Leeze Laufräder im Test: Ein umfassender Vergleich

Leeze Laufräder haben sich in der Radsportszene einen Namen gemacht, und dieser Artikel bietet einen detaillierten Vergleich verschiedener Modelle, um potenziellen Käufern eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten. Seit 2012 entwickelt Leeze Laufräder im Münsterland. Neben klassischen Windkanal-Tests setzt Leeze insbesondere auf die digitale Laufradentwicklung unter der Leitung von Prof. Dr.

Die neue BASIC-Generation von Leeze

Mit den BASIC-Carbonlaufrädern der 3. Generation verspricht Leeze überlegene Carbon-Performance für unter 1.000 €. Die Carbonlaufräder der Produktlinie BASIC wurden vollständig überarbeitet: Künftig werden die BASIC-Laufräder mit SAPIM CX Straight Pull Speichen und neuen Leeze BASIC Naben ausgestattet. Hierdurch haben die Laufräder deutlich an Gewicht verloren: Das leichteste Modell mit 38 mm Felgenhöhe (CC 38 BASIC R) bringt nur noch 1.290 Gramm auf die Waage. Im Schnitt sind die BASIC-Carbonlaufräder der 3. Generation um über 100 Gramm leichter als ihre Vorgänger.

Zum Marktstart erscheinen vier BASIC-Varianten für einheitlich 999 €: Zwei für Straßenbereifung optimierte Rennrad-Laufradsätze mit 21mm breiten Hooked-Felgen und den bekannten Felgenhöhen von 38mm (CC 38 BASIC R) oder 50mm (CC 50 BASIC R). Außerdem zwei Gravel- und Allroad-Laufradsätze mit breiter 25mm Hookless-Felge und Felgenhöhen von 40mm (CH 40 BASIC GX) oder 50mm (CH 50 BASIC AR). Künftig werden alle Leeze Laufräder einem der drei Einsatzzwecke Road (R), Allroad (AR) oder Gravel (GX) zugeordnet. Den Anfang der neuen Benennung machen die neuen BASIC-Laufräder.

Technologische Innovationen und Aero-Optimierung

Aero-Optimierung im digitalen Zeitalter - Unter der Leitung von Aerodynamiker Prof. Dr. Eric Helter setzt Leeze insbesondere auf die „Digital-to-Real“ (D2R) Entwicklung im virtuellen Raum. Der Clou: Zusätzlich zu den gleichbleibenden Anströmungen im Windkanal zur Optimierung des Luftwiderstands kann Leeze im digitalen Windkanal auch Impulswirkungen wie Seitenwinde, oder den Effekt eines überholenden Autos simulieren. So gelingt Leeze laut eigenen Angaben der Spagat zwischen echter Aero-Performance, spürbar optimierten Handlung und gleichzeitig kosteneffizienter Entwicklung.

Fertigung und Kundenservice

Neben der Laufradentwicklung befinden sich die teilautomatisierte Produktion, das Leeze Service Center und alle weiteren Unternehmensbereiche unter einem Dach. Automatisierung trifft Handwerk: Leeze setzt auf teilautomatisierte Produktionsschritte. Leeze steht im gesamten Kaufprozess für direkten Kundenkontakt und überlegenen Service. Mit inzwischen über 25 Mitarbeiter*innen steht Leeze für echte Radsport-Leidenschaft aus dem Münsterland.

Test des Leeze CH 30 Allroad Basic

Laufräder aus Carbon machen Gravelbikes und Rennräder schneller, leichter und spaßiger. Wir haben den 899 Euro günstigen Laufradsatz CH 30 Allroad Basic von Leeze getestet. Preisattraktive Kompletträder werden aus gutem Grund nicht selten mit minderwertigen Laufrädern verkauft. Schließlich guckt der Kunde erfahrungsgemäß zuerst auf den Rahmen, wohl dann auf die Schaltung - und erst danach auf die verbauten Laufräder. Dass man die Kaufentscheidung maßgeblich von den Laufrädern abhängig macht, ist eher unüblich beim Fahrradkauf.

