Eine Motorradkette ist ein wichtiges Bauteil der Maschine, deren Pflege und Wartung man nicht vernachlässigen sollte. Eine Motorradkette ist ein Bauteil, das oftmals vernachlässigt wird. Andernfalls drohen nicht nur schneller Verschleiß und damit teurer Ersatz, sondern auch ein Leistungsverlust sowie stärkere Lastwechselreaktionen, die Unruhe ins Fahrwerk bringen können. Zudem birgt eine verschlissene oder falsch gespannte Kette auch ein Sicherheitsrisiko, weil sie ab-, überspringen oder sogar reißen kann.
Warum ist regelmäßige Kettenpflege wichtig?
Die ordnungsgemäße Wartung deiner Motorradkette ist entscheidend für optimale Fahrleistung und maximale Sicherheit auf der Straße. Die Kette ist ein wesentliches Element des Antriebssystems und sorgt für die Übertragung der Motorleistung auf das Hinterrad. Regelmäßige Pflege verlängert nicht nur die Lebensdauer deiner Kette, sondern sorgt auch für ein geschmeidiges Fahrgefühl und verhindert teure Reparaturen.
Die Vorteile regelmäßiger Kettenpflege: - Verlängerung der Lebensdauer des Kettensatzes
- Optimale Kraftübertragung
- Erhöhung der Fahrsicherheit
- Vermeidung teurer Reparaturen
Funktion der Motorradkette
Bei Motorrädern gehört die Kette zu den häufigsten Arten der Kraftübertragung zwischen Motor und Hinterrad. Im Gegensatz zu den ebenfalls im Motorradbau verwendeten Alternativen Kardan oder Zahnriemen ist sie leichter und günstiger in der Produktion. Vor allem aber hat sie den besten Wirkungsgrad, sodass der Leistungsverlust bei der Kraftübertragung geringer ausfällt. Außerdem lässt sich das Übersetzungsverhältnis durch Verwendung anderer Kettenräder relativ einfach verändern. Allerdings gilt das nur für eine korrekt gespannte und geschmierte Kette.
Aufbau der Motorradkette
Motorradketten sind Präzisionsprodukte. Die Toleranzen bei der Fertigung liegen auf sehr hohem Niveau, und die verwendeten Materialien sind von bester Qualität. Die mittlerweile fast ausschließlich verwendeten sogenannten O-Ring-Ketten, die es seit Mitte der 70er-Jahre gibt, sorgen dank Dichtringen hinter der Kettenlasche für eine ausreichende Lebensdauerschmierung von Hülse und Kettenbolzen - allerdings nur im Innern der Kette. Der ungeschützte äußere Teil (Rollen, Ritzel und Kettenrad) benötigt ausreichende Schmierung, für die der Fahrer zuständig ist.
Wann und wie oft sollte man die Kette pflegen?
Wie oft eine Kette beim Motorrad gepflegt werden muss, ist von extrem vielen Faktoren abhängig. In der Regel empfiehlt sich etwa alle 5.000 gefahrenen Kilometer eine Reinigung im Rahmen der Motorradpflege. Ganz allgemein kann man von einem gesunden Wartungsintervall von 250-500 Kilometern ausgehen. Je nach Einsatzbedingungen und Kettenspray unterschiedlich. So ist es zum Beispiel nicht unerheblich, ob du nur bei Schönwetter oder auch im Regen fährst. Nässe schadet dem Kettenöl bzw. Kettenfett und die Kette muss somit öfter gewartet werden. Auch der Untergrund spielt eine Rolle. Offroadfahrer sollten ihre Kette öfter warten, als reine Straßenfahrer. Zudem ist die Wahl des Schmiermittels maßgeblich für den Wartungsintervall verantwortlich. Neben diesen Faktoren spielt aber auch die Kettenbauart eine Rolle. Wenn keine Erfahrungen vorliegen ist es sinnvoll bei jeder Tankfüllung die Kette, aber auch die Kettenspannung von Zeit zu Zeit, zu prüfen und den richtigen Intervall für sein Einsatzbedingungen und verwendeten Mittelchen selbst zu erfahren.
