Fahrradlichter im Test: Speziell für Gravel Bikes

Die Wahl der richtigen Fahrradbeleuchtung ist entscheidend, um in der dunklen Jahreszeit sicher unterwegs zu sein. Besonders für Fahrer von Gravel Bikes, Rennrädern oder Mountainbikes stellt sich die Frage, welche Lampen die besten Eigenschaften für ihre Bedürfnisse bieten. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene akkubetriebene Lichtlösungen und gibt eine Übersicht, welche Lampe sich für welchen Einsatzzweck eignet.

Die Qual der Wahl: Was ist wichtig bei Fahrradlichtern?

Angesichts des großen Angebots an Akku-Lampen zum Aufstecken wird die Wahl der Lampen zur Qual. Die Lampen sollen möglichst klein und kompakt sein und sich unkompliziert und dabei sicher befestigen lassen. Natürlich sollten sie unempfindlich bei Nässe sein, hierfür gibt es zum Beispiel die IPX4-Schutzklasse, die einen definierten Spritzwasserschutz garantiert.

Die Hersteller der Fahrrad-Lampen geben in Lux oder Lumen an, wie hell ihre Modelle sind. Lux definiert die gerichtete Lichtintensität, also wie viel Licht auf einen bestimmten Punkt mit definierter Entfernung vor der Lampe fällt. Lumen steht hierbei für gesamte Lichtleistung einer Lampe, die in alle Richtungen abgegeben wird, auch Lichtstrom genannt. Generell ist es schwierig, allein anhand der technischen Daten unterschiedliche Lampen zu vergleichen. Da die für Lux gemessene Fläche sehr klein ist, reicht nur eine hohe Nummer hierbei nicht aus.

Gesetzliche Bestimmungen: Was die StVZO vorschreibt

Bis vor wenigen Jahren war am Fahrrad nur fest installiertes, dynamobetriebenes Licht erlaubt. Mittlerweile dürfen auch Akku-Leuchten verwendet werden, sofern sie die Anforderungen der StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung) erfüllen. "Fahrräder müssen mit einem oder zwei nach vorn wirkenden Frontscheinwerfern für weißes Abblendlicht ausgerüstet sein." Außerdem ist mindestens ein rotes Rücklicht in einer Höhe zwischen 25 und 120 Zentimetern vorgeschrieben. Wichtig: Die roten Rücklichter dürfen nicht blinken, eine Bremslicht-Funktion ist beim Rücklicht aber erlaubt.

Testkriterien: Wie wurden die Fahrradlichter bewertet?

Bewertet wurden Scheinwerfer und Rücklichter der Akku-Beleuchtung nach fünf Kriterien, deren Ergebnisse in unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtnote einfließen:

  • Leuchtprofil (30 Prozent): Helligkeit und Ausleuchtung der Mess-Strecke.
  • Leuchtdauer (25 Prozent): Akkustandzeit bei maximaler Leistung.
  • Handling (15 Prozent): Bedienbarkeit der Schalter und Qualität der Ladestandsanzeige.
  • Verarbeitung (15 Prozent): Materialgüte, Qualität der Dichtungen und Wasserdichtigkeit.
  • Halter (15 Prozent): Montagemöglichkeiten und fester Halt an Lenker, Vorbau und Sattelstütze.

Fahrradlicht-Sets im Detail

Im Folgenden werden einige der getesteten Fahrradlicht-Sets detailliert vorgestellt:

Busch & Müller Ixon Rock und Ixxi

Set-Preis: 127 Euro
Gut verarbeitet, präzise Ladestandsanzeige. Halter mit Bajonettsicherung ist etwas fummelig und baut hoch; dagegen ist der neue Halter für die Montage an Auslegern von Aerolenkern filigran und praktisch.

Cateye Gvolt 100 und Rapid Micro G

Set-Preis: 172 Euro
Der Scheinwerfer kann auf und ­unter dem Lenker montiert werden; wird bei Volllast sehr heiß, regelt ohne ausreichende Kühlung sofort runter; zwei Stunden Leuchtdauer sind knapp bemessen.

Lezyne Power Pro 115 und Strip Alert

Set-Preis: 136 Euro
Sehr lange Ladezeit; der Scheinwerfer wird heiß und benötigt ausreichend Kühlung, Indikator an der Rückseite schlecht sichtbar; sehr helles, rundum sichtbares Rücklicht, aber recht kurze Leuchtdauer.

