Wenn die Urlaubskarawane diesen Sommer wieder wie zähflüssige Lava über den Brenner Richtung Süden mäandert, ist das Chaos vorprogrammiert. Die Mega-Baustelle an der Luegbrücke wirft schon jetzt lange Stau-Schatten voraus. Doch für Biker beginnt die Geduldsprobe häufig schon vor der Abfahrt. Dann nämlich, wenn alle Koffer verstaut und die Kinder auf den Rücksitzen festgezurrt sind - und nur noch die Räder auf dem Heckträger platziert werden müssen. Besondere Herausforderung: ausladende Radstände und pralldicke Rahmenrohre. Müssen dann noch zwei oder gar drei Bikes hintereinander geschachtelt werden, liegen die Nerven oft schon blank, bevor die Fahrt beginnt.
Diese Fahrradträger haben wir getestet
Um herauszufinden, welches Testmodell den Job am besten erfüllt, haben wir gewogen, geschleppt, gemessen und beladen - und zwar mit den unterschiedlichsten Bikes, um eine möglichst große Bandbreite abzudecken.
Fahrradträger-Kauf - Mit Maß ans Ziel
Auch ihr solltet vor dem Kauf das Maßband zur Hand nehmen, um ein paar entscheidende Fragen zu klären: Passen die Bikes, ohne überzustehen, auf den Träger? Sind die Schienen breit und die Rastbänder lang genug für fette Schlappen? Außerdem, und das betrifft vor allem E-Bikes mit integriertem Akku oder kantigen Rohren: Umschließt der Greifer im Zweifel auch das voluminöse Unterrohr? Klassische Klauen-Greifer sind hier klar im Nachteil, sie klemmen kaum mehr als Rohrdurchmesser von 80 Millimetern.
Haltearme mit Rastbändern packen in der Regel auch deutlich wuchtigere Rahmen sicher, lassen sich häufig mit längeren Gurten aufrüsten und sind zudem schonender zum Material - Stichwort Carbon -, weil sie die Klemmkraft auf eine größere Fläche verteilen.
Ob die Bikes trotz langer Radstände noch sicher auf dem Träger stehen, sollte man unbedingt vor dem Kauf checken.
Passt der Fahrradträger? Das zweite Bike entscheidet
Passt das erste Rad auf den Träger, ist das noch lange kein Go. Erst beim zweiten Bike zeigt sich, ob der Fahrradträger wirklich zu eurer Flotte passt. Ein Punkt ist uns nämlich in diesem Test besonders aufgefallen, und es ist nicht das dezente Schwarz, in dem die Hersteller neuerdings ihre Träger ausliefern. Viel wichtiger: Die Konstruktionsweise der Kupplungsträger hat sich geändert. Nahezu bei allen Modellen lassen sich die Schienen nun nach oben falten. Das spart Platz in der Garage und erleichtert den Transport.
Doch dadurch fallen auch die Bügel deutlich schmaler aus, damit sie nicht seitlich über die nach oben geklappten Schienen überstehen und so das geringe Packmaß zunichtemachen. Der negative Effekt: weniger Klemmoptionen am Rahmen. Bei Atera, Eufab, MFT und Thule merkt man das besonders deutlich. Gerade beim zweiten Bike bleibt häufig nur noch das Unterrohr als mögliche Position, oder man muss das Rad so weit versetzen, dass es entweder fast von der Schiene rutscht oder die Rastbänder nicht mehr ausreichen, um die Laufräder zu fixieren.
Das erste Bike anzubringen ist meist kein Problem. Schwierig wird es oft, wenn zwei oder drei Bikes transportiert werden sollen.
Stichwort Stützlast - unbedingt checken
Auch das Gewicht Ihrer Bikes spielt bei der Anschaffung des Fahrradträgers eine Rolle. Addiert man beide Bikes mit dem Gewicht des Trägers, kommen schnell mal 65 Kilo und mehr zusammen. Ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung eures Fahrzeugs zeigt dann, ob sich das mit der zulässigen Stützlast der Anhängerkupplung ausgeht. Besonders knapp wird es, wenn man zusätzlich eine optionale dritte Schiene montiert. Bis auf BuzzRack und Uebler bieten alle Modelle im Test diese Möglichkeit.
In der Regel sind die Zusatzschienen aber weder für E-Bikes noch für besonders große Radstände ausgelegt und eher für den Transport von Kinderrädern gedacht.
