Es braucht keine Kürbisgeister und Gespensterkostüme, um Halloween zu feiern. Mindestens so amüsant ist die Ducati Monster 1000 S. Ihr neuer Motor erweist sich als so aufgeweckt wie eine Horde Geister um Mitternacht.
Am späten Nachmittag endlich fräste das sehnlich erwartete Zwischenhoch ein Dreistundenloch ins Wolkenmeer. Die Sonne schaute zuerst vorsichtig unter der Kante hindurch, ließ dann Herbstwald und Landstraße erglühen und gab wärmend, lockend die Richtung an - immer nach Westen. Das Motorrad: eine nagelneue Ducati Monster 1000 S, die zu diesem Zeitpunkt noch kaum eingefahren war.
Der Motor: Kraft und Charakter
Trotzdem drückte ihr Motor die Frage, ob die komplette Überarbeitung denn etwas gebracht habe, gleich ganz weit weg. Angenehme Temperaturen sowie eine trockene und vielfältig gewundene Bahn gaben ihm reichlich Gelegenheit, die Monster mit Macht aus den Kurven zu pressen. Ohne dafür hohe Drehzahlen zu benötigen. 3500 Umdrehungen reichen als Startmarke für den richtigen Punch. Den er mit bemerkenswerter Laufkultur eben nicht aus dem Ärmel schüttelt, sondern eher fließen lässt.
Um die 3000/min herum allerdings läuft der V-Zweizylinder rau und zwar egal, ob er gerade ziehen muss oder im Schiebebetrieb dümpelt. Das fällt etwas lästig, weil sich dieser Drehzahlbereich beim Mitschwimmen im inner- wie außerörtlichen Verkehr geradezu aufdrängt. Wenigstens kennt er bei dieser eher passiven Art des Fahrens nur ein sehr mildes Konstantfahrruckeln.
Hört sich bis jetzt stark nach einem Motor mit einer breiten Mitte, doch wenig ausgeprägten Spitze an. Ist aber nur die halbe Wahrheit. Natürlich dreht der Zweiventiler nicht in fünfstellige Höhen wie die Vierventiler mit Doppelnocken-Köpfen, nach ein paar Einfahrkilometern mehr kurbelte er jedoch muntere 8700/min. Und zwar mit energischer Leistungsentfaltung.
Andere luftgekühlte Zweizylindermotoren, selbst der Boxer der BMW R 1100 S oder der erstaunliche Moto Guzzi-V2, bieten das nicht in dieser Kombination. Bei vergleichbarer oder gar höherer Spitzenleistung und ähnlichem Drehvermögen fehlt es ihnen oben etwas an Drehfreudigkeit und Spritzigkeit. Zur Bestätigung des subjektiven Eindrucks stellte MOTORRAD die Monster später auf den Prüfstand, und die landete dort kurz und trocken einen Volltreffer: 92 PS und 91 Nm an der Kupplung, weit mehr als angegeben und noch viel mehr als der alte 900er-Motor. Wohlgemerkt konform mit der Euro-2-Abgasnorm, die das Vorgängertriebwerk nicht erfüllte.
Technische Details des Motors
Wie kommt das zustande? Zunächst durch mehr Bohrung und mehr Hub, die den Hubraum von 904 auf 992 cm³ aufstockten. Und indem die gleichen Erkenntnisse, die bei den Vierventilern große Fortschritte gebracht haben, auf den luftgekühlten Zweiventiler übertragen wurden. Also durch größere Ventile mit dünneren Schäften, engere Ventilwinkel und weitere Kanäle. Kurz, durch einen völlig neuen Zylinderkopf, der dem alten nur auf den ersten Blick gleicht. Er verbessert den Gaswechsel und sorgt zusammen mit der Doppelzündung für effektive Verbrennung. Sorgfältige Abstimmung gehört freilich ebenfalls dazu. Dafür, dass die gelungen ist, spricht neben der prickelnden Leistungsfreude der Verbrauch, der auf 200 sehr zügig gefahrenen Landstraßenkilometern moderate elf Liter betrug.
