Die Fahrradkette ist eines der am meisten beanspruchten Teile eines Bikes oder E-Bikes. Schließlich muss sie hohe Pedalkräfte wirkungsvoll aufs Hinterrad übertragen. Trotzdem ist sie vergleichsweise ungeschützt und offen. Staub, Schmutz und Nässe haben hier leichtes Spiel - zumal der Ölfilm der Kette dafür sorgt, dass sich diese noch leichter ablagern können. Umso wichtiger für ihre Instandhaltung ist eine regelmäßige Pflege. Die Kettenreinigung ist weniger eine Sache der Ästhetik als vielmehr eine der Wirtschaftlichkeit.
Eine verschmutzte Kette ist wesentlich schwergängiger als eine saubere. Das heißt, man muss mehr Kraft aufwenden, um vorwärtszukommen. Schmutz wirkt außerdem materialfressend: Der Verschleiß und der Abrieb sind deutlich höher - nicht nur an der Kette selbst, sondern auch an den Ritzeln der Kettenblätter. Deswegen ist es sinnvoll, Zeit in die Reinigung der Kette zu investieren. Das Säubern dauert maximal 20 Minuten, zumal die Fahrradkette natürlich aufgespannt bleiben darf.
Nützliches Zubehör für die Kettenreinigung
Drei Dinge braucht man unbedingt zum Reinigen der Kette: ein Baumwolltuch, eine Bürste (es geht auch eine alte Zahnbürste) und Kettenöl. Letzteres sorgt dafür, dass die Kette hinterher wieder geschmeidig läuft, denn beim Reinigen trägt man auch einen Teil der Schmierung ab. Fahrradkettenöle gibt es inzwischen nicht nur im einschlägigen Fahrradhandel. Zum Schützen der Hände sind zudem Nitrilhandschuhe geeignet. Sinnvoll ist auch ein Montageständer für das Fahrrad, der viele Arbeiten am Bike erleichtert, weil man sich weder bücken noch das Rad auf den Kopf stellen muss.
Fahrradkette richtig reinigen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wer keinen Montageständer hat, sollte das Fahrrad vorsichtig auf Sattel und Lenker stellen, aber bitte nur dann, wenn keine hydraulischen Bremsen verbaut sind. Wenn nun der Blick auf die Kette frei ist, lohnt als Allererstes, eine Sichtprüfung vorzunehmen. Beschädigte Kettenglieder zwingen nämlich zum Austausch, weshalb man sich die Mühe der Reinigung dann sparen kann.
Schritt 1: Groben Schmutz entfernen
Hier kommt die Bürste zum Einsatz, mit deren Hilfe man auch in die Innenräume der Kettenglieder gelangt. Sieht man dort kleine, verkantete Steinchen, die sich nicht lösen wollen, kann man zum Beispiel mit einem Kunststoffschaber nachhelfen.
Schritt 2: Kette reinigen
Mit dem Tuch umfasst man nun die Kette und lässt sie durch Bewegen der Pedale hindurchlaufen. Zwei- bis dreimal sollte man die komplette Kette auf diese Weise mindestens abstreifen. Hat man den Eindruck, dass dies zu wenig hilft, kann das Tuch angefeuchtet werden. Nur nass sollte es nicht sein, damit der Schmutz nicht tiefer in die Kettenglieder gespült wird. Ein paar Tropfen herkömmliches Spülmittel fördern den Reinigungsprozess zusätzlich. Allerdings hat dieses eine entfettende Wirkung - entsprechend gründlich muss später die Schmierung erfolgen. Ein zusätzlicher Blick auf die gereinigte Kette zeigt, ob es noch Verunreinigungen in den Kettengliedern gibt, die am Anfang übersehen wurden. Entsprechend werden diese mechanisch entfernt.
Schritt 3: Feinreinigung mit Öl
Im Anschluss wird feiner gearbeitet. Um den Schmutz aufzulösen, empfiehlt es sich Reiniger auf Öl-basis, beispielsweise Universalschmieröle, zu verwenden. Diese auf ein Baumwolltuch auftragen. Mit diesem umfasst man nun die Kette und lässt es durch Bewegen der Pedale hindurchlaufen. Mehrmals sollte man die komplette Kette auf diese Weise abstreifen. Ein zusätzlicher Blick auf die gereinigte Kette zeigt, ob es noch Verunreinigungen in den Kettengliedern gibt, die am Anfang übersehen wurden.