Das Eigengewicht des Träger plus das der beiden Bikes darf die Stützlast der Kupplung nicht überschreiten.
Als besonders praktisch haben sich im Test übrigens Greifarme erwiesen, die sich leicht vom Bügel lösen - bei den neuen Haltern von Thule geht das sogar mit einer Hand - und dann an passender Stelle am Bügel wieder ansetzen lassen. BuzzRack löst das Problem besonders clever mit einem zwischen den Schienen platzierten Bügel. Hier beschränkt lediglich der geringe Klemmdurchmesser von nur 60 Millimetern. Den eigenwilligen Gelenkarm des MFT-Trägers durch den Rahmen zu fädeln ist dagegen eine Kunst für sich.
Abnehmabre Greifer lassen sich besonders leicht durch das Rahmengewirr fädeln.
Die wichtigsten Daten im Überblick
Hier findet ihr die wichtigsten Daten zu den Fahrradträgern.
Italien - neue Regel zur Warntafel
Nach einigem juristischen Hin und Her hat Italien die Warntafel-Pflicht abgeschafft. Fahrräder, die auf einem Träger auf der Kupplung montiert sind, müssen nicht mehr mit einer Warntafel gekennzeichnet sein, sofern der Träger ein Wiederholungskennzeichen und eine eigene Beleuchtung aufweist. Achtung: Für Fahrradträger an der Heckklappe gilt die neue Regelung nicht!
Übrigens: Wer mit dem Fahrradträger auf der Autobahn unterwegs ist, sollte den Tacho im Auge bahlten. Alle Hersteller empfehlen für ihre Träger ein Tempolimit. Bei allen Modellen im Test ist bei 130 km/h Schluss!
Praktisches Zubehör für Fahrradträger
Für die meisten Fahrradträger gibt es inzwischen faltbare Auffahrtsschienen. Bei E-Bike-Gewichten von weit über 20 Kilo keine schlechte Investition. Die Preise starten je nach Hersteller bei etwa 50 Euro.
Lässt sich der Fahrradträger um eine Schiene erweitern, kann man spontan auch mal einen weiteren Gast mit auf Tour nehmen. Achtung: Die Zusatzschienen sind bei der zulässigen Traglast meist etwas geringer ausgelegt. Preise: ab ca. 100 Euro.
Große Akkus bedingen häufig auch wuchtige Unterrohre. Nicht alle Greifarme sind auf solche Übermaße ausgelegt. Toll, wenn sich die Halter über längere Ratschenbänder an die überdimensionierten Rohrdurchmesser anpassen lassen. Gleiches gilt für die Rast- bänder an den Laufrädern.
Die ClickTop-Transporthilfe von Yakima ist eigentlich gedacht für unkonventionelle Rahmenformen oder Tiefeinsteiger. Aber auch für den Transport sensibler Carbon-Bikes ist diese Art der Befestigung eine schonende Alternative. Die Stange wird zwischen Vorbau und Sattelstütze geklemmt und dient als Ansatzpunkt für den Greifarm. Preis: 39 Euro.
Ihre Robustheit haben Carbonfelgen natürlich längst bewiesen, aber unschöne Kratzer möchte man den teuren Rundlingen nicht zumuten. Daher sollten die Ratschenbänder immer mit Felgenschonern bestückt sein. E-Bikes sind häufig zu schwer, um sie aufs Autodach zu hieven. Da helfen Fahrradträger für die Anhängerkupplung, die auch korpulente Räder zuverlässig sichern.
Die wichtigsten Details der Fahrradträger
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Uebler schnappt sich den Testsieg und die Note "Gut". Der Siegertyp ist qualitativ hochwertig und dabei besonders leicht. Obwohl der Uebler i21 Z sehr leicht ist, bleibt er auch unter Extrembedingungen stabil. Die Bewegung des Trägers bleibt selbst bei der Vollbremsung im Rahmen. Die serienmäßig gelieferten Gurte der Rahmenhalter des Uebler-Trägers sind bei besonders dicken Fahrradrahmen zu kurz. Längere gibt es gegen Aufpreis.
