Ducati Multistrada 620: Technische Daten und Fahrbericht

Die Ducati Multistrada 620 ist ein Motorrad für Abenteuer- und Tourenliebhaber. Mit ihrem einzigartigen Design und der Kombination aus Sportlichkeit und Komfort zieht sie Motorradfahrer aller Couleur an.

Design und Ergonomie

Die Multistrada 620 besticht durch ihr markantes Design, das typisch für Ducati ist. Die aggressive Frontpartie und die schlanken Linien verleihen ihr ein sportliches Aussehen. Im Vergleich zu anderen Modellen wie der Ducati Monster oder der Scrambler bietet die Multistrada jedoch eine aufrechtere Sitzposition, die für längere Touren angenehmer ist. Die Ergonomie ist gut durchdacht, so dass sowohl Fahrer als auch Sozius bequem Platz finden. Die Version 620 hat zudem den Vorteil des geringeren Gewichts (13 kg Unterschied), wodurch sie alle Kurven mit einer außergewöhnlichen Behändigkeit meistern kann. Dazu kommt die um 20 mm herabgesetzte Fahrposition, die vor allem Einsteigern in jeder Fahrsituation noch mehr Sicherheit verleiht.

Motor und Leistung

Der Motor der Multistrada 620 ist ein 618 ccm V2, der eine ausgewogene Leistung bietet. Im Vergleich zu sportlicheren Modellen wie der Ducati Panigale ist die Leistung der Multistrada eher moderat, was sie aber nicht weniger aufregend macht. Die Beschleunigung ist spritzig und die Drehmomententfaltung sorgt für ein angenehmes Fahrgefühl. Für Fahrerinnen und Fahrer, die eine Mischung aus Leistung und Alltagstauglichkeit suchen, ist die Multistrada 620 eine hervorragende Wahl.

Der Motor des Multistrada-Einsteigermodells - ein luftgekühlter Desmodue in L-Form mit 618 ccm Hubraum - verfügt über ein ausgeklügeltes, von der Racing-Ducati kopiertes Einspritzsystem. Seine flüssige Versorgungsleistung ist sprichwörtlich bekannt und gilt als Synonym für Leichtigkeit, optimal kontrollierte Leistung und große Zuverlässigkeit. Hinzu kommt die Qualität des luftgekühlten Motors mit einem Hubraum von 618 ccm, der sich gleichermaßen leistungsstark, kontrollierbar und verbrauchsfreundlich präsentiert.

Hier eine Übersicht der wichtigsten technischen Daten:

Merkmal Wert
Motor Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor
Hubraum 618 cm³
Nennleistung 46 kW (63 PS) bei 9500/min
Getriebe Sechsganggetriebe
Tankinhalt 15 Liter

Fahrverhalten und Handling

Das Fahrverhalten der Multistrada 620 ist ein weiteres Highlight. Im Vergleich zu anderen Adventure-Bikes wie der BMW GS-Serie bietet sie ein agiles Handling, das sowohl auf kurvigen Landstraßen als auch auf längeren Autobahnfahrten überzeugt. Die Federung ist gut abgestimmt und sorgt für Komfort und Kontrolle. Im Vergleich zu schwereren Modellen ist die Multistrada leichter und wendiger, was sie zum idealen Begleiter für Stadtfahrten und Ausflüge macht.

Ausstattung und Technik

Die Multistrada 620 verfügt über eine solide Ausstattung, die den Bedürfnissen von Tourenfahrern gerecht wird. Im Vergleich zu neueren Modellen wie der Multistrada V4 fehlen einige moderne Features wie ein vollfarbiges TFT-Display oder fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme. Dennoch bietet die 620er alles, was man für eine komfortable und sichere Fahrt braucht. Die einfache Bedienung der Instrumente und die gute Ablesbarkeit der Anzeigen sind weitere Pluspunkte.

Besonderheiten der Multistrada 620 Dark

Kennzeichnend für die in der Dark-Version angebotene Multistrada 620 sind ihre klassische mattschwarze Farbe und die Einzelbremsscheibe mit großem Durchmesser vorn, die die minimalistische Optik des Supersportlers hervorhebt.

Zubehör

Beide Versionen profitieren von dem Erbe ihrer größeren Schwester, der 1000 DS, der sie eine große Angebotspalette an Ducati Performance Zubehörteilen zu verdanken haben. Hiermit steht einer individuellen Gestaltung Ihres Bikes nichts mehr im Weg, egal, ob Sie den Touring-Stil oder den extremen Sport-Look vorziehen. Beide sind, gemäß der europäischen Vorschriften, auch in der leistungsreduzierten 25 kW Version erhältlich.

Top-Test Ducati Multistrada 620

Einfach ein Mittelklasse-Motorrad von Ducati oder eine echte Alternative zur 1000er-Multistrada? Dabei geht es nicht nur um gute 20 PS und 2900 Euro Preisdifferenz, sondern auch ums Image. Und um ganz spezielle Qualitäten der 620er, die im Top-Test zutage traten.

