Diamant Fahrrad Herren Test: Umfassende Analyse und Modelle

Diamant Fahrräder haben sich im Fahrradgeschäft etabliert, indem sie sich auf Fahrräder mit Elektromotor und die meistverkauften Fahrradtypen wie Trekkingräder und Citybikes konzentrieren.

Diamant 139: Ein urbaner Cruiser

Der Diamant 139 sticht durch sein auffälliges Farbschema hervor. So ganz ohne Gepäckträger gibt sich das Rad auch sonst sehr städtisch, richtet sich damit an Pendler mit Messengerbag und Rucksack oder einfach an Durch-die-City-Cruiser. Bei all der versprühten Leichtigkeit, verzichtet das Rad nicht auf eine fest installierte hochwertige und damit sichere Lichtanlage. Der Riemenantrieb steht für unaufhaltsamen Fahrgenuss. Geometrisch ist das Bike an MTBs angelehnt.

Der breite Lenker ist aus Fahrerperspektive auffälliger als die Farbgestaltung. In nicht allzugroßer Distanz montiert, bringt er ein breites, dennoch kompaktes Stützdreieck. Damit generiert das Rad eine auffällige, gleichsam lässige Fahrdynamik. Die Frontachse reagiert am Ende sehr feinfühlig auf Lenkimpulse und macht das 139 spürbar agil. Die Beschleunigung weiß entsprechend ebenfalls mit sportiver Dynamik zu gefallen. Man wähnt sich mitunter wedelnd auf wilden Waldpfaden. Unterdessen holt einen die etwas weniger sportliche Schaltnabe in städtische Realitäten zurück. Wo sich das Rad sehr genießen lässt - wenn die Wege nicht allzu holprig sind.

Farblich ein echtes Statement, weiß das 139 auch mit sorgenfreier Technik und vor allem viel Fahrdynamik zu gefallen.

Diamant Juna Deluxe+: Retro-Flair trifft moderne Technik

Das Diamant Juna Deluxe+ vereint moderne Technik mit Retro-Flair. Das sächsische Traditionsunternehmen, das seit 2003 mit dem Bike-Giganten Trek gemeinsame Wege geht und selbst über eine 135-jährige Firmenhistorie verfügt, hat sich nämlich auf stilvolle Bikes mit Charakter spezialisiert. Mit viel Charme lockt es auch bei Regen vor die Tür.

Der Rahmen in Moreagrün mit geteiltem und tief heruntergezogenem Oberrohr ist nicht nur eine Augenweide, sondern sorgt auch für einen bequem Auf- und Abstieg. Die Schutzbleche und der Gepäckträger sind ebenfalls in der Rahmenfarbe lackiert. Die weitere Ausstattung wird entweder im Chrom-Finish oder durch braune Leder-Applikationen geschickt in Szene gesetzt. Der Lenker besitzt eine angenehme Krümmung nach hinten, wodurch das Cruiser-Feeling bereits aufkommt, wenn man zum ersten Mal die Hand anlegt. Die vom Hauptakku betriebenen Front- und Heckscheinwerfer greifen das Design auf und schlagen eine Brücke zwischen Retro und Moderne.

Die Züge aus dem Cockpit verlaufen erst recht spät im Unterrohr in den Rahmen und bilden vor der Front weite Bögen. Was an jedem anderen Bike im Test störend und veraltet wirken würde, passt perfekt in das Bild des charmanten City-Bikes. Gleiches gilt für den externen 500-Wh-Akku: Nicht nur in unserem Vergleichstest aus 19 Bikes hat kein weiteres einen externen Akku, auch in der gesamten E-Bike-Branche besitzen sie inzwischen Seltenheitswert. Ebenso retro, aber auch gleichzeitig voll im Trend ist die 8-Gang-Nabenschaltung von Shimano. Sie wird mit einem Drehgriff am Lenker betätigt und kann im Stand durch alle Gänge schalten. Für rasante Gangwechsel unter Belastung auf der Kette ist sie jedoch nicht gemacht, denn sie sorgt mit ihrer trägen Schaltgeschwindigkeit unter Last für Schubaussetzer.

Ein unauffälliges Ausstattungs-Highlight ist die gut funktionierende gefederte Sattelstütze, die dem E-Bike ein großes Plus an Sitzkomfort beschert. Für eine komfortable Handhabung sorgen der hochwertige Zentralständer, der dem Bike einen sicheren Stand verleiht, und das fest verbaute Rahmenschloss, das mit demselben Schlüssel wie der externe Akku verriegelt wird.

Angetrieben wird das Juna Deluxe+ von Flower-Power und einem Bosch Active Line Plus-Motor mit 50 Nm Drehmoment. Für das gedachte Einsatzgebiet des Juna Deluxe+ eignet sich der sanfte Antrieb jedoch hervorragend und ist darüber hinaus durch seinen gutmütigen Charakter sehr einsteigerfreundlich. Nur auf steilen Rampen geht ihm etwas die Kraft aus. Die essenziellsten Motordaten werden auf dem einfachen Intuvia-Display ausgegeben.

