Flyer E-Bike im Test: Ein umfassender Überblick

Die Stiftung Warentest, eine renommierte Institution für Produktqualitätsbewertungen, hat kürzlich elf City-E-Bikes unter die Lupe genommen. Angesichts der wachsenden Beliebtheit von E-Bikes, insbesondere im urbanen Bereich, ist diese Untersuchung von großem Interesse.

Die Geschichte und Entwicklung der Marke Flyer

Flyer, ein Schweizer Pionier, der sich von Anfang an auf Elektrovelos spezialisiert hat, spiegelt in vieler Hinsicht die Geschichte des E-Bikes wider. An deren Anfang stand das Thema Alltagsmobilität: ein Fahrrad mit Hilfsmotor, ausgerichtet auf den Weg zur Arbeit oder sonstige tägliche Wege. Seit den Anfängen Mitte der 1990er Jahre hat der Schweizer Hersteller viele Trends gesetzt und manch anderen nachvollzogen, wobei von Anfang an die Besonderheiten des heimatlichen Terrains mit seinen vielen Anstiegen sowie die Schweizer Fahrradkultur eine prägende Rolle spielten. Aus dieser DNA sind sportliche wie alltagstaugliche Modelle entstanden, wobei viele davon beide Seiten in sich vereinen.

Auszeichnungen und Testsiegel für Flyer E-Bikes

Was die Marke alles auf die Beine stellt, ist auch der Fachwelt nicht entgangen, und so können sich etliche Flyer-Bikes mit Testsiegeln und anderen Auszeichnungen schmücken. Nach hervorragenden Resultaten unserer FLYER E-Bikes bei Tests von ElektroRad schneiden wir auch im ExtraEnergy-Test des gleichnamigen E-Bike und Pedelec Magazins überragend ab. Neben dem Testsieg in der Kategorie Touren Pedelecs holen wir uns die Bewertung "Sehr gut" in drei weiteren Produktgruppen.

Flyer Gotour6 3.40: Der Testsieger

Das Gotour6 3.40 konnte mit seinem stabilen Fahrverhalten beeindrucken, das sich auch im vollbeladenen Zustand zeigt. Mitunter ist der Preis tatsächlich ein Indiz für hervorragende Qualität. Das unterstrich das Gotour6 3.40 mit seinem Testsieg. Als das teuerste unter den getesteten Rädern verliehen ihm die Experten der Stiftung Warentest als einziges Modell die Gesamtnote 1,9. Speziell auf solch hohe Lasten ausgelegt ist zudem die an dem Modell verbaute 5-Gang-Nabenschaltung von Shimano. Sie sei Teil einer als überzeugend bewertenden Ausstattung, die sich unter anderem in dem leisen Active Line Motor von Bosch und der leistungsstarken Lichtanlage von Flyer widerspiegele. Während des Fahrens habe sich der komfortable Tiefeinsteiger für Alltag und Freizeit als jederzeit beherrschbar erwiesen.

In puncto Alltagstauglichkeit imponierte den Juroren das Ladegerät mit seinem Ladestrom von vier Ampere.

Flyer Upstreet SL: Das sportliche Stadtrad

Das reduzierte Sportrad der Schweizer E-Bike-Pioniere bietet Systemintegration in Reinkultur. Flyer hat das Upstreet SL um zwei Kernkomponenten herum konstruiert: den leichten, spritzigen Bosch-SX-Motor und das innovative Classified-Getriebe mit zwei Schaltstufen. Wer die Fahrmodi gut zu nutzen weiß, ist mit den zwei Gängen bestens bedient; nur eine gewisse Elastizität bei der Trittfrequenz ist nötig. Dann ist der 18 Kilo leichte Schweizer für sehr viel Fahrspaß gut; gleichzeitig ist er mit Vollausstattung inklusive heller Lichtanlage sehr alltagstauglich. Sehenswert sind exklusive Komponenten wie die Lenker-Vorbau-Kombi aus leichtem Carbon; die vollständige Integration der Bremsleitungen sorgt für eine elegante Optik. Der 400-Wh-Akku kann entnommen werden und per Range Extender lässt sich die Reichweite deutlich vergrößern.

