29-Zoll-Laufräder mit Steckachse: Vor- und Nachteile im Detail

Für viele Mountainbiker waren Räder mit 26 Zoll lange Zeit das Maß der Dinge. Seit einigen Jahren gibt es MTBs aber auch mit 27,5 Zoll oder gar mit den deutlich größeren 29-Zoll-Laufrädern - und das aus gutem Grund: Immer mehr Fahrer schwören auf die besonderen Fahreigenschaften der größeren Räder, mit denen sie hohe Geschwindigkeiten erreichen und auch halten können.

Zudem rollen die Räder besser über Unebenheiten hinweg. Letztlich entscheiden aber der Einsatzzweck und die persönliche Vorliebe darüber, welche Räder die perfekte Wahl für das eigene Bike sind. Allerdings haben die XXL-Reifen auch Nachteile. Im Gegensatz zu den kleineren Modellen sind sie schwerer, wodurch sich auch ihre rotierende Masse vergrößert.

Dies führt dazu, dass die Räder auch in der Beschleunigung langsamer werden. Kleinere Laufräder sind oft agiler und lassen sich in verwinkeltem Gelände leichter um die Kurven fahren. Zudem können Räder mit 29 Zoll für Fahrer unter 160 cm Körpergröße zu groß und damit im Handling zu sperrig sein. In diesem Fall ist eine Laufradgröße von 27,5 oder 27,5+ Zoll meistens die bessere Wahl.

Etwas größer als die 26-Zöller versprechen die 27,5-Zoll-Laufräder auf den ersten Blick die ideale Kombination aus den Vorteilen der 26er und 29er. Einige Hersteller setzen daher auf sogenannte “Mullet-Bikes” mit einem 29er Vorderrad und 27,5 Zoll Hinterrad.

Der Trend zu größeren Laufrädern

Der Trend zum größeren Laufrad hat sich mittlerweile im Downhill genauso durchgesetzt wie im Crosscountry. Und auch im Touren- und Marathon-Bereich greifen immer mehr Fahrer zur 29-Zoll-Variante. Dank moderner Geometrien mit flachem Oberrohr und Lenkwinkeln jenseits der 64° bietet nahezu jeder Hersteller seine abfahrtsorientierten Boliden auch auf 29-Zoll-Laufrädern an.

Bei Allmountain-Bikes, die für die Abfahrt gemacht sind, setzt sich nach und nach ein Mix aus einem 29er-Laufrad vorne und 27,5 Zoll hinten durch, um so die Vorzüge beider Welten zu genießen.

Schnellspanner vs. Steckachse: Ein Vergleich

Ist der Reifen platt und kann nicht wieder aufgepumpt werden - also beispielsweise bei einer Panne - muss das Rad raus. Wie genau das funktioniert hängt davon ab, ob Ihr Rad mit Schnellspanner oder Steckachse ausgestattet ist. Dabei handelt es sich um die Verbindung von Laufrad, Achse und Rahmen.

Die Achse verbindet Laufrad und Rahmen miteinander. Hier gibt es generell zwei verschiedene Systeme mit zahlreichen Untervarianten. So sorgt die Achse beispielsweise für ausreichend Stabilität, da beim Bremsen die Kraft auf das Laufrad und damit auf die Achse wirkt. Zudem hält die Achse das Laufrad im Rahmen und in der Spur.

Der klassische Schnellspanner mit 5 mm Achse wurde 1930 vom Radrennfahrer Tullio Campagnolo erfunden. Seinem Erfindergeist entspringt auch das Prinzip der Kettenschaltung. Während die meisten beim Schnellspanner nur an den Klapphebel denken, mit dem sich das Rad ausbauen lässt, verbirgt sich dahinter viel mehr: nämlich eine bestimmte Bauweise der Laufradaufhängung.