Bei den Fahrprüfungen ließ der Eufab Premium Go+ nur minimale Bewegungen zu. Sein Geheimnis: die Fix4Bike-kompatible Halterung. Selbst mit einem dritten Fahrrad belastet übersteht der Eufab Premium Go+ den Slalom tadellos. Das Kabel dürfte allerdings kürzer sein. Das Fix4Bike-kompatible System des Eufab Premium Go+ benötigt keinen langen Klemmhebel und nur geringen Kraftaufwand. Wie alle Fahrradträger im Testfeld ist auch der Eufab Premium Go+ klappbar. Das ermöglicht den Zugang zum Kofferraum.
Dank der guten Qualität und Handhabung ist der Thule Easyfold 3 eine Kaufempfehlung wert. In puncto Handhabung hat sich der Thule Easyfold 3 nicht viel vorzuwerfen. Die von der Bedienungsanleitung geforderte Kraft von 47 kg für den Klemmhebel ist in der Praxis allerdings schwer zu kontrollieren. Ausweichmanöver quittiert der Thule Easyfold 3 mit deutlicher Kippneigung und seitlichem Verdrehen. Das können andere Träger besser.
Der Atera Forza M lässt sich leicht installieren und ist auch mit einer zusätzlichen Radschiene für ein drittes Rad zu haben. Die Handhabung der Rahmenhalter des Atera Forza M ließe sich verbessern. Thule setzt hier die Maßstäbe. Beim Slalom versagte der Norauto E-Fit 300-2. Der Träger touchierte den Stoßfänger des Volvo. Das ist zwar ungefährlich, sollte aber nicht vorkommen. Beim Verzurren der Räder verrutschen die Felgenschützer des Norauto E-Fit 300-2 allzu leicht.
Die Erstmontage des Fischer Proline Evo2 erfordert erheblichen Bastel- und Zeitaufwand. Die beiden Rahmenhalter des Fischer Proline Evo2 kommen als Bausatz, während die (teureren) Konkurrenten vormontiert sind. Drei der sechs Träger verlangen in der Bedienungsanleitung nach einem spezifischen Druck auf dem Klemmhebel. Das ist praxisfremd, denn im Alltag dürften nur wenige Nutzer:innen über das dafür notwendige Messwerkzeug verfügen. Wir haben die Anweisungen natürlich dennoch befolgt.
Aufgelastet mit 300 kg Gepäck bringt der Volvo XC90 T8 satte 2670 kg auf die Waage. Zu zweit mit Fahrradträger und zwei E-Bikes sind dann also schnell drei Tonnen unterwegs. Vor den Fahrtests mussten auch alle Träger, hier der Thule Easyfold 3, und die Fahrräder auf die Waage.
Die gute Nachricht vorweg: Auch bei der Vollbremsung aus 100 km/h ist bei unserem Test von Fahrradträgern für die Anhängerkupplung kein E-Bike in hohem Bogen abgeflogen. Dennoch offenbarten sich große Unterschiede in der Stabilität und Handhabung, ganz zu schweigen von den Preisen. Allen Trägern im Testfeld, auch den günstigen, ist ein Klappmechanismus gemein, um den Zugang zur Heckklappe freizugeben.
Die Frage ist: Lohnen sich teure Fahrradträger oder genügt auch ein billiger? Und wie sicher sind die E-Bike-Träger im Alltag und in Extremsituationen?
Testsieger: Uebler i21 Z
Der Testsieger von Uebler punktet schon vor dem Auspacken: Der Lieferkarton ist nicht nur vergleichsweise zierlich, sondern auch leicht. Der weitgehend aus Aluminium gefertigte Fahrradträger für die Anhängerkupplung wiegt nur knapp über 13 kg, was den Transport und die Handhabung erheblich erleichtert. Außerdem eignet er sich so auch für Autos mit geringer Stützlast. An der Anhängerkupplung installiert wird der Uebler i21 Z im gefalteten Zustand und klappt sich anschließend auf wie ein Origami. Das Wiederholungskennzeichen ist schnell und ohne Einsatz von Werkzeug montiert.
Mit drei mitgelieferten Spanngurten kann man die Räder zusätzlich verzurren. Das ist jedoch gar nicht nötig. Auch ohne Gurte überzeugt der Uebler i21 Z beim Fahren mit sehr gutem Halt, übersteht selbst Slalom und Vollbremsung tadellos. Dennoch gäbe es Raum für Verbesserungen: Das Handling der Rahmenhalter mit dreh- und drückbaren Tasten ist fummelig. Außerdem sind die serienmäßig montierten Schlaufen zu kurz für besonders dicke Rahmen, wie E-Bikes sie häufig aufweisen. Längere kosten Aufpreis. Für eine scharfe Kante am Kupplungsmechanismus gibt es weiteren Punktabzug.
