Dynamo am Mountainbike nachrüsten – Eine Anleitung

Eine korrekte Beleuchtung am Fahrrad ist das A und O! Erst einmal ist es per StVZO gesetzlich vorgeschrieben, noch dazu ist es von höchster Bedeutung in Sachen Sichtbarkeit und somit Sicherheit!

Warum ein Dynamo am Mountainbike?

Beim Thema Batterie-Leuchten ist es teils problematisch, da diese nicht ständig einsatzbereit sind. Diese Leuchten müssen immer wieder regelmäßig aufgeladen werden, damit Sie nicht auf einmal im Dunklen dastehen, wenn Sie Licht benötigen.

Heutzutage findet man diese jedoch hauptsächlich nur noch an sehr günstigen Fahrrädern bzw. an älteren Modellen. Der sogenannte Seitenläuferdynamo war jahrelang quasi die Standard-Variante.

Nabendynamo als moderne Alternative

Mittlerweile sehr beliebt und modern ist die Verwendung eines Nabendynamos von Shutter Precision. Dieser kann sogar nachträglich am aktuellen Fahrrad nachgerüstet werden!

Durchgesetzt haben sich die modernen Dynamos, weil ihre Vorteile hinsichtlich Effizienz, Lebensdauer und Wartungsqualität schlichtweg überzeugen. Nabendynamos gehören mittlerweile zum Standard bei neuen Fahrrädern. Die Zeit für Seitenläuferdynamos scheint abgelaufen.

Für jeden, der auch mal abends mit dem Fahrrad unterwegs ist und auf Dynamo-Beleuchtung angewiesen ist, bringt der Sprung vom Seitenläuferdynamo zum Nabendynamo einen Meilenstein der Technik mit sich.

Optionen zum Nachrüsten

Um das Fahrrad mit einem Nabendynamo aufzurüsten, stehen Dir verschiedene Optionen zur Verfügung:

  • Du bestellst Dir einen Nabendynamo, neue Speichen und einen Scheinwerfer und führst selber die Montage durch - dabei musst Du das Rad neu einspeichen.
  • Du bestellst Dir einen Nabendynamo und lässt ihn in der Werkstatt einbauen.
  • Du bestellst Dir ein ganzes Laufrad mit eingebautem Nabendynamo und einen passenden Scheinwerfer.

Kosten und Schwierigkeitsgrad

  • Kosten Selbstmontage: mindestens 50€
  • Kosten Fahrradwerkstatt: mindestens 100€
  • Schwierigkeit Selbstmontage: Expertenwissen nötig

Nabendynamo nachrüsten - Schritt für Schritt

Es gibt im Wesentlichen zwei Methoden, um einen Nabendynamo nachzurüsten:

1. Komplettrad wechseln

Diese Variante ist die schnellere, da hier deutlich weniger Arbeit und Zeit investiert werden muss. Jedoch ist sie etwas kostenintensiver. Sie benötigen hierfür zuerst ein neues Laufrad mit integriertem Nabendynamo von Shutter Precision. Beim Kauf müssen Sie dabei unbedingt auf die passende Größe achten.

Sie können nun Ihr altes Vorderrad ausbauen. Wenn Sie den Fahrradreifen wieder verwenden möchten, müssen Sie diesen mit einem Reifenheber herunterhebeln. Anschließend entfernen Sie auch den Schlauch und montieren beides danach in umgekehrter Reihenfolge an Ihrem neuen Laufrad. Dieses können Sie dann an Ihrem Fahrrad anbringen.

Als letzter Schritt steht jetzt nur noch die Verkabelung mit Ihrer Fahrradbeleuchtung bevor.

2. Nur die Nabe austauschen

Wenn Sie nicht das ganze Laufrad, sondern lediglich die Fahrrad-Nabe austauschen möchten, steht Ihnen einiges mehr an Arbeit bevor. Jedoch können Sie dies mit ein wenig Schraub-Erfahrung und handwerklichem Geschick, durchaus selber durchführen. Die alte Felge kann hierbei wiederverwendet werden. Es ist jedoch eine neue Nabe mit dem Shutter Precision Dynamo notwendig.

