Bosch Performance CX: Der ultimative Test für E-Bike-Enthusiasten

Bosch Performance CX: Die Fakten
  • Gewicht: 2,96 / 2,7* Kilogramm (EMTB Messung)
  • Max. Drehmoment: 85 Nm Drehmoment (Herstellerangabe)
  • Max. Leistung: 600 Watt (Herstellerangabe)
  • Max. Unterstützung: 340 / 400* Prozent
  • Unterstützungsstufen: Eco, Tour+, E-MTB, Turbo, Race*
  • Akkugrößen: 500, 625, 750 Wh
  • Range Extender: 250 Wh
  • Modi anpassbar via App

*Angaben beziehen sich auf den CX Race

Relaunch für 2022: Der Bosch Performance CX wird „Smart“

Ende 2021 stellte Bosch den Performance CX unter dem Stichwort Smart System neu vor. Mit großem Tam-Tam verkündete Bosch Ende 2021 die Einführung eines ganz neuen Antriebssystems. Für viele eine Überraschung: Der Motor selbst blieb scheinbar unverändert. Dasselbe Äußere, dieselben Leistungsdaten, selbst der Name ist der gleiche wie vorher: Bosch Performance CX. Neu am sogenannten „Smart System“ waren aber die größeren Akkus mit 750 Wattstunden und die Bedienteile. Erstmals gab es mit dem Smart System nun auch eine eigene App und ein großes Versprechen: Jede Menge zukünftiger Features, möglich gemacht durch die Rechenleistung des „Smart Systems“.

Nach über zwei Jahren Erfahrung mit über 50 verschiedenen Testbikes und an die 10.000 Testkilometern zeigen wir, wie sich der Bosch im harten Bike-Alltag wirklich schlägt.

Leistung und Drehmoment: So schlägt sich der CX in Labor und Praxis

Mit seinem Drehmoment von 85 Newtonmetern und seiner Leistung von 600 Watt nach Herstellerangabe ist der Bosch CX die Definition eines E-MTB-Motors. Nicht zuletzt dank des Performance CX spricht man auch von einer 85-Newtonmeter-Klasse, wenn klassische Aggregate á la Bosch, Brose, Shimano und Yamaha gemeint sind.

Doch die Herstellerangaben zur Leistung sind nur eine Seite der Medaille. Wir unterziehen die Motoren daher immer eigenen Tests in einem unabhängigen Prüflabor, um hinterher die Leistungsdaten verschiedener Motoren objektiv miteinander vergleichen zu können.

Der Bosch Performance CX kann dabei immer wieder glänzen und spuckt auch auf dem Prüfstand echte 79 Newtonmeter und satte 566 Watt Spitzenleistung aus. Der schwäbische Antrieb liegt damit sehr nah an den Herstellerangaben und zeigt sich obendrein sehr Drehzahlfest. Selbst bei Trittfrequenzen von deutlich über 100 geht ihm nie die Puste aus. Praktisch, etwa um vor schwierigen Schlüsselpassagen kurz etwas Schwung zu holen.

Spritzig und sportlich: Das Fahrgefühl des Performance CX

Ob man die volle Leistung des Bosch CX in der Praxis abrufen kann, ist jedoch eine andere Frage. Denn mit maximal 340 Prozent Unterstützung setzt der Bosch seine Spitzenleistung etwas später frei als andere Antriebe mit teils über 400 Prozent Unterstützung. Konkret heißt das: Wer 100 Watt selbst tritt, bekommt vom Bosch maximal 340 Watt obendrauf. Nur wer 180 Watt und mehr aus eigener Kraft tritt, kann die ganze Leistung des Motors abrufen. Wer eher gemächlich Tritt, ist mit anderen Motoren also gegebenenfalls schneller unterwegs - unabhängig von der Maximalleistung.