Empfohlene Intervalle: - Schmieren: alle 500 bis 1.000 km
- Reinigen: mind. alle 2.000 km, idealerweise vor jedem Schmieren
Die richtige Schmierung der Motorradkette
Die ständige Reibung, die zwischen Kette und Ritzel, aber auch zwischen den einzelnen Kettengliedern auftritt, wird durch die Schmierung mit Kettensprays minimiert. Das leistet ein Kettenspray aber nur, wenn es regelmäßig und ausreichend aufgetragen wird und eine starke Haftung auf der Oberfläche hat.Motorradkette richtig schmieren: Die Fliehkraft - verbunden mit Regen und Straßendreck - sorgt dafür, dass eine Kette im Laufe der Zeit "blank" wird und dann in kürzester Zeit verschleißt. Während eine gut geschmierte Kette bis zu 40.000 km halten kann, sind ungepflegte Exemplare oft schon nach weniger als 10.000 km am Ende ihrer Lebensdauer. Ist die Kette blank oder weist gar Rostspuren auf, greift man zum Kettenspray, das die Kette nicht nur vor Korrosion schützt, sondern auch die Reibung erheblich reduziert. Damit es gut haften kann, muss die Kette allerdings sauber und trocken sein. Versierte Tourenfahrer schmieren deshalb am Ende einer Tour sofort die dann noch warme Kette und können so am nächsten Morgen direkt starten. Wer dagegen unmittelbar nach dem Schmieren losfährt, verteilt den Schmierstoff wunderbar auf Felge, Bremsscheibe und Reifen.
Schritte zur richtigen Schmierung: - Motorrad auf Haupt- oder Montageständer stellen.
- Reifen und Felge am besten mit Pappe etc. abdecken.
- Kettenspray auf die Innenseite der Kette am unteren Kettenstrang sprühen. Das Rad dabei von Hand durchdrehen.
- Pappe wegwerfen und fertig.
Wichtig: Nicht die Menge macht’s - lieber öfter nachschmieren! Praktisch für unterwegs ist ein Spritzschutz (z. B. S100 Saubersepp) sowie bei Motorrädern ohne Hauptständer ein sogenannter Liftstick, mit dem das Hinterrad angehoben werden kann, wenn das Bike auf dem Seitenständer steht.Eine Alternative zum Spray sind Permanent-Schmiersysteme z. B. der Scottoiler. Je nach Bedingungen (Regen/Staub) und Strecke muss aber nachjustiert werden.Achten Sie dabei darauf, dass nach Möglichkeit immer das gleiche Mittel verwendet wird. Am besten verwenden Sie ein Spray mit einem kleinen Sprühröhrchen. Legen Sie etwas Pappe unter das Motorrad und halten Sie z.B. einen Lappen hinter die einzusprühende Kette um nicht unerwünschte Teile oder im schlimmsten Fall sogar Reifen oder Bremse mit Schmiermittel zu benetzen. Die beste Stelle zum Nachschmieren ist die Innenseite der Kette. Bewegen Sie nicht die Spraydose sondern nur das Hinterrad um die Kette am Sprühstrahl vorbeizuführen. Als Sprühstelle ist die Mitte zwischen Ritzel und Kettenrad ideal. Grundsätzlich sollten Sie beachten, dass wenig Schmiermittel in kürzeren Intervallen deutlich besser ist als selten nachzuschmieren, dafür aber viel Schmiermittel aufzutragen. Systeme zur permanenten Schmierung der Motorradketten führen zu den höchsten Lebensdauern der Ketten. Verwenden Sie zur Schmierung und Nachschmierung von Motorradketten nie irgendein Schmiermittel, welches gerade in der Garage steht. Die Schmiermittel für Motoradketten weisen bestimmte Eigenschaften auf, die andere Schmiermittel nicht aufweisen. Dazu gehört die enorme Haftfähigkeit, die erforderlich ist um den Fliehkräften an den Umleknpunkten der Ketten trotzen zu können.
Die Wahl des richtigen Kettensprays
Das Kettenschmiermittel hat große Auswirkungen auf Wartungsintervall, Haftungseigenschaften und auch den Abschleuder-Effekt. Lange haben wir nach einem Kettenfett gesucht, das gut haftet, exzellent schmiert und das Motorrad nicht verschmutzt.
