Die Antriebskette ist eine bewährte und gängige Art der Kraftübertragung bei einem Motorrad. Durch die hohe Belastung ist die Lebenszeit allerdings begrenzt. Im Zuge der Kettenpflege gilt es, regelmäßig zu prüfen, ob der Kettensatz noch voll funktionsfähig ist oder bereits ein Sicherheitsrisiko darstellt.
Wann ist ein Wechsel des Kettensatzes notwendig?
Der Verschleiß macht sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar. Wann eine oder mehrere der genannten Verschleißerscheinungen auftreten, hängt von mehreren Faktoren ab - allen voran von der Material- und Verarbeitungsqualität des Kettensatzes. Gleichzeitig nehmen jedoch auch die Belastung im Sinne der übertragenen Leistung sowie die Wartung Einfluss auf die Lebensdauer. Pauschal lässt sich daher nur der grobe Rahmen festhalten, dass eine Kette 20.000 bis 40.000 Kilometer hält.
Ist der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen, wird nahegelegt, direkt alle drei Komponenten des Kettensatzes auszutauschen. Das bedeutet also, bei defekter Motorradkette auch das Kettenrad sowie das Ritzel am Getriebe zu erneuern. Dies hat folgenden Grund: Eine neue Kette wird auf einem stark abgenutzten Ritzel bzw. Kettenrad nicht sauber laufen und schneller verschleißen.
Anzeichen für einen verschlissenen Kettensatz:
- Kettenlängung außerhalb der Toleranz
- Verschlissene Zähne am Ritzel und Kettenrad
- Schwergängigkeit der Kette
- Ungleichmäßiges Spannen der Kette
Kosten für den Wechsel eines Kettensatzes
Die Preise für Motorradketten variieren insbesondere hinsichtlich der maximalen Belastung bzw. Zugkraft, der sie standhalten können. Interessanter als die Kosten der Kette an sich sind jedoch ohnehin die Preise für ganze Kettenkits, da in der Regel alle drei Komponenten benötigt werden. Kettensätze sind für sehr leicht motorisierte Maschinen bereits ab 30 Euro erhältlich. Die meisten Kits bewegen sich allerdings knapp ober- bzw. unterhalb der 100-Euro-Marke.
Die vielen Arbeitsschritte lassen bereits vermuten, dass die Montage eines neuen Kettensatzes in der Werkstatt recht kostspielig werden kann. In erster Linie sind die Gesamtkosten des Wechsels der Motorradkette zwar abhängig vom Einkaufspreis des Kettensatzes. Als weiteren Kostenfaktor für die Montage gilt es zudem, die Art der Motorradkette zu beachten. Wer sich den Kettensatz selbst bestellt, sollte vorher mit der Werkstatt des Vertrauens abklären, ob für eine Endloskette ein höherer Preis verlangt wird.
Die Gesamtkosten setzen sich im Wesentlichen aus den Materialkosten für den Kettensatz und den Arbeitskosten der Werkstatt zusammen.
Als Beispiel:
- Kettensatz ca. 120,- Euro
- Arbeitszeit ca. 1,5 Stunden
- Stundenlohn der Werkstatt ca. 60,- Euro
Daraus ergibt sich eine Gesamtsumme von ca. 210,- Euro.
Es ist jedoch ratsam, mehrere Angebote einzuholen, da die Preise stark variieren können. Einige Händler bieten auch Komplettpreise inklusive Montage an.
Beispielhafte Kostenaufstellung:
| Komponente | Kosten |
|---|---|
| Kettensatz (DID) | 80 - 150 EUR |
| Arbeitszeit (1,5 - 3 Stunden) | 90 - 240 EUR |
| Gesamtkosten | 170 - 390 EUR |
Der Wechsel des Kettensatzes in der Werkstatt
Die Montage durch den erfahrenen Profi gewährleistet nicht nur eine korrekte Installation des Kettensatzes, sondern auch eine fachgerechte Anpassung und präzise Justierung per Laser. Dies ist von entscheidender Bedeutung, um eine optimale Leistung und Sicherheit des Motorrads zu gewährleisten. Diese integrierte Dienstleistung schafft ein umfassendes Kundenerlebnis, das nicht nur auf hochwertigen Produkten basiert, sondern auch auf der Unterstützung und Betreuung durch erfahrene Experten.
Noch bevor der Kunde sich für den Kauf entscheidet, erhält er eine professionelle Beratung. Das Unternehmen unterstützt aktiv bei der Auswahl der hochwertigen Komponenten, um sicherzustellen, dass der Kettensatz perfekt zum Motorrad passt. Die Experten stehen bereit, um Kunden mit ihrem Fachwissen zu unterstützen. Von der Wahl des richtigen Kettentyps bis zur bestmöglichen Konfiguration für das individuelle Motorrad bieten sie eine maßgeschneiderte Beratung.
