Die dunkle Jahreszeit ist wieder da, und damit auch die Gefahr durch schlecht sichtbare Radfahrer und Fußgänger. Wer ohne Licht unterwegs ist, handelt unverantwortlich sich selbst und anderen gegenüber. Eine angemessene Fahrradbeleuchtung ist daher unerlässlich, um sicher durch die Dunkelheit zu kommen.
Technologie und Messwerte
Die LED-Technik, die in den meisten Fahrradlampen zum Einsatz kommt, basiert auf einem Halbleiter-Bauteil. Wenn Strom in Durchlassrichtung fließt, wird Licht emittiert. Daher stammt der Name LED (light-emitting-diode). Im Test finden sich bis zu 30 LEDs in einem Lampenkopf (Supernova B54 Max).
Bei den Akkus verbauen alle Hersteller Lithium-Ionen- und Lithium-Polymerakkus. Mit Lux wird der hellste Punkt des gesamten Lichtfeldes, mit Lumen der gesamte Lichtstrom einer Lampe angegeben. Weil sich die Zulassung am Lux-Wert orientiert, geben die meisten Hersteller auch diesen an.
Durch den gebündelten Lichtstrahl sind heutige LED-Lampen so hell, dass sie bei falscher Einstellung den Gegenverkehr stark blenden.
Testverfahren und Bewertung
Für die bestmögliche Vergleichbarkeit aller Lampen wird ein erheblicher Aufwand betrieben. So werden die Lampen im Alltag und beim Sport, auf der Straße wie im leichten Gelände gefahren. Nur so bekommen wir umfangreiche Daten zu Lichtbild, Montierbarkeit, Bedienung, Laden, Qualität und der Haptik.
Damit eine klare Aussage zu den Lichtbildern möglich ist, werden diese in Nah-, Mittel-, Fern- und Seitenbereich unterteilt, verglichen und bewertet. Da ein großer, weicher Lichtteppich besonders angenehm für das Auge ist, haben wir die Homogenität des Lichtbildes benotet. Am Ende ergeben sich so knapp 60 Einzelwerte, die in ein ausgeklügeltes Bewertungsschema einfließen.
Die Gewichtung erfolgt folgendermaßen:
- Transport und Montage je 5 Prozent
- Die Sicherheit sowie die Summe aus Qualität, Haptik und Feature je 10 Prozent.
Bei den Transporteigenschaften achten wir auf ein geringes Packmaß. Abnehmbare Halter sind von Vorteil, weil diese am Rad verbleiben und somit nicht stark auftragen.
Bezüglich der Montageeigenschaften betrachten wir die Montage des Halters am Lenker: Modelle mit Gummiband sind schnell und flexibel montierbar. Allerdings sollte der Vorgang leicht von der Hand gehen, ohne sich dabei die Finger einzuklemmen. Halter mit Rändelschrauben brauchen etwas länger, sitzen später aber sicherer. Für benötigtes Werkzeug gibt es Punktabzug.
Bei der Qualität werden Materialien, Oberflächen, die Verarbeitung selbst, störende Ecken und Kanten und die optische Anmutung bewertet.
Zur Bedienfreundlichkeit zählen große und auch mit dicken Handschuhen bedienbare Tasten, deren Druckpunkt gut spürbar ist. Für sinnvolle Details gibt es Pluspunkte. Die wichtigsten für uns sind Tagfahrlicht, Fernlicht, Helligkeitssensor für automatische Lichtanpassung, Anzeigen für Akku- und Leuchtmodi sowie eine Reservelicht-Funktion.
Die Verlängerung der Laufzeit durch ansteckbare Powerbanks ist bei Lezyne, LigjtSkin NACA Road, Lupine SL Mono, Sigma und VDO gegeben. Als Powerbank selbst geben sich beide Busch + Müller-Lampen sowie Lunivos Lynx F100. Hier kann im Notfall ein GPS oder Smartphone geladen werden. Ein anschraubbarer Reflektor findet sich indessen nur bei der Büchel Ahead 35.