Egal ob Flip-Flops oder Gummistiefel, das Juna Deluxe+ stellt weder an die Garderobe noch an den Biker oder die Bikerin hohe Anforderungen. Die entspannte Sitzposition kann es mit den besten Lounge-Chairs aufnehmen, wodurch man sich nach einem langen Arbeitstag unverkrampft der Heimfahrt gen Sonnenuntergang widmen kann. Das Gepäck kann dabei gleichmäßig auf die Front- und Heckgepäckträger verteilt werden, vorne maximal 15 kg und hinten maximal 14 kg. Die Starrgabel generiert vorne ein gutes Maß an Vibrationsdämpfung und die gefederte Sattelstütze übertrifft in ihrem Komfort sogar die aufs Körpergewicht einstellbare und ebenfalls gefederte Sattelstütze am MERIDA eBIG.TOUR 700 EQ. An jeder roten Ampel fällt der Abstieg dank niedriger Überstandshöhe kinderleicht.

Für hohe Geschwindigkeiten ist das Juna Deluxe+ nicht ausgelegt. Dafür fehlt es dem gemütlichen Rad an Spurtreue durch die zu weiche Gabel und allgemein an Steifigkeit im Rahmen. Die Lenkung fühlt sich bei Highspeed schnell zu indirekt und schwammig an. Der Motor liefert genug Kraft zum erholsamen Cruisen und nicht mehr. Auch die Shimano NEXUS-Nabenschaltung sorgt mit ihrer trägen Schaltgeschwindigkeit unter Last für Schubaussetzer.

Will man auf dem Juna Deluxe+ das Umland der Großstadt erkunden, bleibt man lieber auf geteerten Wegen, um das Fahrwerk nicht zu überfordern. Dann bleibt auch die störende Geräuschkulisse aus klappernden Schutzblechen und einer schlagenden Kette aus. Schlechtes Wetter kann einem zwar dank der tiefen Schutzbleche nur wenig anhaben, doch das entspricht nicht dem sonnigen Gemüt des Bikes.

Das Diamant Juna Deluxe+ ist das perfekte E-Bike zum stilvollen Entschleunigen. Es beherrscht entspannte Runden durch die flache Hafenstadt genauso wie den Trip zum nahegelegenen Wochenmarkt für den kleinen Einkauf. Mit seiner geschmackvollen Optik ist es prädestiniert für Menschen, die sich gern an feinen Dingen erfreuen.

Diamant Rubin Legere: Ein Halbsportrad für Alltag und Tour

Die Basis des Rubin ist ein echt leichter und dank großvolumigen und/oder querovalisierter Rohre sehr steifer Alurahmen samt Gabel; schaut man sich Reach und Stack-Werte an, liegt das Rad auf dem Level von Rose und Koga, man sitzt aber deutlich aufrechter drauf. Dank dem Kabeltunnel und den Spacern oberhalb des Steuerrohrs sowie dem recht stark erhöhenden Lenker wird aus dem sportlichen Rahmen eher ein Cityrad mit extrem wendigen und dynamischen Fahreigenschaften.

Das erleichtert nicht nur das Vorankommen und schnelle Manöver durch die Innenstädte der Republik, die riesige Kassette und die rekordverdächtige Zuladung mit maximal 136 Kilo Systemgewicht wollen geradezu bepackt und durch die Lande pedaliert werden. Im Gegensatz zu echten Citybikes kann man in dem Setup des Diamant Rubin sogar recht einfach im Wiegetritt fahren, da die Griffe verhältnismäßig hoch, aber nicht so nah dran sind am Körper.

Als einziges Rad im Test kommt dieses mit voller Verkehrsausstattung daher, durfte deshalb auch bis 14 Kilo wiegen. Diese Tatsache ordnet das Rubin noch mehr als Cityflitzer und leichtes Komfortreisebike ein. Noch bemerkenswerter ist die saubere Kabelführung, bedenkt man das Mehr an elektrischer Leitung, die das Rad zu verstecken hat. Solch aufgeräumte Optik hat man mit Nachrüstlicht, -blechen und -trägern selten.

Wo ein Koga oder Rose mangels Zuladung bei der Tourentauglichkeit leiden, gehen dem Diamant durch die Komforthaltung Sportlichkeitspunkte durch die Lappen. Aber: Genau wie nicht jeder gleich auf Bikepacking-Tour gehen will, steht nicht jedem der Sinn nach Geschwindigkeit. Das Rubin Legere ist hier ein wunderbarer Kompromiss. Das nicht rekordverdächtig, aber ausstattungsbereinigt leichte Bike ist zudem ein Preishammer und hat 40 Jahre Garantie!

