E-Bike-Fahren ist gesund. Studien legen nahe, dass das Fahren eines E-Bikes ähnlich positive Auswirkungen auf den Körper und das Wohlbefinden haben kann wie das Fahren mit einem herkömmlichen Rad. Ein Aspekt für den Erfolg der E-Bikes könnte der nachgewiesene gesundheitliche Nutzen dieser motorisierten Räder sein.
Rund 16 Millionen E-Bikes waren 2024 auf Deutschlands Straßen unterwegs. Wer ein E-Bike fährt, erzielt gleich mehrfachen Nutzen für seine Gesundheit. Vor allem Menschen, die gesundheitlich oder körperlich eingeschränkt sind - zum Beispiel, weil sie Übergewicht oder Gelenkbeschwerden haben -, motiviert das Radeln mit elektrischer Unterstützung, sich überhaupt (wieder) zu bewegen. Mit einem e-Bike (bzw. Pedelec) gewinnen aber auch diejenigen wieder Freude an diesem Sport, die das Radfahren wegen schwerer Krankheiten schon aufgegeben hatten.
Die Forscher der Uni analysierten Umfragedaten aus deutschen Städten und fanden heraus, dass Radfahren unter anderem mit nachbarschaftlicher Solidarität verknüpft zu sein scheint. Gründe hierfür könnten sein, dass Radfahrer ihre Umgebung bewusster wahrnehmen, weil sie etwas langsamer unterwegs sind. Außerdem hören sie eher das Grüßen der Nachbarn und können auf dem Rad leichter mit anderen ins Gespräch kommen. Forscher mutmaßen, dass solche alltäglichen Begegnungen die eigene Nachbarschaft stärken.
Was ist ein E-Bike?
Als E-Bike werden umgangssprachlich alle Zweiräder betitelt, die durch einen Elektromotor unterstützt werden. Es gibt aber unterschiedliche Varianten von E-Bikes:
- Pedelec: Pedelecs sind Fahrräder mit elektrischer Unterstützung, bei denen der Motor nur dann aktiv ist, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Die Motorunterstützung erfolgt bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Sobald der Fahrer aufhört, zu treten oder schneller als 25 km/h fährt, schaltet sich der Motor ab. Pedelecs sind rechtlich dem Fahrrad gleichgestellt.
- S-Pedelec: Die schnellen Pedelecs funktionieren ähnlich wie die normalen Pedelecs. Ihre Motorunterstützung schaltet sich aber erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h ab. Sie gehören rechtlich zu den Kleinkrafträdern.
- E-Bike ohne Strampeln: Wer vorwärtskommen, sich dabei aber nicht anstrengen möchte, der kann auf ein E-Bike umsteigen. E-Bikes haben einen Elektroantrieb, der durch einen Drehgriff oder einen Schaltknopf angeschaltet wird. Der Fahrer muss dabei nicht selbst in die Pedale treten.
Studien belegen die gesundheitlichen Vorteile
Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover fanden in einer Studie heraus: Wer ein E-Bike fährt, ist körperlich aktiver, weil er Strecken zur Arbeit oder zum Einkaufen eher mit dem Fahrrad als mit dem Auto zurücklegt. Was für das Fahren mit einem herkömmlichen Rad gilt, kann auch für das Fahren mit einem E-Bike gelten. Für die Studie der Medizinischen Hochschule Hannover wurden rund 1.300 Fahrer von E-Bikes (genauer: Pedelecs) und rund 630 Fahrer mit herkömmlichen Rädern analysiert. Alle Teilnehmer wurden mit Fitnesstrackern ausgestattet, die über einen Zeitraum von vier Wochen die gefahrenen Strecken und die Herzfrequenz der Fahrer aufzeichneten. Von den E-Bike-Fahrern hatten rund ein Drittel Erkrankungen wie Asthma, Bluthochdruck oder Gelenkverschleiß. Einige hatten in der Vergangenheit schon einen Herzinfarkt.
Die Auswertung der fast 60.000 Fahrten zeigten: E-Bike-Fahrer waren 135 Minuten pro Woche auf ihren motorisierten Bikes unterwegs. Allein dadurch konnten sie zwei Drittel des WHO-Bewegungsziels von 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche erreichen und damit ihrer Gesundheit Gutes tun. Weiterhin zeigte die Analyse der Fahrten: Das Herz-Kreislauf-System wurde nahezu genauso intensiv gefordert wie beim herkömmlichen Radfahren. Diese sportliche Betätigung wiederum hilft, das Herzinfarkt-, Krebs- und Diabetes-Risiko zu senken. Ein weiteres Ergebnis: Fahren mit dem E-Bike ist gut für Muskeln und Gelenke. Während beim Joggen ein Vielfaches des Körpergewichts auf den Fuß- und Kniegelenken lastet, schont E-Bike-Fahren die Gelenke. Für Menschen mit Gelenkproblemen wie Arthrose oder bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis kann das E-Bike also vorteilhaft sein. Das kontinuierliche Treten beim E-Bike-Fahren stärkt insbesondere die Beinmuskulatur. Auch Po und Arme, Rücken und Füße werden beansprucht.