Die Achse des klassischen Schnellspanners hat einen Durchmesser von 5 mm sowie eine Breite von 100 mm vorne und (bei Rennrädern und Crossbikes) 130 mm hinten. Diese schieben Sie durch die Nabe, welche einen Achsdurchmesser von 9 mm vorne und 10 mm hinten hat. Achse und Hebel sind fest miteinander verbunden. Auf das Ende der Achse schrauben Sie dann die Kontermutter auf. Die Federn halten den Schnellspanner bei der Montage in der richtigen Position. Den Schnellspanner schieben Sie durch die eigentliche Achse und das Laufrad durch die nach unten offenen Ausfallenden in den Rahmen.

Die Steckachse ist eine alternative Konzeption. Das Prinzip stammt ursprünglich aus dem KFZ- und LKW-Bereich, um den Ein- und Ausbau zu vereinfachen und einer größeren Belastung standzuhalten. Anders als der Schnellspanner, hat die Steckachse keine nach unten offenen Ausfallenden. Die Steckachse besteht nur aus einem einzigen Teil, sie ist eine eigene Achse.

Vor allem Räder mit Scheibenbremsen werden gerne mit Steckachsen ausgestattet. Das Gestänge ist deutlich dicker und damit stabiler. Der Kopf sitzt auf der einen Seite des Gestänges und kann unter Umständen auch mit einem Spannhebel versehen sein. Über die Jahre wurden eine Reihe von Achsstandards aufgestellt.

Einige der gängigsten Standards möchten wir Ihnen nachfolgend vorstellen - aufgeteilt in Vorder- und Hinterrad. Grundsätzlich werden am Vorderrad Achsen in zwei unterschiedlichen Breiten verbaut: 100 mm und 110 mm nach dem Boost-Standard. Was den Durchmesser der Achsen angeht, gibt es welche mit 9 mm und klassischem Schnellspanner, aber auch mit 12 mm, 15 mm oder 20 mm.

Am Hinterrad auf der anderen Seite gibt es verschiedene Achsdurchmesser je nach System: bei Schnellspannachsen 10 mm und bei Steckachsen 12 oder 15 mm. Die Breite liegt in der Regel zwischen 130 mm und 197 mm. Dabei werden 130 und 135 mm breite Achsen ausschließlich mit klassischem Schnellspanner verbaut. Die größeren Varianten - 142, 148 und 157 mm - sind Steckachsen vorbehalten. Noch breiter sind sie bei Fatbikes: 170 und 190 mm beim Schnellspanner bzw. 177 und 197 mm bei Steckachsen.

Einige sehen die Steckachse als Weiterentwicklung des Schnellspanners. Tatsächlich haben aber beide Varianten jeweils ihre Vor- und Nachteile. Welches Verbindungssystem für Sie das richtige ist, hängt von Ihrem Rad und dem Einsatzzweck ab. Oben haben wir Ihnen einige Standards vorgestellt - darunter für Rennräder, MTBs und Fatbikes.

Wichtig ist, dass Sie Naben nicht umbauen können. Daher sollten Sie sich vor dem Kauf Ihrer Entscheidung sicher sein. Mittlerweile gibt es aber auch Systeme mit Adaptern, sodass Sie falls nötig von Schnellspannern zur Steckachse umrüsten können.

Mit einem „Schnellspanner“ ist eine bestimmte Bauweise der Laufradaufhängung gemeint, welche sogar eine Auswirkung auf die Rahmenkonzeption hat. Mit der Steckachse hat nun ein alternatives Konzept in den letzten Jahrzehnten große Marktanteile erobert. Um in einen Vergleich von Schnellspanner und Steckachse zu gehen, erläutern wir nachfolgend die Vor- und Nachtteile der unterschiedlichen Wirkweisen.

Speziell wenn man eine Panne mit dem Rad hat, ist der Wechsel des Laufrades vorprogrammiert. Hierfür kommt dann die Verbindung von Rahmen, Achse und Laufrad ins Spiel. So kann eine Reparatur recht schnell und vor allem auch stressfrei durchgeführt werden. Jedoch ist ein Schnellspanner bzw. wenn gebremst wird, wirkt die Bremskraft sowohl auf das Laufrad als auch auf die Achse schließlich.

