Gibt es beim Fahrradgepäckträger eigentlich viele Unterschiede? Ja, die gibt es, welche dies sind und worauf man bei einem Fahrrad Gepäckträger alles achten sollte, verrät der Fahrradgepäckträger Test, in dem wir uns verschiedene Modelle ansehen und auf die Unterschiede eingehen. Diese Dinge sind auch 2025 wichtig, wenn man sich einen neuen Fahrrad Gepäckträger kaufen möchte.
Der Fahrradgepäckträger bestimmt die Optik
Nicht jedes Fahrrad hat einen, fehlt er, sieht es direkt etwas sportlicher aus. Fahrradtypen wie Rennräder, Mountainbikes oder Fixies haben selten einen Gepäckträger. Dies liegt oft an der Funktion des Bikes. Ein Rennrad soll leicht sein und dient für sportliche schnelle Ausfahrten. Ein MTB soll ebenfalls leicht sein und wird auch im Sport- und Crossbereich eingesetzt. E-Bikes, Trekkingräder oder Cityräder würden ohne ihn merkwürdig aussehen. Der Gepäckträger ist jedoch nicht nur ein optisches Bauteil, er kann jede Menge leisten.
Bei der Auswahl des richtigen Gepäckträgers ist dazu auf die Radgröße zu achten. Passt der Fahrrad-Gepäckträger an ein 28 Zoll Fahrrad oder ist er evtl. für kleinere Modelle wie 24 Zoll Fahrräder gedacht? Immer mehr Fahrräder werden ohne Gepäckträger ausgeliefert. Wer ein Gravel- oder Mountainbike gelegentlich für den Wocheneinkauf oder eine mehrtägige Tour nutzen will, vermisst häufig einen Gepäckträger.
Befestigung vom Fahrradgepäckträger
Es gibt verschiedene Arten der Befestigung, die klassische ist die Verschraubung am Hinterbau vom Fahrradrahmen. Hier werden in der Regel mindestens vier Schrauben genutzt. Unten am Treffpunkt der Ketten- und Sitzstreben und am oberen Ende, einer Verstrebung zwischen den Sitzstreben. Diese 4-Fach Verschraubung gibt dem Gepäckträger die nötige Stabilität am Rahmen.
In der Mitte sieht man noch eine zusätzliche Schraube, mit dieser kann die Größe auf den Rahmen angepasst werden. Die Streben werden dazu weiter hineingeschoben oder herausgezogen. Bei den Schrauben werden entweder Innensechskantschrauben oder Sechskantschrauben (Schlüsselschrauben). Im Regelfall wird der Fahrrad Gepäckträger mittels Fahrradwerkzeug befestigt. Die Montage im Fahrradgepäckträger Test zeigt, wir mussten die Streben entsprechend unserem Fahrrad anpassen.
Fahrradgepäckträger für die Sattelstütze
Hat der Fahrradrahmen keine Löcher, kann eine alternative Bauart und Befestigungsmöglichkeit genutzt werden. Der Gepäckträger kann am Sattelrohr oder an der Sattelstange befestigt werden. Dazu gibt es speziell gebaute Träger. Diese können entweder nur mit einer Klemme befestigt werden oder zusätzlich mit Schellen, die an der Sitzstrebe befestigt wird. In unserem Gepäckträger Test haben wir eine Variante nur für die Sattelstütze ausprobiert (Koga Beachracer).
Hier muss die Fixierung exakt sein. Mit Taschen beladen können Fliehkräfte in den Kurven sonst dafür sorgen, dass der Gepäckträger sich bewegt. Um den Widerstand etwas zu erhöhen, kann zwischen Halterung und Sattelstütze eine Gummimuffe gelegt werden. Wird keine mitgeliefert, kann ein aufgeschnittener, alter Fahrradschlauch dafür genutzt werden. Diese Art ist auch als Mountainbike Gepäckträger geeignet.