Mit einem neuen Laufradsatz aus Carbon kann der Fahrspaß merklich erhöht und das Fahrradgewicht reduziert werden. Die Rechnung geht so: Leichte Carbon-Laufräder wiegen zwischen 1.400 und 1.600 Gramm, natürlich abhängig von Preis, Hersteller und Flankenhöhe. Standard-Laufräder aus Aluminium hingegen bringen gut und gern 500 bis 700 Gramm mehr auf die Waage. Wenn man dann noch einen leichteren und schnelleren Reifen verbaut, spart man nicht nur zweistellige Wattzahlen, sondern auch in Summe bis zu ein Kilogramm beim Systemgewicht. Dieser positive Effekt gilt für Gravelbikes und Rennräder mit Aluminiumrahmen ebenso wie für Carbonmodelle.

Ein lohnendes Upgrade

Wie der günstige Nachrüst-Laufradsatz CH 30 Allroad Basic von Leeze zeigt, muss man für so ein lohnendes Upgrade nicht mal extrem tief in die Tasche greifen. Für faire 899 Euro bietet der deutsche Laufradbauer aus dem Münsterland einen konkurrenzfähigen Satz an, der sage und schreibe nur 1.400 Gramm wiegt. Das Unternehmen um die beiden Gründer Frank Decker und Florian Otterpohl hat sich längst einen Namen gemacht in der Szene. Seit über zehn Jahren sind die Carbon-Spezialisten am Markt und bauen längst nicht mehr nur Laufräder zusammen, sondern entwickeln selbst Profile in Zusammenarbeit mit dem Aerodynamik-Experten Professor Eric Helter. Zudem testen die Münsteraner auf eigenen Prüfständen die Qualität ihrer Laufräder.

Details zum Test

Leeze gibt den Laufradsatz CH 30 Allroad Basic frei für 28 bis 55 Millimeter breite Reifen, empfiehlt indes 30 bis 50 Millimeter breite Reifen - aus gutem Grund. Dieser Empfehlung sollten Sie folgen, wie unser Praxistest gezeigt hat. Aber der Reihe nach, wir haben zu Testzwecken insgesamt drei unterschiedliche Reifen montiert:

  • Pirelli P Zero Race TLR, 28 Millimeter
  • Pirelli P Zero Race TLR, 32 Millimeter
  • Schwalbe G-One Overland, 40 Millimeter

Der 28-Millimeter-Reifen ging zwar - wenngleich recht schwer - auf die Felge drauf, baute für unser Dafürhalten deutlich zu schmal auf und hielt überdies die Luft auch nicht besonders gut. Daher folgten wir der Leeze-Empfehlungen und versuchten nach nur ein paar Probefahrten dasselbe Reifenmodell in 32 Millimeter. Und siehe da, die Montage war leichter, der Reifen schloss bündiger mit der bauchigen Felge ab und hielt die Luft Tage lang bei sich. Durch die großzügige Maulweite von 25 Millimeter baute der Reifen breit und voluminös auf.

An unserem Testmuster waren „nur“ die leichtgängigen Leeze-Standardnaben verbaut, deren dezenter Sound sehr angenehm ist. Wer will, kann ab 200 Euro Aufpreis Keramik-Lager verbauen lassen. Die Felge mit ihrer Höhe von 30 Millimeter will gerade keine Aerofelge sein, sondern in erster Linie ein agiler Allround-Laufradsatz, was ihr tatsächlich vorzüglich gelingt. Für maximale Aero-Eigenschaften gibt es Alternativen - auch im Leeze-Sortiment. Trotzdem rollten die Laufräder auch bei hohen Geschwindigkeit um 40 Stundenkilometer erstaunlich flott über den Asphalt - zum Vergleich zogen wir eine 45 Millimeter hohe DT-Swiss-Felge heran. Seitenwindanfälligkeit der Leeze-Felge geht gegen Null.

Vorteile von Hookless-Felgen

Die moderne Leeze-Felge ist hookless, das bedeutet, dass die Flanken der Felgeninnenseite keine Haken mehr besitzen, die den Reifen halten. Das hat zwei wesentliche Vorteile: Die Felgen werden leichter und die Reifen bekommen eine rundere Form und damit mehr Grip; außerdem wird die Seitenwand besser abgestützt. Aber Achtung, Hookless-Felgen dürfen nur mit freigegebenen Reifen und unter Beachtung des maximalen Luftdrucks gefahren werden.

