Sichtcarbon hier, golden schimmernde Federgabeln dort und Preisschilder, bei dem einem schwindelig werden kann. FOCUS stellt sich gegen die immer krasser anziehenden Bike-Preise und schickt das Topmodell ihrer brandneuen THRON-Modellreihe für 2.799 € in unseren Vergleichstest.
FOCUS THRON 6.9: Einsteigerfreundliches Trail- und Tourenbike?
Die Rahmenplattform des FOCUS THRON 6.9 ist für 2021 ganz neu entwickelt worden. Mit 130 mm Federweg ist das 29”-Mountainbike für Trails und Touren gedacht und will mit seinem 2.799 € kleinen Preisschild auch Neueinsteiger in den schönsten Sport der Welt bringen. In Sachen Features und Rahmendetails braucht sich das THRON nicht vor der Konkurrenz zu verstecken.
Clevere Details und Integration
In einer kleinen Rahmentasche, die im Lieferumfang enthalten und auf dem Unterrohr positioniert ist, finden die Trail-Essentials wie Schlauch, CO2-Kartusche oder Gummibärchen Platz. Highlight des THRON ist die Cockpit Integration Solution (C.I.S) mit einem eigens entwickelten Vorbau als Herzstück. Durch ihn werden alle Züge klapperfrei vom Cockpit durch den Steuersatz in den Hauptrahmen geleitet. Konsequenterweise verzichtet FOCUS so ganz auf Cableports am Rahmen.
Schutz und Komfort
Wie Nukeproof liefert FOCUS das Bike mit passend zugeschnittener Rahmenschutzfolie aus. Am THRON müsst ihr sie allerdings selber aufkleben. Weniger überzeugend sind der kosmetische Unterrohrschutz und der Kettenstrebenschutz, der die Geräusche von der Kette nur bedingt dämpft und sich bereits bei leichtem Fersenkontakt vom Rahmen löst. Hier solltet ihr mit Kabelbindern und weichem Slapper-Tape nachhelfen. Am Heck bildet das neue F.O.L.D. 2.0-Hinterbausystem das Herzstück. Das hintere Rahmendreieck ist mit Aufnahmen für Alltags-Features wie spezielle Schutzbleche und einen Ständer vorbereitet.
Ausstattung und Fahr-Performance
Bei den 29” MAXXIS-Reifen mit der leichten EXO-Karkasse setzt FOCUS auf geringen Rollwiderstand und kombiniert den super flach profilierten Rekon am Heck mit einem DISSECTOR in Front. Für uneingeschränkten Fahrspaß auf allen Trails liefert diese Kombination zu wenig Traktion. Verglichen mit den Cross Country-Schlappen am Trek Top Fuel bietet aber vor allem der DISSECTOR in Front spürbar mehr Grip in Kurven. Das Hauptproblem in der Ausstattung des THRON 6.9 ist ohnehin nicht der Reifen, sondern der stark flexende und viel zu empfindliche Laufradsatz mit RODI-Felgen und Novatec-Naben. Bereits nach den ersten Anliegerkurven und Steinkontakten laufen sie unrund und sind für den waschechten Mountainbike-Einsatz nicht geeignet.
Wie beim MERIDA NINETY-SIX kombiniert FOCUS eine Shimano XT-Vierkolbenbremse in Front mit der Zweikolben-Version am Heck. Letztere überhitzt in Kombination mit der kleinen 180-mm-Scheibe trotz Kühlrippen auf den Belägen viel zu schnell und verliert an Bremskraft - vor allem für schwerere Fahrer ein sicherheitsrelevantes Problem. Auch bei der 12-fach-Schaltung setzt FOCUS auf eine Shimano XT. Zumindest auf den ersten Blick, denn der hervorragende XT-Trigger und das Schaltwerk werden mit der schwereren Deore-Kassette und -Kette kombiniert. Die Schalt-Performance ist so dennoch auf einem hohen Level, das Gewicht allerdings auch.
Dank der vielen Shimano-Komponenten kommt das aufgeräumte Cockpit mit lediglich zwei Klemmschellen aus. Auch die Remote der Kind Shock-Variostütze wird am Bremshebel geklemmt. Sie erfordert aber hohe Bedienkräfte am linken Daumen und die 170-mm-Stütze selbst hat viel seitliches Spiel. Das FOCUS THRON bietet vorne wie hinten 130 mm Federweg: In Front arbeitet eine FOX 34 Rhythm-Gabel und ein FOX DPS Performance-Dämpfer kontrolliert das Heck.
