Durchfahrt verboten: Regeln, Bußgelder und Ausnahmen

Das Schild "Durchfahrt verboten" begegnet dir oft im Straßenverkehr. Die Aussage des Schildes ist klar: Es gibt Straßen, die nicht alle Verkehrsteilnehmer befahren dürfen. Die Einschränkungen sind je nach Verbotsschild unterschiedlich. Daher ist es wichtig, dass du die geltenden Verkehrszeichen kennst. Die wichtigsten Informationen bekommst du hier.

Das Verkehrszeichen "Durchfahrt verboten"

Damit du die Bedeutung des Verkehrszeichens verstehen kannst, musst du wissen, wie es aussieht. Behalte immer alle Verkehrsschilder im Blick und achte auf Zusatzschilder und Piktogramme. Zum Beispiel gibt es "Durchfahrt verboten"-Schilder, die sich auf bestimmte Zeitfenster beziehen oder auf Fahrradfahrer. Das "Durchfahrt verboten"-Schild gehört zwar nicht zu den neuen Verkehrsschildern aus der StVO 2021, sorgt trotzdem zum Teil für Missverständnisse.

Es ist als Verkehrsschild 250 bekannt. Damit weißt du, dass es Fahrzeugen aller Art verboten ist, die betreffende Straße zu nutzen. Gilt das Verbot für Fahrzeuge aller Art, ist das Schild rund, weiß und wird von einem roten Kreis umrandet. Es befindet sich kein schwarzes Piktogramm im Kreis. Gilt das Verbot für spezifische Fahrzeuge, ist dies durch das jeweilige Piktogramm angezeigt. Dann siehst du zum Beispiel ein Auto, ein LKW, Fahrrad, Motorrad, Viehtrieb oder Fußgänger auf der weißen Fläche.

Bedeutung für Fahrzeuge aller Art

Es ist also weder Fahrrädern noch Kfz noch anderen Fahrzeugen hier eine Straßenbenutzung in Form des Fahrens erlaubt. Motorrad- und Radfahrer müssen schieben. PKW und LKW ist das ein- und durchfahren des Bereichs gänzlich untersagt.

Merke dir, dass bei diesen Schildern das Befahren für beide Fahrtrichtungen untersagt ist. Somit darfst du auch nicht Parken oder Halten auf diesen Flächen. Denn auch beim Abstellen eines Fahrzeuges verstößt du gegen das Durchfahrtsverbot. Eine juristische Grauzone besteht für das Motorrad. Kannst du es durch den Abschnitt schieben, ist die Sachlage nicht eindeutig. Außerdem ist das Abstellen eines Zweirads meist zulässig.

Ausnahmen vom Durchfahrtsverbot

Erwähnenswert ist auch das "Anlieger frei"- oder "Lieferverkehr frei"-Zusatzzeichen. Du giltst als Anlieger, wenn du in der Straße wohnst, einen Arzttermin oder geschäftlichen Termin hast.

Bestimmten Verkehrsteilnehmern kann das Befahren allerdings durch Zusatzzeichen erlaubt sein. So ist es nicht selten, dass das Zeichen „Durchfahrt verboten“ mit einem „Anlieger frei“-Zusatzzeichen ergänzt ist. Aber auch „Lieferverkehr frei“ oder „Radfahrer frei“ sind nicht ungewöhnlich. Handelt es sich im Anlieger, müssen diese dort wohnen oder in der Straße Dinge, wie Arztbesuche oder geschäftliche Termine, erledigen zu haben. Die Erlaubnis erstreckt sich dann auch auf Besucher, Dienstleister, Lieferanten sowie Kunden und Patienten von ansässigen Niederlassungen.

"Verbot der Einfahrt" vs. "Durchfahrt verboten"

Was ist der Unterschied zwischen dem Schild "Verbot der Einfahrt" und "Durchfahrt verboten"? Das "Einfahrt verboten"-Schild zeigt einen roten Kreis mit einem weißen Strich, der mittig platziert ist. Du kannst es also gut von der Optik unterscheiden. Das Verbot der Einfahrt bedeutet für dich, dass die Einfahrt in eine bestimmte Fahrbahn und für eine Fahrtrichtung untersagt ist. Das kommt vor allem bei Einbahnstraßen und Autobahnauffahrten vor.

Fahre auf keinen Fall weiter. Ansonsten befindest du dich in der falschen Fahrtrichtung. Von der anderen Seite ist das Befahren üblicherweise möglich. Auch beim Zeichen "Verbot der Einfahrt" musst du auf Zusatzschilder achten. Fahrradfahrern ist es zum Beispiel oft erlaubt, gegen die für die Autos freigegebene Fahrtrichtung unterwegs zu sein. Wichtig: Einbahnstraßenschilder heben die geltenden Vorfahrtsregeln nicht auf.

Das Schild 267 bedeutet, dass die Einfahrt in diese Fahrbahn in dieser Richtung untersagt ist. Weder Kfz noch Radfahrer dürfen in diese Fahrbahn bzw. Straße in der Fahrtrichtung einfahren. Wie das Verkehrszeichen genau aussieht, erfahren Sie hier.