Wer überlegt, einen Gepäckträger nachzurüsten, sollte nämlich zunächst auf den Rahmen seines Rads schauen: Viele Gravelbikes, aber auch manche Mountainbikes, haben bereits Gewindebohrungen, sodass Gepäckträger eingeschraubt werden können wie bei Touren- oder Citybikes. Das ist die beste Lösung, wenn der Träger länger am Rad bleibt und ein hohes Gewicht tragen soll, etwa bis zu 25 Kilogramm.
Die Bohrungen fehlen jedoch bei den meisten (E-)Mountainbikes, bei Rennrädern und auch bei einigen sportlichen E-Bikes. Deshalb setzen die vier weiteren Träger in unserem Test auf Riemen oder Klemmen: Sie werden entweder auf die Sitzstreben gesetzt oder an der Sattelstütze angebracht. Das funktioniert an allen Rahmen - und ist schnell erledigt, sogar an vielen Fahrrädern, die vollgefedert sind.
Aufpassen sollten Sie, falls Sie ein Fahrrad mit Carbonrahmen besitzen: Rohre aus Carbon sind empfindlich gegen Seitenkräfte, die von solchen Riemen- und Klemmkonstruktionen ausgehen können. Zwei Hersteller warnen explizit vor dem Einsatz ihrer Träger an Carbon.
Wie viel darf der Fahrradgepäckträger tragen oder zuladen
Diese Angabe ist immer vom gewählten Modell abhängig. Entscheidend ist zum Beispiel, aus welchem Material besteht der Gepäckträger und wie ist dieser am Fahrrad befestigt. Modelle aus Aluminium sind vom Gewicht her leicht, haben oft bei dünnerer Bauweise eine geringere Zuladung. Die fliegende Variante an der Sattelstütze (siehe Bild) darf z. B. maximal 12 kg tragen. Schwere Fahrradtaschen sind hier mit Vorsicht zu montieren. Es gilt daher immer auf die Angabe des Herstellers zu achten.
Auch wenn man immer wieder Menschen als 2. Passagier auf dem Gepäckträger sitzen sieht, so heißt dies nicht, dass das Material dafür ausgelegt ist. War die Grenze vor der StVO Novelle 2020 noch bei 7 Jahren, so dürfen jetzt Personen transportiert werden, wenn das Fahrrad bauartlich dafür gemacht ist. Im Idealfall setzt man bei Kindern einen Kinderfahrradsitz ein.
Der Fahrradgepäckträger als Befestigungselement
Der Gepäckträger ist ein wahres Multitalent. Bauteile wie Schutzbleche, Rückstrahler, Fahrradbeleuchtungen und Fahrradtaschen finden an ihm einen Platz. Je nach Bauart und Größe, sind nicht selten alle aufgezählten Dinge befestigt. Fahrradtaschen werden an einer Gepäckträgerstrebe eingehängt und finden so einen sicheren Halt.
Wer bereits Taschen hat, sollte bei der Neuanschaffung eines Trägers darauf achten, dass die Streben einen zum Haken der Tasche passenden Durchmesser haben. Fahrrad-Gepäckträger an Reiserädern sind meist so gebaut, dass die Tasche an extra Streben hängt um den Gepäckträger selbst auch bei eingehängter Fahrradtasche noch gut nutzen zu können. Im Fahrrad-Gepäckträger Test war es von Vorteil, wenn die Tasche an einer extra Strebe angebracht war, wenn man gleichzeitig den Gepäckträger als solches noch nutzen möchte.
Neben den Taschen sind oftmals auch Fahrradkörbe oder Fahrradboxen / Gepäckboxen montiert. Hier gibt es Gepäckträger, die bereits eine Racktime Befestigungsmöglichkeit haben. Boxen, Körbe und Taschen können so bequem in den Hinterradgepäckträger geschoben werden und sitzen fest. Hier sorgen 4 Zapfen und eine Arretierung für den nötigen Halt.