Typisch FOCUS fällt die Geometrie des THRON alles andere als radikal aus. Das in vier Rahmengrößen erhältliche Bike landet mit 470 mm Reach in Größe L genau im Mittelfeld unseres Vergleichstest, ist durch die kurzen Kettenstreben und den steilen Lenkwinkel in Summe aber relativ kurz (1211 mm Radstand in L). Einmal im Sattel, positioniert das Thron seinen Fahrer sehr aufrecht und schon fast gedrungen auf dem Bike.
Komfort vs. Effizienz
Im Vergleich zur sportlichen Sitzposition auf dem Canyon Neuron macht das THRON gleich klar, dass es mit ihm komfortabel und gemütlich bergauf gehen soll. Denn das Fahrwerk des FOCUS THRON ist trotz seines Tourencharakters alles andere als effizient. Wie eine Sänfte isoliert es den Fahrer vom Boden, schaukelt sich dafür aber auch im Rhythmus der Pedalumdrehung auf und lässt einen Teil der Kraft am Pedal im Dämpfer verpuffen. Anders als beim Canyon Neuron lohnt sich der Griff zum Lockout des Dämpfers nicht nur, beim THRON ist er bergauf absolut erforderlich. Vor allem an steilen Rampen versinkt das Heck sonst viel zu weit im Federweg und sorgt für eine hecklastige Sitzposition.
Beim THRON hat FOCUS statt auf Vortrieb und Effizienz auf hohen Langstreckenkomfort und ein schluckfreudiges Fahrwerk gesetzt. Ausstattung und Fahr-Performance des FOCUS THRON sind echten Mountainbike-Trails nicht gewachsen. Das FOCUS THRON 6.9 ist der Beweis dafür, dass sich das Fahrverhalten eines Mountainbikes auf dem Trail nicht aus der Geometrietabelle ablesen lässt. Denn obwohl Reach und Stack es anders suggerieren, ist das THRON auch bergab kompakt und vermittelt mit seinem flachen Cockpit nur wenig Sicherheit in Steilstücken.
In Kombination mit dem steilen Lenkwinkel ist es in der Ebene und auf flachen Trails deshalb aber ein Leichtes, in offenen Kurven genug Druck am Vorderrad zu generieren. Auch die Seitenstollen des sonst eher flach profilierten MAXXIS DISSECTOR am Vorderrad können sich dabei gut in den Boden graben. Doch das gutmütige Lenkverhalten kommt bereits bei mittleren Geschwindigkeiten und etwas steileren Trails an seine Grenzen. Die FOX 34 Rhythm bietet auch bei hohem Luftdruck zu wenig Gegenhalt, sodass die Front beim Einlenken einnickt und das THRON unverhofft übersteuert. Die kleinen Seitenstollen des MAXXIS Rekon-Hinterreifen tragen ihren Teil dazu bei, dass das THRON so ungewollt in den Drift geht und sich nur schwer kontrollieren lässt.
Aktives Pushen quittiert der Dämpfer mit einem lauten Schmatzen und absorbiert die Energie anstatt sie in Vortrieb zu generieren. Die FOCUS THRON Rahmenplattform bietet einige clevere Details wie die Tool-Tasche oder das super cleane C.I.S Cockpit. Dennoch fällt die Neuentwicklung auf der Suche nach dem besten Mountainbike 2021 ans Ende des Testfelds zurück. Denn das Grundkonzept eines gutmütigen und sehr komfortablen Bikes für Touren geht auf dem Trail nicht auf: Bergauf zu ineffizient und bergab überfordert.
Technische Daten FOCUS THRON 6.9
| Komponente | Spezifikation |
|---|---|
| Gabel | FOX 34 Rythm 130 mm |
| Dämpfer | FOX FLOAT DPS Performance 130 mm |
| Sattelstütze | Kind Shock Rage-i 170 mm |
| Bremsen | Shimano XT M8100 200/180 mm |
| Antrieb | Shimano XT 1x12 |
| Vorbau | FOCUS C.I.S. |
FOCUS JAM²: Vielseitiges E-Mountainbike für Trail-Liebhaber
Das neue Focus Jam² sticht nicht unbedingt durch ein besonderes Feature heraus, sondern bietet sehr gute Allround-Eigenschaften. Focus nutzt die Vorteile des neuen Bosch-Systems komplett aus. Durch das flexible Akku-System können Fahrer und Fahrerinnen selbst entscheiden, ob sie eine größere Reichweite oder ein niedrigeres Gesamtgewicht bevorzugen.
Der Aluminium-Rahmen ist gleichzeitig robust, wirkt dank schlauen Rahmendetails allerdings auch hochwertig verarbeitet und auch bei den Detaillösungen für das Antriebssystem kommt die gewohnte Verarbeitungsqualität zum Vorschein. Auf dem Trail sind die knapp 25kg Gesamtgewicht kaum spürbar.
