Scicon Aeroscope Rennrad Brille im Test: Augenschutz auf Profi-Niveau

Die Scicon Aeroscope Brille, mit der Tadej Pogačar die Flandern-Rundfahrt gewann, ist nun auch für Normalsterbliche erhältlich. Im Radsport geht der Trend zu großen Brillen, und die Aeroscope macht keine Ausnahme: Nach oben hin reicht ihre rund 6,5 cm hohe Scheibe bis an den Helm, zur Mitte hin bis zu den Nasenflügeln.

Design und Schutz

Fremdkörper haben es da schwer, und auch der Fahrtwind wird wirksam abgehalten, was bei vielen schmaleren Radbrillen nicht so gut funktioniert. Frischluft dringt einzig durch eine Öffnung oberhalb der Nase, wo die Scheibe im Rahmen befestigt wird. Dieser fasst die Scheibe fast komplett ein, was nicht unbedingt allen gefällt - beim Blick zur Seite oder nach unten kann er nämlich im Sichtfeld liegen. Hier bewährt sich der transparente Rahmen der Test-Brille („glänzend Kristall“), der beim Schulterblick usw.Mit 17 % Lichtdurchlässigkeit ist die in Bronze verspiegelte Scheibe des Testmusters auf sehr sonniges Wetter abgestimmt, wobei die Brille bei leichter Bewölkung nicht allzu dunkel wirkt. Andere Glasvarianten lassen mehr (Pink: 50 %) oder weniger Licht durch (Blau verspiegelt: 11 %), und auch eine photochrome Version hat Scicon im Angebot.

Wenn die Schutzwirkung der Brille witterungsbedingt eher Fremdkörpern oder Regen gilt, ist die beigelegte transparente Scheibe in ihrem Element.

Besondere Merkmale

Ein auffälliges Merkmal der Aeroscope ist die starke Neigung der Scheibe, die um 12° nach vorne gekippt ist. Das soll gewährleisten, dass die Brille gut mit dem Radhelm harmoniert, und hat dazu einen anderen Vorteil: Da die Scheibe nicht die Stirn berührt, kommt es praktisch nicht vor, dass Schweißtropfen von der Stirn auf die Scheibe rinnen und die Sicht verschlechtern.

Je nach Form und Position des Helms können Helm und Brille aneinanderstoßen, was dazu führen kann, dass man die Aeroscope etwas weiter vorne/unten auf der Nase trägt. Für diesen Fall bewähren sich die um gut einen Zentimeter in der Länge verstellbaren, biegsamen Bügelenden, die mit ihrer Gummierung für guten Halt am Kopf sorgen. Die Höhenverstellung des Nasenpolsters um ca.

Tragekomfort und Leistung

Bei greller Sonne ist die Aeroscope sehr angenehm, dabei nicht zu dunkel, wenn es z. B. Die Scicon Aeroscope mag groß sein, auf den Tragekomfort wirkt sich dies jedoch nicht nachteilig aus: Im Gesicht ist die Brille kaum zu spüren und hinter der Scheibe ist es fast komplett windstill. Letzteres ist natürlich sehr angenehm, hat bei starker Hitze jedoch auch den Nachteil, dass Schweiß, der sich um die Augen im Gewicht bildet, nicht so gut verdunsten kann.

Scicon bietet die neue Aeroscope neben der hier vorgestellten Variante auch mit schwarzem, grauem und weißem Gestell an, dazu ins insgesamt sechs Glasvarianten.

Garantie und Fazit

Mit 220 Euro bzw. 250 Euro für die photochrome Version ist die Aeroscope kein Schnäppchen, allerdings gehört eine interessante Garantieleistung zum Lieferumfang: Zerkratzte Scheiben werden von Scicon kostenlos ausgetauscht, und zwar lebenslang und bis zu zwei Mal pro Jahr. Sonderlich sorgsam muss man mit dieser Radbrille also nicht umgehen, zumal der Hersteller zahlreiche Ersatzteile anbietet.

