Die Ducati Multistrada 950 S wurde offiziell auf der EICMA 2018 vorgestellt und ist ab dem Modelljahr 2019 erhältlich. Sie ergänzt die bestehende Multistrada 950 um umfangreiche elektronische Assistenzsysteme und Komfortfunktionen.
Baujahre und Modellpflege
Baujahr 2019-2021
Die 950 S basiert auf dem gleichen Gitterrohrrahmen wie die Standardversion, bietet jedoch serienmäßig das semiaktive Ducati Skyhook Suspension Evo Fahrwerk. Dieses passt die Dämpfung kontinuierlich an Fahrbahnbedingungen und Fahrstil an.
Weitere serienmäßige Ausstattungsmerkmale der Multistrada 950 S sind:
- Ein 6,5 Zoll großes TFT-Farbdisplay mit Ducati Multimedia System (DMS)
- Ein Quickshifter für kupplungsloses Hoch- und Runterschalten
- Ein schlüsselloses Startsystem (Keyless)
- Kurven-ABS (Bosch Cornering ABS) und Kurvenlicht (Ducati Cornering Lights)
Die Sitzposition ist aufrecht und langstreckentauglich, mit einem breiten Lenker und einer Sitzhöhe von 840 mm. Eine niedrigere Sitzbank (820 mm) ist als Zubehör erhältlich. Der Windschild ist manuell höhenverstellbar.
Die Multistrada 950 S ist ab Werk mit Pirelli Scorpion Trail II Bereifung ausgestattet. Das Vorderrad misst 19 Zoll, das Hinterrad 17 Zoll. Die Soziustauglichkeit ist durch einen breiten Soziussitz und stabile Haltegriffe gegeben. Optional sind Seitenkoffer und ein Topcase aus dem Ducati-Zubehörprogramm erhältlich.
Der Tankinhalt beträgt 20 Liter. Ducati gibt keinen offiziellen Durchschnittsverbrauch an. Laut Typgenehmigung liegt der kombinierte Verbrauch bei 5,5 l/100 km (nach WMTC), was eine rechnerische Reichweite von rund 360 km ermöglicht.
Baujahr 2022-2023
Ab Modelljahr 2022 wird die Multistrada 950 S gemäß Euro-5-Norm homologiert. Die Motorleistung und das Drehmoment bleiben unverändert. Die technische Ausstattung entspricht weiterhin der Version von 2019, inklusive Skyhook-Fahrwerk, TFT-Display, Quickshifter, Keyless-System und Kurven-ABS. Neu ist die Farbvariante "GP White", die das bisherige Farbspektrum ergänzt.
Die Ducati 4Ever-Garantie gilt ab Werk für vier Jahre ohne Kilometerbegrenzung, sofern die Wartung gemäß den Ducati-Vorgaben durchgeführt wird. Die Wartungsintervalle betragen 15.000 km bzw. einmal jährlich. Der Desmo-Service ist alle 30.000 km fällig.
Technische Daten im Vergleich
Hier ist ein Vergleich der technischen Daten verschiedener Ducati Multistrada 950 Modelle:
| Modell | kW/PS | Hubraum | Drehmoment | Leergewicht | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|---|
| Multistrada 950 S (2021) | 83 kW/113 PS | 937 cm³ | 96 Nm | 230 kg | 15.990 € |
| Multistrada 950 (2020) | 83 kW/113 PS | 937 cm³ | 96 Nm | 227 kg | 13.690 € |
| Multistrada 950 (2018) | 83 kW/113 PS | 937 cm³ | 96 Nm | 227 kg | k.A. |
Multistrada 950 vs. Multistrada 950 S - Die Unterschiede
Die 950 S bietet zusätzlich ein semiaktives Fahrwerk, ein 6,5 Zoll TFT-Display, Quickshifter, Kurvenlicht, Keyless-System und das Ducati Multimedia System. Die Basisversion verfügt über ein LCD-Display und konventionelle Fahrwerkskomponenten.
