wir Motorradfahrer Steuerzahler und gleichberechtigt mit allen anderen Verkehrsteilnehmern sind muss man sich ernsthaft die Frage stellen: Ist unseren Politikern langweilig? Haben unsere Politiker nicht andere wichtige Aufgaben zu erfüllen? Es reicht langsam mit der Bevormundung durch den Staat. Wir wählen euch nicht ihr uns. Motorradfahren heißt Freiheit. Ich werde es mir niemals nehmen lassen Motorrad zu fahren.

Gegenseitige Rücksicht ist da sicher angebracht. Aber Verbote für eine bestimmte Gruppe? Für alle durch Motorrad Lärm Geschädigten... konsequenterweise dürften Sie dann natürlich auch nicht mehr in den Urlaub fliegen, bitte denkt doch an die Anwohner in der Nähe eines Flughafens. Achtung, diese Übersicht ist rein zur Information was geplant wird!

Die Aufregung ist groß, aber es wird in dem Bundesratsvorschlag 'gebeten' Fahrverbote räumlich und zeitlich zu ermöglichen. Da bereits viele Strecken für Motorräder gesperrt sind, ist das Ansinnen des Bundesrates bereitsseit Jahren Fakt. Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung und eigenes Denken soll den Bürgern scheinbar abtrainiert werden. Aber zum Motorradfahren gehört schon immer Wind um die Nase und ja auch ein gewisser Ton. Motorradfahren ist in gewisser Weise ein Sport und hält jung. Neid auf dieses Leben ist wohl ein nicht unerheblicher Grund für diese Belästigungsdiskussion.

Einseitige Diskriminierung und Fingerpointing auf eine Gruppe geht in unserem freien Land garnicht! An vielen Orten werden DEMO´s gegen Streckensperrungen organsiert.

Das Kreisverwaltungsreferat der Landeshauptstadt München hat die Demonstration wegen massiver Sicherheitsbedenken und zu erwartender enormer Verkehrsbehinderungen untersagt. Trotzdem waren am Samstag tausende Biker auf dem Mittleren Ring unterwegs.

Fahrer- und Herstellerverbände kritisierten die Vorschläge das Bundesrats als „wirklichkeitsfremd“ und „populistisch“.

Update: 26. Juni 2020 Am Wochenende wird in München wieder demonstriert.

Die Bundesländer wollen Motorradfahrern bei starker Lärmbelästigung leichter Fahrverbote erteilen können. Doch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lehnt das ab. Scheuer argumentiert, die Straßenverkehrsbehörden hätten schon jetzt im Einzelfall die Möglichkeit, Fahrverbote zu verhängen.

Ihre Partei setzte sich für eine fortlaufende Anpassung von Lärmgrenzwerten ein. “Grundlegend für die tatsächliche Lärmreduktion ist jedoch die Überwachung der Einhaltung der Grenzwerte. Verstöße durch nicht serienmäßige Fahrzeugumbauten, die zu einer höheren Lärmbelastung führen, müssen geahndet werden und eine Stilllegung des Fahrzeugs zur Folge haben.”

Der ADAC lehnt Fahrverbote ebenfalls “entschieden” ab. Ein Motorradfahrer geht juristisch gegen das streckenbezogene Fahrverbot für Krafträder auf der B307 in Oberbayern vor. Unterstützt wird er dabei vom Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM).

Ziel der Demonstration ist es, auf die aus Sicht des BVDM motorradspezifische Benachteiligung aufmerksam zu machen. Der Verband warnt davor, dass temporäre Maßnahmen schnell zu dauerhaften Verboten führen könnten, wenn sie ohne Widerspruch hingenommen werden. Der BVDM betont, dass es bei der Demonstration nicht um Konfrontation gehe, sondern um Sichtbarkeit und Dialogbereitschaft.

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