Preis-Leistungssieger: Eufab Premium Go+
Wer eine Anhängerkupplung mit einem Fix4Bike-kompatiblen Haken (siehe unten) sein Eigen nennt, ist mit dem Eufab Premium Go+ gut bedient. Der sehr solide Fahrradträger stützt sich nämlich auf die zwei zusätzlichen Zapfen am Haken. Das erleichtert die Montage und verbessert den Halt - nicht nur in der Theorie. Bei den Fahrversuchen im Test überzeugte der Eufab-Fahrradträger mit den besten Ergebnissen. Selbst mit der optionalen Schiene für ein drittes Rad schaukelte sich der Träger nicht übertrieben auf. Auch die verschiebbaren Radstopper halten schwere E-Bikes im Zaum.
Für Reifen, die breiter als 2,35 Zoll sind, empfiehlt es sich allerdings, die optional erhältlichen größeren Stopper zu installieren. Apropos Installation: Die Erstmontage der dritten Radschiene ist unnötig kompliziert und erfordert nicht mitgeliefertes Werkzeug. Auch fällt das Kabel, das die Rückleuchten mit dem Stecker an der Anhängerkupplung verbindet, zu lang aus. Und selbst gefaltet erfordert der 19,5 kg schwere und große Träger einigen Kraftaufwand und Stauraum. Sehr bequem hingegen: Eine klappbare Auffahrschiene für komfortables Beladen und eine Tasche zählen bereits zum Lieferumfang.
Sehr empfehlenswert: Thule Easyfold 3
Der teuerste Fahrradhalter im Testfeld ist nicht der beste, aber gut genug fürs Podium. Trotz seines Gewichts von 18 kg gefällt der Thule Easyfold 3 vor allem mit seiner Verarbeitung und ordentlicher Handhabung. Ist der senkrecht stehende Bügel erst montiert, dockt der Thule-Träger leicht an der Anhängerkupplung an und faltet sich mit zwei Handgriffen auf. Etwas realitätsfremd sind die 47 kg, welche die Bedienungsanleitung zum Fixieren des Klemmhebels erfordert. Wer soll das denn bitte nachmessen können? Wir haben es natürlich trotzdem getan. Besonders die Rahmenhalter überzeugen jedoch. Mit etwas Übung lassen diese sich sogar mit einer Hand installieren. Schade, dass sie zwar abschließbar sind, aber nicht mit dem gleichen Schlüssel wie der Träger selbst.
Die Spanngurte mit Ratschen für die Reifen sind leicht zu handhaben, und - wie bei allen anderen Trägern im Testfeld - die Klappfunktion erleichtert den Zugang zum Kofferraum. Optional nimmt der Thule Easyfold 3 auch ein drittes Fahrrad an den Haken, noch dazu ohne Fummelei. Doch schon mit zwei E-Bikes beladen bestätigt sich, was wir bereits in unserem Test der Heckbox Thule Santu festgestellt haben: Bei sportlicher Gangart oder Ausweichmanövern verdreht sich der Träger seitlich, im Extremfall bis zum Anschlag, also dem Stoßfänger des Testwagens. Das ist nicht sicherheitsrelevant. Man sollte dann aber anhalten und den Träger wieder in die Ursprungsposition bringen.
Ergebnisse der Top 3
| Produkt (Punkte max.) | Übler i21 Z | Eufab Premium Go+ | Thule Easyfold 3 |
|---|---|---|---|
| Funktionalität (50) | 38 | 36 | 34 |
| Qualität (20) | 20 | 19 | 18 |
| Sicherheit (20) | 17 | 19 | 18 |
| Nachhaltigkeit (10) | 10 | 10 | 10 |
| Gesamtpunkte (100) | 85 | 84 | 80 |
| Bewertung | Gut | Gut | Gut |
| Prädikat | Testsieger | Preis-Leistungs-Sieger | Sehr empfehlenswert |
Sehr empfehlenswert: Atera Forza M
Preislich robbt sich der Atera Forza M gefährlich nahe an die Oberklasse der Fahrradträger für die Anhängerkupplung heran. Das kleine Packmaß und die solide Verarbeitung des 18 kg schweren Trägers können das rechtfertigen, bei der Handhabung und der Stabilität gibt es allerdings Punktabzüge. Speziell die Rahmenhalter des Atera zeigen sich im Test widerspenstig und lassen sich nur unwillig in Position bringen und verschließen. Das können andere Träger besser.