Stehend oder hängend montiert werden können Busch + Müller Ixon IQ-XM, Cateye, Knog und Trelock. Mit Adapter ist dies bei Busch + Müller Ixon Rock oder beiden Supernovas möglich.
Eine App mit individuell einstellbaren Lichtmodi bieten Lupines SL MiniMax und die zwei Supernovas.
Sicherheit und Ausleuchtung
Sicherheit ist wichtig! Deshalb bewerten wir, ob die Lampen gut von der Seite zu sehen sind. Am besten ist dies bei Büchel BLC 820, Sigma und XLC umgesetzt. Abzüge gibt’s für Lampen, die Licht nach oben strahlen und somit den Fahrer blenden können. Dies tritt vor allem bergauf und im Wiegetritt ein, wenn der Oberkörper über den Lenker und damit auch die Lampe wandert. Negativ fallen besonders Büchel Ahead 35, Lunivo Lynx F100, Trelock und VDO auf.
Damit wir sicher unterwegs sind, sollte die Ausleuchtung möglichst großflächig ausfallen. Ein weiter Lichtstrahl lässt uns dabei Gefahren eher wahrnehmen, was die Reaktionsfähigkeit erhöht. Das Mittelfeld ist unser Hauptblickpunkt, sollte im Vergleich mit den umliegenden Bereichen nicht zu hell und möglichst gleichmäßig ausgeleuchtet werden. Der Bereich vor dem Laufrad sowie die Seitenränder sind wichtig für Ausweichmanöver und ein generelles Wohlgefühl. In Summe sollten die Bereiche homogen ineinander übergehen.
Wichtig: In der Praxis nimmt das Auge das Lichtbild etwas anders wahr als die Elektronik der Kamera!
Nachhaltigkeit
Eines der aktuellsten Themen unserer Zeit haben wir auch im Bezug auf diesen Test betrachtet: die Nachhaltigkeit. So fällt auf, dass es bei den Verpackungen die letzten Jahre deutliche Fortschritte gibt, weil fast ausschließlich Kartonagen und deutlich weniger Plastikverpackungen zum Einsatz kommen. Einzig viele USB-Ladekabel werden noch oft in separate Folien verpackt.
Ein wichtiger Punkt ist die Lebensdauer von Akkus: Laut einer neuen EU-Verordnung müssen diese an Geräten ab 2027 vom Endnutzer ersetzt werden können. Im Test ist dies bei integrierten Modellen nur bei Lupine SL Monno (27 Euro) perfekt möglich. Bei Cateye kann das hintere Bauteil getauscht werden (70 Euro) und beim LightSkin-Lenker (10 Euro) muss der Händler ran. Bei den externen Akkus der teuren Power-Lampen mit Fernlicht ist dies aktuell immer möglich.
Einen echten Mehrwert bietet Supernova: Hier gibt es für die Sommermonate einen Schlaf- und die generelle Nutzung einen LongLife-Modus. Letzterer setzt die Spitzenbelastung durch eine komplette Voll- oder Entladung herab, was nach aktuellem wissenschaftlichen Stand nachweislich zu einer deutlich längeren Lebensdauer führt. Nutzt man diese Funktion, gewährt Supernova sogar fünf Jahre Garantie auf den Akku.
Auch der Nutzer selbst kann das Akkuleben deutlich verlängern, indem er die Zellen nicht leer fährt, den Akku vor dem Laden auf Zimmertemperatur kommen lässt und nicht komplett volllädt. Wird die Lampe länger nicht benutzt, sollte sie kühl, trocken und mit ca.
Testergebnisse und Empfehlungen
Die aktuelle Lampengeneration mit Akku ist besser denn je. Helles Licht und flächige Ausleuchtung machen das Radfahren bei Dunkelheit sicher und angenehm. Dabei gibt es im Detail große Unterschiede.