Bei allem Radlspaß sollte der Sicherheitsaspekt nicht außer Acht gelassen werden - vom Sonnenschutz ganz zu schweigen. Hierfür sind speziell auf die Bedürfnisse von Radfahrenden abgestimmte Sonnen- bzw. Fahrradbrillen unerlässlich. Dementsprechend haben sich die Hersteller jede Menge einfallen lassen, um bei der Konstruktion ihrer Brillenmodelle das eine wie das andere zu beachten.

Um die am besten zum eigenen (Fahr-)Stil passende Brille zu finden, die nicht nur schützt, sondern auch perfekt auf die jeweilige Nase passt, haben wir 20 Fahrradbrillen getestet.

Weitere getestete Fahrradbrillen

Neben der Scicon Aeroscope wurden auch andere Modelle getestet, um einen umfassenden Überblick über den Markt der Fahrradbrillen zu geben:

  • Naked Optics The Volt: Individualisierbare Brille mit klarer Formsprache, gutem Halt und fairem Preis.
  • Bollé C-Shifter: Überzeugt mit technischer Eleganz und geradlinigem Design.
  • Julbo Intensity Spectron HD: Filigrane und sehr leichte Brille, die einen breiten Einsatzbereich abdeckt.
  • Evil Eye Roadsense: Bietet eine verblüffende Anpassungsfähigkeit der Gläser an unterschiedliche Lichtverhältnisse.
  • Alpina Turbo HR: Günstige Brille für Einsteiger mit technischem Look, anständiger Belüftung und solider Bauweise.

Warum eine Fahrradbrille wichtig ist

Jeder kennt das: Setzt man sich bei schönem Wetter auf’s Rad, dauert es nicht lange, und man hat die erste kleine Fliege im Auge kleben. Die Entfernung des Kleingetiers ist oft mühsam, nicht selten muss man dazu eigens anhalten. Dabei gibt es eine einfache Lösung, solchen unangenehmen Erfahrungen vorzubeugen - eine Fahrradbrille. An ihr bleiben nicht nur die lästigen Insekten kleben, sondern sie schützt auch vor Kleinstpartikeln wie Steinchen oder Staub.

Die richtige Tönung wählen

Da nicht jeder nur bei eitel Sonnenschein aufs Rad steigt und es auch Sportler gibt, die in der Dämmerung mit dem Rad unterwegs sind, stellt sich vor dem Kauf die Frage nach der Tönung der Brille - doch hier können wir beruhigen. Diese Frage haben wir indirekt bereits beantwortet - das hängt vom Einsatzbereich ab. Ist man Schönwetterfahrer und startet nur bei knalliger Sonne, sind der Tönung kaum Grenzen gesetzt und man braucht auch nicht zwangsläufig eine selbsttönende Brille. Zählt man zu den Allwetterfahrern, fährt das ganze Jahr über und auch zu allen Tageszeiten Rad, sollte man zu einer selbsttönenden oder gar Klarsichtbrille greifen.

Steigt die Sonne langsam in den Zenit, steigt auch die UV-Strahlung. Mit einer guten Sonnenbrille ist man als Radfahrer schlichtweg entspannter unterwegs, die Augen danken es einem. Je nach Intensität der Sonneneinstrahlung bzw. der Bewölkung kann eine orange bzw. gelbliche Tönung den besten Kontrast ergeben. Fahrradbrillen mit solch einer Tönung können also ideal bei bewölkten bzw. wechselnd bewölkten Verhältnissen eingesetzt werden.

UV-Schutz und Material

Ob überhaupt ein UV-Schutz vorhanden ist, sollte vor dem Kauf abgeklärt werden. Billighersteller statten ihre Modelle manchmal mit einer sehr niedrigen oder gar keiner Schutzklasse aus, also Achtung! Die in diesem Test unter die Lupe genommenen Brillen sind jedoch samt und sonders von (mehr oder weniger prominenten) Markenherstellern und verfügen daher auch über einen (mehr oder weniger hohen) UV-Schutz.