In Puncto Fahrgefühl ist der Bosch Performance CX dafür ganz vorne mit dabei. Der Motor tritt sich rund, lässt sich exzellent dosieren und wirkt doch nie übermäßig sensibel oder nervös am Pedal. Der relativ geringe Leerweg hilft beim Anfahren, die sportliche Auslegung und die hohe Drehzahlfestigkeit hilft beim Beschleunigen vor Schlüsselstellen. Besondere Stärke des Bosch CX ist der bewusste Nachlauf im E-MTB-Modus. Hört der Fahrer abrupt auf zu treten, schiebt der Antrieb bewusst noch ein Stück weiter. So lassen sich Stufen und Hindernisse bergauf leichter bezwingen. In Summe versucht der Performance CX das E-Bike-Gefühl nicht zu verstecken. Er schiebt sportlich und spritzig, das geflügelte Wort “natürliches Fahrgefühl” will einem eher weniger in den Sinn kommen.

Bleibt man bergauf doch mal hängen, kommt die Schiebehilfe ins Spiel. Die ist bei Bosch besonders durchdacht und effektiv. Sie kann einfach durch langes Halten der Nach-Unten-Taste und leichtes Bewegen des Rades aktiviert werden. Rutscht man mal von der Taste, oder muss man umgreifen, hält der Motor für ein paar Sekunden die Position, ohne dass das Rad zurückrollt. Hill-Hold nennt Bosch dieses Feature, das sich besonders in steilem Gelände bezahlt macht.

Auch wenn die Geräuschkulisse immer etwas von Rahmen und Bike abhängt: Der leiseste Antrieb am Markt ist der Bosch CX nicht. Das Fahrgeräusch ist eher hochfrequent und auch bei niedriger Unterstützung deutlich zu hören. Bergab klappert der Antrieb hörbar.

Die Reichweite des Performance CX: Schwere Akkus aber hohe Ausdauer

Eine der offensichtlichsten Neuerungen, die mit dem Wechsel aufs Smart System einherging, waren die großen Akkus. Statt 625 gab es zunächst nur dicke Akkus mit 750 Wattstunden, die für den Bosch Performance CX bis heute die Norm sind. Nachteil der großen Batterien: Zum einen das hohe Gewicht von fast 4,3 Kilogramm, zum anderen die enorme Länge. Das machte es den Bike-Herstellern schwer, kompakte und leichte Bikes für das Smart System zu bauen und beschränkte zudem die Kompatibilität mit kleinen Rahmen.

Dafür staunten wir nicht schlecht, als die ersten Testbikes an die 2000 Höhenmeter in unserem Standard-Testprozedere erkletterten. Zum Vergleich: Sehr gute Bikes, wie die mit dem 726er-Akku von Darfon, lagen Ende 2021 bei rund 1700 Höhenmeter, Bikes mit Shimanos 630er-Akku nur bei 1200 bis 1300 Höhenmetern. In unzähligen standardisierten Messfahrten sind an die 2000 Höhenmeter mit dem 750er Akku keine Seltenheit. Ein Wert der nur noch von echten Reichweiten-Spezialisten mit 900er-Akku, zum Beispiel Canyons Spectral:On CF, regelmäßig getoppt wird.

Karwendelrunde: Reichweitentest mit 625-Wh-Akku

Das erste eigene eBike ist das Ghost Hybride ASX 6.7 geworden. Gekitzelt hat mich aber immer die Frage nach einem Reichweitentest Bosch eMTB. Die Karwendelrunde ist eine „Knochentour“. Den Spitznamen hat sich die Tour nicht nur wegen der Form eines Hundeknochens verdient, sondern weil sie mit Ihren 1.800 Höhenmetern auf die Substanz geht. Ich schaffe die Tour auf einem Bio-Bike typischerweise immer nur am Ende der Saison, wenn ich sehr gut trainiert bin. Reichen 625 Wattstunden Akkuleistung aus?