Fahrwerk und Handling
Nach der ersten Etappe drängt sich der Eindruck auf, dass der 1000er-Zweiventiler besser zum Chassis passt als der 916-Vierventiler der Monster S 4 obgleich dieses Chassis von ihr stammt. Denn die 1000 S wirkt handlicher als die S4, scheint präziser zu lenken. Sie zeigt nur geringe Neigung, sich bei Lastwechseln in Schräglage, beim Hineinbremsen in Kurven oder beim Überfahren von Bodenwellen aufzustellen. Was die S4 trotz gleicher Fahrwerksgeometrie ausgeprägter tut. Vielleicht liegt es daran, dass der leichtere Motor eine günstigere Gewichtsverteilung bringt. Immerhin konzentrieren sich dank der minimalistischen Zylinderköpfe die Massen näher am Schwerpunkt als bei den Vierventilern mit zwei Nockenwellen und Wasserkühlung. Möglicherweise relativieren sich diese Eindrücke ja auch im direkten Vergleich.
Eines stimmt aber hundertprozentig: Die Monster 1000 S ist für sportlich orientierte Fahrer ein Super-Landstraßenmotorrad, das nur eine Kurvenkombination braucht, um den Piloten lichterloh in Brand zu setzen. Die aufrechte Sitzposition, die Überblick und gute Beweglichkeit ermöglicht, und das stabile, straffe Fahrwerk wirken zusammen wie Traubenzucker sie gehen sofort ins Blut, halten dort aber länger vor. In der Hitze des Kurvens wird dann sogar die Schräglagenfreiheit etwas knapp. Ob sich das mit Hilfe der Höhenverstellung hinten korrigieren ließe, klärt ein ausführlicher Test.
Jedenfalls kam es, dass sich der Fahrberichterstatter bei einbrechender Dunkelheit weit westlich von daheim wiederfand und trotzdem nicht auf der Autobahn nach Hause fuhr. Der Scheinwerfer der Monster, das weiß er seither auch, strahlt übrigens schön hell.
Weitere Eindrücke und Details
„Knackige Bremsen, flottes Handling, toller Motor. Die Monster hat eigentlich alles, was es einem flotten Landstraßen-Feger braucht.
- Motor: 5 von 5 Punkten
- Fahrleistungen: 4 von 5 Punkten
- Verbrauch: 4 von 5 Punkten
- Stärken: Drehfreudiger, kräftiger Motor; Kerniger V2-Sound; Zünftig zulangende Bremsen; Verbraucht wenig Sprit.
- Stärken: Elastischer V2; Aktive Sitzposition; Hohe Schräglagenfreiheit; Gutes Preis-Leistungsverhältnis.
... ein schönes Beispiel dafür, dass es überhaupt kein Nachteil ist, wenn eine Firma jahrzehntelang praktisch immer das Gleiche produziert. ... hält sich nicht nur an Legende und Markennimbus auf. Die S2R passt.
... serviert sie Preziosen, an denen der Blick kleben bleibt - ob an Kleinigkeiten wie der filigranen Halterung des Hydraulikkupplungs-Flüssigkeitsreservoirs oder dem L-Twin selbst, der sich eng ins Gitterrohrgeflecht drängt. ...
- Stärken: Geringes Gewicht; Kraftvoller V2-Motor; Einzigartiges Design; Kerniger Sound.
... Ihr luftgekühlter Desmo-Twin sieht proper aus und hat eine Leistungsentfaltung wie aus dem Lehrbuch für Motorenbauer. Zudem ist sie vergleichswelse preiswert. Minus: Harmonisch abgestimmtes Fahrwerk?
... Zudem fährt sich das Monster nicht besonders handlich und benötigt viel Einsatz beim Einlenken, soll es hurtig vorangehen. Tadellos dagegen die Schräglagenfreiheit.
Die Nobel-Monster kann nicht nur im Stand begeistern. Mehr als zehn Jahre gibt es die Ducati Monster schon, mit ihrem kompromißlosen Design, der Konzentration aufs Wesentliche hat sie von Anfang an begeistert. Dazu bot sie weitere Qualitäten. Inzwischen gibt es eine Monster-Familie mit sechs Mitgliedern und vier verschiedenen Motoren. Los geht's bei der M 620 für 6795 Euro. Wir hatten die M 1000 S in der Redaktion zu Gast, die aus knapp einem Liter Hubraum (wassergekühlter V2-Zylinder, gründlich überarbeitet) 62 kW (84 PS) holt und diese 9795 Euro kostende Ducati gut 200 km/h schnell macht.