Beim Slalom fiel der Forza M zudem durch dynamisches, seitliches Verdrehen auf. Damit erübrigte sich ein zusätzlicher Testdurchgang mit der optional erhältlichen, dritten Radschiene. Diese hätte das Phänomen nur noch verschlimmert. Vorbildlich hingegen: Ein Rahmenschützer für empfindliche Fahrräder und ein Ersatzspanngurt zählen bereits zum Lieferumfang.
Norauto E-Fit 300-2
Der Norauto E-Fit 300-2 wartet mit einem exklusiven Komfortfeature auf: Der mit 21 kg Gewicht schwerste Fahrradträger im Testfeld rollt auf vier Rädern vor. Das mindert den Kraftaufwand, der für den Transport nötig ist, und sollte den anderen Probanden als Vorbild dienen. Auch in puncto Beständigkeit kann der Norauto-Träger zunächst gefallen. Die massive Struktur flößt Vertrauen ein, die Radschienen aus einem Guss nehmen es auch mit Reifen von Fatbikes auf. Sogar die Rahmenhalter können mit weitaus teureren Modellen konkurrieren.
Die Abklappfunktion versteckt sich zwar im Kennzeichenhalter, aber wenn man sie gefunden hat … klappt sie einfach. Problematisch sind hingegen die Spannriemen für die Felgen. Die sind sehr weit innen fixiert und damit für E-Bikes mit langem Radstand ungeeignet. Zudem ist im Test ein - zu knapp dimensionierter - Felgenschützer verrutscht und hat einen Defekt ausgelöst: Durch die Bewegungen beim Fahren kam es zum Kontakt mit einer Speiche, die den schmalen Spannriemen in kurzer Zeit angeschnitten hat. Das setzt Abzüge.
Ein Ersatzriemen zählt leider nicht zum Lieferumfang. Auch Ausweichmanöver sind nicht die Stärke des E-Fit 300-2. Die Kippneigung liegt noch in der Toleranzzone. Doch das seitliche Verdrehen bis zum Anschlag kostet weitere, wertvolle Punkte.
Fischer Proline Evo2
Mit deutlichem Punktabstand trudelt der Fischer Proline Evo2 über die Ziellinie. Fast wie im richtigen Leben! Denn der extrem preisgünstige Fischer-Träger erfordert einige Bastelarbeit, bevor er mit der Anhängerkupplung und zwei E-Bikes anbandelt und startklar ist. Der senkrechte Metallbügel wird altertümlich mit ellenlangen Knebelschrauben befestigt. Die Rahmenhalter kommen vollständig zerlegt als Bausatz im Karton. Auch die Befestigung am Kugelkopf braucht umständliche Zuwendung: Mit einem (mitgelieferten) Inbusschlüssel muss sie so eingestellt werden, dass der Klemmhebel mit exakt 45 kg sitzt. Das ist praxisfern, da im Alleingang und ohne Messgerät kaum zu bewerkstelligen.
Der 17,2 kg schwere Halter an sich wirkt solide. Doch die ebenfalls mitgelieferten Erweiterungsradschienen, die für Räder im Erwachsenen-Format unerlässlich sind, flößen kein Vertrauen ein. Den Plastikteilen, die explizit auch bis zu 30 kg schwere E-Bikes halten sollen, mangelt es deutlich an Stabilität. Zudem sind die Spannriemen für die Felgen viel zu weit innen montiert. Auch mit dem am Metallbügel festgenähten Spanngurt kommt damit nur wenig Stabilität ins Gespann aus Träger und Rädern.
Beim Fahrtest bestätigt sich dieser Eindruck: Die Bremsprüfung meistert der Fischer Proline Evo2 noch. Doch die Slalomfahrt wird vorzeitig abgebrochen. Schon beim zweiten Richtungswechsel hat sich der Träger bis zum Anschlag verdreht.