Beliebte Kettensprays: - Motorex Chainlube Racing (besonders für Rennstrecke und Straße geeignet)
- Motorex Road Strong (für zuverlässigen Schmierfilm bei Nässe)
- Motorex Offroad Chainlube (exzellente Kriecheigenschaften, regelmäßiges Nachschmieren notwendig)
- Motorex Adventure Chainlube (wasserfest und staubabweisend für Alltag und Touren)
- S100 Dry Lube Kettenspray (vollkommen abschleuderfrei, aber kürzere Schmierintervalle)
| Kettenspray | Eigenschaften | Empfohlene Anwendung |
| Motorex Chainlube Racing | Sehr gute Aushärtung, schleuderfest | Rennstrecke, Straße |
| Motorex Road Strong | Weißer Schmierstoff, guter Schutz bei Nässe | Straße |
| Motorex Offroad Chainlube | Exzellente Kriecheigenschaften | Offroad |
| Motorex Adventure Chainlube | Wasserfest, staubabweisend | Alltag, Touren |
| S100 Dry Lube | Abschleuderfrei, trocknet schnell | Alltag, kurze Intervalle |
Reinigung der Motorradkette
Die Reinigungsleistung wird so komplett entfalten, der hartnäckige Schmutz wird gepackt - und zwar selbsttätig, ohne langes Schrubben.Verbinden sich Schmutz und Staubpartikel mit dem Kettenfett, wird die Schmierwirkung reduziert. Verschmutzte Ketten sollten daher gereinigt werden. Leichte Verschmutzungen lassen sich ganz gut mit einer Kunststoffbürste entfernen. Reinigt man die Kette also nie oder selten, wird die Schmierung der Kette zunehmend unwirksam. Das Abschleudern von Kettenfett verstärkt sich, weil das Schmiermittel nicht mehr zwischen die Kettenglieder kriechen kann, sondern auf der Oberfläche bleibt.
Schritte zur Reinigung: - Zunächst legst du den Leerlauf ein, damit sich das Hinterrad frei drehen lässt.
- Anschließend sprühst du die Kette mit einem Kettenreiniger ein, drehe dabei das Hinterrad um alle Kettenglieder zu erwischen.
- Nach einer kurzen Einwirkzeit, kannst du nun mit der Kettenbürste die Kette säubern.
- Versuche die Kette in verschiedenen Positionen aufzusetzen, um auch in alle Winkel der Glieder zu gelangen. Dies entfernt die letzten Rückstände und vor allem auch den Kettenreiniger, der die Anhaftung des Öls oder Schmierfetts später verhindert.
- Im Idealfall lässt du die Kette nach der Reinigung noch ca.
Wenn zu viele Schmutzpartikel an der Kette haften, ist eine Neuschmierung erforderlich. Das bedeutet, dass die Kette zunächst vom Schmutz und vom anhaftenden Schmiermittel befreit werden muss. Um die Kette zu reinigen sollte unbedingt ein spezieller Kettenreiniger verwendet werden. Kettenreiniger greifen das Material der Dichtringe (z.B. O-Ringe) nicht an. Häufig zu lesende Tipps zur Einsparung von Reinigungsmitteln oder Geld durch die Verwendung von z.B. Petroleum, Benzin oder andere Lösungsmittel beschädigen die O-Ringe und damit ist die Kette nicht mehr zu gebrauchen. Auch ist es keine gute Idee, Ketten mit dem Hochdruckreiniger oder mit Drahtbürsten zu reinigen.
Hilfsmittel für die Kettenreinigung: - Kettenreiniger
- Kettenbürste
- Kettenmax (für eine saubere Reinigung)
- Kunststoffbürste (für leichte Verschmutzungen)
Wer nicht von Hand reinigen möchte greift zu einem der praktischen Kettenreinigungssysteme, die mit der Reinigungsflüssigkeit aufgefüllt werden und dann von der Kette mit eingebauten Bürsten den Schmutz ablösen und gleichzeitig auffangen. Die Anwendung von Kettenreinigern ist sehr einfach: auftragen, eventuell mit Pinsel oder Bürste nacharbeiten, einwirken lassen und anschließend abwischen oder gegebenenfalls abspritzen. Nach kurzer Einwirkzeit wischt man die Kette mit einem Lappen ab, um überschüssiges Reinigungsmittel und nicht abgetropften Schmutz zu entfernen oder spritzt die Motorradkette mit einem Wasserstrahl ab (unbedingt Waschanlage mit Schmutzabscheider aufsuchen). Vorsicht: Dampfstrahler gefährden die O-Ringe.
