Auf der Suche nach einem Einsteiger-Bike oberhalb von 70 PS kommt man an der Ducati Monster 797 nicht vorbei. Allein die schiere Optik sorgt dafür. Allerdings gehört zu einem gelungenen Einstieg noch ein wenig mehr.
Design und Ausstattung
Wer auf der Suche nach einem Einsteiger-Bike ist, der kommt an einer Ducati Monster 797 nicht vorbei. Allein die Optik befeuert den Traum derer, die nicht nur um die Kurve jagen wollen, sondern denen auch ein gehöriges Maß an Aufmerksamkeit der Umstehenden zuteilwerden soll, wenn sie mit ihrem Feuerstuhl vorfahren. Und die ist einem gewiss, denn die Italiener verstehen sich auf schickes Design.
Da ist der schwungvoll geformte Tank, der sich für einen engen Knieschluss zur aufsteigenden Sitzbank hin verjüngt. Darunter, als eine Art Markenzeichen, stützt der rot lackierte Rohrrahmen mit feinen Schweißnähten. Ein Stück weiter hinten sorgt ein gelbes Federbein von Sachs mit 150 Millimeter Federweg, dessen Zugstufe manuell justiert werden kann, für Aufmerksamkeit. Hinzu kommen auf Wunsch rote Felgen, was der visuellen Begehrlichkeit noch einen drauf setzt.
Elegant umschließt der Rohrrahmen mit fein ausgeführten Schweißnähten den nach Euro 4 homologierten Motor der Ducati Monster 797. Auf Freude am Angucken setzt auch der bullige, von der 1200er Schwester übernommene Tank. Mit 16,5 Litern bunkert er reichlich Sprit. Sein optisches Highlight ist aber zweifellos der Befestigungsclip an der Front. Ein funktionales Zitat der Monster-Urahnen.
An der Front führt eine 43er-Kayaba-Upside-down-Gabel mit 130 Millimetern Federweg, aber ohne Einstellmöglichkeiten das 3,5-Zoll-Rad mit 120er-Reifen. Hinten kommt ein 180er-Pneu zum Einsatz, ein Sachs-Federbein (150 Millimeter Federweg) wird direkt von der Schwinge beaufschlagt. Es lässt sich in der Feder-Vorspannung sowie in der Zugstufe an individuelle Vorlieben anpassen.
Motor und Fahrleistungen
Nun ist die äußere Erscheinung das Eine, die Fahrbarkeit das Andere. Für die sorgt ein Zweizylinder, dessen Töpfe in L-Form angeordnet sind. Aus 803 Kubikzentimetern Hubraum werden hier laut Datenblatt ab 8250 Kurbelwellenumdrehungen 75 Pferde freigelassen. Erstaunlich nur, dass beim vehementen Dreh am Gasgriff bei fast exakt 8000 Umdrehungen der Begrenzer den schwungvollen Vortrieb stoppt und den nächst höheren Gang verlangt. Als großer Dreher zeigt sich der Zweizylinder hier nicht.
Dem beherzten Antritt tut das keinen Abbruch, denn das maximale Drehmoment wird bereits ab 5750 Umdrehungen bereitgestellt und so gelingt der Sprint auf Landstraßentempo unter vier Sekunden. Dabei lassen sich die Gänge ohne Widerstand nach oben kicken und der L-Twin singt aus dem Stummel-Auspuff ein emotionales Lied, das verglichen mit den Mitbewerbern in diesem Segment ein bis zwei Tonlagen tiefer gestimmt ist.
Das ist launig und macht Spaß. Ebenso wie die flotte Kurvenfahrt. Das Monster gibt sich hier willig, lässt sich schön in Richtung Asphalt legen und benötigt nur bei hohen Geschwindigkeiten etwas Nachdruck. Gerade bei der Kurvenhatz zeigt sich auch der Pirelli Diablo Rosso II mit seinen guten Trockeneigenschaften als echter Freund. Ist er erstmal auf Temperatur lässt er das Monster förmlich am Asphalt kleben.
Anders als andere Naked-Bikes überrascht die 797 ihren Fahrer mit einer enormen Stabilität bei hohem Tempo. Verantwortlich hierfür ist neben dem Fahrwerkslayout vor allem die gelungene Grundabstimmung der Federelemente. Selbst bei 180 km/h fliegt die fahrbereit 193 Kilogramm wiegende Italienerin ohne Zittern an der Vorderhand in der ihr vorgegebenen Spur. Ein Umstand, der auch der 43er-Kayaba-Upside-down-Gabel mit 130 Millimetern Federweg geschuldet ist. Sie räumt so manche Querfuge aus dem Weg und behält dabei immer die Ruhe.