Einsatzbereich und Fazit

Den getesteten Leeze-Laufradsatz sehen wir im Einsatzbereich zwischen Straße und Gravel am Rennrad, Gravelbike oder Allroad-Rennrad. Schwerpunktmäßig ist der Laufradsatz für die Straße ausgelegt. Hierfür (und selbst für alpine Radtouren) spricht das geringe Gewicht von 1.400 Gramm. Für 899 Euro bietet Leeze mit dem Basic-Laufradsatz ein Upgrade, das Sie ab der zweiten Pedalumdrehung spüren, sofern Sie bisher auf Aluminium-Laufrädern unterwegs waren.

Vergleich von Carbon-Laufradsätzen unter 1500 Euro

Die Testidee: Carbon-Laufräder, die unter der magischen Grenze von 1500 Gramm pro Set bleiben. Und weniger als 1500 Euro kosten. Der Vergleich zeigt: Die Unterschiede sind größer als erwartet. Und: Junge Laufradmarken setzen die etablierten unter Druck - nicht nur in Sachen Preis/Leistung.

Bewegung im Laufradmarkt

Mit Aerycs, Leeze, Newmen und Winspace unterbieten gleich vier junge Anbieter im Test die 1500-Gramm-Grenze deutlich - zu attraktiven Konditionen. Fulcrum, Mavic und Shimano halten mit Prestige, verzweigtem Händlernetz und - teilweise - nachhaltiger Produktion in Europa dagegen. Große Unterschiede gibt’s dagegen bei den Punkten Garantie, Crash Replacement und Lieferumfang. Klar ist: Wettbewerb belebt das Geschäft - gut für potenzielle Kunden. Der ROADBIKE-Test hilft bei der Entscheidung.

Einzelne Modelle im Vergleich

Im Folgenden werden einige der getesteten Modelle detaillierter betrachtet:

Aerycs Aero WT 30

Die Aerycs Aero WT 30 überzeugten mit einer überarbeiteten Carbon-Felge und einer Maulweite von 23 Millimetern. Der Laufradsatz wiegt nur 1321 Gramm und bietet eine wieselflinke Fahrdynamik. Die Kraftübertragung ist top, die Lenkung präzise. Aerycs bietet zudem drei Jahre Garantie und ein Crash-Replacement-Angebot.

Fulcrum Wind 42

Die Fulcrum Wind 42 zeigten bei Testende weder technischen Verschleiß noch nennenswerte optische Beeinträchtigungen. Die Lager laufen leicht, die Räder rund. Die Carbon-Hakenfelge kommt mit exakt den gleichen Dimensionen wie die Wettkampflaufräder Speed 42, verwendet aber etwas einfachere Naben, Lager und Speichen. Die Laufräder werden in der EU hergestellt.

Leeze CC 38 Basic R

Die Leeze CC 38 Basic R überzeugten auf Anhieb: Dank des geringen Gewichts gehen die hervorragend aufgebauten Laufräder gut nach vorn, halten dank der aerodynamischen 38-Millimeter-Hakenfelge sehr gut hohes Tempo und bleiben dabei jederzeit fahrstabil. Die Felge wurde im Windkanal weiterentwickelt, bei den Naben setzt Leeze nun auf Straightpull-Einspeichung, und anstelle von Pillar- kommen neuerdings Sapim-Messerspeichen zum Einsatz. Das lebenslange Crash Replacement ist attraktiv, der Preis ist absolut fair.

Mavic Cosmic SL 32

Die überarbeiteten Mavic Cosmic SL 32 Disc gefielen vor allem mit ihrem hohen Dämpfungskomfort. Die Maulweite ist auf 21 Millimeter angewachsen, was den Komfort zusätzlich erhöht. Allerdings wurde die Beschleunigung als träge empfunden. Bei Registrierung seiner Laufräder gilt eine lebenslange Garantie, und auch Crash Replacement wird angeboten.

Newmen Streem Climbing

Die Newmen Streem Climbing wiegen als Set unter 1200 Gramm! Die Felgen sind 35 bzw. 38 Millimeter hoch und innen immerhin 22 Millimeter weit. Die Laufräder bieten eine explosive Antritt, sind leichtfüßig bergauf und absolut spurtreu bergab. Nach über 3500 Testkilometern geben die Laufräder in puncto Verschleiß keinen Anlass zur Klage. Der Lieferumfang ist großzügig, drei Jahre Garantie und das lebenslange Crash Replacement ebenso.