- Im Preisbereich bis 50 Euro zeigt Büchel, dass günstig auch gut kann.
- XLC sorgt mit guter Gesamtleistung für den Testsieg in dieser Klasse.
- Bis 100 Euro heimst Trelock eine Empfehlung dank tollem Preis-Leistungs-Verhältnis ein.
- Der Testsieg geht an Busch + Müller, weil sich der Ixon Rock keine Schwäche erlaubt und mit technischen Finessen punktet.
- Bis 150 Euro holt sich Lezyne dank tollem Lichtbild den Sieg.
- Bei den High-End-Lampen bis 300 Euro punktet Busch + Müller mit echtem Fernlicht und ist somit auch für das MTB eine Alternative.
- In der Luxusklasse zeigen Lupine und Supernova, was technisch möglich ist. Dabei bietet Lupine das beste und homogenste Abblendlicht.
Bitte einmal durch die Galerie klicken! Eine Lampe mit 150 Lux kann in der Praxis komplett enttäuschen, während ein anderes Modell mit 50 Lux überzeugt. Der Grund ist, dass der Lux-Wert nur an einem einzigen Punkt gemessen wird. Die vor einem liegende, gesamte Lichtfläche wird ausgespart. Ein Laserpointer schneidet hier ideal ab, nur sieht man damit nichts. Der reine Lux-Wert taugt also für den Vergleich von Scheinwerfern nicht. Bei einem Vergleich sollten also immer beide Werte betrachtet werden.
BikeX Testsieger und Preis-Leistungs-Tipps
- Testsieger 2024: Knog Blinder StVZO 120
- Preis-Leistungs-Tipp 2024: Trelock LS 480 Lighthammer USB
- Preis-Leistungs-Tipp 2024: Osram LEDsBike Race 80 Set
- Testsieger 2022: Acid Pro 80
- Preis-Leistungs-Tipp 2022: Knog Plug
- Testsieger 2021: Sigma Aura 80
- Preis-Leistungs-Tipp 2021: VDO Eco Light M60
Detaillierte Testergebnisse 2024
Im Folgenden eine Übersicht der detaillierten Testergebnisse des BikeX Fahrradlicht-Tests 2024:
| Modell | Preis/Gewicht | Leuchtstufen | Leuchtzeit (höchste) | Fazit | Testergebnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Acid/Cube Pro 100 LED Front Light | 60 Euro/124 g | 4 Stufen | 240 Minuten | Top bedienbare, preisgünstige Leuchte mit abnehmbarer Lenkerklemme. | Gut |
| Axa Down 100 | 75 Euro/119 g | 4 Stufen | 255 Minuten | Eher leichte Leuchte mit etwas fummelig zu bedienendem Lenkergummi. | Sehr gut |
| Busch+Müller Ixon Rock | 100 Euro/154 g | 3 Stufen | 230 Minuten | In Deutschland hergestellte, teure, wertige Lampe. | Sehr gut |
| Cateye Gvolt 70.1 | 80 Euro/117 g | 3 Stufen | 300 Minuten | Gute Leuchtkraft und mit 13° ein eher großer Leuchtwinkel. | Sehr gut (BikeX Ausdauer-Tipp) |
| Giant Recon HL 80 Lux | 70 Euro/125 g | 2 Stufen | 85 Minuten | Einen extrem breiten (27° Leuchtwinkel!), weit vor das Vorderrad reichenden Lichtkegel. | Sehr gut |
| Knog Blinder StVZO 120 | 100 Euro/209 g | 3 Stufen | 130 Minuten | Sie liefert die höchste Reichweite, das beste Leuchbild und im Vergleich "brutale" Leuchtkraft. | Sehr gut |
| Lezyne Macro StVZO 500+ | 75 Euro/152 g | 4 Stufen | 266 Minuten | Sie bietet ein breites, vergleichsweise helles, weit herab reichendes Lichtfeld. | Sehr gut |
| Lezyne Macro StVZO 600+ | 110 Euro/202 g | 4 Stufen | 290 Minuten | Die prima bedienbare Super ist die zweitschwerste Lenkerleuchte im Test. | Sehr gut |