Das nahezu unveränderte Design weiß zwar immer noch zu gefallen, aber eine Modell-Laufzeit von zwölf Jahren macht sie nicht frischer. Sogenannte Naked Bikes gibt es inzwischen zuhauf, und die Auspuffrohre an der Seite möchte man heute bei einem modernen Motorrad nicht mehr sehen - das Topmodell Monster S4R versteckt sie unter der Sitzbank.
Die Spiegel wirken billig, eine Freude dagegen ist das klassische Cockpit mit Tacho, Drehzahlmesser und nur wenig digitalem Firlefanz. Außerdem geht nichts über einen runden Scheinwerfer. Die kleine Verkleidung erfüllt ihre Funktion. Erst von Tempo 180 an wird der auf den Fahrer lastende Winddruck ungemütlich. Die Sitzposition ist sehr bequem, beinahe hat die Monster Langstreckenqualitäten, zumal sie auch gut gefedert ist.
Bei Autobahnetappen in zügiger Fahrweise mahnt ein Warnlicht aber schon nach knapp 180 Kilometern zum Nachfüllen, der Tank faßt 15 Liter, davon sind 3,5 Liter Reserve. 160 auf dem Tacho bei einer Drehzahl von gut 5000/min erweist sich als gute Reisegeschwindigkeit. Überrascht hat uns, daß kaum störende Vibrationen auftreten.
Pudelwohl fühlt sich die Monster auf der Landstraße. Der Motor wirkt sehr agil, die Gänge lassen sich präzise einlegen, die Kupplung ist schön leichtgängig. Dieses Motorrad ist sehr handlich und erlaubt ordentliche Schräglagen. Der für Ducati typische Gitterrohrrahmen, der von den Superbike-Werksrennmaschinen abgeleitet wurde, trägt zu den sicheren Fahreigenschaften bei - und sieht nebenbei gut aus. Die Scheibenbremsen sind bissig und bieten guten Verzögerungswerte.
Nach "neumodischen" Sachen wie einem ABS oder einem Katalysator darf man natürlich nicht fragen, auch einen altmodischen Hauptständer gibt es nicht, dafür aber eine Wegfahrsperre. Die Maschine hat trotz elektronischer Gemischaufbereitung einen handbetätigten Choke, der auch die ersten Kilometer nach dem Kaltstart gezogen bleiben muß, sonst stirbt der Motor bei einem Halt im Leerlauf wieder ab. Ein Beifahrer sitzt eher unbequem, weil er die Beine stark anwinkeln muß, die Abdeckung, die eine Monster zur One-Man-Show macht, ist Serienausstattung. Sie kann entfernt werden, nachdem man die Sitzbank abgenommen hat. Unter der Bank findet sich ein Fach für Werkzeug und noch ein kleines Behältnis für die Reservehandschuhe. Außerdem kann der Tank mittels Schnellverschluß zum Fahrer hin hochgenommen werden, um an den Luftfilter oder die Batterie zu kommen.
Heutzutage wirft die Modellbezeichnung Monster fast schon ein falsches Licht auf dieses Motorrad, das sehr einfach zu fahren ist.
Gebrauchtberatung Ducati Monster 1000-Reihe
2003 wird die Ur-Monster mit neuem Motor aufgewertet, 2006 folgen neuer Look mit Einarmschwinge und Highend-Auspuff. Ist die 1000er-Zweiventil-Monster die beste Monster aller Zeiten? Das verrät unser Gebrauchtcheck.
Genauso archaisch wie die Modellbezeichnung lesen sich auch die Eckdaten der 1000er-Monster aus dem Jahr 2003. Zu einer Zeit, als die Gattung der Power-Naked-Bikes rasant Fahrt aufnimmt, wirkt diese Ducati zunächst wie ein verstaubtes Relikt glorioser Tage: luftgekühlter Motor, 85 PS, Gitterrohrrahmen aus den späten 1980er-Jahren - hat sich das muntere Springpferdchen nun auf den Gnadenhof verabschiedet? Zumal die Monster-Familie seit dem Erstling M900 aus dem Jahr 1993 kräftig Zuwachs bekommen hat, auch in Sachen Performance.