Durch die Achse wird das Laufrad nicht nur im Rahmen „festgehalten“, ebenso bleibt es auch in der Spur. Auch wenn eine Achse recht klein ist, hat sie eine große Bedeutung am Fahrrad: Sowohl die Sicherheit als auch das Fahrverhalten / Fahrvergnügen hängen davon ab. Noch dazu sind heutzutage im Bereich der Elektrofahrräder verschiedene E-Bike-Antriebssysteme erhältlich, mit denen andere Beschleunigungen und Geschwindigkeiten möglich sind.

So werden die Kräfte, welche auf Laufrad und Achse einwirken, entsprechend erhöht. Auf den ersten Blick fällt ein Schnellspanner am Fahrrad eher als auffälliger Hebel zur Demontage des Laufrades auf. Wird der Schnellspanner ein- oder ausgebaut, steckt man diesen durch die Hohlachse der Radnabe; anschließend von unten in das offene Ende des Ausfallendes bzw. der Gabel.

Im Jahre 1930 wurde von Tullio Campagnolo der Schnellspanner entwickelt und auch patentiert. Dies war seinerzeit sein erstes von um die 140 Patente im Radsportbereich. Durch die Entwicklung des Schnellspanners ist der Radwechsel um einiges einfacher und viel schneller geworden.

Beim Schnellspanner kann es durchaus mal passieren, dass das Laufrad schief eingebaut wird. Es ist sehr wichtig, dass das Laufrad mit der optimalen Spannung eingebaut wird, da der Rahmen an der Gabel und am Ausfallende offen ist. Hierzu muss das Laufrad durch den Schnellspanner zwischen den zwei Rahmenteilen eingeklemmt werden. Sollte hierbei eine falsche Spannung entstehen, kann es folgenschwere Auswirkungen mit sich bringen.

Das Thema Steckachse an sich kennen viele bereits aus dem KFZ- und LKW-Bereich. So kann bei einer Achse mit Differenzial der Ausbau als auch der spätere Einbau vereinfacht werden. Entwicklungstechnisch im motorisierten Bereich angesiedelt und bestens etabliert, ist es im Laufe der Zeit auch in der Fahrrad-Szene angekommen.

Ergo: Eine Steckachse benötigt also weniger Bauteile als ein Schnellspanner. Schon allein durch die Funktionsweise der Steckachse gibt es große Vorteile. Durch die Integration von Scheibenbremsen am Fahrrad ist aufgrund der hohen Griffigkeit auch eine gestiegene Krafteinwirkung auf die Achse entstanden.

Durch die immer korrekte Montage des Laufrades, kann also auch keine Bremse mehr schleifen. Im Prinzip gibt es keine wirklichen Nachteile bei Verwendung einer Steckachse, jedoch gilt es einige grundsätzliche Punkte zu beachten. Es gibt bei der Steckachse unterschiedliche Größenstandards - sowohl bei dem Durchmesser als auch bei der Breite. Der Rahmen muss entsprechend angepasst werden. Das Steckachsen-System zeigt eine eher geringe Kompatibilität auf.

Aufgrund der genannten „Problematik“ mit den unterschiedlichen Größenstandards, präsentiert sich der Ersatzteilkauf als nicht ganz einfach. In manchem Blickwinkel zählt die Steckachse quasi als Weiterentwicklung gegenüber dem Schnellspanner. Jedoch kann es aufgrund der sehr vielfältigen Radbreiten und auch Steckachsabmessungen zu Einschränkungen im Einsatz des Steckachs-Systems kommen.

Heutzutage gibt es verschiedene Umrüstsysteme mit Adaptern, mit welchen man unterschiedliche Achs- als auch Nabengrößen entsprechend ausgleichen kann.

