Viele Fitness-Enthusiasten stehen vor der Frage: Welches Indoor-Cycling-Gerät ist das richtige? Um die richtige Entscheidung zu treffen, ist es wichtig, die grundlegenden Unterschiede zwischen Ergometer, Indoor-Bike und Spinning-Bike zu verstehen. In diesem Artikel werfen wir einen genauen Blick auf diese drei Varianten und vergleichen ihre Trainingsmöglichkeiten, Widerstandssysteme und digitalen Features.
Was sind die Unterschiede?
Tatsächlich verbindet sie lediglich das Grundprinzip: Alle drei ermöglichen es, in den eigenen vier Wänden (oder denen des Fitnessstudios) in die Pedale zu treten. Doch es gibt wesentliche Unterschiede.
- Ergometer: Hier wird der Widerstand elektronisch geregelt.
- Indoor-Bike: Hier wird der Widerstand mechanisch geregelt.
Dadurch ähnelt das Indoor-Bike mehr dem Radfahren - mit dem Unterschied, dass es keinen Leerlauf hat. Beim Indoor-Cycling trainieren Sie Ihr Herz-Kreislauf-System frei von Stoßbelastungen. Moderne Indoor-Bikes bieten ein sehr authentisches Fahrgefühl.
Ergometer im Detail
Ergometer sind wohl die vielseitigsten Geräte. Sie bieten per Definition eine Wattanzeige, das heißt das Display zeigt an, welche Leistung momentan erbracht wird. Möglich wird das durch ein elektronisches Widerstandssystem, das sich auch automatisch anpassen lässt. So lässt sich bei vielen Geräten z. B. eine Wattvorgabe machen und abhängig von der Trittgeschwindigkeit passt das System den Widerstand an.
Durch die automatische Anpassung des Widerstands sind auch viele weitere Funktionen bei Ergometern möglich. Dazu gehört die Anpassung des Widerstands an die Herzfrequenz oder vorprogrammierte Änderungen des Widerstands (Trainingsprogramme). Das Training auf Ergometern ist sicherlich das komfortabelste Ausdauertraining zu Hause. Man trainiert gelenkschonend und (eher aufrecht) sitzend, kann nebenbei fernsehen und wenn man es langsam angehen lässt, sogar lesen. Noch bequemer sind lediglich Recumbent Bikes, diese verfügen nämlich über einen richtigen Sitz inkl. Rückenlehne. Damit ist das Training wirklich entspannt.
Einschränkungen haben Ergometer bei der Maximal-Leistung. Die hört meist zwischen 300 und 400 Watt auf - einige Ausnahmen wie die Ergometer von LeMond bieten sogar über 1000 Watt.
Vorteile eines Ergometers:
- Der maximale Tretwiderstand ist deutlich höher als bei einem Heimtrainer.
- Dank der wattgesteuerten Trainingsmöglichkeit lässt sich ein viel genaueres Herz-Kreislauftraining durchführen.
Indoor Cycle im Detail
Anders als beim Ergometer wird der Widerstand beim Indoor Cycle meist mechanisch erzeugt. Das heißt, ein Bremsklotz wirkt auf die Schwungscheibe, der Widerstand lässt sich manuell einstellen. Beim Indoor Cycle ist daher keine Messung der Leistung (Watt) möglich. Außerdem haben Indoor Cycle keinen Freilauf. Das heißt: Solange sich das Schwungrad dreht, drehen sich auch die Pedale. Natürlich kann man das Schwungrad jederzeit stoppen.
Das Training auf dem Indoor Cycle ist dem auf dem echten Fahrrad nachempfunden. Ich glaube, es gibt kaum ein Fitnessgerät, bei dem sich die Sitz- und die Lenkerposition so individuell und genau einstellen lässt. Daneben bieten Indoor Cycle die beste Stabilität, d. h. sie sind am massivsten und wackeln am wenigsten. Damit sind sie ideal für jeden, der sich beim Training wirklich auspowern möchte.
Spinning-Bike im Detail
Spinning (auf einem Spinbike oder Spinning-Bike) ist übrigens ein geschützter Marken-Begriff für das, was als hier als Indoorcycling (Indoorcycle) beschrieben wurde. Mit seiner schweren Schwungscheibe, die das Radfahren auf dem Indoor-Bike zum echten Krafttraining macht, ist Spinning ein Power-Work-out, das deine Muskeln herausfordert. Was die Trainingsintensität und das Feeling betrifft, kann hier keine andere Indoor-Variante mithalten.
Die Intensität lässt sich über einen Drehknopf oder Tasten regeln, die den Widerstand am Rad festlegen. Es stehen immer wieder harte Intervalle auf dem Programm, einen Leerlauf gibt es nicht. Ehrgeizige Sportler können das Power-Training auf dem Indoor-Bike aber auch zuhause durchziehen, wobei dann meist von „Indoor Cycling“ die Rede ist.
Unterschiede zwischen Spinning und Indoor-Cycling:
Die Unterschiede zwischen den beiden Sportarten sind sehr gering. Manchmal werden die Begriffe auch synonym verwendet. In beiden Fällen handelt es sich um ein Fahrradtraining in geschlossenen Räumen. In der Regel bezeichnet Spinning eine Form des Gruppentrainings zu meist schneller Musik und mit Unterstützung eines Trainers oder einer Trainerin. Mit Indoor-Cycling ist dagegen eher das spezifische Radtraining von Radsportlerinnen und -sportlern gemeint. Diese trainieren nicht zwangsläufig in einer Gruppe im Fitnessstudio oder Sportverein, sondern oftmals allein zu Hause.