Reicht der Bosch-Akku mit seinen 625Wh Leistung aus, um mich den ganzen Weg zu begleiten? Ich war wild entschlossen mit nur einer Akkuladung die Tour zu fahren. Um es ganz klar zu formulieren: eine Akkuladung reicht definitiv NICHT aus, wenn man den Motor die ganze Zeit an hat. Die Frage war also viel mehr: wie oft darf ich den Motor überhaupt an machen, wenn ich die 1.800 Höhenmeter schaffen will? Alternativ kann man auf halber Strecke, oben auf dem Karwendelhaus, eine Pause einlegen und den Akku aufladen, während man auch den körperlichen Energiespeicher mit Kaiserschmarrn oder Suppe wieder auflädt. Wenn man die Strecke mit einem Bio-Bike fährt, dann ist der „schlimme Anstieg“ nicht der erste zum Karwendelhaus - den erreicht man irgendwann verschwitzt und glücklich.

Den ersten kleinen und den zweiten großen Anstieg zur Karwendelhütte bin ich am Berg mit viel Eco-Modus und ein bisschen eMTB-Modus gefahren (Turbo fast gar nicht). Die ebenen Streckenverläufe bin ich meistens ganz ohne Unterstützung gefahren. Im Ergebnis hatte ich dann nach 900 Höhenmetern oben auf der Karwendelhütte gerade noch 4 von 5 Balken (der 4. verschwand dann recht schnell). Gefühlt hatte ich also noch ganz viel Power im Akku als ich meine große Pause machte. Nach dem Hochalmsattel ging es komplett ohne Unterstützung runter bis zum kleinen Ahornboden.

Die Entscheidung liegt einfach immer im Kopf

Im Eco-Modus teilte mir das Bosch Purion Display mit, dass ich noch eine Restreichweite von 16 Kilometern hätte. Das hörte sich nicht viel an, schließlich wusste ich ja, dass noch zwei Anstiege vor mir lagen. Und trotz kräftiger Motor-Unterstützung fühlte ich mich nicht mehr sooo kräftig. Aber ich wollte es immer noch wissen. Die Entscheidung liegt einfach immer im Kopf. Im Eco-Modus und ein bisschen eMTB-Modus ging es über den zweiten Berg und ganz ohne wieder runter zum Fermersbach. Hier gab es einmal (oder mehrmals?) eine Brücke. Jetzt muss man durch den Bach. Entweder man zieht sich die Hose hoch und die Schuhe und Socken aus - oder man fährt einfach durch, weil man ja so bärige Unterstützung hat.

Jetzt musste ich nur noch den letzten Anstieg zur Vereinshütte schaffen. Einen Balken hatte ich noch. EINEN. Dieser letzte kleine Berg ist immer noch der fieseste. Und auch meine Kräfte schienen mir sehr endlich! Ich wollte ausschließlich Eco hoch fahren, aber laufend hat mein innerer Schweinehund am Display rum geschaltet - jedes Mal, wenn ich nicht genau hin geschaut habe. Me, myself and I waren noch so mit uns und unseren laufenden Strategiewechseln beschäftigt, dass wir gar nicht gemerkt haben, dass mein Schatz uns schon über den letzten Hügel des Auenlandes geführt hat. Gesagt haben es mir 4 Bio-Biker, die mir zum Erreichen der letzten Anhöhe gratuliert haben. Wir haben uns sehr nett ausgetauscht. Die Jungs hatten etwa 7 Stunden Fahrzeit auf der Uhr (so wie ich früher auf dem Bio-Bike). Bei mir waren es gerade mal 3 Stunden 20 Minuten reine Fahrzeit!

Fazit des Reichweitentests

Am Bahnhof angekommen habe ich meinen Akku aufgeladen und einen letzten Blick auf die Reichweite gewagt. Ganze 3 Kilometer hätte mich der Eco-Modus noch unterstützt. Challenge Accomplished. Der Reichweitentest Bosch eMTB war eine echte Herausforderung: spannend, sportlich und auch ein kleiner Nervenkitzel. Insgesamt habe ich nur 3 Stunden 45 Minuten Fahrzeit gebraucht und bin (getrieben von der Angst, dass der Akku doch nicht reicht) einen Schnitt von über 17 km/h gefahren - für meine Erfahrungswerte sehr schnell. Ich weiß von mir, dass ich auf einem Bio-Allmountain mit ordentlich Höhenmetern auf einer Rundtour zwischen 10 km/h und 12 km/h schnell fahre.

