Das Fahrradlicht gehört beim Fahrrad zur Grundausstattung. Damit die Fahrradlampe leuchten kann, benötigt sie Strom. Hat man keine Akkubeleuchtung, kommt der Strom im Regelfall von einem Fahrrad-Dynamo. Wir haben uns angesehen, welche Unterschiede verschiedene Dynamos haben.
Grundlagen und Funktionsweise von Fahrraddynamos
Fahrraddynamos sind Teil der Fahrradlichtanlage. Sie übersetzen mechanische in elektrische Energie, die als Strom in die Vorder- und Rückleuchten am Fahrrad eingespeist und anschließend als Licht sichtbar wird. Die durch den Radfahrer aufgebrachte mechanische Energie wird durch das Laufrädchen auf Magnet und Spule übertragen und dort in elektrische Energie (Strom) umgewandelt, die anschließend als Licht wahrnehmbar wird.
Der klassische Seitenläufer-Dynamo ist über ein Laufrad mit einem Permanentmagneten verbunden, der sich innerhalb eines Gehäuses gegenüber einer Spule befindet. Wenn das Rädchen nun durch eine Feder an den Reifen gepresst wird, dreht es sich beim Fahren, was im Inneren des Gehäuses dazu führt, dass der Magnet ebenfalls anfängt, sich zu drehen. Dies führt zu einer Änderung des von der Spule umschlossenen Magnetfeldes, wodurch, dem Induktionsgesetz folgend, eine Spannung in der Spule induziert wird. Diese Spannung, die bei etwa sechs Volt liegt, reicht gemeinsam mit der erzeugten Leistung von wenigen Watt aus, um über ein Kabel den vorderen Fahrrad-Scheinwerfer und das Fahrrad-Rücklicht zum Leuchten zu bringen.
Damit ein Fahrraddynamo im Sinne der Straßenverkehrsordnung (StVO) zugelassen wird, muss er über eine Nennspannung von mindestens sechs Volt und eine Nennleistung von mindestens drei Watt verfügen.
Vor- und Nachteile von Dynamos
Welche Vor- und Nachteile ein Dynamo gegenüber einem batterie- oder akkubetriebenen Scheinwerfer hat, sehen Sie in nachfolgender Übersicht:
- Vorteile:
- Ohne Akkus und Batterien einsetzbar
- Energiequelle praktisch unerschöpflich
- Nachteile:
- Radfahren ist schwergängiger
- Gegebenenfalls Beeinträchtigungen durch Regen
Verschiedene Dynamo-Typen im Überblick
Grundsätzlich lassen sich verschiedene Dynamo-Arten voneinander unterscheiden: Besonders verbreitet sind vor allem Seitenläuferdynamos, die gegenwärtig langsam von den technische hochwertigen Nabendynamos verdrängt werden.
In unserem Fahrraddynamo-Vergleich stellen wir Ihnen die wichtigsten Dynamo-Arten kurz vor:
Seitenläuferdynamo
Dieser sogenannte Seitenläufer Dynamo kann auf Bedarf an den Reifen geklappt werden und produziert dann Strom für die Fahrradbeleuchtung. Dieser einfache und klassische Fahrrad Dynamo wird auf der linken Seite montiert. Der Axa Dynamo ist ebenfalls ein Seitenläuferdynamo, der vier Anschlüsse aufweist. Diese teilen sich in zwei Anschlüsse für den Strom und zwei Anschlüsse für die Masse auf. Die Montageseite befindet sich links am Fahrrad. Der Fahrrad Dynamo kann mit einem schlichten Design punkten und wird auf der linken Seite montiert.
Seitenläuferdynamos werden an der Vorderradgabel oder am Rahmen befestigt. Durch eine Feder lassen sie sich an den Reifen (bei Felgendynamos an die Felge) pressen. Das Drehen des Rädchens führt im Inneren der Dynamos zur Umwandlung von mechanischer in elektrische Energie. Der Reibungswiderstand ist bei günstigen Modellen mitunter recht hoch. Sie funktionieren bei Regen weniger gut und haben generell einen eher mäßigen Wirkungsgrad. Bis in die 1990er Jahre waren Seitenläuferdynamos Standard vieler Fahrräder.
Die Schwachstelle der Seitenläuferdynamos ist nasses und feuchtes Wetter. Damit der Reifen auch bei Nässe nicht über das Dynamorad rutscht, sollte der Dynamo möglichst leicht laufen und einen geringen Drehwiderstand aufweisen. Eine größere Laufrolle kann hier bereits Abhilfe leisten. Die Übersetzung verändert sich mit einem zunehmenden Durchmesser der Laufrolle. Je größer die Laufrolle, desto weniger oft dreht sie sich. Vergrößert man die Laufrolle nachträglich (durch einen Aufsatz), kann sich der Anpressdruck an den Fahrradmantel erhöhen.