| NG Sports Fahrradlampe Lavandee 50 | 40 Euro/81 g | 3 Stufen | 140 Minuten | Die kleinste und mit Abstand leichteste Lampe im Test stammt von der Cosmic-Sports-Eigenmarke NG. | Befriedigend |
| Osram LEDsBike Race 80 Set | 35 Euro/122 g | 4 Stufen | 180 Minuten | Per abnehmbarer Silikonhalterung wird die sehr preiswerte, dennoch sauber verarbeitete Osram befestigt. | Gut |
| Sigma Aura 80 USB | 65 Euro/113 g | 4 Stufen | 295 Minuten | Eine solide Leistung liefert die relativ leichte, sehr gut bedienbare Sigma ab. | Sehr gut |
| Trelock LS 480 Lighthammer USB | 65 Euro/140 g | 3 Stufen | 280 Minuten | Zum fairen Preis liefert sie einen nicht super hellen, aber breiten und sehr weit vor das Vorderrad reichenden Lichtkegel. | Sehr gut |
Weitere Tipps für Sichtbarkeit im Dunkeln
Gute Sicht nach vorn ist nicht alles. Mindestens genauso wichtig im Straßenverkehr: gesehen werden. Ein ausreichend helles Rücklicht ist dafür unabdingbar.
Empfehlenswerte StVZO-konforme Rückleuchten:
- Cateye X2G Kinetic: Schaltet bei Verzögerungen automatisch in den helleren "Bremslichtmodus".
- Lezyne Strip Drive StVZO: Fünf LEDs sorgen für sehr gute Sichtbarkeit - in einem Winkel von 270°.
Gesetzliche Bestimmungen zur Fahrradbeleuchtung
Fakt ist aber auch, dass der Gesetzgeber in Deutschland einige für Fahrräder geltende Bestimmungen erlassen hat, ganz gleich ob Citybike, Mountainbike oder Crossbike. Schließlich ist das Fahrrad ein (Land-)Fahrzeug und unterliegt daher den Bestimmungen der landesspezifischen Straßenverkehrsordnung.
So gilt hierzulande etwa die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), eine Rechtsverordnung des Bundes. Unter anderem finden sich dort Bestimmungen zu lichttechnischen Einrichtungen an Fahrrädern:
- „Fahrräder müssen für den Betrieb des Scheinwerfers und der Schlussleuchte mit einer Lichtmaschine, […] deren Nennspannung 6 V beträgt oder einer Batterie mit einer Nennspannung von 6 V […] oder einem wiederaufladbaren Energiespeicher […] ausgerüstet sein.“
- „Die lichttechnischen Einrichtungen müssen vorschriftsmäßig und fest angebracht sowie ständig betriebsfertig sein.“
- „Lichttechnische Einrichtungen dürfen nicht verdeckt sein.“
- „Fahrräder müssen mit einem nach vorn wirkenden Scheinwerfer für weißes Licht ausgerüstet sein.“
- „Fahrräder müssen an der Rückseite mit einer Schlussleuchte für rotes Licht, […] mindestens einem roten Rückstrahler […] und einem mit dem Buchstaben „Z“ gekennzeichneten roten Großflächen-Rückstrahler ausgerüstet sein.“
- „Fahrradpedale müssen mit nach vorn und nach hinten wirkenden gelben Rückstrahlern ausgerüstet sein.“
Ohne die oben genannte Ausstattung darf ein Rad per Gesetz nicht im Verkehr genutzt werden. Auch wenn ein Mountainbike naturgemäß eher im Gelände als im Straßenverkehr zum Einsatz kommt, gehen Biker immer auf Nummer sicher, wenn sie diesen Bestimmungen Folge leisten.
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