Auf etwa 100 Kilometern Länge verläuft der Emscherweg von der Quelle bis zur Mündung der Emscher. Von der Quelle bis zur Mündung der Emscher in Dinslaken wird die Strecke vom Emscherweg von 100 km in vier Etappen zwischen 20 und 30 Kilometern zerlegt.
Er macht dabei den Wandel von einer offenen Abwasser-Kloake zum lebendigen Fluss erlebbar und verbindet durch den Emscherkunstweg dabei geschickt Natur und Landschaft mit spannenden Kunstwerken am Wegesrand. Es ist spannend, den Wandel des Flusses von europas größter Kloake zu einem lebendigen Gewässer auf dem Emscherweg zu verfolgen.
Die Geschichte der Emscher
Durch die rasche Industrialisierung und die zahlreichen Kohlezechen stieg der Bedarf an Wasser im Ruhrgebiet zum Ende des 19. Jahrhunderts enorm an. Sauberes Trinkwasser wurde aus den beiden großen Flüssen Ruhr im Süden und Lippe im Norden gewonnen.
Das daraus resultierende Abwasser wurde in die Emscher geleitet, was auf den ersten Blick ein gutes System zu sein scheint, um die Hauptflüsse sauber zu halten. Fortan verlief ein offener Schmutzwasserkanal quer durchs Ruhrgebiet. Zur Verhinderung von Hochwasser und für die rasche Ableitung der Fäkalien musste der Fluss eingedeicht werden.
Dies lag auch an Bodensenkungen durch den Bergbau. So erhielt das Flussbett eine Betonsohle und hohe Deiche. Schnurgerade durchschnitt der Fluss die Landschaft, stank zum Himmel und war eine ökologische Katastrophe - die Emscher war der dreckigste Fluss Deutschlands, praktisch unbewohnt von Tieren und ein Sinnbild für das heruntergekommene Ruhrgebiet.
Im neuen Jahrtausend haben sich die Bedingungen verändert. Durch die Aufgabe der letzten Zechen sind die Bergsenkungen abgeklungen, sodass ein unterirdischer Abwasserkanal entlang der Emscher technisch möglich wurde. Im sogenannten Emscherumbau soll der Fluss zunächst von Abwasser befreit und anschließend im Flussbett ökologisch verbessert werden.
Dies erfolgt schrittweise logischerweise flussabwärts von der Quelle bis zur Mündung. Seit Anfang 2022 ist die Emscher nun vollständig abwasserfrei. Nachdem der Kohlebergbau im Ruhrgebiet eingestellt wurde, hatten die Bergsenkungen absehbar ein Ende.
Um die Emscher abwasserfrei zu machen, wurde unterirdisch parallel zum Fluss der Abwasserkanal Emscher (AKE) gebaut. Auf 51 Kilometern Länge nimmt er die Abwässer von ca. 2,26 Millionen Einwohnern sowie große Abwassermengen von Industrie und Gewerbe auf. In der Kläranlage Bottrop und dem Klärwerk Emscher-Mündung werden die Abwasser gereinigt, bevor sie zurück in die Emscher geleitet werden.
Wegbeschaffenheit und Beschilderung
Der Emscherweg ist im befahrenen Abschnitt durchgängig mit dem gut lesbaren Piktogramm gekennzeichnet. Es ist meist an den Wegweisern des Radverkehrsnetzes NRW angebracht, zusätzlich markieren blau-weiße Poller an Straßenkreuzungen mit „Emscher“-Schriftzug und entsprechende Hinweisschilder die Route.
An einigen Stellen ist den weiß-roten Schildern mit Fahrrad-Symbol des Radverkehrsnetzes zu folgen, ohne dass ein weiterer Hinweis auf den Emscherweg folgt. Der Emscherweg nutzt größtenteils eigene Wege oder ruhige Nebenstraßen. Die Wege sind asphaltiert oder wassergebunden. Gefährliche Kreuzungen sind mit Ampeln zu überwinden.
Es sind nur minimale Steigungen zu überwinden.
