Die Ducati 996 SPS: Ein begehrtes Sammlerstück

Die Ducati 996 SPS ist ein legendäres Motorrad, das bei Ducatisti hoch im Kurs steht. Als Superbike-Homologationsmodell von Ducati wurden jährlich nur wenige Hundert Stück gebaut. Dieser Artikel beleuchtet die Besonderheiten der 996 SPS, ihre Produktionszahlen und ihren Wert als Sammlerstück.

Die Geschichte der Ducati 996 SPS

Die Ducati 996 SPS war die Homologationsmaschine für die Weltmeisterschaft und der Vorläufer der R-Modelle ab 2001. Sie folgte 1999 der 916 SPS nach und übernahm deren Desmoquattro-Motor mit 996 Kubik und im Falle der SPS 123 PS. Zum Vergleich: Die 996 Biposto und die 996 S leisteten 112 PS aus 996 Kubik. Grund: In der SPS spritzen 2 Düsen je Zylinder Kraftstoff ein und die Nockenwellen hatten ein anderes Profil.

Entsprechend limitierte Ducati die jährlichen Stückzahlen auf wenige Hundert, was 2001 eine Summe von 1.780 Motorrädern ergab. Mit Pleuel aus Titan von Pankl, leichteren Felgen von Marchesini und einer leichteren Lichtmaschine sowie einem Federbein von Öhlins und beschichteter Gabel von Showa, trimmte Ducati die 996 auf SPS.

Ducati bot die 996 SPS von 1999 bis 2001 nur in Europa an und erst ab dem Baujahr 2000 hatte sie eine Gabel von Öhlins.

Lohn der Mühen: 1999 fuhr Carl Fogarty die 996 zum WM-Titel der Fahrer mit 128 Punkten Vorsprung auf Colin Edwards mit Honda. Ebenso ging die Konstrukteurswertung in diesem Jahr an Ducati.

Fogarty wurde 4 × Weltmeister. 1994, 1995 und 1998 auf einer Ducati 916 und 1999 auf der 996.

Technische Details und Besonderheiten

  • Motor: Desmoquattro-Motor mit 996 cm³
  • Leistung: 123 PS (SPS), 112 PS (Biposto und S)
  • Besonderheiten: Zwei Einspritzdüsen je Zylinder, andere Nockenwellenprofile (SPS)
  • Komponenten: Pleuel aus Titan von Pankl, leichtere Felgen von Marchesini, leichtere Lichtmaschine, Federbein von Öhlins, beschichtete Gabel von Showa

Die Ducati 996 im Vergleich

Äußerlich kaum von der 916 zu unterscheiden, war die 996 Biposto sehr wohl überarbeitet worden – in Sachen Qualität genoss Ducati auch nach der Übernahme durch die Texas Pacific Group noch immer einen zweifelhaften Ruf. So wurde das Motorengehäuse verstärkt und der V2 mit zwei Einspritzdüsen pro Zylinder bestückt. Die Verwendung von Stahl anstelle von Guss machte die schwimmend gelagerten 320er-Bremsscheiben leichter und widerstandsfähiger, bissigere Beläge erfreuten Tester, Händler und Kunden.

116 PS und damit acht mehr als die 916 und rund zehn Prozent mehr Drehmoment bei gleicher Drehzahl bescheinigte das Leistungsdiagramm der ersten Testmaschine Ende 1998 – tatsächlich waren die 113 Papier-PS in der Regel untertrieben. Umso ernüchternder die Erkenntnis, dass die Neue ihre Besitzer ebenfalls mit Macken auf Trab hielt.

Sammlerwert und Zustand

Eine Ducati 996 SPS in neuwertigem Zustand kann heute hohe Preise erzielen. Ein Beispiel: Eine 996 SPS aus dem Jahr 1999, die bis 2024 originalverpackt war, wurde für 63.000 Euro verkauft. Der hohe Preis resultiert aus dem limitierten und exklusiven Charakter der 996 SPS sowie ihrem neuwertigen Zustand.

Beim Kauf einer gebrauchten 996 SPS sollte man den Zustand genau prüfen. Typische Probleme sind Standschäden, undichte Flüssigkeiten und beschädigte Simmerringe der Gabel. Eine sorgfältige Inspektion und Wartung sind entscheidend, um den Wert und die Fahrbarkeit der Ducati 996 SPS zu erhalten.

Technische Daten: Ducati 996, Typ H2, Modell 2001

Hier sind einige technische Daten der Ducati 996, Typ H2, Modell 2001:

Merkmal Wert
Motor Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor
Hubraum 996 cm3
Nennleistung 83 kW (113 PS) bei 8500/min
Höchstgeschwindigkeit 265 km/h
Gewicht vollgetankt 219 kg
Tankinhalt 17 Liter

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