Als Teil der Derby Cycle Gruppe ist die e-Bike Marke Focus Stellvertreter für den sportlichen Aspekt und stellt daher vorwiegend innovative e-MTBs und Trekking e-Bikes her. Neben Focus sind ebenso die e-Bike Marken Raleigh, Univega und Kalkhoff bei Derby Cycle vertreten. Focus sticht besonders durch die futuristische und anziehende Optik seiner e-Bikes heraus.
Die JAM² Modellreihen
Die Focus Jam² 6. Serie ist mit dem Bosch Performance CX Gen4 Motor ausgestattet, wohingegen die Jam² 7. Serie mit dem Shimano EP8 Motor daherkommt. Die vorhandenen 150 mm Federweg ermöglichen es dem JAM², fast überall zurechtzukommen und dir puren All-Mountain Spaß zu liefern.
Im Fall von den Jam E-Bike-Modellen hat man obendrein sogar noch die Wahl, ob er ein Light- oder ein Full-Power-EMTB haben will. Denn die Focus Jam-Modelle ohne den Modellzusatz „SL“ kommen mit Boschs CX-Aggregat, 85 Newtonmeter Drehmoment und dickem 750-Wattstunden-Akku. Die Full-Power-Version des Focus Jam² wiegt fast 5 Kilo mehr. Akkuzellen für zusätzliche 320 Wattstunden Kapazität, ein Aluminium-Hinterbau und der dicke Motor drücken auf die Waage.
Fazua Ride 60 Motor
Fazua's Ride 60 Motor wiegt unter 2 Kilo und versteckt sich unsichtbar im Tretlagerbereich. 60 Newtonmeter Drehmoment stehen zur Verfügung. Weder stotteriges Anfahren noch zu langes Nachschieben sind beim Fazua Ride 60 ein Problem. Mit seinem sportlichen Fahrverhalten und der für einen Light-Motor hohen Leistung platziert sich der Fazua Ride 60 zwischen den Welten. Er unterstützt stärker als TQs HPR 50, schiebt aber nicht ganz so brachial wie die Bosch CX-Motoren.
Der Ringschalter muss für die Boost-Funktion nicht dauerhaft gedrückt werden, sondern lediglich zuvor zwei Sekunden betätigt bleiben. Der Akku kann beim Focus Jam² SL mit einem Handgriff nach unten aus dem Unterrohr entnommen werden. Wer den 430-Wattstunden-Akku aufladen will, muss ihn dazu aus dem Unterrohr entnehmen. Kurz mit dem Minitool die Schraube des Deckels um 90 Grad drehen und dann mit einem Handgriff den Akku aus seiner Halterung nehmen.
Fahrverhalten und Geometrie
Auch die Geometrie folgt nicht bedingungslos dem aktuell angesagten Länger-Flacher-Trend. Focus trifft die Wahl der Geometriedaten mit einem geschickten Händchen. So ist der 65,5 Grad Lenkwinkel zwar flach, driftet aber nicht ins Extreme ab und erhält dem Bike damit einen lebendigen Charakter. Vor allem unter E-Bikes ist das eine Seltenheit.
Für technik-affine Biker bietet FOCUS auch jede Menge Möglichkeiten, die Geometrie an die eigenen Vorlieben anzupassen. Über den verbauten Acros-Steuersatz kann man mithilfe von einem Mini-Tool den Lenkwinkel um ein Grad abflachen. Das System mit zwei Flipchips hat den Vorteil, dass man die Kettenstreben wirklich isoliert verstellen kann, ohne dabei Einfluss auf die Kinematik oder andere Geometrie-Maße zu nehmen.
Modellvarianten des Focus Jam²
Das Bike gibt es in vier Ausstattungsvarianten ab 6.199 Euro. Alle kommen mit Vollcarbonrahmen daher. Das Top-Modell kostet knapp 12.000 Euro und wiegt unter 18 Kilo.
Testergebnisse des Focus Jam² 6.9
Als wir im Enduro-Mekka Finale Ligure zum ersten Mal auf dem Topmodell des neuen Focus Jam² Platz nehmen, ist von der aggressiven Geometrie erst mal wenig zu spüren. Die Sitzposition ist ausgewogen und touren-freundlich, der Bosch-Antrieb schiebt gewohnt spritzig voran und sollte in Kombination mit dem großen 750er-Akku für rund 1900 Höhenmeter Turbo-Reichweite in unserem Standardtest sorgen.