Anders als bei der Anordnung „Durchfahrt verboten“ ist das „Einfahrt verboten“-Schild ein roter Kreis mit einem weißen waagerechten Strich in der Mitte. Das Schild „Verbot der Einfahrt“ gilt grundsätzlich für alle Fahrer. Der größte Unterschied zu den Zeichen 250 bis 266 ist also, dass die Einfahrt in eine bestimmte Fahrbahn und für eine Fahrtrichtung angezeigt wird und dies grundsätzlich für alle Fahrzeuge gilt. Das entsprechende Schild, wenn die Einfahrt verboten ist, ist oftmals an Einbahnstraßen und Autobahnauffahrten zu finden. Diese signalisieren dann, dass sich Fahrer in der falschen Richtung befinden und nicht weiterfahren dürfen.

Bußgelder bei Missachtung

Wie bei allen Vorschriftzeichen sorgt das Durchfahrtsverbot im Straßenverkehr zur Verkehrsregelung. Du musst bestimmte Verhaltensweisen beachten, um zu einem geordneten Verkehr beizutragen. Dazu zählen auch die Schilder, die "Durchfahrt oder Einfahrt verboten" abbilden. Wenn du das Schild "Durchfahrt verboten" missachtest, droht dir eine Strafe. Wie hoch die Strafe ausfällt, variiert.

Das Missachten eines Durchfahrtsverbots gilt als Ordnungswidrigkeit. Das heißt, ignorieren Verkehrsteilnehmer eines der Zeichen, die eine Durchfahrt als verboten anzeigen, drohen Sanktionen gemäß dem Bußgeldkatalog. Wie hoch die Sanktionen liegen, hängt auch davon ab, mit welchem Fahrzeug Sie den Verstoß begehen.

Durchfährst du das Verbot mit deinem PKW, rechne mit einem Bußgeld in Höhe von 50 Euro. Bist du mit einem Anhänger oder Kleinbus unterwegs, erhöht sich die Strafe auf 55 Euro. Ist dein Fahrzeug schwerer als 3,5 Tonnen, wird es teurer. Besonders teuer wird es für dich, wenn du das Durchfahrtsverbot bei Zeichen 251 mit Zusatzzeichen oder Zeichen 265 missachtest.

Übergehst du als Radfahrerin oder Radfahrer das Verbot der Einfahrt, wird ein Bußgeld von 20 Euro fällig. Übrigens: In dem Bereich, in dem die Einfahrt verboten ist, darfst du auch nicht parken. Ansonsten droht bei den Zeichen 262, 263, 264,265 und 266 ebenfalls ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro.

Ignorieren Sie beispielsweise mit einem Fahrrad oder E-Scooter die Zeichen 250 oder 254, wird zunächst ein Verwarngeld in Höhe von 25 Euro fällig. Die Summe erhöht sich um jeweils fünf Euro, wenn eine Behinderung, Gefährdung oder ein Unfall hinzukommen.

Auch die Missachtung von einem Einfahrverbot bzw. dem Schild 267 geht mit Sanktionen einher. Eine verbotene Einfahrt kostet Autofahrer beispielsweise 25 Euro an. Radfahrer müssen mit einem Verwarngeld von 20 Euro rechnen.

Bußgeldtabelle: Durchfahrt verboten

Verstoß Bußgeld in Euro
Durchfahrtverbot mit einem Kfz nicht beachtet 50
… mit einem Kfz mit Anhänger 55
… mit einem Bus 55
… mit einem Kfz über 3,5 t zGG (außer Pkw und Bus) 100
Durchfahrtverbot mit einem Rad oder Elektrokleinstfahrzeug (E-Scooter) missachtet 25
... mit Behinderung 30
... mit Gefährdung 35
... mit Unfallfolge 40
Durchfahrtverbot bei bestimmten Kfz-Abmessungen nicht beachtet (z.B. -

Motorrad-Fahrverbote in Deutschland

Einige EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich oder Österreich haben vor einiger Zeit ein Fahrverbot für Motorräder ausgesprochen. Dieses beschränkt sich dabei entweder auf einen bestimmten Zeitraum wie Sonn- und Feiertage oder gilt in einigen Stadt- oder Landgebieten für bestimmte Motorrad-Typen, um beispielsweise der Lärmbelästigung in den betroffenen Gebieten entgegenzuwirken.

Regionale Regelungen

Es gibt in Deutschland bestimmte Regionen, die Streckensperrungen für Motorräder ausgesprochen haben. Hierbei handelt es sich um ortseigene Regelungen, die entweder ein Motorad-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen oder Vollsperrungen etabliert haben. Ein totales oder zeitweises Motorradfahrverbot kann auf bestimmten Kreisstraßen (bzw. Außerortsstraßen), Landstraßen oder Bundesstraßen gelten.

Die jeweiligen Verbote reagieren entweder auf Beschwerden von Anwohnern wegen Lärmbelästigungen oder sollen Unfälle in den betroffenen Strecken verhindern, in denen vermehrt Motorräder verwickelt waren.

Sanktionen bei Missachtung

Wer ein Motorrad-Fahrverbot missachtet und auf eine Straße einfährt, auf der das Verbot zum Beispiel durch das Verkehrszeichen 255 signalisiert wird, muss mit einem ein Verwarngeld in Höhe von 50 Euro rechnen.

Ein Motorrad-Fahrverbot wird vom Schild 255 angekündigt. Ist eine Streckensperrung für das Motorrad rechtswidrig? Ein Motorradfahrverbot ist grundsätzlich rechtens, da die Sperrung einer Straße zulässig ist, wenn vorhergehende Eingriffe und Maßnahmen (bspw.

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