Darauf sollte man beim Kauf eines Fahrradgepäckträgers achten
Wer keine Lust zum Lesen hat, für den haben wir die wichtigsten Dinge zusammengefasst:
- Wie wird der Gepäckträger befestigt, sind am Fahrrad entsprechende Löcher vorhanden?
- Wie viel Gewicht darf der Fahrradträger tragen?
- Ist der ausgesuchte Träger kompatibel zu meiner Fahrradgröße (28 Zoll / 24 Zoll / 20 Zoll)
- Soll der Gepäckträger über Zusatzfunktionen wie z.B. ein Racktime System verfügen?
- Passen meine vorhandenen Taschen-Haken an den Durchmesser der Gepäckträgerstreben?
- Benötige ich einen Fahrradgepäckträger für die Sattelstütze, welchen Durchmesser hat diese?
Fahrradgepäckträger im Überblick
Hier ist ein Überblick über einige Fahrradgepäckträger:
| Bild | Produkt | Traglast | Preis | Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| Racktime 28" | 30 kg | 49,43 € / 58,33 € | Amazon | |
| ROCKBROS Sattelstange | 50 kg | 34,99 € | Amazon | |
| XLC Carry More | 25 kg | 39,98 € | Amazon | |
| XLC Gepäckträger | 25 kg | N/A | ||
| P4B | 25 kg | N/A | Amazon | |
| XLC Lowrider | 10 kg | 31,95 € | Amazon | |
| M-Wave | - | 19,99 € | Amazon |
Stand der Daten in der Tabelle: 29. August 2025 14:51
Der Lowrider für die Fahrradgabel
Das Wort Gepäckträger impliziert nicht zwangsläufig, dass das Gepäck hinten transportiert werden muss. Reiseräder haben oftmals die Möglichkeit einen so genannten Lowrider an der Vorderradgabel befestigen zu können. Hier können dann ebenfalls Fahrradtaschen eingehängt werden. Durch die meist größere Nähe zum Boden, setzt man hier auf kleinere Fahrradtaschen mit weniger Volumen. Der Lowrider sollte immer beidseitig gleich beladen werden, da sonst das Fahr- und Lenkverhalten stark beeinflusst werden kann.
Der Fahrradgepäckträger ist kein Transportmittel für Fahrräder, wer auf der Suche nach einem Fahrradträger ist, schaut im Fahrradträger Test vorbei.
Topeak bietet den TetraRack für Mountainbikes mit dem Zusatz »M« an sowie als Version »R« für Straßenräder. Es gibt zudem jeweils ein Modell, das hinten an den Sitzstreben befestigt wird, sowie eines, das vorne an der Gabel angebracht werden kann.
Alle TetraRack-Modelle werden ausschließlich mit Klettbändern an den Rohren fixiert. Die Klettbänder werden mit der Hand in Position gebracht, bevor sie mit einem mitgelieferten Inbusschlüssel angezogen werden. Das sorgt für die nötige Stabilität und die gummierten Füße sitzen fest.
Der Nachteil dieses Mechanismus: Die TetraRacks lassen sich zwar sekundenschnell ohne Werkzeug entfernen. Sie können aber nur mit einem Inbusschlüssel montiert werden, der Spannmechanismus muss vorher wieder zurückgeschraubt werden. Dennoch geht das mit etwas Übung recht schnell.
Auf die TetraRacks passen Topeaks eigene Taschen und Körbe mit dem Quicktrack MTX-System. Sie werden einfach aufgeschoben und verriegelt. An den Seiten können unterschiedliche Gepäckträgertaschen angebracht werden.
Neben Topeak-Taschen passen auch Ortliebs Backroller. Die ältere Variante mit Quicklock 1-System sitzt perfekt, das neuere Quicklock 2-System ist aber etwas dicker und muss mit Kraft zwischen den etwas zu schmalen Raum zwischen Strebe und Platte gepresst werden. Ähnlich ist es mit Taschen von Vaude: Auch für deren aktuelles System, QMR 2.0, ist der Platz an der oberen Strebe etwas eng - aber es geht.