| Produkt (Punkte max.) | Atera Forza M | Norauto E-Fit 300-2 | Fischer Proline Evo |
|---|---|---|---|
| Funktionalität (50) | 34 | 29 | 21 |
| Qualität (20) | 18 | 16 | 10 |
| Sicherheit (20) | 17 | 18 | 17 |
| Nachhaltigkeit (10) | 10 | 4 | 7 |
| Gesamtpunkte (100) | 79 | 67 | 55 |
| Bewertung | Gut | Befriedigend | Ausreichend |
| Prädikat | Sehr empfehlenswert |
So haben wir getestet
Der ideale Fahrradträger für E-Bikes ist leicht und kompakt, rollt beschwingt auf seinen eigenen Rädern daher, ist einfach aufzubauen (da komplett vormontiert), abschließbar und hat eine Nutzlast von mindestens 60 kg. Dazu bringt er stabile und breite Radschienen inklusive Rastgurten und Ratschenfunktion mit, solide Rahmenhalter, die einfach zu handhaben und ebenfalls diebstahlgesichert sind, einen simpel zu nutzenden Kennzeichenträger, und ist klappbar, damit der Kofferraum zugänglich bleibt. Wenn er dazu noch eine Option auf eine dritte Radschiene offeriert, auch beim dynamischen Fahren und Bremsen unerbittlich an der Anhängerkupplung hält, ist der Testsieg nicht weit.
Dieses Idealbild eines Fahrradträgers für zwei E-Bikes (oder mehr) diente uns als Muster für ein Testschema, das die Spreu vom Weizen trennt. Als Zugfahrzeug hielt dazu ein Volvo XC90 T8 her, der für ausgedehnte Touren mit den E-Bikes am Haken prädestiniert ist. Er hat eine hohe Stützlast von 110 kg, weit über 600 kg erlaubter Zuladung und einen kräftigen Motor, der das zusätzliche Gewicht beim Beschleunigen vergessen macht. Seine optionale Anhängerkupplung ist kompatibel Fix4Bike (siehe unten).
Als Simulation einer Urlaubstour zu zweit mit Gepäck wurde der Wagen mit 300 kg Ladung aufgelastet, zuzüglich des Gewichts der Person am Steuer, des Trägers und der Fahrräder.
Als E-Bikes kamen zwei solide Trekkingräder von Canyon zum Einsatz. Die gefederten Räder mit Mittelmotor stellten mit ihrem Gewicht (respektive 28 und 29 kg, mit Batterie), einem sehr breiten Rahmenrohr und dicken Reifen hohe Anforderungen an die Träger. Fahrradträger mit optionaler, dritter Radschiene wurden im Rahmen der erlaubten Nutzlast von 60 kg und der erlaubten Last pro Radschiene auch mit einem E-Bike und zwei muskelgetriebenen Fahrrädern getestet.
Damit ging es auf die Teststrecke, wo eine Vollbremsung aus 100 km/h und ein Slalom mit 18 m Pylonenabstand absolviert wurden. Der Slalom diente als Simulation eines Ausweichmanövers und zeigte große Unterschiede zwischen den verschiedenen Trägern. Die Bremsprüfung hingegen meisterten alle Probanden souverän. Begutachtet wurden neben dem Fahrverhalten auch die Material- und Verarbeitungsqualität der Träger, die Montage, Funktionalität und Sicherheit. Der Preis floss nicht in die Punktewertung ein.
Gute Alternativen: Fahrradträger für drei und mehr E-Bikes
Neben den hier von uns getesteten gibt es weitere beliebte Fahrradträger, die von Hause aus drei Fahrräder und/oder E-Bikes auf die Anhängerkupplung nehmen und dabei ganz ohne Erweiterungsschiene auskommen. Das erspart zusätzlichen Montageaufwand. Allerdings ist auch hier die maximale Zuladung genau zu beachten, die in aller Regel über 60 kg für alle aufgeladenen Räder nicht hinausgeht (im Zweifel den Akku ausbauen!). Wer also regelmäßig, etwa als Familie, zu dritt zu Fahrradausflügen oder in den Urlaub aufbricht, ist beispielsweise mit den folgenden Fahrradträgern gut bedient:
Für maximal drei E-Bikes: Aurilis Discovery 3
Der Kupplungsträger Aurilis Discovery 3 ist, wie der Name schon erahnen lässt, für maximal drei E-Bikes geeignet. Besonders nützlich an dem Träger sind die verschiebbaren Radaufnahmen.
Auch für Fatbikes geeignet: Menabo Alcor 3
Ebenfalls Platz für drei Fahrräder und/oder E-Bikes mit bis zu 60 kg Gesamtgewicht bietet der Alcor 3 von Menabo, der eher dem günstigen Preissegment zuzuordnen ist.
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