Zum Beispiel durch die S4 von 2001 mit 100 PS starkem, wassergekühltem 916er-Motor. Oder die S4R, die zeitgleich mit der Monster 1000 erscheint und mit dem supersportlichen 996-Motor 117 PS in den Ring wirft. Doch für Traditionalisten ist und bleibt der luftgekühlte Zweiventiler das beste Motorenkonzept für den italienischen Roadster. Kenner der Szene schwören auf den 1000er-L-Twin mit komplett neu aufgebauten Zylinderköpfen und Doppelzündung: So kraftvoll ist noch keine Ducati aus dem Keller marschiert. 2006 lockt gleicher Motor im frischeren S4R-Design.
Worauf man beim Gebrauchtkauf achten sollte
Was schreckt Gebrauchtinteressenten an einer Ducati besonders? Die Stammtischparole „Kostet viel im Unterhalt“! Was ist dran? Ducati-Schrauber beschreiben die Zweiventil-1000er als standfest und zuverlässig - eine regelmäßig Wartung vorausgesetzt.
Ideal ist, wenn das Ventilspiel frisch eingestellt und der Zahnriemen getauscht wurden. Im Regelfall kostet eine 20.000er-Inspektion, bei der diese Arbeiten anstehen, rund 500 Euro, der kleine Service (im Wechsel alle 10.000 km) ist deutlich günstiger.
Gelegentlich kann der Lichtmaschinendeckel undicht sein: Auf verölte Dreckstellen achten. Auch die Simmerringe der Upside-down-Gabel können siffen: Auf Schlieren nach der Probefahrt untersuchen. Rasselt die Trockenkupplung besonders laut, haben sich die Reibscheiben in den Kupplungskorb eingeschlagen. Der Korb ist schnell abgeschraubt und geprüft. Beim Blick ins Serviceheft klären, ob Rückrufe (Federbeinumlenkung, Ölpumpenschraube) erledigt wurden.
Marktsituation
Die schwierige Übung wird nicht sein, eine 1000er-Monster mit Doppelzündung zu finden, sondern sich eine kleine Auswahl zusammenzustellen, die noch möglichst nah am Originalzustand ist. Tatsache ist: Die nackten Ducatis werden oft und reichhaltig behangen. Dabei gilt die Faustregel: Je mehr Vorbesitzer, desto Zubehör! Was bei ganz frühen Baujahren der Monster 1000 nach zehn Jahren und mehr nicht mehr ganz taufrisch aussieht. Im Idealfall kann der Vorbesitzer die Originalteile wie Kennzeichenhalter, Blinker, Spiegel, Auspuff fein in einer Kiste verpackt noch beilegen.
Ansonsten sollte man sich gründlich überlegen, ob man sich ein Custombike - selbst wenn es handwerklich einwandfrei ist - vor die Garage stellt (Stichwort: Wiederverkauf). Aber es gibt sie tatsächlich: originalbelassene Liebhaber-Fahrzeuge, technisch wie optisch im Top-Zustand. Die Preise für eine ältere Monster 1000/S beginnen knapp unter 4000 Euro, die Laufleistung liegt meist jenseits der 40.000er-Marke. Die 2006 eingeführte S2R 1000 mit Einarmschwinge und „Doppellauf“-Schalldämpfer beginnen bei rund 5000 Euro mit Laufleistungen um die 20.000 Kilometer.
Verfügbarkeit am Markt: mittelhoch
Modellpflege
- 2003 Monster M 1000 Dark (nackt) und M 1000 S (mit Windschild) lösen den Typ M 900 ab. Hubraum nun 992 cm³, neue Zylinderköpfe und Doppelzündung (84 PS). Farben/Preise: M 1000 Dark in Mattschwarz und Silbergrau 10.000 Euro, M 1000 S in Rot, Gelb, Blau, Silber und Schwarz 10.600 Euro.
- 2004 Erhältlich als Monster M 1000 (nackt) und M 1000 S (mit Windschild). Getriebe neu beschichtet, Ölpumpe mit größerem Durchsatz, Rahmen/Felgen kunststoffbeschichtet. Farben/Preise: M 1000 in Rot, Gelb und Schwarz 9795 Euro, M 1000 S in Rot, Gelb, Schwarz und Dunkelgraumetallic 10.595 Euro.