Damit die Gepäckträgertaschen stabiler sitzen, bietet Topeak optional das sogenannte Side Frame Set an - zwei einfache Bügel, die den Träger nach unten verlängern. Unsere Taschen ließen sich im Test aber auch ohne Zusatzbügel sicher befestigen.
Der TetraRack darf laut Hersteller vorne sieben Kilogramm tragen, hinten neun Kilogramm. Das ist nicht viel - ein Ortlieb-Backroller wiegt leer bereits fast ein Kilogramm. Die Topeak-Taschen sind etwas leichter, aber dafür nicht ganz so robust wie Ortlieb- oder Vaude-Taschen. Der QuickRack von Ortlieb erlaubt bis zu 20 Kilogramm Ladung. Das kommt schon sehr nah an Träger heran, die fest montiert werden.
Er wird unten mit zwei Schnellverschlüssen in der Nähe der Hinterradnabe befestigt. Hat der Rahmen Gewindebohrungen, wird der QuickRack dort verschraubt. Ansonsten wird er mit Adaptern angeklemmt. Diese werden allerdings nicht mitgeliefert und müssen für etwa 15 Euro zusätzlich gekauft werden. In unserem Test saßen die Adapter jedoch so, dass sich das Hinterrad nicht mehr hätte abnehmen lassen. Das hätte bei einem Platten etwas mehr Arbeit und Werkzeug erfordert.
An der Sattelstütze wird der Gepäckträger mit einem Band und einem Schnellspanner fixiert. Die Länge ist verstellbar und muss einmalig mit zwei Schrauben eingestellt werden, sodass der Gepäckträger an allen Sattelstützen gut sitzt.
Nach der ersten Montage kann der QuickRack sekundenschnell angebracht werden. Die doppelten Streben ermöglichen, Gepäckträgertaschen etwas tiefer einzuhängen. So passt etwa noch ein Korb auf den Träger.
Der QuickRack eignet sich für alle drei Befestigungssysteme von Ortlieb-Taschen, aber auch fast alle Gepäckträgertaschen anderer Hersteller passen an die Streben mit etwa 10 Millimeter Durchmesser. Mit einem Gewicht von 589 Gramm ist der Gepäckträger sehr leicht.
Vielen dürfte Thule als Hersteller von Transportlösungen für Autos ein Begriff sein. Seit einiger Zeit ist das schwedische Unternehmen aber auch im Fahrrad-Segment vertreten. Mit dem Tour Rack bietet Thule einen Gepäckträger an, der sowohl vorne als auch hinten am Rad montiert werden kann. In unserem Test ließ sich der Träger vorne an einer nahezu senkrecht stehenden Gabel anbringen, aber auch hinten an einer weniger steilen Sitzstrebe eines Mountainbikes.
Die gummierten Auflagen werden an vier Punkten mit Gurtbändern fixiert und mit einem mitgelieferten Inbus festgezogen. Allerdings kann man den Gepäckträger nur mit einem Spezialwerkzeug wieder abbauen, es sollte also besser nicht verloren gehen.
Die Aluminium-Streben des Gepäckträgers haben einen Durchmesser von zehn Millimetern. Alle Taschen von Ortlieb und Vaude sollten also passen, vermutlich viele andere auch. Die Taschen lassen sich unten jedoch nicht einhaken für mehr Stabilität an den Seiten, dafür sind die Rohre zu dick.
Thule verkauft deshalb eine Lösung namens Pack’n Pedal. Diese besteht aus zwei schmalen Seitenrahmen, die in den Gepäckträger eingehängt werden. So können die Seitentaschen aller Hersteller flexibel positioniert werden. Allerdings muss Pack’n Pedal separat gekauft werden und ist mit einem Preis von etwa 40 Euro nicht günstig.
