Fahrrad Lastenanhänger Test Vergleich

Das Ziel ist klar: Möglichst viel mit dem Rad und möglichst wenig mit dem Auto fahren. Aber wenn Gepäck ins Spiel kommt, wird es schwieriger, den Vorsatz umzusetzen. Klar, für den Alltag reichen meist die Satteltaschen, aber wenn die Last zu groß oder zu schwer wird, dann muss es eben das Auto sein. Den Getränkeeinkauf oder das Kajak kann man eben nicht mit dem Rad transportieren - oder? Die Kandidaten für diesen Test sehen das anders. Die Lastenanhänger unterscheiden sich teils deutlich in Einsatzzweck und Konstruktion.

Verschiedene Arten von Lastenanhängern

Lastenanhänger sind eine tolle Ergänzung zum Fahrrad. Ist die entsprechende Kupplung einmal montiert, dauert es meist nur Sekunden, bis der Anhänger einsatzbereit ist. Wird er nicht gebraucht, fährt man sein Alltagsrad ohne Zusatzbelastung. Viele Anhänger lassen sich zudem einfach verstauen, zusammenklappen oder aufstellen - sie benötigen wenig Platz. Damit ist der Nutzen noch vielseitiger als bei einem Lastenrad - oder der Stauraum des Lastenrades wird noch erweitert.

Auf dem aktuellen Radmarkt unterscheiden wir von Profirad derzeit drei verschiedene Anhängertypen. Vom klassischen Lastenanhänger über den immer wichtiger werdenden Kinderanhänger bis zum Hundeanhänger haben wir alle Modelle untersucht und auf Herz und Nieren geprüft:

  • Lastenanhänger: Der Lastenanhänger ist immer noch die klassische Form des Radanhängers. Wichtig dabei zu beachten: Die Maximallast, die Sie in Deutschland transportieren dürfen, beschränkt sich auf 45 kg. Das heißt jedoch nicht, dass die Anhänger nur so viel tragen können. Manche schaffen sogar bis zu 90 kg. Der Grund ist einleuchtend: Die meisten Fahrradanhänger haben keine eigene Bremse und werden deshalb vom Fahrrad mitgebremst.
  • Kinderanhänger: Die meisten Kinderanhänger sind für ein bis zwei Kinder angelegt, die zwischen wenigen Monaten und sechs Jahren alt sein dürfen. Auch hier gibt es eine maximale Belastungsgrenze von 40 kg, die Sie nicht erreichen dürfen. Dabei steht der Schutz des Kindes natürlich im Vordergrund: Stabile Fahrgastzellen und 5-Punkt-Gurtsysteme schützen Ihren Liebling effektiv im Straßenverkehr. Eine Bodenwanne aus Metall oder Kunststoff sowie eine rundumlaufende Stoßstange sind meistens Standard.
  • Hundeanhänger: Gerade im "Hundeland" Deutschland erfreuen sich die neuartigen Hundeanhänger großer Beliebtheit. Denn auch Hunde leiden irgendwann an Altersschwäche und können nicht mehr taufrisch neben dem Bike herlaufen. Um dem Hund hier die Schmerzen und Lasten abzunehmen, besorgen Sie sich am besten einen "Fahrradanhänger Hund". Aufgrund der relativen Neuheit dieser Anhänger gibt es noch ein weites Spektrum an Auswahlmöglichkeiten.

Einspurige vs. Zweispurige Anhänger

Die einspurigen Anhänger weisen allesamt eine niedrigere maximale Zuladung auf, diese liegt im Testfeld zwischen 28 und 32 Kilogramm. Der Vorteil der Konstruktion liegt im geringeren Eigengewicht. Außerdem sind vor allem FollowMe und Topeak schmal gebaut und passen auch durch Engstellen.

Die einspurigen Anhänger bieten ein gänzlich anderes Fahrgefühl als die Pendants mit zwei Reifen. Das fällt weniger beim Beschleunigen oder Bremsen auf, sondern vor allem in den Kurven. Denn die einspurigen Anhänger neigen sich in die Kurve und leiten Seitenkräfte auch in das Zugfahrzeug ein.