Steckachsen am modernen Mountainbike

Am MTB finden sich mittlerweile fast ausschließlich Steckachsen. Dabei hat sich am Vorderrad der Achsdurchmesser 15 Millimeter und am Hinterrad 12 Millimeter etabliert. An älteren Bikes mit viel Federweg wurden vorn teilweise 20-Millimeter-Achsen verbaut. Heute dominieren zwei Achsdurchmesser den Markt, unabhängig ob Boost oder Non-Boost.

Viele Naben von Herstellern wie etwa DT Swiss und Hope lassen sich mithilfe verschiedener Achs-Endstücke einfach von Schnellspanner auf Steckachse oder zurück umbauen.

Was ist eigentlich dieses Boost?

Mit dem Boost-Einbaumaß wurde die Nabeneinbaubreite am Vorderrad von 100 auf 110 Millimeter und am Hinterrad von 142 auf 148 Millimeter vergrößert. Das hatte auch mit der wachsenden Verbreitung der größeren 29-Zoll-Laufräder zu tun. Denn der Abstand der Nabenflansche wächst dabei um diese zehn bzw. sechs Millimeter und das Laufrad wird so seitlich stabiler (vergleiche auch unser 1x1 des Laufradbaus).

Am Hinterrad rückt dabei aber auch der gesamte Antrieb um drei Millimeter nach außen. Darum brauchst Du bei einer Boost-Nabe auch ein Boost-Kettenblatt. Der so gewonnene Platz ermöglicht an der Engstelle Kettenblatt - Kettenstrebe - Reifen mehr Spielraum, etwa für mehr Reifenfreiheit im Rahmen bei gleichbleibender Kettenstrebenlänge.

Noch einen Schritt weiter geht der Nabenstandard Superboost Plus am Hinterrad. Die Einbaubreite beträgt hier 157 mm, was einen deutlich breiteren Flanschabstand ermöglicht und somit ein nochmals steiferes Hinterrad. Noch ist Superboost Plus eine Nische. Das Maß wird allerdings aktuell bei Herstellern wie Evil Bikes immer beliebter, weil es hilft, kurze Kettenstreben in Verbindung mit großen 29er-Laufrädern zu realisieren.

Trotz der gleichen Einbaubreite ist Superboost Plus nicht identisch mit dem „alten“ Downhill-Maß von 157 Millimetern (157DH).

Achstypen Mountainbike (Nabenbreite)

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die verschiedenen Achstypen und ihre Kompatibilität am Mountainbike:

Achstypen Vorderrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) Hinterrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite)
Schnellspanner 5 / 100 mm 5 / 135 mm
Steckachse (klassisch) 20 / 100 mm 12 / 142 mm
Steckachse (Non-Boost) 15 / 100 mm 12 / 142 mm
Steckachse (Boost) 15 / 110 mm 12 / 148 mm
Steckachse (Superboost Plus) 15 / 110 mm 12 / 157 mm

Kompatibilitäten und ihre Grenzen

In einen Rahmen und eine Gabel mit 142er- bzw. 100er-Einbaubreite kannst Du keine Boost-Laufräder einbauen, sie sind schlicht zu breit. Umgekehrt kannst Du allerdings einen Non-Boost-Laufradsatz auf das Boost-Maß bringen: mithilfe zur Nabe passender Adapter wie den MRP Better Boost oder dem Problem Solvers Booster Adapter Kit. So profitierst Du zwar nicht vom Vorteil stabilerer Laufräder, kannst aber vorhandene Laufräder erst mal weiter nutzen. Da Du dabei aber nicht nur die Einbaubreite, sondern auch die Position der Bremsscheiben beachten musst, empfiehlt sich dieser Umbau nur für erfahrene Schrauber.

Aber Achtung: Manche Hersteller schließen eine Umrüstung ihrer Naben auf Boost aus. DT Swiss zum Beispiel weist ausdrücklich darauf hin, dass bei umgerüsteten Naben die Garantie erlischt.