Thule gibt für den Gepäckträger unterschiedliche Maximallasten an: Hinten sind es maximal 11,3 Kilogramm, vorne 10 Kilogramm. Der Träger selbst wiegt 917 Gramm und macht im Test einen stabilen Eindruck. Es gibt zusätzlich einen Halter für ein Rücklicht oder einen Reflektor mit einem Schraubenabstand von 50 bis 60 Millimetern.
Der Träger RP-R06 von XLC wird lediglich mit einer einzigen Klemme und einem Schnellspanner-Prinzip an der Sattelstütze befestigt. Anlegen, drehen und den Hebel mit etwas Kraft umlegen genügt: Kein anderer Gepäckträger im Test lässt sich so schnell montieren.
Voraussetzung ist eine Sattelstütze, deren Durchmesser zwischen 25,4 Millimeter und 31,8 Millimeter misst. Das sind zwar gängige Maße, aber Vorsicht: Federsattelstützen könnten davon abweichen und nicht ausreichend Höhe (5,5 Zentimeter) bieten. Das gilt auch für verstellbare Sattelstützen (Dropper Posts), die es an einigen Mountainbikes gibt.
Eine weitere Einschränkung: Carbon-Sattelstützen werden vom Hersteller XLC zwar nicht explizit ausgeschlossen, aber es ist sicherlich keine gute Idee, Carbon mit so starken Seitenkräften zu belasten.
Damit die Sattelstütze nicht verkratzt, gibt es für die Innenseiten der Klemme eine kleine Gummiauflage. Diese ist aber nicht befestigt. Sie muss vor dem Anbringen zwischen Klemme und Sattelstütze geschoben werden. Wer sie verliert, kann sie durch jedes andere Gummimaterial in ähnlicher Dicke ersetzen.
Die Maximalbelastung des 888 Gramm schweren Trägers gibt XLC mit zehn Kilogramm an. Störend könnten die etwas kräftigen Rohre des Trägers sein: Mit 13 Millimeter Dicke passen zwar neuere Seitentaschen von Vaude und Ortlieb, aber das alte Ortlieb-System QuickLock 1 zum Beispiel nicht.
Nach unten hin hat der RP-R06 Seitenhalter für die Stabilisierung der Seitentaschen im unteren Bereich. Diese haben Plastikaufsätze, in das sich das mitgelieferte Spanngummi einhaken lässt. Gepäckträgertaschen hängen jedoch besser am Träger, wenn man die kräftigen Plastikaufsätze entfernt.
Der Gepäckträger Infinity Universal ist neu auf dem Markt. Ähnlich wie die Modelle von Thule und Topeak wird der Träger von SKS mit Bändern befestigt. Er sitzt ebenfalls auf den Sitzstreben und verfügt über vier gummierte Füße.
Das Spannsystem funktioniert jedoch etwas anders, was zu einer aufwendigeren Montage führt. Der Lohn der Arbeit: Mit einer Maximallast von zwölf Kilogramm trägt er etwas mehr Gewicht als die anderen Riemen-Träger. Allerdings warnt SKS vor dem Einsatz an Carbonrahmen.
Der Träger ist gut anpassbar und muss einmalig an mehreren Punkten so fixiert werden, dass er richtig ausgerichtet ist und nirgendwo anstößt. Der Schlüssel für die Torx-Schrauben kann im Träger selbst verstaut werden - man hat ihn also dabei, falls sich eine Schraube oder ein Band lockern sollte.
Wer SKS-Taschen auf den Gepäckträger setzen will, braucht die Adapterplatte für das MIK-System des Herstellers. Diese engt jedoch den Spielraum an den Streben ein, an denen Gepäckträgertaschen seitlich eingehängt werden. Der Racktime Boost-it Tour 2.0 von Tubus ist der flexibelste und stärkste Träger im Test - macht aber auch am meisten Arbeit.
Er wird mit vier Schrauben an den Sitzstreben des Rads befestigt. Am einfachsten fällt das, wenn Bohrungen für Gepäckträger vorhanden sind. Dann muss der Träger nur einmal eingepasst werden.