Etappe Holzwickede - Dortmund
Die erste Etappe vom Emscherweg führt vom Emscherquellhof bei Holzwickede bis nach Dortmund. Auf dem gewählten Streckenabschnitt Holzwickede-Dortmund wird der Emscherweg in einiger Entfernung von einer Bahnlinie begleitet.
Diese gibt zum Einen die Möglichkeit, den Startpunkt gut mit dem Nahverkehr zu erreichen und zum Anderen am Ende, bei einem unvorhergesehenen Wetterumschwung oder einer Panne ohne weite Wege mit der Bahn zum Ausgangspunkt bzw. nach Hause zurückzukehren.
Bahnhöfe oder Haltepunkte mit Anschluss an die RB 59 zwischen Dortmund Hbf. und Soest sind in diesem Bereich Holzwickede, Sölde, Aplerbeck, Hörde, Signal-Iduna-Park (Westfalenhallen) und der Hauptbahnhof. Am Ende der beschriebenen Etappe liegt außerdem der S-Bahnhof Dorstfeld. Von dem aus ist der Hauptbahnhof über die S1 erreichbar.
Beachten Sie dabei bitte, dass die Kapazität von Fahrrädern im Zug insbesondere in den Stoßzeiten eingeschränkt sein kann und in jedem Falle Kinderwagen oder Rollatoren in den Mehrzweckbereichen des Zuges bevorzugt befördert werden. Am Wochenende besteht außerdem derzeit nur ein Stundentakt, der zumindest Richtung Ende der Tour beachtet werden sollte.
Anreise zum Emscherquellhof
- Anreise mit dem Auto: Auf der B1 als Verlängerung der A44 aus Richtung Kassel bzw. Kreuz Dortmund/Unna mit der A1 oder der A40 aus Richtung Dortmund bis Holzwickede. Aus Richtung Unna links, aus Richtung Dortmund rechts abbiegen auf die Nordstraße. Hinter dem Tunnel rechts abbiegen auf die Hauptstraße. Nach 600 m hinter dem Supermarkt rechts in die Sölder Straße. Der Beschilderung zum Emscherquellhof folgen. Alternativ auf der Sölder Straße in der Steinstraße am Rand parken und das letzte Stück in südlicher Richtung zu Fuß zum Ausgangspunkt.
- Anreise mit Bus und Bahn: Von Dortmund Hbf., Unna, Hamm oder Hagen Hbf. mit den Zügen der Linien RE 7, 13 oder RB 59 bis Holzwickede.
Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke
Der allererste Abstecher liegt noch vor dem Beginn der eigentlichen Radtour auf dem Emscherweg. Der Emscherquellhof ist nämlich nicht der echte Ort der Emscherquelle.
Wer mit dem Fahrrad den kompletten Verlauf von der Quelle bis zur Mündung bewältigen möchte, muss daher vom offiziellen Ausgangspunkt vom Emscherweg noch etwas weiter bergauf zur Landskroner Straße und in den Hixterwald fahren, einem bergbaulich historischen Gebiet mit noch heute sichtbaren Spuren des frühen Bergbaus.
Hier entdeckt man fünf Quellarme, aus deren Quellen je nach Jahreszeit mehr oder weniger Wasser läuft. Wir beginnen nun unsere richtige Tour, die uns auf vier Etappen bis zum Rhein führen wird.
Der Ausgangspunkt am Emscherquellhof liegt etwas außerhalb von der Gemeindemitte von Holzwickede umgeben von Feldern. Der Hof ist ein Ensemble aus schönen Fachwerkhäusern. In seiner Mitte liegt der Quellteich, der von einem hölzernen Steg aus betrachtet werden kann. Heute wird der ehemalige Lünschermanns Hof für Veranstaltungen oder Seminare genutzt.
Am Emscherquellhof ist es bei Öffnung des Cafés möglich, in kürzester Zeit die Emscher zu begehen, denn der Flusslauf ist im Garten in Form eines etwa 170 Meter langen Weges zwischen hohen Gräsern nachgebildet. An Randsteinen findet man dazu auch die passenden Ortsnamen zur Orientierung.