Es gibt verschiedene Arten von Ketten, die sich in ihrer Bauart und ihren Eigenschaften unterscheiden. Eine wichtige Unterscheidung ist die zwischen Ketten mit Clipschloss, Schraubschloss und Nietschloss.
Kettentypen:
- Ketten mit Clipschloss: Diese sind einfach zu montieren, aber weniger robust und daher nur für kleinere Motorräder bis 125 Kubikzentimeter geeignet.
- Ketten mit Schraubschloss: Diese sind ebenfalls einfach zu montieren und für höhere Belastungen ausgelegt.
- Ketten mit Nietschloss: Diese halten höheren Belastungen stand und werden daher für stärker motorisierte Maschinen eingesetzt. Für die Montage ist jedoch Spezialwerkzeug erforderlich.
- Endlosketten: Diese sind von vornherein verschlossen, wodurch das Ver- und Entnieten wegfällt. Für die Montage muss jedoch die Schwinge ausgebaut werden, was zusätzliche Arbeitsschritte und Werkzeug erfordert.
Der eigenständige Wechsel der Motorradkette
Mit Schraub- oder Clipschloss versehene Motorradketten zu wechseln, umfasst die gleichen Arbeitsschritte wie bei einem Nietschloss. Einzig das Ent- und Vernieten fällt weg, weshalb sich der Wechsel in der Regel problemloser gestaltet. Üblicherweise befindet sich noch ein Sicherungsblech am Ritzel. Sobald das Blech gerade gebogen ist, das Ritzel mit der Knarre lösen. Das Nietwerkzeug bzw. den Kettentrenner (bei einem Clipschloss reicht eine Clipschlosszange) am unteren frei hängenden Teil der Kette mittig ansetzen. So lässt sich einer der Bolzen, die die einzelnen Kettenglieder zusammenhalten, aus der Lasche drücken. Sobald die Kette getrennt ist, diese einfach nach hinten herausziehen.
Kleiner Tipp: Der Trennvorgang gestaltet sich einfacher, wenn die relevanten Bolzen vorher mit einer Flex plangeschliffen werden. Danach gilt es, die Kettenradmuttern zu lösen. Wichtig: Abgeschraubt werden diese erst, wenn das Hinterrad ausgebaut ist. Nach dem Ausbau das Kettenrad abnehmen und den Zustand der darunterliegenden Ruckdämpfer prüfen. Danach wird das Kettenrad mit der Beschriftung nach außen zeigend aufgelegt. Die Muttern gilt es, gleichmäßig über Kreuz festzuziehen. Bevor das neue Ritzel aufgesteckt wird, zunächst die Getriebewelle säubern und das Gewinde einfetten. Beim Aufschieben des Ritzels ebenfalls beachten, dass die Beschriftung nach außen zeigt. Nicht vergessen, ein neues Sicherungsblech einzusetzen und anschließend die Mutter anzudrehen.
Nun ist es soweit: Die neue Kette darf aufgezogen werden - zunächst auf das Kettenrad und dann, vorsichtig an der Schwinge vorbei, über das Ritzel. Letztlich sollten die beiden Kettenenden am unteren Durchhang positioniert sein, damit sie sich gut zugänglich verbinden lassen. Im besten Fall stellt das vorher verwendete Trennwerkzeug gleichzeitig das nun notwendige Vernietwerkzeug dar. Solche Kombiwerkzeuge sind mit Kosten von ca. 100 Euro etwas kostspieliger, schlagen dafür aber zwei Fliegen mit einer Klappe. Zunächst die Buchsen an den beiden Kettenenden sowie die Stifte des Nietschlosses einfetten. Die ebenfalls eingefetteten Dichtringe auf die beiden Stifte stecken. Um die Kettenenden zu verbinden, das Nietschloss in die Buchsen eindrücken. Die beiden restlichen Dichtringe auf das andere Ende der Stifte stecken und die Außenlasche auf die Stifte schieben.
Das passende Werkzeug für den Tausch der Motorradkette ist essentiell. Beim Tausch einer Motorradkette, die sich mit einem Clipschloss oder Schraubschloss öffnen und schließen lässt, ist eine gut ausgestattete Werkzeugkiste allerdings noch absolut ausreichend. Kommen hingegen sogenannte Nietschlösser zum Einsatz, wird zusätzliches Spezialgerät benötigt.
Die Motorradkette ohne Werkzeug zu wechseln, ist eine Sache der Unmöglichkeit.
Mit etwas Geschick ist es definitiv möglich, den Wechsel in Eigenleistung und ohne Zuhilfenahme einer Werkstatt durchzuführen - solltest du dir jedoch unsicher sein, ist es immer besser, einen Fachmann zu beauftragen.
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