Es ist ebenfalls darauf zu achten, dass man einen Dynamo wählt, der für die richtige Montageseite geeignet ist. Hier wird zwischen einer Links- und Rechtsmontage unterschieden. Hat der Dynamo mehrere Anschlüsse für die Beleuchtung, können das Rücklicht und das Frontlicht separat voneinander angeschlossen werden.
Nabendynamo
Der Nabendynamo ist sozusagen die Revolution des Seitenläuferdynamos. Integriert in der Nabe, der Name verrät es bereits, ist er dauerhaft im Laufrad integriert. Strom wird hier durch das Drehen des Rads produziert, unabhängig von einem Rädchen, das am Mantel anliegt. Somit sind auch Wettereinflüsse wie Schnee oder Regen kein Grund für eine schlechtere Stromerzeugung. Da der Nabendynamo eingespeicht ist, werden oftmals komplette Laufräder inklusive Dynamo verkauft.
Nabendynamos sind eine Mischung aus herkömmlicher Vorderradnabe und Dynamo. Sie funktionieren durch Permanentmagnete, die sich durch den Umlauf des Vorderrades im Nabengehäuse drehen und so zur Energieumwandlung beitragen. Da der gesamte Prozess innerhalb der Nabe stattfindet, sind Nabendynamos weder Regen noch sonstiger Witterung ausgesetzt. Viele Modelle verfügen über einen sehr hohen Wirkungsgrad. Eingeschaltet werden Nabendynamos über einen Schalter am Fahrradlicht. Sie haben die klassischen Seitenläuferdynamos an (hochwertigen) Neufahrrädern weitgehend verdrängt.
Speichendynamo
Speichendynamos werden neben der Vorder- oder Hinterradnabe angebracht. Sie verfügen über sogenannten „Mitnehmer“ - Teile, die nach dem Herunterklappen von einer Speiche erfasst werden und so den gesamten Dynamo zum Mitdrehen bringen. Die Funktionsweise ist dieselbe wie bei den o. g. Arten: mechanische Energie wird in elektrische Energie umgewandelt. Speichendynamos verfügen über einen sehr geringen Wirkungsgrad und sind somit eher ineffizient. Gegenwärtig sind sie vom Markt weitgehend verschwunden.
Rollendynamo
Rollendynamos sind den Seitenläuferdynamos sehr ähnlich, mit der Ausnahme, dass sie auf der Lauffläche des Reifens ansetzen. Installiert werden sie in der Regel hinter dem Tretlager. Auch sie wandeln in ihrem Inneren mechanische in elektrische Energie um. Ebenso wie Seitenläuferdynamos sind sie sehr wetterabhängig und bei Regen weniger effektiv. Ihr Wirkungsgrad ist ebenfalls mit dem von Seitenläuferdynamos vergleichbar. Generell sind Rollen- bzw. Walzendynamos kaum verbreitet.
Viele der oben vorgestellten Dynamo-Arten spielen jedoch auf dem Markt für Fahrradzubehör kaum mehr eine entscheidende Rolle.
Kaufkriterien für Fahrraddynamos: Darauf müssen Sie achten!
Wie Sie unserem Fahrraddynamo-Vergleich entnehmen konnten, gibt es unterschiedliche Dynamo-Typen, die sowohl bei der Montage als auch in ihrer Effektivität Unterschiede aufweisen.
Welcher Dynamo-Typ kommt infrage?
Ob Sie Ihre Fahrradlampe mit einem Nabendynamo, einem Seitenläuferdynamo oder einem anderem Dynamo-Typ betreiben sollten, ist in erster Linie davon abhängig, wie wichtig Ihnen Effektivität und Kosten sind: Bei Regen ist es möglich, das ein Seitenläuferdynamo nicht mehr durchgehend funktioniert.
Seitenläufer- und Rollendynamos haben den Vorteil, dass sie sehr preiswert sind und ein geringes Gewicht aufweisen. Da sie, um die Fahrradleuchten anzutreiben, ein Laufrädchen verwenden, das während der Fahrt auf dem Reifen des Fahrrads mitläuft, bringen Seitenläufer- und Rollendynamos naturgemäß aber auch einige Nachteile mit sich: Zum einen wird durch die Reibung des Laufrades der Tritt schwergängiger, zum anderen kann bei schlechter Verarbeitung ein unregelmäßiges Flackern entstehen. Darüber hinaus besteht bei Regen häufig nicht genügend Haftung am Reifen, was dazu führen kann, dass das Fahrradlicht nur schwach, sondern mitunter auch überhaupt nicht leuchtet.