Sigma Aura 100 und Blaze Link

Set-Preis: 110 Euro
Scheinwerfer und Rücklicht mit informativen und präzisen Indikatoren; Kombischaltung für beide Lichter, mit Bremslicht; gute Lichtreserve, Haltegummi schon für Lenker mit 30 mm Durchmesser sehr kurz.

Trelock LS 760 IGo Vision Set

Set-Preis: 150 Euro
Bestes Display, informativ, sehr einfache Bedienung; klobiger, wenig flexibler Halter; das Leuchtprofil ist homogen, könnte vorm Vorderrad jedoch heller sein; Rücklichthalter passt nicht ideal an Aerostützen.

Lupine SL Nano AF und C14 Mag

Set-Preis: 451 Euro
Bestes Leuchtprofil bei Fernlicht; Ladestandsindikator am Akku muss durch Drücken aktiviert werden, komfortable, kabellose Fernbedienung; robustes Rücklicht mit langer Leuchtdauer.

Supernova Lights M99 Mini Pro B54

Preis: 579 Euro
App-Steuerung. Hier gibt es für die Sommermonate einen Schlaf- und die generelle Nutzung einen LongLife-Modus.

Weitere getestete Fahrradlichter (2024)

Die BikeX-Redaktion hat aktuelle 2024er Frontleuchten bis rund 100 Euro untersucht, die für den Straßenverkehr perfekt geeignet sind und auch auf Schotterwegen in der Dämmerung ausreichend Licht bieten.

  • Acid/Cube Pro 100 LED Front Light: Top bedienbare, preisgünstige Leuchte mit abnehmbarer Lenkerklemme.
  • Axa Down 100: Eher leichte Leuchte mit etwas fummelig zu bedienendem Lenkergummi, davon ab ist das Handling sehr gut.
  • Busch+Müller Ixon Rock: In Deutschland hergestellte, teure, wertige Lampe. Sehr gute Leuchtweite.
  • Cateye Gvolt 70.1: Gute Leuchtkraft und mit 13° ein eher großer Leuchtwinkel.
  • Giant Recon HL 80 Lux: Einen extrem breiten (27° Leuchtwinkel!), weit vor das Vorderrad reichenden Lichtkegel.
  • Knog Blinder StVZO 120: Sie liefert die höchste Reichweite, das beste Leuchbild und im Vergleich "brutale" Leuchtkraft.
  • Lezyne Macro StVZO 500+: Sie bietet ein breites, vergleichsweise helles, weit herab reichendes Lichtfeld.
  • Lezyne Macro StVZO 600+: Zeigt ein fast identisches Ausleuchtungsbild wie die günstigere Lezyne.
  • NG Sports Fahrradlampe Lavandee 50: Die kleinste und mit Abstand leichteste Lampe im Test.
  • Osram LEDsBike Race 80 Set: Per abnehmbarer Silikonhalterung wird die sehr preiswerte, dennoch sauber verarbeitete Osram befestigt.
  • Sigma Aura 80 USB: Eine solide Leistung liefert die relativ leichte, sehr gut bedienbare Sigma ab.
  • Trelock LS 480 Lighthammer USB: Zum fairen Preis liefert sie einen nicht super hellen, aber breiten und sehr weit vor das Vorderrad reichenden Lichtkegel.

Aus dem Alltag: Neue Frontleuchten im Test

Die BikeX-Redaktion hat drei neue Frontleuchten im Alltag getestet:

  • LightSkin Naca Road: Für den Einsatzzweck auf der Straße bot die NACA Road ein ausreichend helles und breites Lichtbild.
  • BBB Strike Duo 1200: Die BBB Strike Duo 1200 überzeugt mit einer richtig hellen Ausleuchtung und eignet sich perfekt zum Graveln.
  • Giant Recon HL 80 Lux: Die Giant Recon HL 80 überzeugt mit ihrem klar strukturierten und fürs Auge angenehm wahrnehmbaren Leuchtbild.

Weitere Tipps für Sichtbarkeit im Dunkeln

Neben einem guten Frontlicht ist auch ein ausreichend helles Rücklicht unabdingbar. Einige empfehlenswerte StVZO-konforme Rückleuchten sind:

  • Cateye X2G Kinetic: Schaltet bei Verzögerungen automatisch in den helleren "Bremslichtmodus".
  • Lezyne Strip Drive StVZO: Fünf LEDs sorgen für sehr gute Sichtbarkeit - in einem Winkel von 270°.