Schritt 4: Schmierung der Kette
Hierfür sollte nur ausgewiesenes Kettenöl verwendet werden, denn es bietet auch einen Korrosionsschutz. Handelt es sich um ein Gebinde mit Tropfenapplikator, muss jedes Kettenglied punktuell versorgt werden. Sprühdosen scheinen zwar bequemer, sind aber schwerer dosierbar. Aufpassen muss man gerade beim Sprühen, dass auf keinen Fall Öl (auch kein ablaufendes) an die Bremsscheiben oder Bremsflanken gelangt. Deren Funktion wäre sonst massiv beeinträchtigt. Nach etwa einer Viertelstunde lässt sich mit einem Tuch überschüssiges Öl einfach abstreifen - und fertig ist die Kettenreinigung.
Hilfsmittel zum Fahrradkette-Reinigen
Wer Wert auf ein Profi-Finish legt, kann in weitere Hilfsmittel investieren. Für die rein zweckmäßige Reinigung sind sie allerdings nicht nötig. So gibt es Kettenreinigungsbürsten, die aussehen wie ganz lange Zahnbürsten. Profis schwören auch auf spezielle Reinigungshaken. So bekommt man auch besonders hartnäckigen Schmutz zwischen den Ritzeln heraus. Feinste Schmutzpartikel entfernt ein Kettenreinigungsgerät, durch das die Kette automatisch gezogen wird. Wer sich etwas mechanische Arbeit sparen will, kann zusätzlich noch in einen flüssigen Kettenreiniger als Alternative zum Spülmittel investieren. Man sollte allerdings darauf achten, ob es sich um einen entfettenden Reiniger handelt oder nicht. Entsprechend muss später mehr Kettenöl aufgetragen werden. Die Finger weg lassen hingegen sollte man beim Reinigen der Kette von Hochdruckreiniger, Benzin, Seifenlauge, Korrosionslösung, Alkohol, Bremsenreiniger sowie Stahlbürsten.
Wie oft sollte man die Kette reinigen?
Natürlich ist die Häufigkeit stark davon abhängig, wie oft, wo und bei welchem Wetter das Fahrrad bewegt wird. Es gibt Radfahrende, die tatsächlich wöchentlich reinigen, andere nur einmal pro Jahr beim Frühjahrsputz. Dabei sollte gerade auch vor dem Herbst-Winter-Einsatz die Kette gut in Schuss sein - und erst recht dann, wenn das Fahrrad eingelagert wird. Häufigeres Kettenreinigen hat den großen Vorteil, dass es schneller geht.
Wie kommt es zu Ketten-Verschleiß?
Alle drei Kurbelumdrehungen ist die Kette einmal komplett im Kreis gelaufen - sehr durchschnittlich kalkuliert. Wenn man sich überlegt, wie viele Runden das im Jahr sind, kann man besser einschätzen, welche Belastungen, aber auch, welche Bedeutung das mit sich bringt. Ein Rechenbeispiel gefällig? Bei einer Leistung von 3000 Kilometern pro Jahr, was für Pendler zum Beispiel sehr zurückhaltend veranschlagt ist, und einer Entfaltung (Strecke, die man mit einer Kurbelumdrehung zurücklegt) von ungefähr vier Metern kommen wir auf eine Viertelmillion Kettenrunden.
Eine beeindruckende Zahl, schon bei optimaler Schmierung und Reinigung; mit dem täglichen Sand, Dreck, Regen und Salz im Winter kommen selbst qualitativ gute Ketten und auch Ritzel (Zahnrad oder Zahnräder an der Hinterradnabe) und Kettenblätter (Zahnrad oder Zahnräder an der Kurbel) an ihre Grenzen. Die Herstellerangaben bezüglich dieser Teile und ihrer Haltbarkeit sind nicht nur sehr unterschiedlich hinsichtlich der verschiedenen Qualitätsstufen, zusätzlich macht die Breite der Kette einen großen Unterschied. Deshalb gibt es Unterschiede bei Singlespeed-Antrieben (betrifft Räder mit einem Gang oder solche mit Schaltnabe oder Getriebe) und solchen mit mehreren Ritzeln am Hinterrad.
Tipps zum Feststellen von Ketten-Verschleiß
Es gibt mehrere Möglichkeiten festzustellen, ob man die Verschleißteile des Antriebs - insbesondere die Kette - ersetzen sollte. Durch Abrieb der Kettenoberflächen und minimalste Verformungen zwischen Laschen und Bolzen dehnt sich jedes Glied um einen Hauch. Eine Messlehre wie die CC-4 von Park Tool erfasst die “Längung” von sieben Gliedern und zeigt den Verschleißzustand in vier Stufen: 0% / 0,5% / 0,75% / 1%.