Es hat sehr viel Spaß gemacht und der Reichweitentest Bosch eMTB hat mich ganz anders gefordert, als vorher angenommen. Ich glaube, dass ich nochmal die Karwendelrunde fahren muss, diesmal aber mit einem leichteren Rad aber mit Motor-Unterstützung.

Reichweite und Fitnesslevel

Jeder von uns kennt in etwa seine eigene, maximale Reichhöhe und -strecke. So auch ich. Grob geschätzt liegt diese so bei 35-40 km und 1.500 hm mit Trails. Ein Faktor, der nie außen vorgelassen werden darf, ist natürlich die eigene Fitness. Somit ist es schwierig von der Reichweite der Person X auf die der potenziellen Reichweite von Person Y zu schließen.

Mein Ursprungsziel war es, die Strecke ausschließlich im Eco-Modus zu absolvieren. Dieser unterstützt im Vergleich zu einem Shimano Motor im gleichen Modus nicht so stark und spart somit einiges an „Watt“. Dies sollte sich auch in unserem Testverbrauch bemerkbar machen. Denn erst nach fast 25 Kilometern und etwas über 700 Höhenmetern sprang die Anzeige von 5 auf 4 Balken.

Vergleich der Akkukapazitäten und Reichweiten

Unter gleichen Bedingungen und einer gleichen Ausstattung bedeutet mehr Akkukapazität eine größere Reichweite - und grundsätzlich wächst die Kapazität der Akkus an E-Bikes von Jahr zu Jahr. Mit 500 Wh - Beispiel wäre hier das Cube E-Bike Touring Hybrid EXC 500 - sind es 88 Kilometer Reichweite. Die Reichweite des E-Bikes mit 400-Wh-Akku würde sich rechnerisch auf etwa 70 Kilometer belaufen. Allerdings kann ein anderer Fahrstil, die Nutzung anderer Unterstützungsstufen oder die Kombination des Akkus mit einem Motor, der weniger Leistung hat, den Unterschied verwischen oder gar aufheben. Deswegen sagt die reine Akkukapazität nicht direkt etwas über die Reichweite des E-Bikes aus.

Von LED-Remote bis System-Controller: Bedienteile und Displays des Bosch CX

Vorgestellt wurde die aktuelle Generation des Bosch Performance CX im Smart System mit dem All-in-One Bedienteil LED-Remote. Sie ist gleichzeitig minimalistisches Display und Bedieneinheit und zeigt den Akkustand in 10-Prozent-Schritten sowie die gewählte Unterstützungsstufe an. Außerdem ist die LED-Remote Bluetooth-kompatibel und bildet so die Schnittstelle zwischen der App (s. u.) und dem Antriebs-System. Eine ähnliche All-in-One-Lösung ist das 2023 neu vorgestellte Purion-200 Display, das ebenfalls außen am Lenker montiert wird. Der Vorteil: Das Purion verfügt über ein echtes kleines Display. Hier kann man sich dann den Akkustand in Prozent und die wichtigsten Fahrdaten anzeigen lassen.

Statt der LED-Remote gibt es mittlerweile auch noch das Oberrohr-Display System Controller, das dieselben Funktionen bietet und über die kabellose Mini-Remote gesteuert wird. Gerade am Lenker sorgt das für eine cleane und sportliche Optik ohne Kabel. Optional kann man jede der Basis-Lösungen - LED-Remote, System-Controller und Purion-Display - noch mit einem der beiden größeren Kiox-Displays oder dem Smartphone-Grip aufrüsten. Hier lassen sich noch mehr Daten zur aktuellen Fahrt darstellen, zum Teil ist auch eine Navigation möglich.