Detaillierte technische Daten
Der Ducati Multistrada 950 mit ihrem 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 937 Kubik steht die Ducati Multistrada 950 S mit ihrem 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit gleichem Hubraum gegenüber.
Bei der Multistrada 950 federt vorne eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Kayaba mit 48 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Sachs. Die Multistrada 950 S setzt vorne auf eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Kayaba mit 48 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten arbeitet auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Sachs.
Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Multistrada 950 vorne eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo und hinten eine Scheibe mit 265 Millimeter Durchmesser und Zweikolben-Zange. Die Multistrada 950 S vertraut vorne auf eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo. Hinten ist eine Scheibe mit 265 mm Durchmesser und Zweikolben-Zange verbaut.
Bei der Bereifung setzt Multistrada 950 auf Schlappen mit den Maßen 120 / 70 - 19 vorne und 170 / 60 - 17 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der Multistrada 950 S Reifen in den Größen 120/70-19 vorne und 170/60-17 hinten.
Der Radstand der Ducati Multistrada 950 misst 1.594 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 840 Millimeter. Die Ducati Multistrada 950 S ist von Radachse zu Radachse 1.594 mm lang und ihre Sitzhöhe reicht von 820 bis 760 Millimeter.
Mit einem fahrfertigen Gewicht von 230 kg ist die Multistrada 950 S ähnlich schwer wie die Multistrada 950 mit 227 kg. In den Tank der Multistrada 950 passen 20 Liter Sprit. Bei der Multistrada 950 S sind es ebenfalls 20 Liter Tankvolumen.
Fahrberichte und Eindrücke
Das beginnt mit dem Design und der Liebe zum Detail, da muss sie sich nicht verstecken. Sie wirkt edel und fein verarbeitet, optisch sportiv sowieso, eben typisch italienisch. Bei den meisten Zutaten wurden die Konstrukteure im großen Ducati-Baukasten fündig.
Abgesehen von der Antriebseinheit bilden die Räder den substanziellen Unterschied zur großen Schwester. Während jene auf breiten 17-Zöllern rennt, bekam die 950er die Radkombination 19/17 Zoll von der großem Multistrada 1200.
Völlig easy lässt sich die 950er hier manövrieren, umrundet in sanften Schwüngen praktisch ohne jegliches Zutun des Fahrers Kurven in allen vorstellbaren Radien.Sicher wirkt sie bei angriffslustiger Fahrweise nicht so knackig direkt in der Lenkung wie die 17-Zoll-1200er, bleibt dafür aber jederzeit schön berechenbar und völlig neutral auf Linie, selbst bei grob onduliertem Untergrund.
Überhaupt erscheint das Gesamtpaket sehr gelungen, was das Leben mit der kleinen Multi in jeder Hinsicht so easy macht. Eine Komponente dazu ist beispielsweise die sehr komfortabel abgestimmte Federung. Die Zeiten bockigharter, unausgewogener Ducatis, früher ja fast schon ein Markenzeichen, scheinen endgültig passé.
Die 950er versteht sich als Konkurrent in der Liga von Honda Africa Twin, Suzuki V-Strom 1000 oder KTM 1090 Adventure. Mit 113 PS aus 937 ccm liegt die Duc leistungsmäßig auf deren Niveau. Der Desmo-L-Twin stammt eins zu eins aus der wassergekühlten Hypermotard und wird auch die neue Supersport befeuern. Er ist ein sehr feiner Motor mit allerbesten Manieren und linearer Leistungs- wie Drehmomentkurve. Bis 7000/min läuft er schön geschmeidig, hämmert darüber mit beeindruckender Soundkulisse ans Drehzahllimit bei 10.000/min.
Urban und Enduro reduzieren die Leistung und passen ABS und Traktionskontrolle an. Sport und Touring sind unkastriert, allerdings mit unterschiedlichem Ansprechverhalten des Motors. Fein ist jedoch, dass sich jeder Modus individuell konfigurieren und dauerhaft speichern lässt.