Rollentrainer
Anders als der unfeine Name vermuten lässt, handelt es sich bei einer Rollenschlampe um Sportausrüstung. Warum? Weil er oder sie auf einem echten Fahrrad trainiert. Dazu wird das Rad in einen Ständer eingespannt und läuft auf einer Rolle. Und da kommt die Rollenschlampe ins Spiel. So nennen Radsportler nämlich ihr Zweitrad, das nur für die Rolle da ist. So kann das Erstrad nämlich geschont werden.
Was Rollentrainer außerdem auszeichnet, ist der hohe Widerstand - Rollentrainer bieten selbst Profi-Sportlern ausreichend Widerstandsleistung. Daneben bieten die besonders guten Modelle meist eine gute Trainingssoftware. Beim Branchenprimus Tacx gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, wirklich detailgetreu nachgebildete Strecken abzufahren. Der Widerstand wird dabei exakt an die Strecke angepasst.
Vor- und Nachteile
Spinning bietet im Vergleich zum Radfahren im Freien einige spezifische gesundheitliche Vorteile, wie z.B. ein kontrolliertes Umfeld, das das Risiko von Verletzungen durch Stürze oder Kollisionen minimiert. Es ist effektiv für die Steigerung der kardiovaskulären Ausdauer und kann durch die hochintensiven Intervalle zu einer schnellen Verbesserung der aeroben und anaeroben Fitness führen. Zudem ermöglicht das Indoor-Cycling ein Ganzjahrestraining, unabhängig von Wetterbedingungen, was besonders für die Aufrechterhaltung einer regelmäßigen Trainingsroutine vorteilhaft ist.
Allerdings gibt es auch Risiken, insbesondere bei übermäßigem oder falsch ausgeführtem Training, wie Muskelüberlastungen oder Gelenkprobleme, vor allem wenn die Bike-Einstellungen nicht korrekt sind.
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die wichtigsten Unterschiede:
| Merkmal | Ergometer | Indoor-Bike | Spinning-Bike | Rollentrainer |
|---|---|---|---|---|
| Widerstandsregelung | Elektronisch | Mechanisch | Mechanisch | Manuell |
| Wattmessung | Ja | Nein | Nein | Ja (je nach Modell) |
| Freilauf | Ja | Nein | Nein | Ja (je nach Modell) |
| Trainingsprogramme | Ja | Nein | Nein | Ja (je nach Modell) |
| Stabilität | Gut | Sehr gut | Sehr gut | Variabel |
| Anwendungsbereich | Ausdauer, Reha | Intensives Training | Intensives Training | Realitätsnahes Training |
Kaufberatung: Die besten Indoor-Bikes für zuhause
Wer gerne zu Hause trainiert bzw. nicht auf die Zeiten im Fitnessstudio angewiesen sein will, der kann mittlerweile aus einer großen Bandbreite aus Indoorbikes fürs Hometraining wählen. Wir haben hier ein paar Tipps für den Kauf zusammengestellt und stellen einige beliebte Bikes von bekannten Herstellern aus unterschiedlichen Preiskategorien vor.
Worauf sollte man generell beim Kauf achten?
- Eine stufenlose Anpassung von Sattel- und Lenkerhöhe ermöglicht eine individuell optimale Sitzposition.
- Je schwerer das Schwungrad, desto gleichmäßiger und geschmeidiger ist das Fahrgefühl.
- Ein hohes Maximalbelastungsgewicht bedeutet eine hohe Stabilität.
- Eine Magnetbremse ist leiser und wartungsärmer als eine Filzbremse.
- Je nach Nutzungsvorliebe gibt es mehr oder weniger smarte Bikes. Prüfen Sie Pulsmesser- und App-Kompatibilität, Bildschirmgröße bzw. Bildschirmhalterung.
- Pedale können mit SPD-Klicksystem, Fußschlaufen oder Dual-Sided (also mit verschiedenen Systemen oben und unten zum Wechseln) konstruiert sein.
Unsere Bike-Empfehlungen
- Bowflex VeloCore: Richtig in die Kurve legen - das geht mit diesem Indoor-Bike mit Neigetechnik: Während Sie auf dem 16-Zoll-Display angezeigte Strecken nachfahren, können Sie sich passend zur virtuellen Route mit dem Rad in die Kurve legen. Vorinstallierte Apps, Trainingsprogramm/Mitgliedschaft buchbar. Preis: ab 2.000 Euro.
- AsVIVA S8 Pro: Das Indoor-Bike AsVIVA S8 Pro hat ein sehr ruhig laufendes 25-Kilo-Schwungrad, das mit Filzbremse manuell gesteuert wird. Der Heimtrainer ist zudem stromunabhängig und hat eine App-Anbindung via Bluetooth. Preis: um 650 Euro.
- Technogym Skillbike: Das stationäre Fahrradergometer Skillbike von Technogym ist ein High-End-Gerät, das in Zusammenarbeit mit Radsport-Athleten entwickelt wurde. Virtuelle Strecken lassen sich mit Belastungssteuerung und Schaltung am Lenker nachfahren. Die persönliche Rad-Geometrie inklusive der Tretkurbellänge ist eins zu eins übertragbar. Indoor-Bike mit Bluetooth und Wi-Fi, zahlreiche Apps von Zwift bis Netflix sind vorinstalliert. Belastbar bis 160 Kilo belastbar. Preis: 6.660 Euro.
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