Die E-Bike Flow App - Navigation, Individualisierung, Diebstahlschutz

Mit der Einführung des aktuellen Bosch-Systems setzt auch der schwäbische Hersteller erstmals auf eine eigene App. Mit ihr lässt sich zum Beispiel die Stärke der Unterstützung feineinstellen. Man kann hier kabellos das komplette Antriebssystem updaten, Aufzeichnungen der gemachten Touren einsehen und sich viele spannende Infos rund um die Nutzung des Bikes anzeigen lassen. Welche U-Stufe wurde wie viel benutzt, Kalorienverbrauch und Eigenleistung des Fahrers und vieles mehr.

Die App verfügt außerdem über Navigationsfunktionen, die besonders in Kombination mit dem Smartphone-Grip oder einem Kiox-Display zur Geltung kommen. Neuerdings kann die App auch mit Komoot oder Strava verknüpft werden. Das macht sie für Mountainbiker deutlich attraktiver. Wer möchte, kann die App auch als Schlüssel benutzen. So wird die Unterstützung nur freigegeben, wenn die App verbunden ist. Noch mehr Diebstahlschutz inklusive Tracking in Echtzeit gibt es mit dem optionalen Connect-Modul. Zusatzfeatures wie das E-Bike-ABS werden ebenfalls über die App bedient.

Die Bosch App hat sich damit zu einer der besten Digital-Lösungen am Markt gemausert. Doch Baustellen gibt es nach wie vor. Dass immer nur ein Bike in der App registriert und damit auch verbunden werden kann, dürfte jeden nerven, der mehrere Bikes mit einem Smartphone konfigurieren und verwalten möchte. Aus Sicherheitsgründen setzt Bosch außerdem nach wie vor auf die Strategie des geschlossenen Systems. Das heißt: Mit Ausnahme der Apple-Watch und vereinzelter Pulsmesser können Drittgeräte so gut wie gar nicht mit der App und damit mit dem Antriebssystem gekoppelt werden. Das betrifft zum Beispiel auch die Bike-Computer von Garmin, Wahoo, Sigma und Co.

Bosch CX oder CX Race: Das sind die Unterschiede

Neben dem bekannten Bosch Performance CX gibt es mittlerweile auch noch die Special-Edition Performance CX Race, die speziell für das E-Bike-Racing optimiert wurde. Sie unterscheidet sich vor allem durch das um 150 Gramm reduzierte Gewicht vom Standard CX und verfügt außerdem über den speziellen Antriebsmodus „Race“. Der unterstützt mit bis zu 400 Prozent, wodurch die Spitzenleistung des Motors schon bei 150 statt 180 Watt Fahrerleistung anliegt. Und a propos Spitzenleistung: Hier bleibt es bei den 85 Newtonmetern und 600 Watt des normalen CX.

Dafür gibt’s im Race-Modus einen stark verlängerten Nachlauf, der das Bike noch fast zwei Meter nach vorne schiebt, wenn der Fahrer schon nicht mehr tritt. Das hilft insbesondere über raues Gelände und Absätze. Wer das Feature richtig beherrscht, kann so auch anspruchsvolle Passagen mit unvermeidlichen Tretpausen bewältigen, ohne dass die Unterstützung je abreißt. Für Uphill-Trickser und alle, die gerne mit schwierigen Bergauf-Passagen spielen, bringt das ein ganz neues Fahrgefühl und neue Möglichkeiten. Nachteil des Race-Motors: Er bleibt bei den meisten Herstellern auf die Topmodelle beschränkt und kostet je nach Hersteller 500 bis 1000 Euro Aufpreis.

CX, Shimano, Brose? Der Bosch im Vergleich mit der Konkurrenz

Doch ein Bosch oder lieber ein anderer Antrieb? Vor der Frage dürfte fast jeder bei einem neuen E-Bike stehen. Allerdings: Entscheiden sollte man sich nie für einen Motor allein, sondern immer für das gesamte Bike. Die Frage nach dem richtigen Antrieb bleibt natürlich trotzdem relevant. Wir konnten fast alle gängigen E-Bike-Antriebe schon ausführlich in der Praxis und im Labor testen und geben einen kurzen Überblick über die Unterschiede in Messwerten und Fahrgefühl.