Im Allgemeinen sind diese Kilometerintervalle aber recht kurz bemessen, eher so wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum. hinten das kleinste Ritzel auflegen, vorne das größte Kettenblatt, an dessen in Fahrtrichtung vorderstem Ende versuchen, die Kette Richtung Vorderrad wegzuziehen. Entsteht ein Spalt größer als ein Streichholzkopf, sollte die Kette runter.
Ein Kettenglied ist weltweit 0,5 Inch lang, das entspricht 12,7 mm. Die Unterschiede liegen einzig in ihrer Breite.
Sicherer und günstiger: Rechtzeitige Ketten-Wartung
Man könnte meinen, mit dem Tausch der Kette könne man warten, bis die Funktion wirklich spürbar durch den Ketten-Verschleiß leidet. Aber wem schon mal beim Treten die Kette gerissen ist, weiß einen zuverlässigen Antrieb sehr zu schätzen. Meistens geht dieser Worst Case mit einem Unfall einher, von dem Totalausfall des Antriebs mal ganz abgesehen. Rechtzeitige Wartung hat aber noch einen großen Vorteil: Bei einer “gelängten” Kette passen die Abstände der Glieder nicht mehr zu denen der Zahnräder. Dadurch reiben oder besser mahlen die Metallteile beim Umlauf hart aneinander. Der Verschleiß der Zahnräder steigt exponentiell.
Die Rechnung ist einfach: Lieber tauscht man doch eine Kette für 20 oder 30 Euro als die Ritzel für das Drei- oder Vierfache. Wem das nicht als Grund reicht: Ein schlecht laufender Antrieb mit dreckiger oder verschlissener Kette kostet rund 20 Watt Tretleistung, für den Normalradler sind das 15 bis 20 Prozent seiner Power! Apropos Wartung: Regelmäßiges Säubern und Schmieren der Kette verlängert deren Lebenszeit um das Vielfache. Lange Standzeiten im Regen dagegen beschleunigen den Ketten-Verschleiß. Akribisch gepflegt, halten Ketten auf Shimano-XT-Niveau schon mal 15.000 Kilometer statt der empfohlenen 2.000!
Ketten an Einfach-Schaltungen halten länger
Singlespeed-Ketten sind breiter und auch ohne dieses Maß an Zuwendung ziemlich robust. Ein gewisser Abrieb am Metall der Glieder beeinflusst weder den Schaltkomfort noch die Zugstabilität negativ. Auch dass solche Ketten bei großer Pedalkraft übers Zahnrad rutschen, kommt nur vor, wenn deren Spannung nicht ausreichend ist. Getauscht werden müssen die breiten Modelle erst bei einem Ketten-Verschleiß von einem Prozent oder wenn sie durch Dreck und Wetter steif geworden sind.
TIPP: in rostfreies Material investieren!
Gerade weil Singlespeed-Ketten länger auf dem Rad bleiben und um die Wartungsfreundlichkeit des Antriebs zu erhalten, lohnt sich hier ein rostfreies Modell für 30 bis 40 Euro! Bei Kettenschaltungen mit acht, neun oder zehn Ritzeln “darf” die Kette bis 0,75 Prozent verschleißen, also länger werden, so unsere sowie die Empfehlung von Werkstatt-Experte Park Tool. Moderne Schaltungen mit elf oder zwölf Zahnrädern am Hinterrad arbeiten mit so wenig Toleranz, dass hier schon bei einem halben Prozent getauscht werden sollte, außerdem wären die ebenfalls schmalen Zahnräder nochmals teurer, wenn man zu lange wartet.
Shimano- und Sram-Produkte sind übrigens offiziell untereinander kompatibel, die Erfahrung zeigt aber, dass gerade bei Letzteren die hauseigenen Ketten am besten funktionieren. Und keine Angst vor “Fremdprodukten”, KMC oder Connex zum Beispiel liefern hervorragende Qualität, sie müssen nur Shimano-/Sram-kompatibel etikettiert sein. Im Fachgeschäft wird man genau das beim Kettenkauf fragen - und wie viele Ritzel das Rad hat.