Benötigte Materialien und Werkzeuge:

  • Neue Nabe mit Dynamo
  • Neue, kürzere Speichen mit passenden Speichennippeln
  • Speichenschlüssel
  • Schraubendreher
  • Öl

Das Öl können Sie hier für die Speichenlöcher an Felge und Dynamo benutzen - gehen Sie sparsam mit der Menge jeweils um.

Die neue Nabe mit Dynamo hat einen größeren Durchmesser als die bisherige Nabe ohne Dynamo. Daher werden neue, kürzere Speichen mit passenden Speichennippeln benötigt.

Wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie, dass sich die Speichenlöcher teils oberhalb bzw. unterhalb einer gedachten Mittellinie auf der Felge befinden. Suchen Sie jetzt das erste Speichenloch - dies befindet sich rechts neben dem Ventilloch (oberhalb der gedachten Mittellinie). Die neue Nabe in die Hand nehmen und in jedes zweite Loch eine Speiche stecken.

Es können dann alle Speichen, die sich in der Nabe befinden, an der Felge festgeschraubt werden. Auf der zweiten Seite beginnen Sie jetzt mit dem Speichenloch direkt am Dynamo (gegenüber der Speiche, die auf der anderen Seite zuerst montiert wurde). So können Sie dann weitermachen. Alle Speichennippel bis auf ca.

Nun geht es weiter - drehen Sie die Felge dabei aber nicht! Sondern stecken weitere Speichen in die übrigen Löcher der ersten Seite - jedoch von oben in den unteren Flansch. Jetzt wird die Felge wieder umgedreht und aufrecht gestellt.

Als nächstes wird sich der Speiche gewidmet, die sich (von der zuerst montierten Speiche gesehen) fünf Löcher weiter links befindet (vier freie Löcher also). Diese Speiche wird unter der zuerst montierten Speiche hindurchgeführt und zwei Löcher rechts von der ersten Speiche in die Felge eingeschraubt. Mit den anderen Speichen verfahren Sie - im Uhrzeigersinn!

Hinweise zur Verkabelung

Sonst braucht man sich bloß mit der Verkabelung vom Nabendynamo zum Scheinwerfer zu befassen, was vergleichsmäßig leicht vonstatten geht. Wenn man sich einen neuen Fahrrad-Scheinwerfer kauft, kommt er normalerweise mit den nötigen Kabeln und der Anleitung.

Alternativen zur Dynamo-Beleuchtung

Wer Licht am Fahrrad haben möchte, braucht nicht unbedingt Nabendynamo. Wie sinnvoll diese Alternativen jedoch sind, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Akkulichter

Das Akkulicht ist die sinnvollste Alternative zur Dynamobeleuchtung. Im Prinzip befestigt man einen Batterie-betriebenen Scheinwerfer am Lenker des Fahrrads, der einer klassischen Taschenlampe ähnelt.

Die Beleuchtungsstärke ist mit der eines Dynamolichts zu vergleichen und die Akkulampe ist deshalb nach StVZO auch als Frontscheinwerfer zugelassen (sofern der Scheinwerfer mindestens 10 Lux schafft).

Induktionslichter

Ferner gibt es auch Fahrradlichter zu finden, die weder Tretkraft noch Akku nutzen. Diese Lichter funktionieren durch Induktion: Man befestigt mehrere Magnete an den Speichen des Rads und der Generator (welcher meistens mit der Lampe gekoppelt ist) wird an der Nabe oder am Rahmen befestigt.

Wenn das Rad sich dreht, erzeugen die sich drehenden Magnete ein Magnetfeld, das den Generator mit Energie speist. Dabei geht minimale Tretkraft verloren (da das Magnetfeld die Geschwindigkeit etwas abbremst).

Seitenläuferdynamo

Das Nachrüsten eines Seitenläuferdynamos ist wegen seiner Schwächen eigentlich nicht zu empfehlen. Die Vorteile gegenüber dem Nabendynamo sind gering - trotzdem lässt sich nicht abstreiten, dass die Montage um einiges leichter vonstatten geht.

Ältere Fahrräder haben meistens eine Halterung für den Seitenläuferdynamo. In dem Fall ist die Montage meistens kinderleicht. Bei neueren Fahrräder fehlt diese Halterung. In diesem Fall benötigt man eine spezielle Dynamohalterung, die man an einer der Vorder- oder Hinterradstreben befestigt.

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