Bei den zweispurigen Anhängern folgen Roland, Hinterher und Weber dem gleichen Baumuster. Die Basis bildet eine Metallplatte mit Verzurrösen auf einer Achse. Die Deichsel kann in einer alternativen Position eingesteckt werden, um den Anhänger als Handwagen zu nutzen. Die Basis kann durch verschiedene Aufbauten wie Bordwände oder eine Reling erweitert werden. Ein Deckel oder eine Plane schützt den Inhalt vor Dreck oder Feuchtigkeit.

Die zweite größere Gruppe sind Anhänger, die ein klappbares Rohrgerüst haben und mit Stoff bespannt sind, darunter fallen die Modelle Kalle und Tuure von Croozer und der Taxxi Load 45. Alle drei Anhänger bieten einen Deckel und können zum Bollerwagen umgebaut werden. Der Cyclone IV Trekking von Radical Design passt nicht ganz in diese Gruppe. Er schützt seine Ladung zwar auch rundherum mit Stoff, ist aber deutlich leichter und flexibler.

Besondere Modelle

Der Reacha Sport ist ein Spezialist für den Transport von Sportgeräten, speziell von Wassersportgeräten wie Surfboards, SUPs oder Kajaks. Aber auch andere lange Sportgeräte wie Ski oder Snowboards finden auf dem langen Anhänger leicht Platz. Der The Y von Carry Freedom ist der reduzierteste Lastenanhänger im Test. Das Modell „One“ von Hautoo besteht fast vollständig aus Metall. Ähnlich wie Roland, Weber und Hinterher kommt eine Metallbodenplatte mit Zurrösen zum Einsatz.

Wichtige Aspekte beim Kauf

Beim Kauf eines Lastenanhängers müssen Sie sich mit Sicherheit nicht so gut informieren, wie wenn Sie einen „Fahrradanhänger Kind“ besorgen wollen. Dennoch sollten Sie sich immer vorher auf dem Markt umsehen, bevor Sie ins Blaue einen Fahrradanhänger kaufen.

(Fast) alle Modelle und auf jeden Fall alle Modelle im Test bestehen aus einem Rahmen aus pulverbeschichtetem Stahlrohr und 16 Zoll Luftreifen. Ein paar Modelle haben auch 12“ (=Zoll) Räder, aber im Allgemeinen kommen diese eher selten vor. Das wichtigste Kriterium beim Kauf eines solchen Anhängers bleibt jedoch die Tragkraft und vor allem das Transportvolumen.

Wie wir bereits oben einmal erwähnt hatten, liegt die maximale Beladungsgrenze des Anhängers bei 45 Kilogramm. Dies ist bei allen Fahrradanhängern ohne Bremse sogar gesetzlich laut StVZO vorgeschrieben. Wir würden Ihnen daher in jedem Fall davon abraten, Ihren Anhänger über zu beladen. Hinsichtlich des Fassungsvermögens sollten Sie auf ein Volumen zwischen 60 und 75 Litern achten. Einige sehr gute Modelle verfügen sogar über einen Stauraum von 90 Litern. Hier sollten Sie sich hinterfragen, welches Volumen Sie bei Ihrem durchschnittlichen Einkauf brauchen.

Kupplung

Ein neuralgischer Punkt für einen Lastenanhänger ist seine Kupplung an das Zugfahrzeug, denn hier werden die Kräfte übertragen. Im Test setzen alle Anhänger an einem Schnellspanner am Hinterrad an. Bei allen Anhängern mit zwei Reifen kann die vorhandene Achse ergänzt werden. Dafür wird die Kupplung wie eine Unterlegscheibe zwischen Schnellspanner und Rahmen geklemmt. Zum Teil haben die Kupplungen eine Verdrehsicherung, die im offenen Ausfallende des Rahmens Halt findet. Dadurch bleibt die Kupplung immer korrekt ausgerichtet und kann problemlos wieder getrennt werden.

Viele Hersteller setzen auf eine zusätzliche Fangleine. Sollte die Kupplung brechen oder sich öffnen, bleibt der Anhänger über die Leine mit dem Rad verbunden. Viele Hersteller bauen bei der Kupplung auf eigene Konstruktionen, andere vertrauen auf eine Kupplung des Herstellers Weber. Der bietet Gelenkkupplungen in verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Zuglasten, Dämpfungen und Adaptern an. Etliche Hersteller mit proprietären Kupplungen bieten auch einen Umbau auf eine Weberkupplung an.