Dem Fahrer hilft bei hohem Tempo das kleine Windschild nicht wie ein Segel im Sturm zu stehen. Bei leichter Vorlage ziehen die Böen fast gänzlich über ihn hinweg.
Der bevorzugte Drehzahlbereich des Zweizylinders liegt zwischen 3000 und 6500 Umdrehungen. In diesem Bereich läuft er seidig und lässt sich durch leichte Bewegungen am Gasgriff und samtige Gangwechsel dirigieren. Fallen die Touren unter die 3000 wird es hingegen ruckelig. Der V2 fängt an zu stottern und lässt sich gerade im Stadtverkehr nur noch mit schleifender Kupplung, sanften Gasbewegungen und einem ständigen Wechsel zwischen dem ersten und zweiten Gang dirigieren. Natürlich kann man diese Fahrweise erlernen und bestimmt auch kultivieren, aber wer auf diese Art zwei Stunden durch die Stadt gurkt ist genervt.
Hinzu kommt ein erheblich höherer Verbrauch. Werden bei flotter Fahrt über Land 5,2 Liter benötigt, genehmigt sich das Monster in der Stadt gute 7,0 Liter aus dem 16,5 Liter fassenden Tank.
Bremsen und Sicherheit
Ducati hat - jedenfalls beim Test-Bike - die Brembo-Monoblock-Zangen, die in zwei 320er Scheiben am Vorderrad beißen, so spitz eingestellt, dass es hier nur ein Stopp und Hopp gibt. Ein Anbremsen oder leichtes Schleifen: unmöglich. Kein schönes Gefühl, zumal die Hinterradbremse mit ihren Zangen nur auf Nachdruck in die 280er Scheiben hackt. Gott sei Dank wird das alles von einem Bosch-ABS überwacht.
Display und Komfort
Hinzu kommt, dass die Monster 797 in ihrem LCD-Display auf eine Ganganzeige verzichtet. Das digitale Kombiinstrument bietet lediglich Drehzahlen, Geschwindigkeit, Tageskilometer und Durchschnittsgeschwindigkeit. Selbst eine Tankanzeige gönnt Ducati der Monster nicht. Das ist, im Vergleich mit der nicht geringen Konkurrenz, definitiv zu wenig. Aber gerade die nicht vorhandene Ganganzeige ärgert mit Blick auf die Schaltanforderungen im Stadtverkehr. Hier wäre es das ein ums andere Mal hilfreich, wenn die aktuelle Schaltstufe im Blick des Fahrers wäre.
Zu den ebenfalls nicht vorhandenen Ausstattungsfeatures gehört eine Traktionskontrolle, die bei Mittelklasse- und Einstiegsbikes immer mehr Verbreitung findet. Und noch etwas macht den Lauf durch die Stadt und die langsame Fahrt um enge Kurven problematisch: der enge Lenkeinschlag. Der schicke Gitterrohrrahmen macht es unmöglich einen engen Bogen zu ziehen. Hier verhält sich die Monster 797 ähnlich wie ein Superbike, obgleich der Lenker doch recht hoch baut.
Das wiederum garantiert dem Fahrer eine sehr entspannte Sitzposition auf der 805 Zentimeter hohen Sitzbank. Allerdings wurde die auf längeren Fahrten tatsächlich etwas unbequem. Das eigentlich angenehm weich gehaltene Sitzpolster fing an, direkt in die rückwärtigen Dienste zu drücken. Eine Tatsache, die zu einer gewissen Unruhe auf der Langstrecke und einigen Standfahrten zur Entlastung führte.
Technische Daten
Hier ist eine Übersicht der technischen Daten der Ducati Monster 797:
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Radstand | 1,44 m |
| Sitzhöhe | 805 mm |
| Trockengewicht (DIN) | 175 kg |
| Gewicht fahrbereit | 193 kg |
| Federweg Vorn/hinten | 130 / 150 mm |
| Motor | Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakter-Reihenmotor in V-Anornung 90 Grad mit 803 Kubikzentimeter Hubraum |
| Leistung | 55 kW / 75 PS bei 8250 U/min |
| Tankvolumen | 16,5 Liter |
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