Spannen der Motorradkette
Eine Kette dehnt sich im Laufe ihres mehr oder weniger langen Lebens kontinuierlich. Grund ist der Verschleiß an den Reibflächen der Bolzen. Deshalb muss die Spannung auch regelmäßig geprüft werden. Schon der Begriff "Kette spannen" ist irreführend, denn es geht dabei um die Einstellung des sogenannten Durchhangs, d. h. des Spiels, das die Kette haben muss. Dieses Spiel ist notwendig, damit die Schwinge sich beim Ein- und Ausfedern bewegen kann, während eine schräg gestellte Schwinge die Distanz zwischen Ritzel und Kettenrad verkürzt. Erst wenn Getriebeausgangswelle, Schwingendrehpunkt und Radachse auf einer Achse liegen, erreicht der Kettentrieb seine maximale Länge. Ist die Kette zu stramm gespannt, wird die Federung beeinträchtigt und die Kette übermäßig gedehnt.
Was passiert bei falscher Kettenspannung? - Zu stramm: Hoher Verschleiß, Beschädigung des Getriebeausgangslagers, Kettenriss
- Zu locker: Peitschen, schneller Verschleiß, Abspringen der Kette
Zur Prüfung des korrekten Durchhangs wird die Maschine wieder aufgebockt, damit das Hinterrad gedreht werden kann. Da ältere Ketten oft ungleichmäßig gelängt sind, prüft man den Durchhang in der Mitte des unteren Kettenstrangs durch Anheben der Kette mit den Fingern. Dann wird das Rad immer ein Stück weitergedreht und die Prozedur so lange wiederholt, bis die strammste Stelle gefunden ist. Die ist maßgeblich für die Spannung. Der Durchhang der Kette ist theoretisch in Ordnung, wenn er bei aufgebockter Maschine ca. 3 bis 5 cm beträgt. Je nach Bauart der Maschine ändert sich das Spiel mit oder ohne Beladung mehr oder weniger stark. Wichtig: Für Urlaubsfahrten mit Gepäck muss der Durchhang unbedingt bei beladener Maschine geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.
Nachspannen der Motorradkette
Schritte zum Nachspannen: - Motorrad aufbocken und Gang einlegen.
- Zuerst muss die Hinterachse an der Seite der Achsmutter gelöst werden.
- Zum Spannen der Kette muss das Hinterrad nach hinten gezogen werden, zum Lockern nach vorne gedrückt werden.
- Durch gleichmäßiges Drehen der Schrauben auf beiden Seiten spannt/lockert man die Kette.
- Dabei abwechselnd in Vierteldrehungen vorgehen, bis die Kette den korrekten Durchhang erreicht.
- Nach dem Festziehen der Achsmutter (Drehmoment beachten) unbedingt noch einmal die Kettenspannung kontrollieren.
Verschleißprüfung an der Motorradkette
Eine Kette ist verschlissen, wenn sie sich ungleichmäßig oder zu stark gelängt hat. Manche Motorräder verfügen über einen praktischen Verschleißanzeiger. Wenn die Markierung im roten Bereich angekommen ist, muss die Kette gewechselt werden. Alternativ kann man prüfen, ob man die korrekt gespannte Kette im Stand mit einem Schraubenzieher am Ende des Kettenrads mehr als drei Millimeter vom Kettenrad abheben kann.Auch die Zähne des Kettenrads werden durch Abrieb im Laufe der Zeit immer dünner, es entstehen sogenannte Haifischzähne. Die können dann den enormen Kräften nicht mehr standhalten und verbiegen sich, sodass die Kette im Extremfall über das Kettenrad rutscht. In allen Fällen muss der komplette Kettensatz (also Kette, Ritzel und Kettenrad) getauscht werden. Zeigt das Kettenrad schon „schiefe Zähne“, ist es schon etwas zu spät. Bei der Kette selbst ist vor allem die Längung ein wichtiger Indikator für die fällige Erneuerung.
Anzeichen für Verschleiß: - Ungleichmäßige Längung der Kette
- Haifischzähne am Kettenrad
- Seitliches Spiel, verdrehte Bolzen, defekte Rollen
- Schwer- oder leichtgängige Kettenglieder
- Defekte Dichtringe
Das braucht ihr für die Kettenpflege
Benötigte Materialien und Werkzeuge: - Kettenspray
- Kettenreiniger
- Bürste/Kettenmax
- Werkzeug für das Lockern der Hinterachse/Kettenspanner
- Liftstick/Heber
- Handschuhe
- Reparaturanleitung
- Abdeckschutz
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