Vom Emscherquellhof geht es rechts bergab. Ein Blick links über die Felder reicht nach Dortmund, wo die Silhouette von Phoenix-West und der Florianturm zu sehen ist. Beide werden wir heute noch näher anschauen können. Nach wenigen Metern verbirgt sich links hinter Büschen ein Dreibaum auf einem alten Wetterschacht der Zeche Margarethe.
Er ist ein einfaches Fördergerüst aus drei langen Pfosten, mit dem schwere, mit Kohle gefüllte Eimer an die Oberfläche gezogen werden können. Kurz hinter dem Dreibaum geht es rechts durch die Felder, links ein Stück auf die Hauptstraße, die nächste rechts in die Opherdicker Straße und dann links in den Emscherpark.
An der Kirche beginnt der Historische Bergbau-Rundweg Holzwickede, der viele Stationen des frühen Bergbaus in Holzwickede erschließt. Rechterhand liegt das Gelände der ehemaligen Zeche Caroline. Am Ende biegen wir in die Rausinger Straße links ab und fahren auf ihrem Verlauf bis zum Ende. Das Piktogramm vom Emscherweg führt nach links in das Gewerbegebiet. Es geht vorbei an der ehemaligen Zeche Freiberg, auf dessen Gelände heute Fabrikhallen stehen. Eine Tafel erinnert an die zweite Zeche in Holzwickede.
In einer Rechtskurve zweigt, womöglich etwas versteckt, der Emscherweg von der Schäferkampstraße rechts ab. Endlich hat man die turbulente Siedlung und das laute Gewerbegebiet verlassen. Dafür vernimmt man links nun das leise Gurgeln des Flusses, der früher bereits an dieser Stelle kanalisiert und begradigt war. Die Emscher fließt heute als noch kleiner Bach inmitten eines Waldes, der das Gewässer abschattet. Wir folgen der Nathmerichstraße geradeaus bis zur Sölder Straße und lassen den Bahnhof links liegen. Der Weg führt mit leichtem Versatz geradeaus weiter.
In der Nähe des Bahnhofs förderte die Zeche Margarethe, deren Luftschacht wir am Emscherquellhof bereits gesehen haben, Kohle. Zwei große Bergehalden erhoben sich aus dem Ortsbild von Hörde, eine direkt am Zechengelände, und eine hier direkt an der Emscher. Diese ist etwa 4 ha groß, wurde deutlich abgetragen und hat heute nur noch Ansätze von Böschungen, die größten eben auf dieser Seite der Emscher. Es ist eine bewaldete Fläche und in der Mitte befindet sich ein Hundedressurplatz. Die zweite Halde ist ebenfalls abgetragen.
Auf ihrer Stelle befinden sich heute zwei Supermärkte samt Parkplatz. Nach einer kurzen sonnigen Etappe durch Felder erreichen wir auf dem Emscherweg Aplerbeck. Nun folgt ein Vorort nach dem nächsten. Rechts liegt ein Regenrückhaltebecken mit einem Stauwehr, das im Bedarfsfalle übermäßig große Wassermassen der Emscher nach besonders starken Regenfällen zurückhält. Wir bleiben in einem grünen Korridor inmitten der Wohngebiete von Aplerbeck, müssen aber einige Straßen überqueren. Der Radweg endet auf dem Schulhof der Emscherschule. Bei Schulbetrieb unter der Woche fordert ein Schild auf, abzusteigen und das Fahrrad zu schieben. Schließlich gelangen wir zum Aplerbecker Markt vor dem alten Amtshaus. Hier am Markt befinden sich Supermarkt, Drogerie und eine Bäckerei für die, die Bedarf an Reiseproviant, Sonnenschutzmittel oder Getränken haben.
Vom Aplerbecker Markt aus sind es ca. 1,7 km Weg bis zu einer kleinen Parkanlage mit einem kleien Gebilde. Der Kokon zeigt beim genaueren Hinsehen zwei zusammenhängende und aufrecht stehende Umrisse des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. An dieser Stelle soll sich der Mittelpunkt von NRW befinden.