So funktioniert der Fahrradketten-Tausch
Ab Werk bekommt ein Rad meist eine endlose Kette, es gibt also keine Stelle, die zum Öffnen vorgesehen ist. Um das zu tun, muss man irgendeinen der Bolzen mit dem Kettennieter wie mit einer Schraubzwinge aus der Kette herausdrücken. Achtung: Liegt der neuen Kette kein Verschlussstück oder ein neuer Bolzen bei, den Niet nicht ganz herausdrücken!
Nach dem Entfernen der alten Kette ist übrigens ein sehr guter Zeitpunkt, alle Zahnräder gründlich mit einer Bürste und idealerweise einem Kettenreiniger zu säubern, auch die vom Schaltwerk. Wenn klar ist, dass die Kette entsorgt werden soll, kann man sie natürlich auch mit einem Bolzenschneider öffnen. Die alte Kette vor dem Wegwerfen aber erst als Blaupause für die Länge der neuen nutzen. Neue Ketten sind nämlich fast immer etwas zu lang. Die überschüssigen Glieder müssen - ebenfalls durch Herausdrücken des Nietstifts - entfernt werden, spätestens jetzt braucht man das entsprechende Werkzeug.
Achtung: Soll ein Kettenschloss verwendet werden, müssen zwei Innenlaschenglieder übrig bleiben, also die schmaleren Teile der Kette. Soll der Verschluss mittels Niet beziehungsweise Bolzen geschehen, je ein Paar Innenlaschen und ein Paar Außenlaschen. Bevor man die Ketten endgültig verschließt, sollte man die Länge testen. Um die korrekte Länge der Kette zu testen, muss sie über die jeweils kleinsten Zahnräder des Antriebs laufen, also am Hinterrad ganz nach rechts und am Tretlager - falls es mehrere gibt, aufs linke Kettenblatt. Der Kettenspanner des Schaltwerks sollte nun etwa waagerecht stehen und die Kette nicht durchhängen, sondern schon unter Spannung stehen. Hängt sie durch, müssen zwei oder vier Glieder mehr raus. Zeigt das Schaltwerk bereits deutlich nach unten, probiert man es lieber noch mal mit zwei Gliedern mehr.
Kettenverschluss
Es gibt viele Wege beziehungsweise Produkte, eine Kette wieder zu verschließen. Das macht es etwas unübersichtlich. Die Auswahl der Verschlussteile im folgenden Bild zeigt rechts einen neuen Kettenniet mit Einführhilfe, die nach dem Eindrücken mit einem Kettennietdrücker (z. B. Parktool Werkzeug CT-3.3) oder einem vergleichbaren Tool mittels Zange einfach abgebrochen wird. Links daneben sieht man ein Kettenschloss, bei dem eine der Außenlaschen abnehmbar ist. Die beiden Stifte an der festen Lasche werden durch die Enden der neuen Kette geschoben, die einzelne Lasche wird aufgesetzt und der silberne Sicherungsschieber von vorne über die Stiftenden geschoben, bis er einrastet.
Rechts oben im Bild sieht man eine von zwei identischen, zusammengehörigen Außenlaschen mit je einem festen Kettenniet. Sie werden spiegelverkehrt in die Kette eingesetzt, die sollte dabei mittels Haltedraht entspannt werden. Die Stifte passen genau in die verbreiterte Aussparung des Gegenstücks, durch Zug auf der Kette ziehen sich die Stifte in den schmaleren Teil der Ösen und rasten ein, wie am Beispiel des Bildes mit dem Kettenschloss zu sehen. Das ist eine der gängigsten Varianten. Zum Öffnen müssen die Enden des Verschlussglieds - zum Beispiel mit der Parktool-Zange MLP-1.2 - zueinander gedrückt werden, bis die Bolzen sich aus der Arretierung lösen und an der breiteren Stelle der Öffnung herausnehmbar sind.
Zuletzt das einfachste Verschlussstück oben links: Auch hier gibt es eine Außenlasche mit zwei festen und eine ohne Kettenbolzen. Das hintere Teilstück wird in die Kettenenden eingeschoben, die „freie“ Außenlasche passt nur auf beziehungsweise über die Stiftenden, wenn man die Kette zur offenen Seite hin krümmt. Sitzen beide Löcher auf den Einkerbungen der Bolzenenden und lässt man die Kette wieder los, reicht das tatsächlich, um einen festen Sitz zu gewährleisten. Den meisten Ketten liegt übrigens ein Verschlussstück bei, man kann sie aber auch separat für durchschnittlich einen Euro kaufen.
Ketten-Verschleiß: Was passiert nach dem Tausch der Kette?