Nachhaltigkeit: Ein wichtiger Aspekt

Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt bei Fahrradlichtern eine Rolle. So gibt es bei den Verpackungen deutliche Fortschritte, weil fast ausschließlich Kartonagen und deutlich weniger Plastikverpackungen zum Einsatz kommen. Ein wichtiger Punkt ist die Lebensdauer von Akkus: Laut einer neuen EU-Verordnung müssen diese an Geräten ab 2027 vom Endnutzer ersetzt werden können.

Die Bedeutung des Lichtbildes

Eine Lampe mit 150 Lux kann in der Praxis komplett enttäuschen, während ein anderes Modell mit 50 Lux überzeugt. Der Grund ist, dass der Lux-Wert nur an einem einzigen Punkt gemessen wird. Der reine Lux-Wert taugt also für den Vergleich von Scheinwerfern nicht. Bei einem Vergleich sollten also immer beide Werte betrachtet werden.

Anstecklichter verschiedener Hersteller im Detail

Der Markt bietet zahlreiche Akku-Lampen und Rücklichter, die sich unkompliziert per Schnellverschluss am Lenker und der Sattelstütze befestigen lassen. Der Einfachheit halber haben wir die verschiedenen Lampen alphabetisch nach Hersteller gruppiert und die relevanten Informationen zusammengetragen. Wir haben von allen Lampen Bilder auf der hellsten und dunkelsten Einstellung gemacht. Jeweils mit identischen Kamera-Einstellungen. So könnt ihr die Bilder gut vergleichen.

Bookman

Das recht kompakte Frontlicht hat einige Eigenschaften, die uns sehr gut gefallen haben. Die Lampe kann sowohl normal als auch kopfüber montiert werden. Das Mount entspricht einem Garmin Standard Mount. In der Packung liegt sogar ein Adapter für eine GoPro Halterung bei. So kann die Lampe auch auf dem Helm montiert werden. Eingeschaltet wird die Lampe über einen Knopf an der Oberseite. Sehr praktisch ist auch die Bedienung über das „Power Wheel“. Es ist ein einfacher Drehschalter, mit dem man die Helligkeit in fünf Stufen einstellen kann. Das funktioniert auch mit Handschuhen sehr gut. Der verbaute Akku lässt sich über einen Deckel an der Rückseite der Lampe einfach austauschen und Ersatzakkus könnt ihr natürlich jederzeit mitnehmen. So habt ihr auch auf langen Touren immer eine Reserve dabei. Für einen Nightride eignet sich die Lampe auf jeden Fall.

Busch und Müller

Die IXON Space bietet ganze acht Leuchtstufen. Leider macht das auch die Bedienung der Lampe dadurch etwas umständlich. Die Lampe hat auf der Oberseite eine Steuerung, mit der ihr zwischen den acht Stufen umschalten könnt. Leider ist es keine wirkliche Touch-Steuerung, sondern eher wie mehrere hintereinanderliegende Knöpfe, was es mit dickeren Handschuhen fast unmöglich macht, die Lichtstärke zielgenau einzustellen, auch wenn die Lampe explizit mit einer Steuerung per „Touch-Slider“ beworben wird.

Die Bedienung mit drei Leuchstufen ist deutlich einfacher. Bei der IXON Rock könnt ihr einfach über den Power-Button die Lichtstärke steuern. Das macht es auch mit Handschuhen einfach, die Lampe umzustellen.

Über das Busch und Müller Ixxi gibt es gar nicht viel zu sagen. Es ist ein sehr kleines Rücklicht, dass ihr einfach mit einem Gummi-Ring an der Sattelstütze oder an den Sitzstreben befestigen könnt.

Exposure Lights

Das Alleinstellungsmerkmale der Lampen ist die „Reflex+"-Funktion. Hierbei passt sich die Helligkeit der Lampe automatisch an das Gelände, den Fahrstil und die Geschwindigkeit an. Fahrt ihr schneller, wird die Lampe heller, fahrt ihr langsamer, zum Beispiel bei Steigungen, wird sie dunkler. Das spart Akku und maximiert die Akkulaufzeit bei gleichzeitig möglichst optimaler Ausleuchtung.

Knog

Das Knog Plug Twin Pack ist ein Set aus Front- und Rücklicht. Beide Lichter gibt es auch einzeln. Die Lampen sind auf das Wesentliche reduziert, ohne jeglichen Schnickschnack. So haben sie jeweils nur eine Helligkeitsstufe und die Funktion beschränkt sich allein auf das Ein- und Ausschalten.

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