Weitere gesundheitliche Aspekte
Körperlich aktiv zu sein ist gesund. Regelmäßiges Radfahren senkt das Risiko, vorzeitig zu versterben im Mittel um 10 Prozent. Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass schon eine Stunde Fahrradfahren pro Wochen über fünf Jahre ausreicht, um das Sterblichkeitsrisiko bei Diabetes zu senken. Studien legen zudem nahe, dass Radfahren mit weniger Stress, einer besseren Stimmung und einer höheren Lebenszufriedenheit verbunden sein kann. Wer statt Bus, Bahn oder Auto das Rad nimmt, um zur Arbeit zu fahren, kann wissenschaftlichen Ergebnissen zufolge mehr Spaß am täglichen Arbeitsweg empfinden, weil besonders auf der Rückfahrt nach der Arbeit durch das Fahrradfahren vermehrt Stresshormone abgebaut werden.
Eine weitere Studie zeigte, dass E-Bike-Fahren wichtige Gehirnfunktionen verbessern kann. Teilnehmende, die dreimal pro Woche 30 Minuten Fahrrad fuhren, schnitten bereits nach acht Wochen bei kognitiven Tests besser ab als Kontrollpersonen, die nicht Rad fuhren.
Ein E-Bike kann auch Menschen, die chronisch krank sind oder an Übergewicht leiden, ein Gefühl von mehr Freiheit geben. Sie können körperlich aktiv sein, ohne Angst haben zu müssen, der körperlichen Belastung nicht gewachsen zu sein. Auch die Studie der Medizinischen Hochschule Hannover hat dies gezeigt: Die zum Teil vorerkrankten Teilnehmer hätten sich Touren auf herkömmlichen Rädern nicht zugetraut - auf E-Bikes allerdings schon, so die Wissenschaftler. Wer vorerkrankt ist, sollte sich vor dem Fahren mit dem E-Bike am besten ärztlicher Rat holen.
Menschen, die sich Insulin spritzen, weil sie an Diabetes Typ 2 leiden und plötzlich eine längere Strecke fahren, sollten dabei ihren Blutzucker im Auge behalten. Menschen mit Bluthochdruck oder Herzschwäche sollten vor allem am Anfang die Anstrengung gut dosieren, um Herz und Kreislauf nicht zu überlasten.
Unfallrisiko und Sicherheitshinweise
Insgesamt ist die Zahl der E-Bike-Unfälle in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Jahr 2023 meldete die Polizei rund 23.900 Unfälle mit Personenschaden im Zusammenhang mit E-Bikes. Das waren etwa elfmal so viele wie 2014 - was natürlich auch mit der wachsenden Beliebtheit dieser Fahrzeugklasse zusammenhängt.
Wer vom E-Bike-Fahren profitieren möchte, sollte Folgendes beachten: Zwar wird bei den Pedelecs der Motor ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h abgeschaltet, dennoch müssen die Fahrer erst einmal mit diesem Tempo zurechtkommen: Viele Menschen, gerade in höherem Lebensalter, würden auf Rädern ohne Unterstützung das Tempo des E-Bikes schwer erreichen. Wer nicht daran gewöhnt ist, könnte die Gefahren unterschätzen - insbesondere bei der Nutzung in der Stadt. Die höheren Geschwindigkeiten erfordern eine schnelle Reaktionsfähigkeit, ein gutes Gleichgewicht und Sicherheit beim Ausweichen von Hindernissen. Diese Fähigkeiten sollten E-Bike-Neulinge am besten üben.
E-Bikes sind außerdem um einiges schwerer als ein normales Rad. Das verlängert nicht nur den Bremsweg. Sicheres Fahren, die richtigen Einstellungen - wie etwa die Sattelhöhe des Rads - und die grundsätzliche Handhabung des E-Bikes können in speziellen Kursen bei Polizei oder Verkehrswacht geübt werden. Ein angeleitetes Training ermöglicht auch realistische Fremd- und ehrliche Selbsteinschätzungen der körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Bevor es also in den Straßenverkehr geht, sollten E-Bike-Anfänger am besten auf einem Parcours das E-Bike besser kennenlernen und das Fahren üben. Fahrer sollten außerdem auf jeden Fall einen Helm tragen. Er verhindert unter anderem Kiefer- und Gesichtsverletzungen, die häufig eine Folge von Unfällen mit dem Fahrrad sind.