Fahrer der meisten Nabenschaltungen und Getriebe müssen dran denken, nach der Kettenmontage deren Spannung wieder herzustellen. Dazu muss im Allgemeinen das Hinterrad wieder etwas weiter hinten im Ausfallende fixiert werden. Ab Werk kommen Ketten schon mit Schmierung. Wurden die Ritzel nicht mit getauscht, kann das Laufgeräusch der Kette auf den ersten Kilometern etwas rau sein, das gibt sich aber. Die entfernten, überzähligen Glieder heben sich einige Radler auf, um eine optische Referenz zum Zustand ihrer Kette zu haben.
Fahrradkette tauschen: Diese Werkzeug brauchen Sie
Die Verschleißlehre wird mit den beiden rechten Stiften von oben in die Kette eingelegt, der rechte von beiden sorgt für korrekten Sitz. Bei neuen Ketten setzt dann der Dorn ganz links auf einem Kettenbolzen auf. Je weiter die sieben Glieder zwischen den Messstiften ausgeleiert sind, desto tiefer sinkt er in vier Stufen in die Kette. Der Kettennietendrücker öffnet und schließt Ketten ohne separates Verschlussglied, indem der versenkbare Dorn den Niet aus seiner Buchse drückt; dabei werden Innen- und Außenlaschen der Kette aber vom Tool abgestützt.
Die Zange zum Öffnen von bereits vorhandenen Kettenschlössern ist kein Muss, mit herkömmlichen Spitz- oder Kombizangen haben sich dabei viele Hobbyschrauber aber schon mal die Finger eingeklemmt. Die leicht krallenartigen Spitzen passen genau um die zwei Kettenbolzen eines solchen Verschlussglieds.
Weitere wichtige Punkte zur Fahrradkettenpflege
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Verschleißprüfung: Bevor es an das Reinigen deiner Kette geht, solltest du prüfen, ob sich die Länge der Fahrradkette durch die Nutzung verändert hat. Diese Längung siehst du mit bloßem Auge meist nicht, deshalb ist es sinnvoll, mit einer Verschleißlehre den Abstand der Kettenglieder zu prüfen. Die Verschleißlehre ist ein vordefiniert langes Metallstück, das, wenn die Kettenlänge stimmt, zwischen den Gliedern einrastet.
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Auswirkungen von Verschleiß: Zögerst du den Tausch der Fahrradkette zu lange hinaus, schmirgelt sich die gelängte Kette die Zähne von Kettenblatt und Kassette zurecht und eine neue Kette springt ab.
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Fahrdauer und Pflege: Wie viele Kilometer du mit einer Kette radeln kannst, hängt davon ab, wie du schaltest, bei welcher Witterung du unterwegs bist und auf welchem Untergrund, wie hochwertig die Kette ist - und wie gut du sie pflegst. Manche müssen nach 1.000 Kilometer runter vom Fahrrad, andere halten gut 3.000 Kilometer und mehr.
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Reinigungsposition: Am einfachsten erreichst du Fahrradkette, Ritzel und Kettenblatt, wenn du das Fahrrad auf Sattel und Lenker, also auf den Kopf, stellst. Falls du einen Montageständer hast, kannst du das Rad auch in ihn spannen.
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Umweltaspekte: Am besten reinigst du dein Fahrrad an einem offiziellen Waschplatz, da dort spezielle Auffangbehälter vorhanden sind und das ölhaltige Wasser nicht ins Grundwasser gelangt.
Schmierung der Fahrradkette
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Kettenöl: Die erste Wahl zur Kettenpflege ist handelsübliches Kettenöl aus dem Fahrradgeschäft. Dieses gibt es in verschiedenen Varianten, z.B. für feuchtes Wetter mit PTFE, das die wasserabweisenden Eigenschaften verbessert.
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Kettenwachs: Kettenwachs nimmt eine Sonderstellung ein: Es trocknet auf der Kette und bildet so einen dauerhaften Schutz für das ursprüngliche Fett. Daher eignet es sich auch zum Einfetten einer neuen Kette. Zu beachten ist allerdings, dass sich das Wachs ohne chemische Entfetter kaum wieder entfernen lässt.
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Ungeeignete Schmiermittel: Wichtig: Pflanzenöl eignet sich dagegen nicht als Schmiermittel für die Fahrradkette, ebenso wenig wie Sprays für Autos. Diese sind in der Regel auf die Bedürfnisse von Autos abgestimmt.