Einzig Reacha setzt im Test auf eine Kupplung an der Sattelstütze, bietet aber auch eine kürzere Deichsel mit Weber-Kupplung an. Bei allen Kupplungen ist es wichtig, die angegebenen Nm-Angaben zu beachten, damit die Kupplung fest sitzt, die Verbindung aber auch nicht reißt.

Sicherheit

Für Fahrradanhänger gibt es eine europäische Norm (DIN EN 15918), diese gibt das zulässige Höchstgewicht eines Anhängers (Eigengewicht plus Zuladung) mit 60 Kilogramm an. Daher geben viele Hersteller die maximale Beladung mit etwa 45 Kilogramm an. Einzige Ausnahme im Testfeld ist der Kargo Comfort von Weber, der darf ganz legal 80 Kilo zuladen, weil er über eine Auflaufbremse verfügt.

Neben der Zuladung sollte auch die Lastverteilung auf dem Anhänger bedacht werden. Die größte Last sollte möglichst auf der Achse liegen und die Ladung fixiert sein. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Stützlast, damit wird die Last angegeben, die von oben auf die Deichsel bzw. die Kupplung wirkt. Die Hersteller geben hier eigene Limits an.

Die Hersteller geben zudem in den Anleitungen die erlaubte Höchstgeschwindigkeit des Gespanns an, meist werden 20-25 km/h als Obergrenze angegeben, Kurven sollten langsamer umfahren werden.

Eignung des Zugfahrzeugs

Zuerst ist zu klären, ob der Hersteller das Rad für den Anhängerbetrieb freigibt. Diese Info steht entweder in der Anleitung oder es ist eine Nachfrage beim Händler oder Hersteller notwendig. Außerdem ist das maximale Systemgewicht des Rades zu beachten. Das setzt sich aus dem Eigengewicht des Rades, dem Gewicht des Fahrers samt Bekleidung und persönlicher Ausrüstung, Zubehör und im Fall der Anhängernutzung eben auch der Stützlast auf der Achse zusammen. Unbedingt empfehlenswert ist eine standfeste Bremsanlage, die dem erhöhten Gewicht gewachsen ist.

Auch Fahrräder, die keinen Schnellspanner, sondern eine Steckachse verwenden, können Anhänger ziehen. Wichtig ist es, eine genau passende Achse mit Kupplung zu finden, denn Steckachsen sind nicht genormt.

Wartung

Der Wartungsaufwand hält sich bei den Anhängern zum Glück in Grenzen. Wichtig ist es, regelmäßig den Luftdruck zu prüfen, da die Reifen häufig stark belastet werden, zudem sollte der Luftdruck in beiden Reifen gleich groß sein. Bei fast allen zweispurigen Anhängern (bis auf Reacha) kommen Steckachsen mit Schnellverschlüssen zum Einsatz. Der Sitz sollte regelmäßig geprüft werden, um nicht während der Fahrt ein Rad zu verlieren. Gerade beim Einsatz bei Regen und Schnee sollten zudem die Achsen regelmäßig gefettet werden.

Modelle im Vergleich

Hier eine Übersicht einiger im Test erwähnter Modelle mit ihren Eigenschaften:

Modell Max. Zuladung Besonderheiten
Croozer Tuure 45 kg Federung, viel Platz
Weber Kargo Comfort 80 kg Auflaufbremse
Burley Nomad - Leicht, zusammenklappbar, ideal für Radreisen
Tiggo Fahrradlastenanhänger - Preisgünstig, viel Stauraum

Empfehlungen und Fazit

Weber zeigt mit der Auflaufbremse, dass auch schwere Lasten kein Problem darstellen. Vor allem zeigt der Test aber, wie bunt der Markt für Lastenanhänger ist. Da ist für jede Vorliebe etwas dabei: leichter, erweiterter Stauraum für Ausflug oder Urlaub, Transport von Sportgeräten zum Strand und See oder wettergeschützter Transport des Wocheneinkaufs. Jeder der getesteten Anhänger findet seine Nische.

Besonders günstig sind alle Transportlösungen leider nicht und die Preise lassen sich durch individuelle Aufbauten und Konfigurationen problemlos weiter in die Höhe schrauben.

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