Die wichtigsten Infos zum Diamant Rubin Legere:

  • Gewicht: 13,2 kg
  • Preis: 1099 Euro
  • Rahmenset: Aluminium
  • Maximales Systemgewicht: 136 kg
  • Rahmengrößen: M, L XL
  • Sattelrohr / Oberrohr: 508 / 571 mm

Diamant Zing Trip Plus: E-Trekking mit Komfort und Dynamik

Das neue Zing Trip Plus zeigt: Klassiker können auch mit der Zeit gehen. So spezifiziert Diamant auffällige Breitreifen für mehr Komfort und sogar ein Bremslicht ab Werk, bleibt in anderen Belangen aber auffällig traditionell. Prägnantestes Beispiel: Der klassische Aufsetz-Akku. Rein technisch gesehen ist das noch immer die beste Lösung. Es macht den Rahmen günstiger und leichter. Nicht umsonst unterbietet das Diamant die Konkurrenz in unserem Vergleichstest teils um fast fünf Kilogramm!

Bei so viel Wind um die Batterie geht der Motor fast etwas unter. Ein Fehler, denn im Zing Trip Plus steckt die neueste Entwicklungsstufe des beliebten Bosch CX. Mehr Performance geht nicht! Der neue Motor ist leiser und spricht nochmal deutlich feinfühliger an als der Vorgänger. Außerdem tritt er sich über 25 km/h fast ohne Wiederstand. So lässt sich das Zing in leichtem Gefälle auch lässig jenseits der Unterstützungsgrenze treten. Das große Kiox-500-Display mit Navigationsfunktion ist ein klares Plus für Tourenfahrer.

In Sachen E-Antrieb geht Diamant also schonmal in die Vollen. Und bei den restlichen Teilen? Hier wählt die ostdeutsche Traditionsmarke ebenfalls gute Parts ohne echte Schwächen. Vor allem die stämmige Gabel ist in Sachen Wertigkeit und Ansprechverhalten ein spürbares Upgrade gegenüber den in der Klasse oft üblichen Günstig-Forken à la Suntour NCX. Wir finden: Nur so ergibt eine Federgabel überhaupt Sinn.

Die Mittelklasse-Schaltung Cues 6000 wechselt die Gänge zuverlässig und bietet mit Zehn Gängen auf einer Kassette mit 11 - 48 Zähnen eine sinnvolle Gesamtübersetzung. Die Magura-Bremse mit vier Kolben liefert eine hohe Leistung. Unser Modell zog aber etwas Luft. Tief gezogene Schutzbleche, besonders breite Reifen und ergonomische Flügelgriffe bieten Komfort und Wetterschutz im Alltag. Das Rücklicht mit Bremslichtfunktion ist top, der Frontscheinwerfer kein Flutlicht. Für dunkle Feldwege reicht die Ausleuchtung aber.

Die Ausstattung des Diamant Zing Trip Plus:

  • Schaltung: Shimano Cues U6000 (10-fach)
  • Übersetzung: 40 / 11 - 48 Zähne
  • Bremsen: Magura MDR-C (Vierkolben)
  • Reifen: Schwalbe G-One Allround, 65 mm
  • Lichtanlage v. /h.: Herrmans Nordic MR9-E / Spanninga Pimento Large
  • Gepäckträger: MIK, 25 kg
  • Gabel: SR Suntour Mobie 34 Air

Wegen des kurzen Oberrohrs sitzt man auf dem Diamant eher kompakt, der Lenker steht eher tief. Das ist am Trekkingrad erstmal etwas ungewohnt. Aber so hat man beim Diamant viel Kontrolle über die Steuerzentrale. Die kleinen 27,5-Zoll-Laufräder und der kurze Radstand machen das Handling quirlig. Gerade auf verwinkelten Strecken gefiel uns das gut.

Auf langen Touren mit rauem Untergrund punkten die breiten Reifen und die sensible Federgabel und sorgen für einen spürbar hohen Komfort, deutlich über dem Klassendurchschnitt. Das ist eine der größten Stärken des Diamant! Die Bremse packt kräftig zu. Nachts ist der Frontscheinwerfer nicht übermäßig hell, streut aber gut und sorgt so für eine gleichmäßige Ausleuchtung. So ergibt sich insgesamt ein rundes Bild.

Größter Kritikpunkt: Beim Fahren mit sehr schwerem Gepäck verwindet sich der filigrane Gepäckträger etwas. Das Rad neigt dabei außerdem zu leicht pendelnder Lenkung. Die Gewichtsfreigabe von 136 Kilo beschränkt das Rad mit etwas Gepäck auf ein Fahrergewicht von rund 100 Kilogramm. Viele Anschraubpunkte für Zubehör und die lebenslange Garantie geben dafür Pluspunkte.

Diamant E-Bike Test Fazit

Diamant bietet eine breite Palette an Herrenfahrrädern, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Von urbanen Cruisern wie dem Diamant 139 über Retro-E-Bikes wie dem Juna Deluxe+ bis hin zu sportlichen Alltagsrädern wie dem Rubin Legere und komfortablen E-Trekkingrädern wie dem Zing Trip Plus ist für jeden Geschmack und Einsatzzweck etwas dabei.

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