Über die Bestimmung von Mittelpunkten geographischer Gebiete kann man zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten finden, denn dafür gibt es unterschiedliche Ansätze (Schwerpunkt, Umkreis- oder Innenkreis-Mittelpunkt, Rechteck-Mittelpunkt, Schnittpunkt-Ermittlung (Nord-, Süd-, Ost- und Westpunkt) u.a.). Ein richtiges Verfahren gibt es nicht, weshalb man es mit diesem Mittelpunkt nicht ganz ernstnehmen sollte.
Anreise zum Mittelpunkt von NRW
- Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike vom Emscherweg: Auf der Wittbräucker Straße nach Süden bis zur Eisenbahnbrücke. Links hoch in die Kleine Schwerter Straße. An der Kreuzung geradeaus, dann links in den Colonatenweg. Rechts auf die Gurlittstraße bis zum Ziel auf der linken Seite (Steigung ca. 60 Meter, einfache Fahrt ca. 1,8 km).
- Anreise mit dem Auto: Das Befahren des Wohngebiets um die Gurlittstraße mit Autos ist offiziell nur für Anlieger gestattet. Zieleingabe für Navigation: Gurlittstraße, Höhe Nr.
Direkt vor uns liegt Haus Rodenberg, der Überrest eines alten Emscherschlosses. Die Existenz von Wasserschlössern im so dominant industriell geprägten Raum Dortmund erstaunt Besuchende immer wieder. Die bekanntesten sind vermutlich Schloss Bodelschwingh, Schloss Strünkede, Schloss Oberhausen oder die Burg Vondern.
Auf unserem Weg liegt später auch noch die Burg Hörde am Phoenixsee und der Rest von Schloss Brünninghausen im Rombergpark. Erstmalige Erwähnungen einer Burg als Rittersitz derer von Rodenberg finden sich bereits im 13. Jahrhundert, also viele Jahrhunderte vor dem doppelten Wandel der Emscher erst zur Cloaka Maxima und später wieder zum wieder naturnahen Flüsschen. Heute existiert nur noch die Vorburg.
Im Jahre 1985 wurde das Haus Rodenberg von der Stadt Dortmund gekauft. Nahezu komplett umgeben durch Gräfte, also einem für ein Wasserschloss durchaus üblichen Wassergraben, stellt sich das Haus Rodenberg mit der erhaltenen Vorburg als zweigeschossiges Hauptgebäude mit zwei Seitenflügeln dar. Besonders markant ist der etwas schiefstehende Treppenturm mit der glockenförmigen Haube als Dach.
Anreise zum Haus Rodenberg
- Anreise mit dem Auto: Auf der B1 als Verlängerung der A44 aus Kassel bzw. der A40 aus Duisburg bis zur Ausfahrt Dortmund-Sölde. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Unna rechts auf die Köln-Berliner Straße abbiegen. Nach ca. 2 km rechts auf die Marsbruchstraße. Direkt hinter der Kreuzung links auf den P&R-Parkplatz fahren und hier parken.
Ein Blick nach rechts führt zu einem Haus im Stile von Friedensreich Hundertwasser. An der Rodenbergstraße halten wir uns links, überqueren diese und fahren dann rechts vor dem Einkaufszentrum Rodenbergcenter in den unscheinbaren Weg. Hinter der Weide stoßen wir auf ein Viadukt, die Feldchenbahnbrücke. Es ist der einzige Überrest der alten 1,5 km langen Güterbahnstrecke zur Zeche Schürbank & Charlottenburg.
Auf ihr verläuft heute ebenfalls ein Radweg. Die Brücke überquert die Emscher und unseren Emscherweg. Hinter der Brücke liegt mit einem kurzen Abstecher nach rechts ein Werk des Emscherkunstweges. 2023 wurden die Pool Lines von Sofía Táboas eröffnet. Dreieckig angeordnete niedrige Mauern sind mit Mosaikfliesen belegt, die an ein Schwimmbad erinnern. Unmittelbar nach den Pool Lines umrunden wir das Rückhaltebecken Nagelpötchen.
Es ist eingezäunt, aber mehrere Aussichtspunkte mit einer Bank bieten die Möglichkeit, das begrünte Becken zu überblicken. Auch hier steht am Ende ein Wehr, das den Durchfluss bei Bedarf einschränkt. Hinter dem Wehr müssen wir ein Stück durch die Siedlung von Alt-Schüren fahren. Man erblickt das ein oder andere historische Fachwerkhaus.