Sonderfall Torque Caps

Um die Steifigkeit der Einheit Vorderrad/Gabel weiter zu erhöhen, hat RockShox die Torque Caps entwickelt: Die Ausfallenden und ihre Gegenstücke an der Nabe besitzen jeweils eine deutlich größere Oberfläche. Die Abstützung erhöht sich. Du kannst eine Nabe ohne Torque Caps in eine Gabel für Torque Caps stecken, aber nicht andersrum. Die gute Nachricht: Für die meisten gängigen Vorderradnaben gibt es einfache Umsteck-Endstücke für den Wechsel.

Einbaubreiten-Evolution am Rennrad

Auch am Rennrad und an seinen Vettern, den Gravel- und Cyclocross-Bikes, hat mittlerweile die Scheibenbremse Einzug gehalten - und mit ihr die Steckachse. Nur noch extrem leichte oder eher günstige Neuräder kommen mit Felgenbremse, Schnellspanner und traditionellen Einbaubreiten. Während bei den ersten Gravel-Bikes noch die beim MTB üblichen Achsmaße (15/100 und 12/142 mm) genutzt wurden, hat sich bei Road- und Gravel-Laufrädern mittlerweile die Zwölf-Millimeter-Achse auch am Vorderrad durchgesetzt.

Die Einbaubreiten entsprechen weitgehend dem Non-Boost-Maß, also vorn 100 Millimeter und 142 Millimeter hinten. Die stabilere Verbindung zwischen Laufrädern und Gabel bzw. Rahmen ist nicht nur für die Scheibenbremse nötig, sondern bietet auch die notwendige Steifigkeit für das meist ungefederte Fahren abseits der Straßen und die höhere Zuladung der Räder mit Bikepacking-Equipment.

In diesem Licht ist auch die jüngste Entwicklung namens „Road Boost“ zu betrachten: Die Zwölf-Millimeter-Achsen vorn und hinten werden mit den Boost-Einbaubreiten kombiniert, wie wir sie vom MTB kennen, also: 12/110 und 12/148 mm. Wie beim Mountainbike zuvor, gewinnen die Laufräder so laterale Steifigkeit und der Rahmen Reifenfreiheit. Die schmalere Achse vorn soll Gewicht und Luftwiderstand verringern. In Serie finden sich diese Achsen auch im stark wachsenden Segment der E-Rennräder.

Achstypen Rennrad (Nabenbreite)

Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen Achstypen und ihre Einbaubreiten am Rennrad:

Achstypen Vorderrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) Hinterrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite)
Schnellspanner 5 / 100 mm 5 / 130 mm
Steckachse 12 / 100 mm 12 / 142 mm
Road Boost 12 / 110 mm 12 / 148 mm

Wie finde ich die richtige Achse?

Wenn Du eine Ersatzachse brauchst, Dein Bike in einen Rollentrainer einspannen oder es in puncto Gewicht bzw. Farbe tunen willst, musst Du zunächst die passende Achse finden. Die meisten Steckachsen sind mit ihren Maßen beschriftet, was Dir die Suche erleichtert.

Um die Größen selbst zu ermitteln, gehst Du am besten wie folgt vor: Erstens misst Du den Durchmesser Deiner Steckachse: Ob dieser 15 oder 12 mm misst, lässt sich recht einfach bestimmen. Zweitens brauchst Du nun die Einbaubreite der entsprechenden Nabe. Drittens wird bei Hinterradachsen oft die effektive Länge der Steckachse angegeben, die natürlich deutlich über der Einbaubreite liegt. Miss hierfür die Länge der Achse ohne Achsenkopf; also ab dem Kragen, der außen am Rahmen anliegt und hinter dem der Hebel oder der Inbus- oder Torx-Kopf kommt.