- 2005 Ventilführungen überarbeitet, Motorleistung nun 94 PS. M 1000 und M 1000 S in Rot, Schwarz und Dunkelgraumetallic erhältlich, Preise unverändert. Sondermodell M 1000 Cromo mit verchromtem Tank, Preis: 10.995 Euro.
- 2006 Markteinführung des Typs Monster S2R 1000 mit Übernahme des Einarmschwingen-Fahrwerks aus der Monster S4 R. Motor überarbeitet (Einspritzventile, Steppermotor), Leistung 95 PS. Farben: Rot/Weiß, Schwarz/Weiß und Grau/Weiß, Preis: 9795 Euro.
- 2007 Schwarze Zahnriemenabdeckung, neue Spannrollen. Farben unverändert, neuer Preis 10.995 Euro.
- 2008 Letztes Modelljahr der Monster S2R 1000. Farben unverändert, Preis 9995 Euro.
Technische Daten (Typ Monster S2R 1000 , Modelljahr 2006)
Motor: Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, zwei Ventile pro Zylinder, Nasssumpfschmierung, Einspritzung, hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Trockenkupplung, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.
- Bohrung x Hub 94,0 x 71,5 mm
- Hubraum 992 cm³
- Nennleistung 69,9 kW (95 PS) bei 7750/min
- Drehmoment 94 Nm bei 6000/min
Fahrwerk: Gitterrohrrahmen aus Stahl, Motor mittragend, Upside-down-Gabel, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Einarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten.
- Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17
- Reifen 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17
Maße + Gewicht:
- Radstand 1440 mm
- Lenkkopfwinkel 66,0 Grad
- Nachlauf 94 mm
- Federweg v./h.
Modellhistorie der Ducati Monster 1000 S i.e. (2003-2005)
Die Ducati Monster 1000 S i.e. wird von 2003 bis einschließlich 2005 produziert. Sie gehört zur luftgekühlten Monster-Baureihe mit elektronischer Einspritzung und basiert auf dem 1000-DS-Zweiventil-V-Twin. Die S-Version unterscheidet sich von der Standardversion durch hochwertigere Fahrwerkskomponenten und optische Details.
Baujahr 2003 - Einführung der Monster 1000 S i.e.
Im Modelljahr 2003 ergänzt Ducati die Monster-Baureihe um die Monster 1000 S i.e. Sie ist mit dem 1000 Dual Spark Motor ausgestattet, der über zwei Zündkerzen pro Zylinder und eine elektronische Magneti-Marelli-Einspritzung verfügt. Die S-Version erhält eine voll einstellbare Showa-Upside-Down-Gabel sowie ein Sachs-Zentralfederbein mit Einstellmöglichkeiten für Zug- und Druckstufe sowie Federvorspannung. Die Monster 1000 S i.e. ist serienmäßig mit einem kleinen, nicht verstellbaren Windschild ausgestattet. Die Sitzhöhe beträgt laut Ducati-Handbuch 820 mm. Die Sitzposition ist aufrecht mit leicht nach vorne geneigtem Oberkörper.
Baujahr 2004 - keine technischen Änderungen
Im Modelljahr 2004 bleibt die technische Ausstattung der Monster 1000 S i.e. unverändert. Ducati bietet weiterhin die Showa-Gabel, das Sachs-Federbein und die bekannte Bremsanlage an. Farbvarianten und Dekore können je nach Markt leicht variieren, stellen aber keine technische Änderung dar.
Baujahr 2005 - letztes Produktionsjahr
Auch 2005 bleibt die technische Ausstattung der Monster 1000 S i.e. konstant. Ducati stellt die Produktion dieses Modells nach dem Modelljahr 2005 ein. Der Nachfolger im Sinne der Modellphilosophie ist die Monster S2R 1000, die jedoch auf einer anderen technischen Plattform basiert.
Die Ducati Monster 1000 S i.e. ist für den Soziusbetrieb geeignet. Sie verfügt über eine zweite Sitzbankstufe und Soziusfußrasten. Ein serienmäßiger Haltegriff ist nicht vorhanden. Die Instrumentierung besteht aus einem analogen Drehzahlmesser und einem digitalen Tachometer mit Basisfunktionen. Ein LC-Display ist nicht verbaut.