E-Bikes sind nicht nur etwas für Senioren
E-Bikes sind nicht nur etwas für Senioren: Auch jüngere Menschen setzen immer mehr auf das Rad mit Motorunterstützung. Das geht aus einer Umfrage eines Energieunternehmens hervor. Demnach besaßen 2024 fast 18 Prozent der 18- bis 29-Jährigen ein E-Bike.
Vorteile eines E-Bikes im Alltag
Viele sind der Meinung, dass e-Bike fahren nichts mehr mit dem herkömmlichen Strampeln zu tun habe, denn der Motor übernehme ja die ganze Arbeit. Falsch! Oder wenigstens meistens falsch: In der Regel sprechen wir von e-Bikes, wenn wir motorbetriebene Fahrräder meinen. E-Bikes in der fachlichen Definition haben aber einen Motor, der das Rad selbstständig und ohne Zutun des Fahrers beschleunigt. Auf diese Art der Elektrofahrräder ist die obige Aussage - e-Bike fahren habe nichts mit Radfahren zu tun - zugegebenermaßen richtig. Allerdings sind etwa weniger als 1 % der Elektrofahrräder in Deutschland „echte e-Bikes“. Den restlichen Anteil teilen sich Pedelecs und S-Pedelecs.
Pedelecs treibt das Fahrrad nicht von alleine an, vielmehr unterstützt er die Tretbewegung des Fahrers - er multipliziert die menschliche Muskelkraft und ermöglicht so Strecken oder Geschwindigkeiten, die der Radfahrer ansonsten nicht bewältigen oder erreichen würde. In diesem Fall IST Pedelec fahren echtes Radfahren, denn ohne strampeln bewegt sich nichts. Du entscheidest mit der Wahl der Unterstützungsstufe selbst, wann du dich anstrengen möchtest und wie viel.
Mit der Motorunterstützung des e-Bikes/Pedelecs kannst du Steigungen bis zu 15 % ganz einfach meistern und auch der verhasste Gegenwind, der so manchen Fahrradfahrer schon in die Verzweiflung getrieben hat, macht dir mit einem e-Bike-Antrieb nichts mehr aus. So kannst du dir nicht nur längere, sondern auch anspruchsvollere Strecken zutrauen, als es bisher mit einem herkömmlichen Fahrrad der Fall war! Du wirst schnell feststellen, dass sich dein Radfahr-Radius erheblich erweitert, sich deine Reichweite verdoppelt und du mehr Muße hast dich der Umgebung zu widmen.
Wie jedes herkömmliche Fahrrad kann ein e-Bike mit Gepäck und Anhängern ausgestattet werden. Die Grenzen verschieben sich bei einem Pedelec/e-Bike sogar noch nach oben, da dir der Transport durch die Motorunterstützung noch leichter fällt! Viele Hersteller haben sogar extra Cargo e-Bikes auf den Markt gebracht, mit denen Lasten bis zu 200 Kilo Gesamtgewicht transportiert werden können: Ob du deine Kinder chauffierst oder den Wocheneinkauf erledigst, ob mit einem Cargo e-Bike oder mit Satteltaschen - die Power des Motors entlastet dich!
Tabelle: Vergleich der Kosten E-Bike vs. Auto (Beispielrechnung)
| Kostenfaktor | E-Bike | Auto (VW Polo, Bj. 2000) |
|---|---|---|
| Anschaffungspreis | 2.500 Euro | 2.500 Euro |
| Strom/Benzin (pro Jahr, ca. 9.125 km) | ca. 15 Euro | ca. 800 Euro (bei 6,5l/100km und 1,35 Euro/Liter) |
| Wartungskosten (pro Jahr) | ca. 150 Euro | deutlich höher |
| Versicherung (pro Jahr) | günstiger | teurer |
Regelmäßiges e-Bike fahren bringt viele gesundheitliche Vorteile mit sich: Du kannst dauerhaft dein Gewicht reduzieren, du stärkst deinen Herzmuskel, es bringt dein Herz-Kreislauf-System in Schwung und das Risiko eines Herz- oder Schlaganfalls sinkt. Der Nutzen für die Umwelt ist unumstritten, wenn du statt des Autos regelmäßig auf ein e-Bike umsteigst.
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