Was man beim Reinigen vermeiden sollte
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Hochdruckreiniger: Wie schon der Name verrät, arbeitet das Gerät mit Hochdruck. Keine gute Eigenschaft, wenn es um das Reinigen eines Fahrrads und seiner vielen beweglichen und sensiblen Komponenten wie Dichtringe und Schaltwerkröllchen geht. Mit einem Hochdruckreiniger können die Teile beschädigt und Schmierfette aus den Lagern gespritzt werden. Bei Anwendung an der Kette kann zudem alter Schmutz in die Lager gelangen.
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Spülmittel: Zwar ist Spülmittel für viele eine beliebte Allzwecklösung beim Bikewashing, allerdings kann es bei der Wirksamkeit nicht mit speziellen Kettenreinigern oder Waschbenzin mithalten. So dringt das Mittel nicht so tief in die Kettenglieder ein und ist deshalb für intensiv genutzte Bikes weniger geeignet. Nutzt du das Mittel dennoch, dann sollte die Kette nach der Reinigung sofort geölt werden.
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Bremsenreiniger: Wir raten davon ab, Bremsenreiniger beim Putzen der Kette zu verwenden. Seine sehr stark entfettende Wirkung führt dazu, dass die Kette nach einer Behandlung mit Bremsenreiniger sowohl außen, als auch innen komplett ungeschmiert ist und somit auch keinen Rostschutz mehr bietet. Deshalb musst du die Kette nach dem Säubern mit Bremsenreiniger unmittelbar schmieren - oder auf eine alternative Reinigungsmethode ausweichen.
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Diesel oder Benzin: Generell kannst du eine Fahrradkette auch mit Benzin oder Diesel reinigen. Allerdings raten wir auch von dieser Methode ab, da beide Substanzen hoch entzündlich sind. Solltest du doch Benzin oder Diesel zum Reinigen deiner Fahrradkette nutzen, achte darauf, die Kette danach sofort wieder zu schmieren, da beide Stoffe stark entfettend wirken.
Wie oft muss ich eine Kette ölen?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Letztendlich kommt es darauf an, wie oft das Fahrrad benutzt wird und wie stark die Fahrradkette dem Schmutz ausgesetzt ist. So kann es sein, dass du deine Kette nach 100 km ölen musst, manchmal dauert es auch länger. Wer jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt, sollte die Kette in kürzeren Abständen pflegen - am besten wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat. Eines ist sicher: Sobald die Fahrradkette nicht mehr leise läuft und rasselt, solltest du sie dringend ölen.
Spezifische Empfehlungen für verschiedene Fahrradtypen
Was die spezifischen Empfehlungen für die Pflege von Fahrradketten je nach Fahrradtyp betrifft, so variieren die Anforderungen tatsächlich ein wenig. Rennräder, die oft auf sauberen und trockenen Straßen gefahren werden, benötigen möglicherweise weniger intensive Reinigungszyklen als Mountainbikes, die regelmäßig schlammigen und feuchten Bedingungen ausgesetzt sind. E-Bikes, mit ihrem zusätzlichen Drehmoment, das auf die Kette wirkt, können ebenfalls spezielle Überlegungen hinsichtlich der Schmierung und des Verschleißschutzes erfordern.
Zusammenfassung der Wartungsschritte
Im Allgemeinen schiebt man die Verschleißlehre zwischen die Kettenglieder, um zu messen, ob die Kette über ihre ursprüngliche Länge hinaus gedehnt wurde. Wenn die Lehre ohne Widerstand in den Spalt zwischen den Gliedern passt, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Kette ausgetauscht werden muss. Die regelmäßige Wartung deiner Fahrradkette beugt nicht nur Korrosion, sondern auch dem Verschleiß und der Neuanschaffung anderer Bauteile vor.
Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Schritte und Empfehlungen für die Wartung von Fahrradketten zusammenfasst:
| Wartungsschritt | Häufigkeit | Empfohlene Produkte |
|---|---|---|
| Reinigung | Je nach Bedarf, idealerweise nach Fahrten im Gelände oder bei Regen | Baumwolltuch, Bürste, Kettenreiniger (optional) |
| Schmierung | Nach jeder Reinigung oder wenn die Kette Geräusche macht | Kettenöl, Kettenspray |
| Verschleißprüfung | Regelmäßig, z.B. alle 500-1000 km | Verschleißlehre |
| Austausch | Bei Erreichen des Verschleißlimits | Neue Kette, Kettennieter, Kettenschloss |
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