Ansonsten fühlt man sich auf den ersten Metern mit der kleinen Multistrada gleich an die große Schwester erinnert. Obwohl die Federwege im Vergleich um 20 Millimeter kürzer ausfallen und sich dadurch die Sitzhöhe um ebendiese Differenz verringert, ist die Fahrerhaltung der auf der 1000er ausgesprochen ähnlich. Man sitzt aufrecht und entspannt, dabei klar vorderradorientiert auf der nach vorn schmaler zulaufenden Bank; der Abstand zum Lenker ist relativ gering.

Positiv dagegen ist die im Vergleich zur Multistrada 1000 um fünf Zentimeter höhere Verkleidungsscheibe, die für einen spürbar besseren Windschutz als bei der 1000er sorgt. Für gelegentliche Ausflüge auf die linke Spur ist die 620er mit nominell 63 PS aus dem luftgekühlten Zweiventil-Triebwerk ausreichend gerüstet. Das reicht laut Hersteller immerhin für eine Spitzengeschwindigkeit von 185 km/h, wobei der Tacho gar optimistische 200 anzeigt.

Erstaunlich, wie weich der kleine Zweizylinder bereits ab 2000 Umdrehungen Gas annimmt, sich zwischen 3000 und 4000 Umdrehungen kurz, aber heftig schüttelt, so dass neben den Spiegeln auch die sonst sehr gut ables- baren Armaturen lediglich ein verwackeltes Bild liefern, um anschließend wieder den kultivierten Gentleman zu geben. Untermalt wird all dies durch das typische Ducati-Bollern, das dem Sound des 1000er-Triebwerks in nichts nachsteht.

Wie das Getriebe hat die »APTC«-Kupplung, die durch eine spezielle Hebelkinematik die benötigte Handkraft reduziert, ebenfalls ihre zwei Seiten. Der extremen Leichtgängigkeit steht ein sehr kurzer Weg und ein später Zeitpunkt des Einrastens gegenüber. Beides erschwert die Dosierbarkeit. Plus und Minus gibt es auch bei der Vorderradbremse zu verzeichnen, die einen sehr kurzen Weg und knackigen Druckpunkt bietet, aber nach hoher Handkraft verlangt. Zu kritisieren ist zudem die fehlende Einstellmöglichkeit von Brems- und Kupplungshebel.

Der ungewöhnlich hohe Spritkonsum mindert zwar die Finanzreserven, nicht aber den Fahrspaß, den die 620er-Multi- strada auf der Landstraße vermittelt. Das bevorzugte Revier sind kleine Sträßchen mit vielen Wechselkurven, wobei der Un- tergrund gern etwas wellig sein darf.

Mit den komfortablen Federelementen, die auch gröbere Unebenheiten klaglos wegstecken, und dem klassischen Zweizylinderknurren aus den beiden großen Endstücken unter der Sitzbank, kann die kleine Multistrada ihrer großen Schwester nicht nur im Sozius- Betrieb Paroli bieten.

Auf der rechten Seite ist es der nicht einklappbare Fußbrems- hebel und auf der linken der Seitenständer, der ziemlich hart aufsetzt und die Grenze an Schräglage und somit der Geschwindigkeit markiert.

Das stabile Fahrverhalten und die noch über Reserven verfügende Gabel würden wohl einen noch besseren Wert ermöglichen. Im normalen Straßenbetrieb hinterlässt die Multistrada-Bremse einen ordentlichen Eindruck.

Auch wenn der Benzinverbrauch und die Sitzposition noch verbesserungswürdig sind, überwiegen die positiven Aspekte. Das tadellose Fahrwerk und der Zweizylinder mit seiner homogenen Leistungscharakteristik sowie dem typischen Ducati-Sound begeistern auf der ganzen Linie.

MOTORRAD-Messungen

  • Höchstgeschwindigkeit*: 185 km/h
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 4,4 s
  • Bremsweg aus 100 km/h: 39,7 Meter
  • Verbrauch im Test bei 130 km/h: 7,0 l/100 km
  • Verbrauch Landstraße: 6,5 l/100 km

Plus und Minus

  • Plus: Großes Ölschauglas, Reifenventile gut zugänglich, Wegfahrsperre, Reichhaltiges Zubehörangebot
  • Minus: Mäßiges Licht, Eingeschränkte Sicht in den Rückspiegeln, Dürftiges Bordwerkzeug, Brems- und Kupplungshebel nicht einstellbar, Mangelhafter Spritzschutz

Ducati Multistrada 620 vs. Ducati Multistrada 950

Ein Vergleich zwischen der Ducati Multistrada 620 und der Ducati Multistrada 950 zeigt folgende Unterschiede:

  • Motor: Die Multistrada 620 hat einen 4-Takt 2-Zylinder-Motor mit 618 Kubik, während die Multistrada 950 einen 4-Takt V 2-Zylinder-Motor mit 937 Kubik hat.
  • Federung: Die Multistrada 950 setzt vorne auf eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Kayaba, während die Multistrada 620 eine nicht verstellbare Gabel hat.
  • Bremsen: Die Multistrada 950 vertraut vorne auf eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser, während die Multistrada 620 nur eine Bremsscheibe vorne hat (in der Standardversion).
  • Tankvolumen: In den Tank der Multistrada 620 passen 15 Liter Sprit, während die Multistrada 950 20 Liter Tankvolumen hat.

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