Viele Brillenmodelle sind oft mit einem getönten, fix verbauten Glas ausgestattet, das sich nicht wechseln lässt. Vielseitigere Fahrradbrillen verfügen hingegen oftmals über Wechselgläser und lassen sich so mit wenigen Handgriffen an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Den größten Komfort bieten selbsttönende Fahrradbrillen. Ihre photochromatischen Gläser tönen sich durch einen integrierten Filter je nach Intensität der UV-Strahlung von selbst.

Speziell bei einer Fahrradbrille sollte hinsichtlich des Tönungsgrads stets darauf geachtet werden, dass die Brille im Straßenverkehr auch eingesetzt werden darf. Stürzt man, können Glassplitter ins Auge gelangen. Die Gläser von Radsonnenbrillen sind oftmals aus bruchfestem Polycarbonat, ebenso der Rahmen. Nicht zuletzt wiegen aus leichten Kunststoffen hergestellte Brillen sehr wenig - alle von uns getesteten Modelle gruppierten sich um die 30 Gramm-Marke.

Passform und Komfort

Was die Passform angeht, decken die meisten Radsonnenbrillen inzwischen ein sehr breites Spektrum an Gesichtsformen ab. Durch verbiegbare Bügel und Nasenstege lassen sich insbesondere teurere Brillen der eigenen Gesichtsform anpassen. Wenn man trotz Anpassung bereits nach kurzer Zeit Druckgefühle verspürt, hat man womöglich nicht die passende Größe bzw. das richtige Brillenmodell ausgewählt. Daher lohnt es sich auch, die Abmessungen der Brille im Auge zu behalten.

Damit die Brille nicht von der Nase rutschen kann, sollten die Brillenbügel im Idealfall gummiert sein - das gleiche gilt für den Nasensteg. Eine Belüftung sollte im Idealfall vorhanden sein. Das Beschlagen der Brille wird durch sie im Idealfall vermieden, ist jedoch eine individuelle Sache. Der eine schwitzt mehr, der andere weniger. Auch die Brillenform ist dafür verantwortlich, wie schnell die Brillengläser beschlagen.

Pflegehinweise

Die Brillenpflege ist das A und O guter Brillenbehandlung. Dazu zählt zuallererst die sorgfältige Aufbewahrung im mitgelieferten Beutel oder gar dem Brillenetui, denn nichts hassen Fahrradbrillen mehr als den Kontakt mit harten Gegenständen wie Schlüsseln, Smartphones oder Lippenstiften. Für der Reinigung gilt: Mikrofasertuch bzw. -beutel schlägt T-Shirt. Das gleiche gilt für Küchenpapier oder Taschentücher, speziell erstere wirken oft wie feines Schmirgelpapier. Wasser und zur Not ein Schuss Spülmittel helfen in Kombination mit im Lieferumfang der Brille befindlichen Mikrofaserbeutel auch bei groben Verunreinigungen.

Vergleich einiger getesteter Fahrradbrillen (80 - 209 Euro)
Brille Preis (ca.) Gewicht Ausstattung Verstellmöglichkeiten Fazit
Swiss Eye Solena 100 Euro 28 g Hardcase, Beutel, zwei Wechselscheiben Nasensteg verformbar Sehr gut ausgestattet, guter Schutz, komfortabel.
Naked Optics Falcon ab 75 Euro 32 g Hardcase, Beutel, Schweißfänger, Band Nasensteg verformbar Hoher Schutz, großes Sichtfeld, rutschfest.
100% Hypercraft ab 159 Euro 23 g Hardcase, Beutel, Nasensteg, klare Scheibe Nasenstege in zwei Stärken Federleicht, rutschfest, großes Sichtfeld.
Evil Eye Vizor Pro ab 209 Euro 32 g Hardcase, Beutel, Schweißfänger Brillenbügel und Nasensteg verstellbar Komfortabel, rutschfest, dichtet gut ab.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0