Auf der rechten Seite erblicken wir mit Public Hybrid von David Jablonowski ein weiteres Werk des Emscherkunstweges, das 2021 eröffnet wurde. Noch vor einigen Jahren verschwand die Emscher nicht weit von hier in einem Rohr und unterquerte ein gigantisches Industriegelände. Vor uns befand sich die Hermannshütte, ein Hüttenwerk riesigen Ausmaßes.
Im Jahr 2001 wurde das Werk stillgelegt und abgerissen. Nach langen Bauarbeiten und Gelände-Modellierungen entstand der Phoenixsee auf dem alten Werksgelände. Ringsherum wurden neue Wohnhäuser gebaut, ein Rad- und Fußweg läuft einmal um den ganzen See. Die Promenade mit Restaurants und Eiscafés hat aus dem alten Arbeitervorort ein beliebtes Ausflugsziel mit Möglichkeiten der sportlichen Betätigung gemacht. Unsere Tour verläuft auf dem Rad- und Inlinerweg am Nordufer des Phoenixsees entlang.
Links von uns fließt die Emscher getrennt vom See. Wir halten uns rechts und fahren auf der alten Eliasbahntrasse ohne weiteren Straßenverkehr um das Ortszentrum von Hörde herum. Damit wird der Emscherweg für eine kurze Strecke zum Bahntrassenweg. Am Horizont ist die Silhouette von Phoenix-West bereits zu erkennen.
Wer zum Hörder Bahnhof fahren möchte, fährt an einer der nächsten Brücken rechts ab und hält sich links Richtung Bahnhof. Rechts führt die Promenade hoch über der Emscher vorbei. An der nächsten Brücke besteht die Möglichkeit, zum Viadukt der Schlackenbahn zwischen den zwei Schlackenhalden zu fahren (am besten über die Rampe hinter der Brücke). Von dort aus kann man auch auf die beiden Halden Hympendahl und Schallacker steigen, die einen ganz guten Aussichtspunkt bieten. Auf der anderen Seite liegt das ehemalige Hochofenwerk Phoenix-West.
Die Emscher-Ruhr-Tour
Rund um die kleine Gemeinde Holzwickede im östlichen Ruhrgebiet verläuft die Rad-Rundtour Emscher-Ruhr-Tour. Sie verbindet das Quellgebiet der Emscher mit dem mittleren Ruhrtal. Die Tour hat derzeit eine Länge von ca. 21 Kilometern. Dabei überwindet sie mit dem Haarstrang einen Gebirgszug zwischen den beiden Flüssen.
Die Emscher-Ruhr-Tour verläuft überwiegend auf sehr ruhigen Wegen, auf straßenbegleitenden Radwegen oder auf vergleichsweise ruhigen Ortsstraßen. Das Gelände rund um die Tour ist hügelig. Die Tour überquert zweimal den Haarstrang, der seine höchsten Höhen bei Hengsen und Opherdicke hat. Nach Norden zur Gemeindemitte und nach Süden zum Ruhrtal sind zum Teil langgezogene Steigungen zu überwinden. Die Tour ist durchgehend über das Radverkehrsnetz NRW beschildert.
Startpunkte und Anreise
Der Beginn der Radtour auf der Emscher-Ruhr-Tour kann grundsätzlich von jedem Startpunkt sowie in beide Richtungen erfolgen. Empfehlenswert ist die Anreise mit der Bahn zum Bahnhof Holzwickede. Parkmöglichkeiten gibt es im Umfeld vom Emscherquellhof, vom Haus Opherdicke sowie in den Wohnstraßen, die in Opherdicke, Hengsten, Holzwickede, Hennen und Rheinen durchquert werden.
Sehenswürdigkeiten entlang der Emscher-Ruhr-Tour
Vom Markt vor dem Rathaus durchqueren wir den langgestreckten Emscherpark. Er schlängelt sich entlang der jungen Emscher, die viele Kilometer weiter nach Durchquerung des Ruhrgebiets in den Rhein fließen wird.