Viertens, und hier wird es meist knifflig, gibt es unterschiedliche Gewinde an den Steckachsen. Denn die Achse muss immer zu ihrem Gegenstück, der „Mutter“ in Rahmen oder Gabel passen, weshalb eine Steckachse auch immer zum Lieferumfang von Rahmen oder Gabel gehört. Relativ einfach ist die Entscheidung bei Federgabeln: Über die Angabe des Herstellers und Boost oder Non-Boost kommst Du recht schnell zum Ziel. Bei Hinterradachsen musst Du eventuell die Gewindesteigung ermitteln. M12x1,0, M12x1,5 oder M12x1,75 sind die gängigen Maße - hierfür druckst Du Dir am besten eine Schablone aus, wie sie etwa bei Robert Axle Project erhältlich ist.

Dasselbe Vorgehen ist übrigens ratsam, wenn Du einen Adapter für die Montage eines Anhängers brauchst. Hierfür haben wir die Achsenadapter von Robert Axle Project im Programm, die jede erdenkliche Kombination ermöglichen. Achte aber unbedingt darauf, ob Dein Rahmen zum Fahren mit Anhänger freigegeben ist!

Um zu wissen, welche (Ersatz-) Achse Du brauchst, miss den Durchmesser Deiner Steckachse. Bei Hinterradachsen brauchst Du die effektive Länge der Achse, die natürlich über der Einbaubreite Deiner Nabe liegt. Miss die Länge Deiner Achse ohne den Achskopf. Und Du benötigst die Gewindesteigung Deiner Steckachse.

Sehr hilfreich ist dabei der Achsfinder von The Robert Axle Project, den Du auch bei uns herunterladen kannst.

Exoten und Sonderformen

Die in diesem Text genannten Einbaumaße sind nur die gängigsten Varianten an Mountainbikes, Gravel- und Rennrädern. Es gibt noch eine Fülle weiterer Einbaumaße. An Falträdern finden sich zum Beispiel extra-schmale Vorderradnaben (z. B. Brompton: 74 mm), Bahnräder haben mit 120 Millimetern extra-schmale Hinterradnaben, Tandems sind am Hinterrad extra-breit gebaut (145 oder 160 mm) und Fatbikes können am Vorderrad das Hinterradmaß 135 Millimeter aufweisen oder am Hinterrad Einbaubreiten von 170, 177, 190 oder 197 Millimeter benötigen.

Bevor Du etwas Falsches kaufst oder Bauteile beim Montieren nicht passender Achsen beschädigst, miss lieber zweimal nach oder melde Dich bei uns im Service. Wir helfen Dir gern bei Deiner Suche nach den richtigen Parts für Dein Bike!

Vor- und Nachteile von Schnellspannern und Steckachsen im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die Vor- und Nachteile von Schnellspannern und Steckachsen zusammen:

Merkmal Schnellspanner Steckachse
Gewicht Geringer Höher
Steifigkeit Geringer Höher
Sicherheit Geringer (bei unsachgemäßer Montage) Höher (formschlüssige Verbindung)
Montage Schnell und einfach Etwas aufwändiger
Kompatibilität Eingeschränkt (weniger Standards) Eingeschränkt (viele Standards)
Einsatzbereich Weniger belastete Bikes (z.B. ältere Rennräder) Stark belastete Bikes (z.B. MTBs, E-Bikes mit Scheibenbremsen)

Anleitungen zum Aus- und Einbau verschiedener Achstypen

Um herauszufinden mit welchem System die Räder an deinem Bike montiert sind, kannst du entweder in die Spezifikationen schauen (z.B. Schnellspanner lassen sich an dem charakteristischen Hebel und der Mutter auf der gegenüberliegenden Seite gut erkennen.

Schnellspanner

Der Ausbau eines Vorder- oder Hinterrads mit Schnellspanner ist leicht. Man öffnet den Hebel und löst den Hebel mit der Mutter so weit, bis man das Rad aus dem Ausfallende herausnehmen kann. Für den korrekten Einbau solltest du darauf achten, dass sich die Radnabe in ihrer endgültigen Postion befindet. Der Schnellspanner sollte im Vergleich zur Achse mindestens um 90 Grad geschlossen sein. Achte zudem darauf den Schnellspanner mit der Mutter so einzustellen, dass sich der Hebel nur mit ordentlicher Handkraft wieder lösen lässt - sonst ist er zu locker. Der Hebel sollte beim Schließen einen Abdruck in deiner Hand hinterlassen.