Die Multistrada 950 S im Detail
Die neue Multistrada 950 S Sie hat alles, was sich Biker wünschen: die drei X. X leicht, X stark, X aufregend! Gebaut für die Landstraße, mit Feingefühl und sehr gutem Fahrwerk. Dazu ein äußerst potenter Motor, der einen sportlich voran bringt.
Wie immer von Ducati höchstes Niveau beim elektronisch voll einstellbaren Fahrwerk. Fest hinterlegt sind die Motorprofile Touring, Sport, User, Rain und Enduro. Gepaart mit einem automatisch passenden Fahrwerksmapping bringt das echte Freude. Heißt: willst du sportlich fahren, ist auch das Fahrwerk entsprechend sportlich hart. Im Rain-Mode sanfte Gasannahme und die passende Fahrwerkseinstellung, die widerum mit der stets sorgfältig arbeitenden Traktionskontrolle kombiniert ist.
Aufwändige Kreuzspeichenräder schlauchlos, für Reiseenduro typische Dimension: 19 Zoll vorne und 17 Zoll hinten. Die Vorteile sind vielfältig: die Wendigkeit und die Aufstellkräfte in Kurven sind geringer als bei breiteren Reifen. Das große Vorderrad bringt Kurvenstabilität und geradaus Lauf. Im Gelände kommt dies voll zur Geltung.
Für einen L Motor ein sanfter Power-Charakter. Die verschiedenen Mapping-Modi bringen eine große Einsatzfähigkeit. Dank Mapping schnurrt er brav auf Gravel Road. Die notwendige Elastizität für das Geländefahren hat er dank Elektronik, das Drehzahlband ist nun lang nutzbar, von gemütlich bis Power Drift, im 2. oder 3. Gang, wie man mag :) Dank Mapping arbeitet vor allem die Gabel großzügig sensibel.
Auffallend ist das geringe Gewicht für eine Reisenduro. Ein super Wert sind die 212 Kilo vollgetankt. Egal wo und überall hin. Auf allen Straßen der Welt. Die Bremsanlage bremst die Fuhre auf den Punkt! Präzision, die man so nicht erwartet.
Kleine Geschwister haben ja gern mal Probleme, sich innerhalb der Familie durchzusetzen. Ducati schickt die „kleine“ 950 jetzt deutlich aufgewertet in den nächsten Lebensabschnitt. Damit wird der Touren-Renner auf den ersten - und zweiten - Blick zum etwas schlankeren Zwilling der „großen“ 1260. Mehr Komfort, mehr Sicherheit, mehr Prestige lautet das Motto des Major-Updates 2019.
Neues elektronisches Superhirn
Im Kern beruht die technologische Beförderung für das zweirädrige SUV auf dem neuen elektronischen Superhirn der 950: der 6-achsigen Bosch Inertial Measurement Unit (IMU), die familienintern bislang der 1260 vorbehalten war. Die IMU analysiert und vernetzt nahezu alle Ebenen des Bikes miteinander und erkennt so zum Beispiel Schräglagen. Dadurch ermöglicht sie unter anderem ein fein dosierbares Kurven-ABS und die Berganfahrhilfe Vehicle Hold Control (VHC).
Im Großraum Valencia konnten wir die neue Modellgeneration der Ducati Multistrada 950 exklusiv testen. Gefahren wurde ausschließlich auf der neu aufgelegten Multi 950 S. Die hat dank der IMU zudem Kurvenlicht und das hinlänglich bekannte semiaktive Fahrwerk der 1260 S namens Ducati Skyhook Suspension (DSS) EVO System. Die elektronische Federung stimmt die Dämpfung von Gabel und Federbein situativ auf die Beschaffenheit der Fahrbahnoberfläche ab.