Anders verhält es sich, wenn die Fahrradbeleuchtung mit Nabendynamo angetrieben wird. Nabendynamos haben den Vorteil, im Inneren der Vorderradnabe zu sitzen, was sie gegen Witterungseinflüsse schützt und sie zuverlässig, wartungsarm und leise macht. Darüber hinaus ist die mechanische Übersetzung besser, sodass Nabendynamos in aller Regel einen höheren Wirkungsgrad aufweisen. Von Nachteil sind hingegen der meist deutlich höhere Preis sowie das höhere Gewicht. Außerdem ist es für Laien aufgrund der komplizierten Konstruktion kaum möglich, einen in der Nabe sitzenden Fahrraddynamo zu reparieren oder auszutauschen.
Zulassung durch StVO
Bis zum Juli 2013 musste ein Fahrrad mit Dynamo ausgestattet sein. Ausgenommen davon waren bspw. Sporträder, die unter elf Kilogramm wogen und die auch schon damals auf akku- oder batteriebetriebene LED-Fahrradbeleuchtung zurückgreifen durften. Damit ein Dynamo für Fahrräder im Sinne der Straßenverkehrsordnung verkehrstauglich ist und zugelassen wird, muss es über eine Nennleistung von drei Watt und eine Nennspannung von sechs Volt verfügen.
Wer sich eine akku- oder batteriebetriebene LED-Fahrradlampe zulegen will, muss neben der vorgeschriebenen Leistung auch darauf achten, dass er sich keine blinkenden Lichtanlagen zulegt. Diese sind im Straßenverkehr nämlich nach wie vor verboten. Darüber hinaus muss das LED-Fahrradlicht - bei batterie- und akkubetriebenen ebenso wie bei dynamobetriebenen Lampen - in zehn Meter Entfernung eine Helligkeit von mindestens zehn Lux aufweisen. Um herauszufinden, ob die von Ihnen favorisierte Fahrradlampe auch offiziell zugelassen ist, müssen Sie vor dem Kauf darauf achten, ob sich auf dem Gehäuse eine K-Nummer mit Wellenlinie (Prüfzeichen des Kraftfahrt-Bundesamtes) befindet.
Überspannungsschutz
Jeder Dynamo ist Spannungsschwankungen ausgesetzt: Das bedeutet, dass vom Dynamo zeitweilig eine zu hohe Spannung produziert werden kann, auf die das verwendete Fahrradbeleuchtungs-Set mitunter nicht ausgelegt ist. Als mögliche Folge kann während der Fahrt die Lampe plötzlich durchbrennen. Um dies zu vermeiden, lohnt es sich, nach einem Dynamo mit Überspannungsschutz Ausschau zu halten, der die Beleuchtung vor den Auswirkungen zu hoher Spannungen und elektrischen Ladungen schützt.
Die besten Fahrraddynamos im Vergleich
Hier finden Sie die derzeit besten Fahrraddynamos. Die Liste zeigt von Käuferinnen und Käufern gut bewertete Produkte. Auch Testsieger und Preis-Leistungs-Tipps aus Magazinen sind dabei.
Die korrekte Montage ist bei den Seitenläufern besonders wichtig, sie sollten möglichst parallel zur Neigung des Fahrradmantels laufen. Preisunterschiede können sich durch eine bessere Verarbeitung bemerkbar machen. Der Dynamo läuft am Fahrrad mit, daher sollte die Achse gut gelagert sein und bei allen Umdrehungen leise laufen. Günstige Modelle können den Effekt aufweisen, dass es beim Drehen“ruckelt“ oder diese hörbar lauter werden.