Profi Tipp: Schließe den Hebel so, dass er möglichst nah an der Gabel oder dem Rahmen anliegt.

  • AUS- UND EINBAU: Hebel öffnen und an der gegenüberliegenden Seite leicht lösen, um das Rad auszubauen. Beim Einbau den Hebel zur Hälfte schließen und die Mutter so weit wie möglich drehen.
  • HÄUFIGE FEHLER: Rad sitzt nicht gerade in den Ausfallenden.

Steckachse

Bei Rädern mit Steckachse ist der Ein- und Ausbau etwas aufwändiger, aber auch sicherer. Die Steckachse (und die Achse des Rads) passen - aufrgund der formschlüssigen Verbindung -nämlich nur auf eine Weise. Achte darauf, die Achse nie mit Gewalt zu drehen.

Profi Tipp: Sollte deine Achse komplett trocken sein, gebe etwas Fett oder Öl auf das Gewinde. Das Drehmoment einer Steckachse liegt meist zwischen 8 und 12 Newtonmeter. Solltest du kein Drehmomentschlüssel zur Hand haben, dann halte dich mit deiner Handkraft eher zurück. Wenn du die Steckachse per Innensechskant befestigst, reicht die Kraft, die du mit einem kleinen Multitool hast, absolut aus.

Steckachse geschraubt (z.B. )

  • AUS- UND EINBAU: Mit einem Innensechskantschlüssel auf der linken Seiten gegen den Uhrzeigersinn lösen. Beim Einbau darauf achten, die Achse nicht im Gewinde zu verkanten. Ggf. das lose Gegenstück von Hand ausrichten.
  • HÄUFIGE FEHLER: Ungefettete Achsen mit schlechtem Werkzeug lösen.
  • LÖSUNG: Das Drehmoment sollte zwischen 8 und 12 Nm liegen. Wenn kein Drehmomentschlüssel zur Hand ist, reicht die Kraft eines kleinen Multitools. Tipp: Bei vielen Achsen ist auch auf der anderen Seite ein Innensechskant, den man nutzen kann.

Steckachse mit Hebel (z.B. )

  • AUS- UND EINBAU: Hebel öffnen, Stellkopf auf der gegenüberliegenden Seite drücken und leicht drehen, sodass sich der Kopf zusammendrückt. Beim Wiedereinsetzen sollte sich der Kopf von selbst aufspreizen.
  • LÖSUNG: Der Stellkopf sollte beim Ausbau nicht mehr als eine halbe Umdrehung gedreht werden. Genau darauf achten, dass der Spreizkopf beim Aus- und Einbau zusammengedrückt ist.

SONDERFÄLLE: FOCUS R.A.T.

Die Marken SR Suntour und Focus Bikes haben eigene Steckachsen entwickelt, die sich besonders schnell und ohne Werkzeug montieren lassen. Bei diesen Systemen wird die Achse nicht in ein Gegenstück eingeschraubt, sondern nur gesteckt und anschließend verspannt. Bei der ersten Benutzung können diese Systeme schonmal etwas verwirrend sein.

Fazit

Eins steht fest: Die Steckachse ist bei hochwertigeren Rädern mit Scheibenbremsen und E-Bikes auf dem Siegeszug. Dennoch wird der Schnellspanner von vielen Hersteller noch gerne verbaut. Und das mit gutem Grund: Das System ist lange bewährt, weit verbreitet und reicht für nicht stark belastete Bikes absolut aus. Deshalb findet man an einigen Bikes auch einen sinnvollen Kompromiss, z.B. Steckachse am Vorderrad und Schnellspanner am Hinterrad.

Das wichtigste bei dem ganzen Thema ist auf jeden Fall: Lerne deine Achsen an deinem Bike kennen, pflege sie und verwende sie richtig.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0