Weitere serienmäßige S-Zutaten aus dem Geschwister-Regal sind unter anderem das vollfarbige, fünf Zoll große TFT-Display, Voll-LED-Scheinwerfer, Tempomat, Funkschlüssel (Hands-Free System), hinterleuchtete Lenkerarmaturen und der Quickshifter, den es für die Standardversion immerhin als aufpreispflichtiges Extra gibt.
Clevere Blinker-Automatik
Eine zeitgemäße und segensreiche Verbesserung ist die neue automatische Abschaltfunktion der Blinker. Endlich auch hier, möchte man jauchzen: Ewig blinkende Vordermänner nerven gewaltig - und irritieren den ein oder anderen Verkehrsteilnehmer nachhaltig. Das muss echt nicht mehr sein im Zeitalter der Digitalisierung.
Fahrmodi und Konfiguration
Über die neuen großen Bedientasten links am Lenker wird die Fahrlaune der Ducati bestimmt. Vier Fahrmodi stehen zur Wahl. Übers Bordmenü kann man sie auch selbst komponieren und beispielsweise dreistufig die Leistungsentfaltung voreinstellen. Insgesamt gibt es mehr als 400 Konfigurationsmöglichkeiten bei der 950 S.
Die charakteristische desmodromische Ventilbetätigung kratzt die Leistung in jedem Winkel des Brennraums zusammen. Sound und Performance machen einfach Laune. Die durchgestylte Reise-Enduro ist sauschnell unterwegs und spürbar mehr für Stadt/Serpentinen/Autobahn gemacht als fürs Gelände, wo sie durchaus was kann.
Der Zweizylinder-L-Twin liefert souveräne 96 Newtonmeter Drehmoment. Das Gros davon liegt bereits im unteren Bereich an. Heißt: Sobald man ein Stück freie Straße vor sich hat, zieht einem die kleine Multi die Arme lang, wenn man es darauf anlegt.
Sanfte Gasannahme, kommodes Federn - der „Touring“-Modus wird bei Fahrern, die Wert auf Komfort legen, vermutlich zur Dauereinstellung. Es sei denn, sie bevorzugen es, mit abgespeckter Leistung im „Urban“-Modus durch die Stadt zu cruisen oder sich im Enduro-Fahrprogramm abseits befestigter Straßen zu vergnügen, was mit 170 mm Federweg und nur in diesem Modus abschaltbarem ABS durchaus drin ist.
Ungewollte Kapriolen bremst das serienmäßige Ducati Safety Pack ein: achtstufige Traktionskontrolle, dreistufiges Kurven-ABS - die Elektronik bürgt für Sicherheit.
Smartphone-Fans dürfen sich über die optimierte Ducati Link App freuen, die sich über das optionale Bluetooth-Modul mit dem Multimedia-System des Bikes verbindet. Die Fahrprogramme können via Smartphone voreingestellt werden.
Optische Details
Mit dem 2019er-Line-up bekommt die kleine Multi die vordere Seitenverkleidung der großen Schwester. Optisch ist die S-Variante mit ihren Voll-LED-Scheinwerfern von schräg vorne nicht von der 1260 S zu unterscheiden. Kennern fallen natürlich die Unterschiede an der Flanke auf: andere Räder, anderer Endschalldämpfer, andere Aluschwinge. Innerhalb der 950er-Palette kennzeichnet ein roter Zierstreifen auf den Rädern die S-Version.
Verwandte Beiträge:
- Ducati Multistrada 1200 S 2015: Technische Daten & Spezifikationen
- Ducati Multistrada 1100: Alle technischen Daten & unser ausführlicher Fahrbericht!
- Ducati Multistrada 1200 Enduro: Ultimative Technische Daten & Offroad-Performance Enthüllt!
- Fahrradreifen 26 Zoll im Test: Die besten Reifen für maximale Performance enthüllt!
- Die faszinierende Geschichte von Kohl Harley Davidson: Vom Mythos zur Legende
Kommentar schreiben