In Summe sind die Uphill-Qualitäten aber unkompliziert und durchaus beachtlich. Bergab bringt der tiefe Schwerpunkt dem Bike eine hohe Fahrsicherheit, der Viergelenk-Hinterbau bietet ordentlich Gegendruck und ist trotzdem sehr sensibel. Das hat uns deutlich besser gefallen als die optisch sehr ähnliche Hinterbaukonstruktion am Light E-Bike Jam² SL.
Mit der moderaten Kettenstrebenlänge und der gut abgestimmten Federung wirkt das Bosch-Jam² trotz über 26 Kilogramm nicht unhandlich und lässt sich gut in die Luft ziehen. Zumindest, solange der Trail etwas Gefälle hat. Das erstaunt dann schon, in Anbetracht des Gewichts und des langen Radstands. Zumal wir das Bike in der flacheren Lenkwinkeleinstellung gefahren sind.
Das Factory-Fahrwerk von Fox ist top, günstige DB8-Bremsen von Sram und 1900er-DT-Laufräder sind hingegen funktional, aber wenig glanzvoll. Je ruppiger der Trail wird, desto mehr kann das Focus glänzen. Mit dem hochwertigen Fahrwerk kratzt es in Sachen Fahrsicherheit schon an der Enduro-Kategorie.
Technische Daten Focus Jam² 6.9
| Komponente | Spezifikation |
|---|---|
| Drehmoment | 85 Nm |
| Akku | Bosch 750 Wh |
| Schaltung | Shimano XT (12fach) |
| Gabel | Fox 36 Factory Grip2 |
| Dämpfer | Float X Performance |
| Bremse | Sram DB8 200 mm / 200 mm |
| Laufräder | DT Swiss H1900 Spline 35 |
| Reifen | Schwalbe Magic Mary / Big Betty Supertrail Soft, 29 x 2,6" |
FOCUS Raven 8.9: Vielseitiges Hardtail für Touren und Trails
Auch bei Focus hat man das Potenzial eines Carbon-Hardtails mit 120er-Gabel erkannt. So kommt die einstige Race-Feile Raven nun mit abfahrtslastiger Ausstattung und erhebt Anspruch auf ein deutlich breiteres Einsatzgebiet. Bemerkbar macht sich das auch beim Gewicht von 11,54 Kilo. Die schwere Laufrad-Reifen-Kombi kommt nur zäh ins Rollen. So bleibt das aktuelle Focus Raven sowohl im ausdauernden Marathon-Einsatz als auch in den engen Kehren eines Flowtrails hinter reinrassigen Racebikes zurück.
Zusammen mit dem voluminösen Rahmen und den 2,4 Zoll breiten Maxxis-Rekon-Reifen vermittelt das breite Cockpit ein sehr solides Fahrgefühl. Über verblockte Trails walzt das neue Raven merklich souveräner als seine sportlicheren Cross-Country-Kameraden.
Mit 66,7 Grad fällt der Lenkwinkel flach aus und verleiht dem Piloten in Steilabfahrten bei abgesenkter Teleskopstütze viel Sicherheit. Von den höheren Reserven der langen Gabel profitiert das Hardtail vor allem bei großen Stößen. Auf den ersten Millimetern Federweg könnte die Rockshox Sid mit Select+Dämpfung aber feinfühliger ansprechen. Wird es mal richtig schnell, limitieren die schwachen Sram-Level-Bremsen bald den Spaßfaktor.
Aufgrund der hohen Front sitzt es sich auf dem Raven angenehm komfortabel. Entgegen der sportlichen Optik steckt im Focus eher ein vielseitiger, aber gemütlicher Tourer als ein Racer. Das lässt sich aufgrund der Systemintegration an der Steuerzentrale auch nur schwer ändern. Wer das Cockpit zugunsten einer sportlicheren Sitzposition tiefer legen möchte, muss den Gabelschaft kürzen. Focus verzichtet auf einen Lenkanschlagsbegrenzer und setzt die innen liegenden Leitungen im Falle eines Sturzes so der Gefahr des Abknickens aus.
Wer abwechslungsreiche Touren der Rennstrecke vorzieht, könnte im neuen Raven ein Hardtail für alle Fälle finden.
Technische Daten Focus Raven 8.9
| Komponente | Spezifikation |
|---|---|
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Federweg | 120 mm |
| Gewicht ohne Pedale | 11,54 kg |
| Laufräder | DT Swiss X1900 Spline 25 mm |
| Reifen | Maxxis Rekon Exo Protection TR 29 x 2,4 |
| Gabel | Rockshox Sid Select |
| Bremsen | Sram Level TLM 180 / 160 mm |
| Schaltung | Sram GX Eagle 1 x 12 |
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