Tubus legt flexibel einstellbare Streben bei, sodass der Träger an jedem Rad einfach horizontal ausgerichtet werden kann. Was der Hersteller aber verschweigt: Wird von den Streben nicht die gesamte Länge benötigt, so stehen sie nach oben heraus und müssen mit einer Säge gekürzt werden. Das ist nicht schwer und im Lieferumfang befinden sich Plastikstopfen, um die entstehenden scharfen Enden abzudecken - aber für die Erstmontage sollte man schon eine Stunde Zeit einrechnen. Und eine Metallsäge bereithalten.
Noch mehr Zeit benötigen Sie, wenn das Rad keine Bohrungen hat. Tubus hat sich einiges einfallen lassen, um den Träger auch in diesem Fall mit seiner vollen Tragkraft von 25 Kilogramm am Rad befestigen zu können. Es kommt aber auf die Achse an.
Es ist eine Schnellspannerachse im Angebot, die mit zwei Blechen inklusive der nötigen Bohrungen an den Seiten versehen ist - und die Original-Schnellspannerachse ersetzt. Wer ein Rad mit Steckachsen besitzt, kann bei Tubus eine Variante mit entsprechenden Gewindebohrungen an den Enden kaufen. Clever, aber beide Varianten müssen für etwa 25 Euro zusätzlich erstanden werden. Fehlen die Bohrungen an den Sitzstreben, gibt es zwei Klemmen - ebenfalls optional.
Der Träger selbst ist multifunktional: Er hat eine untere Strebe, um Gepäckträgertaschen tiefer einhängen zu können. Die Systeme von Ortlieb und Vaude passen sehr gut. Körbe und Aufsetztaschen passen auf den Träger, wenn sie das Befestigungssystem Snap-it 2.0 unterstützen.
Zum einen mit den sogenannten SUV-E-Bikes, die vollgefedert oft schon serienmäßig einen Gepäckträger verbaut haben. Und zum anderen mit besonderen Gepäckträgern, die sich an E-Bikes mit gefederten Hinterbauten nachträglich montieren lassen.
Aluminium, Carbon, Stahl, Titan, Holz, Bambus. Die Liste der Stoffe, aus denen Fahrradhersteller E-Bikes fertigen, wächst kontinuierlich. Mit Kunststoff steht bereits der nächste Kandidat in den Startlöchern. Am häufigsten kommen aktuell sicher Aluminium und Carbon zum Einsatz. Für beide Varianten gibt es entsprechende Gepäckträger. So erlaubte zum Beispiel der seit 2013 erhältliche Träger von ElBurro von Anfang an den Anbau an einem E-Bike mit einem Carbonrahmen.
Als zweite Option kommt dafür inzwischen der Ortlieb Quick Rack infrage. Ohne ein solches Vorausdenken der Fahrradhersteller bleibt mithilfe von Adaptern immerhin noch die Montage an Aluminiumrahmen. Die sind in der Regel für derartige Gepäckträger freigegeben. Stahl wird in den Bedienungsanleitungen der Träger gewöhnlich nie explizit erwähnt. Dies jedoch nur, weil dort die Nutzung problemlos erfolgen kann.
Am häufigsten tauchen drei Montagemöglichkeiten auf. Neben den bereits erwähnten Bohrungen im Rahmen sind dies das Anbringen auf Adaptern der Hinterradachse sowie an den Sitzstreben. Vorbereitete Montagepunkte am Rahmen als auch das Einbeziehen der Hinterradachse bringen entscheidende Vorteile mit sich. Auf diesem Wege können große Kräfte aufgenommen werde. Das fördert grundsätzlich die Stabilität des Gepäckträgers und sorgt natürlich dafür, dass ihr am Ende möglichst viel Gewicht transportieren könnt.