Im Labor: Bosch kräftig und Drehzahlfest

Im Labor gehört der Bosch Performance CX definitiv zu den kräftigeren E-Bike-Antrieben. Er bietet ein gelungenes Drehmoment im unteren Bereich und toppt mit seiner Spitzenleistung fast alle gängigen Antriebe, mit Ausnahme echter Power-Boliden wie Rocky Mountains Dyname 4.0, dem Sachs und dem alten TQ HPR 120. Der Drive S Mag von Brose bietet aber fast dieselbe Spitzenleistung wie der Bosch und noch etwas mehr Drehmoment, auch Shimanos neuer EP801 hat in Sachen Leistung fast zum Performance CX aufgeschlossen. Nur der PW-X3 von Yamaha, der auch die Basis von Giants Syncdrive Pro II Antrieben ist, hinkt noch spürbar hinterher.

In der Praxis: Bosch sportlich und sensibel, Brose glänzt mit Sound und Drehmoment

In Puncto Fahrgefühl gibt sich der Bosch sportlich und dynamisch und setzt seine hohe Leistung erst bei kräftigem Treten frei. Im Umkehrschluss heißt das: Wer nicht ganz so kräftig in die Pedale tritt, kann mit Brose und insbesondere Shimano etwas mehr Leistung abrufen. Das liegt daran, dass zum Beispiel der Shimano schon bei 100 Watt Fahrerinput Vollgas gibt, während der Bosch erst bei 180 Watt seine volle Leistung freischaltet. In der Praxis fällt das zum Beispiel auf entspannten Touren auf, wo man mit Shimano und Brose bei leichtem Tritt oft schneller unterwegs ist, als mit dem Bosch.

Dafür ist die Dosierbarkeit der Leistung mit dem Bosch exzellent und unserer Erfahrung nach noch etwas besser als bei Yamaha und Shimano. Der Brose liegt noch am nächsten an der Feinfühligkeit des Bosch-Antriebs, begeistert oft mit geringer Lautstärke und klappert bergab nicht. Die durchdachte Schiebehilfe, die hohe System-Reichweite und der verlängerte Nachlauf im Race-Modus sind weitere Pluspunkte.

Zusammenfassung der Vor- und Nachteile des Bosch Performance CX

Vorteile Nachteile
Hohe Leistung und Drehmoment Hohes Gewicht der Akkus
Drehzahlfestigkeit Nicht der leiseste Antrieb
Exzellente Dosierbarkeit Maximale Leistung erst bei höherer Eigenleistung
Durchdachte Schiebehilfe Geschlossenes System (eingeschränkte Kompatibilität mit Drittanbietern)
Hohe System-Reichweite

Die Qual der Wahl: Welches E-Bike ist das richtige?

Die Läden sind voll mit unterschiedlichsten E-Bike-Modellen - da fällt die Auswahl nicht immer leicht. Der Markt für E-Bikes ist entsprechend groß und unübersichtlich, das Produktportfolio ist riesig. Unterschiedliche Modelle konkurrieren mit unterschiedlichen Antriebskonzepten.

Nahezu jede Gattung, die es für klassische Fahrräder gibt, ist inzwischen auch als E-Bike erhältlich. Citybikes, Trekkingräder, Mountainbikes, Rennräder - die Auswahl ist riesig. Bei E-Bikes unterscheidet man Mittelmotor, Hinterrad- und Vorderradnabenmotor. In der Regel ist der Mittelmotor am ehesten zu empfehlen. Er sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und eine gleichmäßige Gewichtsverteilung durch eine tiefe Position mittig am Tretlager. Ein Mittelmotor ermöglicht sehr sportliches Fahren.

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