Flyer Goroc TR:X: Hightech mit Mountainbike-Genen

Mit Hightech-Komponenten und Mountainbike-Genen hebt sich das Goroc TR:X von der Masse ab. 130 mm Federweg, dazu die innovative Motor-Getriebe-Einheit von Pinion, verleihen diesem Bike eine außergewöhnliche Optik sowie maximale Funktionalität, wobei beide Baumgruppen zusammenwirken: Der Wegfall von Schaltwerk und Zahnkranzkassette reduziert das Gewicht der Hinterbauschwinge, was die Federung sensibler ansprechen lässt; gleichzeitig kann der Drehpunkt des Hinterbaus optimal positioniert werden und schaltet unabhängig vom eingelegten Gang negative Antriebseinflüsse aus. Der integrierte 700-Wh-Akku lässt sich mit einem enorm großen Range Extender ergänzen, woraus sich eine Gesamt-Kapazität von mehr als 1.200 Wh ergibt. Zum Antriebssystem gehören auch die FIT-Komponenten wie der Tastenblock mit kleinem Joystick und der Option, das Smartphone als Display mit zahlreichen Zusatzfunktionen zu nutzen.

Flyer Uproc SL:X: Für anspruchsvollstes Gelände

Flyer bezeichnet sein Offroad-Modell als „kompromissloses E-Enduro“ - und dem kann man sich nur anschließen. In allen Details ist dieses Bike auf anspruchsvollstes Terrain zugeschnitten, beginnend mit dem Fahrwerk: 170/165 mm Federweg (v./h.) schlucken alles, was Sprünge und verblockte Trails an Belastungen aufbieten; 29-Zoll-Vorderrad und 27,5er hinten sorgen für ein ausgewogenes Verhältnis von Geradeauslauf, Traktion und Handlichkeit. Beim Antrieb ist die Sache klar: Mit dem aktuellen Bosch CX ist das Uproc ebenso drehmomentstark wie sensibel motorisiert. Nicht zuletzt lässt sich die Antriebscharakteristik individuell festlegen. Zwölfgang-Kettenschaltung und Vierkolben-Bremsanlage runden das Enduro-Bike ab; dazu kommen Steckplätze für die als Zubehör erhältlichen „MonkeyLink“-Leuchten, die vom 750 Wattstunden großen Antriebsakku gespeist werden.

Flyer Uproc X 8.70 im Detail

Die FLYER Uproc-Serie gibt es schon lange. Mit dem Namenszusatz X soll es mit 150 mm Federweg vorn und hinten die Allzweckwaffe im FLYER-Portfolio sein und überall eine gute Figur machen: auf Touren, Alpenpass-Aufstiegen sowie Abfahrten in anspruchsvollem Gelände. Das neue Uproc X kommt mit Bosch Performance Line CX-Motor anstelle des früher verbauten Panasonic-Antriebs. Die hochwertige Verarbeitung des FLYER Uproc X wird quasi per Aufkleber attestiert, aber wie steht’s um den Rest? Der weiße Hauptrahmen setzt auf Details in einem Grauton, der sich am ebenfalls aus Carbon gefertigten Hinterbau wiederfindet. Lediglich die Dämpferwippe ist aus Aluminium und so bleibt die Nadel der Waage in Rahmengröße M bei 25,1 kg stehen.

Komponenten und Ausstattung des Uproc X

Das neue Uproc X wird von einem salonfähigen Bosch Performance Line CX-Motor mit 85 Nm angetrieben. Der ist formschön integriert und wird vom Bosch PowerTube 750 Wh Akku gespeist. Die beim Vorgängermodell noch vorhandene seitliche Akku-Entnahme entfällt allerdings: Beim neuen Modell muss das Bike auf den Kopf gestellt oder zumindest abgelegt werden, um den Akku zu entnehmen. Dann lässt sich der 750-Wh-Akku durch eine Schraube gesichert nach unten aus dem sonst geschlossenen Unterrohr herausziehen. Zudem ist das Bike für den Bosch PowerMore Range Extender mit 250 Wh Akkukapazität vorbereitet. Das Bosch Kiox 300-Display ist links neben dem Vorbau befestigt, dank dem Feature eBike Lock kann der Motor per Bluetooth gesperrt werden und das serienmäßige Bosch Connect Modul macht das Bike Ortungsdienst-ready.