Das Befestigen auf der Sitzstrebe stellt bestimmte Voraussetzungen an den jeweiligen Hinterbau. Darunter fallen Punkte wie das Rahmenmaterial des E-Bikes, Durchmesser und Länge der Sitzstreben als auch der Winkel zwischen Sitzstreben und Kettenstreben.
Tatsächlich hängt die maximal zulässige Traglast direkt mit dem Montagekonzept zusammen. Entsprechend belastbare Fixpunkte erhöhen das Gewicht, das ihr mithilfe von Gepäcktaschen sowie anderem Zubehör an und auf dem Gepäckträger befördern dürft. Beispielsweise ist das Modell von ElBurro für 25 Kilogramm zugelassen. Der neue Quick Rack XL von Ortlieb bringt es sogar auf 26 Kilogramm. Im Falle des SKS Infinity Universal, einem an den Sitzstreben montierbaren Träger, sind es dagegen zwölf Kilogramm.
Den gleichen Ansatz nutzt der Thule Tour Rack. Er kommt per se erst einmal auf maximal zehn Kilogramm. Mit einem zusätzlich erhältlichen stabilisierenden Seitenrahmen namens Thule Pack ’n Pedal werden daraus sogar 25 Kilogramm.
Wie viel die Traglast unter dem Strich tatsächlich wert ist, entscheidet sich unter anderem an der Frage, ob das Gepäck auch wirklich dort bleibt, wo ihr es befestigt habt. Für manche von euch mag das trivial klingen. Allerdings arbeitet das Federsystem eines Mountainbikes während der Fahrt aktiv, bewegt sich, wird erschüttert und unterliegt hohen Kräften. Ein Gepäckträger soll diese Funktionalität nicht einschränken.
Vielmehr muss er sich dem Verhalten anpassen können. Um das zu gewährleisten, verfügen etwa die patentierte Lösung von ElBurro sowie Ortliebs Quick Rack über zwei Drehpunkte zwischen dem Träger und dem Befestigungspunkt an der Sattelstütze. Dank ihnen können die Träger die Bewegung des Hinterbaus mitgehen und gleichzeitig die eigene Ladefläche jederzeit in der Waagerechten halten.
So raffiniert ist das Design der an den Sitzstreben montierbaren Gepäckträger meist nicht gelöst. Sie bewegen sich mit den Streben mit - und damit analog zur Reaktion des Dämpfers. Gelangt dieser in die Kompression, neigt sich die Ladefläche des Trägers in Richtung des Tretlagers. Wie stark, hängt zum Beispiel vom Federweg des Dämpfers ab. Für den Inhalt von Gepäcktaschen sollte das kein großes Problem darstellen.
Manche Gepäckträger halten aber selbst für diese Situation passendes Zubehör bereit. So enthält der Lieferumfang des Ortlieb Quick Rack einzelne Anschläge. Diese schraubt ihr an den Streben an, an denen die Taschen eingeklickt werden. Die Anschläge verhindern ein Hin- und Herrutschen der Taschen. Sobald die Ladefläche kompatibel mit den Systemen von Racktime, MIK, MIK HD oder anderen ist, eröffnet dies natürlich die Option Taschen, Körbe, etc.
Teil eines vollgefederten E-MTBs sind heutzutage oftmals versenkbare Sattelstützen. Deren Konstruktion ist so stabil, dass ihr sie als Anschraubpunkt für Halterungen der Gepäckträger nutzen könnt. Solange ihr dafür nicht das Tauchrohr der Stütze benutzt, sollte alles reibungslos funktionieren.
Hersteller wie Ortlieb und SKS stellen ihren Gepäckträgern weiteres Zubehör zur Seite. Dazu zählen in erster Linie Schutzbleche in verschiedenen Breiten. Von SKS gibt es zudem ein Rücklicht, das sich an dem Träger befestigen lässt. Abschließend sei noch einmal auf das maximal zulässige Gesamtgewicht eines E-MTB Fully verwiesen. Gerade bei Bikes mit Carbonrahmen liegt dies mitunter recht niedrig.
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