Ab Werk ist das Modell mit Pirelli Diablo bereift, wie aus offiziellen Ducati-Teilelisten hervorgeht. Koffer oder Topcases sind nicht serienmäßig vorgesehen, können jedoch über das Ducati-Zubehörprogramm nachgerüstet werden. Traktionskontrolle oder ABS sind nicht verfügbar. ABS wird in dieser Modellgeneration generell nicht angeboten.
Der Tankinhalt beträgt laut Ducati-Handbuch 15 Liter. Der kombinierte Verbrauch wird im offiziellen Handbuch mit 5,8 l/100 km angegeben, was einer rechnerischen Reichweite von rund 250 km entspricht. Diese Angabe basiert auf Herstellerdaten und nicht auf Drittquellen.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Ducati Monster 1000 S i.e. für Anfänger geeignet?
Aufgrund ihrer Leistung, Sitzhöhe und fehlender Assistenzsysteme richtet sich die Monster 1000 S i.e. nicht primär an Fahranfänger.
Hat die Monster 1000 S i.e. ABS?
Nein, die Ducati Monster 1000 S i.e. ist ab Werk nicht mit ABS ausgestattet. Auch optional war ABS für dieses Modell nicht erhältlich.
Monster 1000 S i.e. vs. Monster 1000 i.e. - Unterschiede?
Die S-Version verfügt über eine voll einstellbare Showa-Upside-Down-Gabel, ein hochwertigeres Sachs-Federbein und ein serienmäßiges Windschild. Die Standardversion hat eine konventionelle Gabel und einfachere Federelemente.
Ducati Monster 1000 S i.e. Tankinhalt und Reichweite?
Der Tank fasst 15 Liter. Bei einem offiziellen Durchschnittsverbrauch von 5,8 l/100 km ergibt sich eine rechnerische Reichweite von etwa 250 km.
Darf man mit der Ducati Monster 1000 S i.e. nach Tirol fahren?
Das Standgeräusch der Ducati Monster 1000 S i.e. beträgt laut EG-Typgenehmigung 95 dB(A).
Erfahrungen aus dem Forum
Einige Meinungen und Erfahrungen von Nutzern aus einem Online-Forum:
- Gute Idee! Luftgekühlt, zwei Ventile pro Zylinder... Wunderschön! Achte auf penible Einhaltung der Wartungsintervalle. Der Ventiltrieb und die Desmo sind zuverlässig, sofern ordentlich gewartet. Sonst nichts spezielles. Sturzspuren an den Lenkanschlägen, allgemeiner Pflegezustand, Zustand Verschleißteile. Sollte im Idealfall mehr als ein Schlüssel dabei sein. Oder zumindest schon die Wegfahrsperre deaktiviert sein, falls nur einer dabei ist. Falls es nicht zwingend die s2r mit einarmschwinge sein muss, Ducati Sport 1000 gäbe es auch noch.
- Das Serien- Fahrwerk ist bestenfalls als mittelmäßig zu bezeichnen. Was man bei einer Ducati eigentlich nicht vermutet.
- Schlüssel bzw. Reifenwahl ist aus meiner Sicht entscheident (der gerne auf den MOdellen verwendete Michelin Pilot....
Die 1000er Monster ist ein ganz hervorragendes und pflegeleichtes Allround-Bike, wie geschaffen für die Eifel. Die Motorleistung ist im Gegensatz zur 620er auch ausreichend für mittlere Touren. Das kräftige Drehmoment läßt kaum Wünsche offen, erfordert aber Schaltarbeit. Die Höchstgeschwindigkeit liegt etwa bei 210 km/h, womit gelegentliche Spurts auf der Autobahn möglich sind.
Insgesamt ist die Kilo-Monster, auch in der aktuellen S2R-Version, ein erwachsenes, ausgereiftes Motorrad, dass einerseits durch die Schlichtheit der Konstruktion und andererseits durch imposante Leistung besticht. Ich persönlich ziehe sie den deutlich stärkeren, wassergekühlten S4R Modellen vor, da ich Leistungen jenseits der 100 PS auf der Landstrasse nicht für nötig halte - auf der Autobahn fahre ich Auto und auf der Rennstrecke würde ich dann doch eine 848 oder 1098 vorziehen...
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