Ausstattung des FLYER Uproc X 8.70:

Komponente Details
Motor Bosch Performance Line CX 85 Nm
Akku Bosch PowerTube 750 Wh
Display Bosch Kiox 300
Federgabel FOX 36 Performance 150 mm
Dämpfer FOX FLOAT X Performance 150 mm
Sattelstütze KS LEV INTEGRA 150 mm
Bremsen Shimano XT 203/203 mm
Schaltung Shimano XT 1x12
Laufradsatz DT Swiss H1900 29"/27,5"
Reifen ONZA Aquila GRC/50 2,5
Gewicht 25,1 kg
Preis 7.999 €

Fahreigenschaften und Handling des Uproc X

Mit dem FLYER Uproc X startet man die Ausfahrt komfortabel und aufrecht. Die Sitzposition und der gut arbeitende Hinterbau sorgen für einen angenehmen Langstreckenkomfort. Im Uphill verleiht das Fahrwerk dem Bike eine gute Traktion und der Bosch Performance Line CX-Motor schiebt kraftvoll bereits bei niedrigen Kadenzen an. Dreht man dem Uphill den Rücken, geht das FLYER Uproc X sehr intuitiv im Handling den Hang runter. Das Bike verlangt wenig Eingewöhnungszeit vom Piloten. Das Fahrwerk des FLYER Uproc X bietet eher einen guten Kompromiss aus Tour und Trail als eine dezidierte Performance-Orientierung.

Kritikpunkte am Uproc X

Allerdings gibt es ein Manko: Der Gabel mangelt es deutlich an Endprogression. Beim Abrollen von hohen Stufen oder Drops neigt die Front dazu, tief einzutauchen. Zudem sorgen die Reifen auf matschigen und losen Untergründen häufiger für Unbehagen als die der Mitbewerber. Hier reißt bei den eher flach profilierten Reifen schnell und oft unvermittelt der Grip ab.

Flyer GoTour 7.23 im Test

Mit dem GoTour haben die Eidgenossen von Flyer einen spannenden E-Allrounder im Programm - und das (je nach Modell) mit Diamant-, Damen- oder Trapezrahmen, aber immer nur mit starrem Heck. Der Clou bei dem "Touring-All-Rounder", wie die Schweizer ihr Pedelec passend bezeichnen, ist jedoch die wählbare Rahmenform: Das GoTour gibt es wahlweise mit Diamant-, Trapez- oder mit Tiefeinsteiger-Rahmen. Die Verarbeitung des klassisch gezeichneten Diamant-Alu-Rahmens ist ansonsten aber tipptopp.

Antrieb und Schaltung des GoTour 7.23

Selbst wenn es mittlerweile einen neuen CX-Antrieb gibt: Auch der im Volksmund als "CX Smart" getaufte Schwaben-Motor der vierten Generation macht im GoTour eine hervorragende Figur. Kräftig, mit dem 750-Wh-Akku ausgesprochen reichweitenstark, quasi unkaputtbar - und das sind bekanntermaßen nur einige seiner Qualitäten. Auch die Enviolo-Schaltung harmoniert einmal wunderbar mit dem Bosch-System, auch den Grip-Shifter für die Gangwahl lernt man nach einer Eingewöhnung zu schätzen.

Fahrkomfort und Bremsen des GoTour 7.23

Flyer verbaut eine eher einfache Suntour-Gabel mit 100-mm-Federweg und nicht einstellbarer Stahlfeder. Diese funktioniert im Alltag okay, ist aber wie so oft kein Wunderwerk der Technik und nur mäßig komfortabel. Erstaunlich viel Komfort holt hingegen die federnde Sattelstütze aus dem Heck des GoTours heraus. Sie federt merklich mit, ohne die stabilen Fahreigenschaften des E-Bikes zu verschandeln. Ganz anders die Bremsen: Shimanos MT410-Stopper mit Zweikolben-Technik sind vermeintliche Billigheimer der Japaner, stoppen aber prima und verschleißen in der Regel sehr langsam.

Fazit zum GoTour 7.23

Bequem, reichweitenstark und insgesamt sinnvoll ausgestattet: Das Flyer GoTour 7.23 kann den Eindruck auch im Alltag voll bestätigen. Die Gabel bietet im Alltag einen ordentlichen Komfort, die federnde Sattelstütze ist besonders auf längeren Touren ein echter Segen. Buchstäblich schwerer wiegt das Gewicht: Satte 31 Kilogramm wog das Flyer fahrfertig, auf dem Anhängerkupplungsträger (hier im Test) bedeutet das, dass der Akku raus im Kofferraum mitfahren muss, da die Zuladungsgrenze mit einem Kilo überschritten wird.

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