Vergleichstabelle Fahrraddynamos
| Modell | Dynamo-Typ | Anbringung | Zulassung nach StVZO | Verarbeitung & Lautstärke | Wetterbeständig | Leistungsdaten & Sonstiges | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Axa 03103983 | Seitenläuferdynamo | Links | Ja | Relativ leise | Nein | 6 V, 3 W, Kunststoff | Montage einfach, läuft relativ leise, läuft leichtgängig | Nicht für schmale Reifen geeignet |
| Onogal 3549 | Nabendynamo | Vorderrad, linke Seite | Ja | Normal | Ja | 6 V, 3 W, Aluminium | Funktioniert auch bei Regen, sehr robust, geringes Gewicht | Vergleichsweise schwierigere Anbringung |
| Anlun 3100526 | Seitenläuferdynamo | Links | Ja | Normal | Nein | 6 V, 3 W, Aluminium | Mit Prüfzeichen, leichtgängige Rolle, Doppelanschluss | Weniger wetterbeständig |
| Shimano Nexus DH-C6000-3R | Nabendynamo | Vorderrad | Ja | Sehr leise | Ja | 6 V, 3 W, Aluminium | Funktioniert auch bei Regen einwandfrei, extrem robust, sehr leise | Keinen Überspannungsschutz |
| Axa 07101629 | Seitenläuferdynamo | Links | Ja | Normal | Nein | 6 V, 3 W, Aluminium | 4 Häfen, optimale Leistung bei niedriger Geschwindigkeit, integrierter Überspannungsschutz | Weniger wetterbeständig |
| Union Seitenläufer Dynamo | Seitenläuferdynamo | Rechts | Ja | Normal | Nein | 6 V, 3 W, Aluminium | Läuft leichtgängig, langlebig, einfache Montage | Läuft teilweise sehr laut |
| Anlun Dynamo | Seitenläuferdynamo | Links | Ja | Normal | Nein | 6 V, 3 W, Aluminium | Montage einfach, Aluminium besonders robust und langlebig | Keinen Überspannungsschutz |
| Fischer Dynamo 85414 | Seitenläuferdynamo | Links | Ja | Relativ laut | Nein | 6 V, 3 W, Kunststoff | Montage einfach, langlebig | Weniger wetterbeständig |
Alternative: Moderne LED-Scheinwerfer und Akkubeleuchtung
Wer auch bei schlechtem Wetter auf der sicheren Seite sein will, schaut sich die Fahrrad Akkubeleuchtung an. Moderne Fahrradlampen haben oftmals feine elektronische Bauteile. Gerade im LED-Beleuchtungsbereich ist es daher wichtig, dass entweder die Lampe selbst oder der Dynamo eine Überspannung reguliert und einen Überspannungsschutz hat.
Sobald es dunkel wird, herrscht helle Freude auf Deutschlands Radwegen: Moderne LED-Scheinwerfer am Fahrrad bieten Helligkeit, Ausleuchtung und Betriebssicherheit wie nie zuvor. Große Unterschiede in Leistung und Qualität bei Fahrradbeleuchtung Technischer Fortschritt in der Fahrradtechnik war selten so augenfällig wie bei der Lichttechnik: Heute liefern leichtlaufende Nabendynamos zuverlässig ihren Strom über, meist geschützt in Rahmen und Gabel verlegte, Dipol-Kabel an Front- und Rückleuchten, die aus LED-Technik und elektronischer Stabilisierung ein Maximum an Leuchtkraft auf die Fahrbahn bringen. Doch auch, wenn heute keine Fahrradbeleuchtung mehr ohne LED-Leuchtmittel auskommt, gibt es teils große Unterschiede in Leistung und Qualität der verschiedenen Leuchten.
Daher haben wir uns von sechs Beleuchtungsherstellern ihren jeweiligen Top-Scheinwerfer in die Redaktion bestellt und einem intensiven Labor- und Praxistest unterzogen. Bei den Spezialisten von Supernova in Gundelfingen konnten wir die tatsächliche Lichtleistung und Helligkeitsverteilung der Scheinwerfer unter Laborbedingungen messen und direkt vergleichen.
Nur die mobile „Dynamomaschine“ liefert eine realistische Betriebsspannung für Nabendynamo-Scheinwerfer. Da Nabendynamos mit höherer Fahrgeschwindigkeit auch mehr Leistung abgeben, haben wir alle Scheinwerfer einheitlich an einem Son-28-Dynamo gemessen, der mit 30 km/h rotiert. Ein regelbares Netzgerät speist den Elektromotor, der über einen Zahnriemen den Nabendynamo dreht. Ein Fahrradtacho misst die Fahrgeschwindigkeit. Die Nachtfotos und sämtliche Labormessungen beziehen sich auf dieses Set-up. Alle Labormessungen wurden bei Supernova Design in Gundelfingen durchgeführt.
Dynamoscheinwerfer müssen bei allen Geschwindigkeiten an verschiedensten Dynamos funktionieren - das ist viel anspruchsvoller als bei Akku-Betrieb. Die Spannung kann zwischen 4 V und über 60 V liegen, die Wechselstromfrequenz ändert sich stetig. Auch die Umsetzung eines guten Standlichts mit langlebiger Speichertechnik ist aufwendig.
Hohe Lebensdauer und Robustheit sind hier wichtig. Man muss sich darauf verlassen können, ob beim Weg zur Arbeit oder auf Weltreise. Um vorzeitige Alterung der LEDs zu vermeiden, ist gute Kühlung wichtig. Das ideale Lichtbild variiert je nach Bedarf, homogene Lichtverteilung aber ist unverzichtbar.
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