Der Emscherpark hat Sport- und Spielanlagen und dient vor allem als grüner Park der Naherholung. Wir folgen dem Bächlein bergauf, verlassen den Park an der Opherdicker Straße nach rechts und biegen an der Hauptstraße links ab. Ein Wirtschaftsweg führt und rechts durch die Felder. Es ist ein schönes Fachwerkgebäude, das am Quellteich steht. Hier kann man an bestimmten Tagen einkehren und es werden Seminare oder andere Veranstaltungen angeboten. Zugleich ist der Emscherquellhof der Ausgangspunkt des Emscherwegs.
Zugleich ist der Emscherquellhof der Ausgangspunkt des Emscherwegs. In der Wiesen- und Buschlandschaft entdeckt man mit den beiden Bienenhäusern, offiziell „The Insect Societies“, auch Skulpturen des Emscherkunstweges. Ein unscheinbarer, kurvenreicher Weg durch hohe Gräser-Flächen, der Menschen geradezu verschlucken mag, ermöglicht ein Abmarschieren des Emscher-Flusses in wenigen Minuten. Der Weg bildet nämlich, aus der Luft gesehen, den Verlauf der Emscher zwischen Holzwickede und seiner Mündung in Voerde in den Rhein nach.
Unsere Emscher-Ruhr-Tour führt gegenüber der Zufahrt vom Hof leicht bergauf zur Landskrone. Auf dem straßenbegleitenden Radweg halten wir uns links und fahren bergauf. Rechterhand liegt der Hixterwald, in dem sich der wirkliche Quellbereich der Emscher mit mehreren kleinen Quellen befindet.
Wer möchte, kann einen kleinen Abstecher in das Gebiet machen, das auch vom Bergbau geprägt ist. Wir folgen dem Weg weiter und biegen links ab. Eine Brücke führt über die Autobahn A1. Nun geht es auf lange Strecke bergab ins Ruhrtal. Das zeigt sich bald in voller Schönheit vor uns. Weit reicht der Blick nach Süden ins Sauerland. Es ist kaum zu glauben, dass wir uns wirklich im Ruhrgebiet befinden.
Der Emscherkunstweg
Der Emscherkunstweg ist eine ständige Sammlung von Kunst im öffentlichen Raum. Die Emscher-Auen sind nicht nur ein Naherholungsgebiet, sondern auch eine Hochwasserschutzeinrichtung. Bei Starkregenereignissen wird die Emscher über ein Drosselbauwerk zurückgestaut, um die flussabwärts liegenden Städte vor Hochwasser zu schützen.
Bei den Starkregenfällen im Juli 2021, die das Ahrtal überflutet haben, hat das Wehr seinen Härtetest bestanden: Die komplette Auenfläche war bis zu den Deichkronen überflutet, es lief jedoch nichts über. Das Drosselbauwerk dient dem Hochwasserschutz.
IGA 2027: Zukunftsgarten Emscherland
Als nächstes Etappenziel freuen wir uns auf das Wasserkreuz Castrop-Rauxel, wo die Emscher unter dem Rhein-Herne-Kanal hindurchfließt. Bis 2023 soll der Zukunftsgarten Emscherland (Castrop-Rauxel/Recklinghausen) entstehen, ein Natur- und Wasser-Erlebnispark mit aussichtsreichen Emscher-Terrassen, einem Gewässer-Lernort, Wasserspielplatz, Streuobstwiesen, Imkerei, bunten Gärten, ja sogar einem Weinberg.
Ein weiteres Highlight wird der „Sprung über die Emscher“: Eine 412 Meter lange Zügelgurtbrücke soll am Wasserkreuz in doppelter S-Form über die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal führen. Die Internationale Gartenausstellung (IGA), im Rahmen der u.a. der „Zukunftsgarten Emscherland“ realisiert wird, findet im Jahr 2027 im Revier statt.
Zum Glück erreichen wir am Ende des Baustellenareals unser nächstes Etappenziel, den Walkway and Tower, ein weiteres Exponat der EMSCHERKUNST. Türme wollen bestiegen werden! Der mit Holz verkleidete Turm liegt auf einer Anhöhe, die wir über einen im Zickzack verlaufenden Holzsteg besteigen.
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