Die Wahl des richtigen Lenkers ist entscheidend für Fahrkomfort, Handling und Performance, insbesondere bei Rennrädern und Gravelbikes. Rennradlenker, auch Dropbars genannt, unterscheiden sich grundlegend von geraden Lenkern (Flatbars) und bieten jeweils spezifische Vor- und Nachteile.
Grundlagen des Rennradlenkers
Grundsätzlich bestehen alle Rennlenker aus einem geraden Mittelteil, der nach außen in einem Bogen nach unten verläuft. Diese Lenkerart hat sich für Rennräder etabliert, weil sie eine aerodynamisch günstige Sitzposition ermöglicht und je nach Ausprägung in vielen unterschiedlichen Einsatzbereichen Anwendung findet. Auch an Reiserädern werden Dropbars gern verbaut, weil sie zahlreiche Griffmöglichkeiten bieten, was Hände, Arme und Schultern entlastet.
Wichtige Maße: Drop, Reach, Flare
Um den passenden Rennradlenker zu finden, sind folgende Maße entscheidend:
- Drop: Bezeichnet die Lenkerhöhe, also den Abstand vom Ober- zum Unterlenker - gemessen jeweils von der Rohrmitte.
- Reach: Bestimmt, wie gestreckt man auf dem Rad sitzt. Gemessen wird er von der Mitte der Vorbauklemmung bis zu dem Punkt im Drop, der am weitesten von dieser Stelle entfernt ist.
- Flare: Wenn der Unterlenker weit ausgestellt und damit breiter als der Oberlenker ist, spricht man von Flare.
Vorteile des Rennradlenkers
- Aerodynamik: Wo der Rennlenker einen krassen Vorteil bietet, ist die Aerodynamik. Wenn du mit geradem Lenker 25 km/h fährst, bist du mit Rennlenker mit gleicher Kraftanstrengung bei 28-29 km/h.
- Griffpositionen: Rennlenker erlauben es je nach Fahrsituation eine passende Greifposition einzunehmen. Je nach dem wo Du in den Lenker greifst, ändert sich auch Deine Sitzposition: Mit den Händen auf den Brems-/Schalthebeln sitzt Du etwas aufrechter und entspannter. Gehst Du mit den Händen in den Drop, wird Deine Sitzposition windschnittiger nach vorn gestreckt.
- Schmalere Bauweise: Ein Vorteil des Rennlenkers im Stadtverkehr ist, dass er schmaler ist. Da bietet der Rennradlenker mehr Möglichkeit, sich irgendwo durchzuschlängeln.
Nachteile des Rennradlenkers
- Eingeschränkte Wendigkeit und Übersicht: Der Rennradlenker schränkt Wendigkeit und Übersicht ein. Wenn man im Unterlenker greift, ist ein Schulterblick kein Spaß mehr und dadurch, dass der Lenker schmal ist, hat man weniger Gewalt übers Vorderrad und es läuft eher geradeaus.
- Bremsen im Notfall: Außerdem erfordert es deutlich mehr Mut, im Fall eines Falles auch wirklich in die Bremsen zu greifen, wenn man gefühlt sowieso schon halb überm Vorderrad hängt.
- Weniger geeignet für Stadtverkehr: Sprich, eher nicht im Stadtverkehr. Ich persönlich sehe den Rennlenker in der Stadt als Nachteil an und würde bei einem reinen Stadtfahrrad definitiv den geraden Lenker bevorzugen.
Rennradlenker am Gravelbike
Da das Gravelbike übrigens seine Ursprünge beim Rennrad hat und quasi ein schlechtwegetaugliches Rennrad ist, empfinde ich es übrigens arg weit hergeholt, ein Fahrrad mit geradem Lenker als Gravelbike zu bezeichnen. Was man sagen kann ist, das die meisten Gravelbikes dafür ausgelegt sind, mit drop bars, also Rennradlenkern zu fahren und sich das Fahrgefühl dem entsprechenden bessert, wenn solche auch genutzt werden. Einige wenige Gravelbikes lassen sich aber auch mit flat bars fahren, jedoch verschwinden damit viele Eigenschaften des Gravelbikes.
Flare beim Gravelbike
Ein großer Flare ermöglicht Dir besseres Handling und mehr Fahrkontrolle, was gerade im Gelände nützlich ist. Deshalb findet man vor allem an Gravelbikes Rennlenker mit Flare-Werten von zehn Grad oder mehr.
Gerader Lenker (Flatbar)
Die Besonderheit beim Fitnessbike ist sein schmaler, gerader Lenker. Dieser ist gerade und meist nur so breit, dass die Handfläche Platz hat. Damit hast du eine gute Kontrolle und bist maximal schmal unterwegs.
Vor- und Nachteile im Überblick
Hier eine tabellarische Übersicht über die Vor- und Nachteile von Rennradlenkern und geraden Lenkern:
| Lenkertyp | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Rennradlenker |
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| Gerader Lenker |
|
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Fazit
Die Wahl zwischen Rennradlenker und geradem Lenker hängt stark vom Einsatzgebiet und den persönlichen Vorlieben ab. Während der Rennradlenker seine Stärken bei sportlicher Fahrweise und längeren Strecken ausspielt, bietet der gerade Lenker im Stadtverkehr und auf unbefestigten Wegen mehr Kontrolle und Komfort. Bei Gravelbikes stellt sich die Frage, ob ein gerader Lenker die spezifischen Eigenschaften des Rades überhaupt noch zur Geltung bringt.
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