Shimano Ultegra WH-RS8170 C36

Der Shimano-Laufradsatz auf Ultegra-Niveau überzeugt in der Praxis mit guter Kraftübertragung, stoischer Ruhe bei Seitenwind und angenehmem Dämpfungskomfort. Im Labor punktet er mit soliden Messwerten, im Dauertest mit Verlässlichkeit und Haltbarkeit. Vergünstigte Konditionen nach Sturzschäden gibt’s bei Shimano nicht, dafür zwei Jahre Garantie. Und: kein Gewichtslimit.

Winspace Lún Grapid

Die chinesische Marke Winspace drängt mit aggressiven Preisen auf den Markt. Der Lún Grapid ist ein Gravel-Laufradsatz mit 25er-Maulweite, der aber auch an Performance- und Endurance-Rennrädern eine gute Figur abgibt. Mit 1355 Gramm Set-Gewicht spielt er ganz vorne mit und gefällt mit sportlich-agilem Handling. Auf böigen Seitenwind reagieren die 38 Millimeter hohen Felgen allerdings recht sensibel. Garantie gibt’s für zwei Jahre, Crash Replacement bietet der Hersteller keines.

Leeze CC 38 Disc Basic im Dauertest

Der Laufradsatz Leeze CC 38 Disc Basic ist der Allrounder des Unternehmens aus Münster für schnelle Touren auf flachen bis bergigen Strecken. Der Preis: 899 Euro. Durch die hohe Nachfrage reagierten einige Hersteller und boten Carbonräder in der Basisversion zu humanen Preisen an. Ein Laufrad dieser Szene ist das Leeze CC 38 Disc Basic, welche mit einer 38mm hohen Felge um die Ecke kommt. Durch diese zwar noch schmale Bauweise soll die Felgenflanke aber schon deutliche aerodynamische Vorteile mit sich bringen. Das Gewicht wird mit 1.600g (ohne Kassette) angegeben. Die CC 38 Felge besitzt eine innere Breite von 20mm und eine Maulweite von 28mm. Damit lassen sich sowohl schmale Roadrunner Reifen als auch Gravelreifen bis 40mm aufziehen.

Erfahrungen im Test

Nach dem Umbau fiel sofort die optische Änderung ins Auge. Die Leeze CC 38 haben mein Trek Domane zum Leuchten gebracht - was nicht nur mir selbst, sondern auch einigen Passanten ins Auge stach. Der Antritt ließ mich schon nach einigen Sekunden lächeln, wobei der Freilaufsound das Ganze toppte. Die erste längere Testfahrt fand im Voralpenland der bayerischen Alpen statt. Hier wechseln sich längere ebene Stücke mit leichten Hügeln und auch durchaus kleinen knackigen Anstiegen ab. Mich überzeugten die CC 38 durch ihre enorme Laufruhe und geringe Windanfälligkeit auch bei böigen Winden.

Einsatz beim Bikepacking und im Racebetrieb

Für meine danach anstehenden Bikepacking-Abenteuer waren die Laufräder also eine gute Wahl. Hinzu kommt noch, dass die Laufräder für ca. 120kg ausgelegt sind, was noch einige Luft nach oben für die Taschen lässt. Im Racebetrieb in Kombination mit mehr flachen Stücken, überzeugen die CC 38 ebenso mit einer enormen Laufruhe und einem spürbaren aerodynamischen Effekt. 31km/h und mehr in der Ebene sind kein Problem.

Fazit

Sucht man einen Allrounder Carbonlaufradsatz, der alltagstauglich ist und einige Comforts und eine durchdachte Konstruktion mit sich bringt, ist man mit dem CC 38 Basic gut beraten. Zudem gibt es bei Leeze zur Basic-Version auch noch die Möglichkeit zum Upgrade, falls die preislich moderate Variante noch Wünsche offen lässt.

Zusammenfassung der wichtigsten Eigenschaften

Um einen schnellen Überblick zu ermöglichen, sind hier die wichtigsten Eigenschaften der genannten Laufräder in einer Tabelle zusammengefasst:

Modell Gewicht (ca.) Preis (ca.) Besondere Merkmale
Leeze CC 38 Basic R 1290g 999 € Leicht, aerodynamisch, Straightpull-Speichen
Leeze CH 30 Allroad Basic 1400g 899 € Vielseitig, Hookless-Felge
Aerycs Aero WT 30 1321g ~1300 € Wieselflink, hohe Fahrdynamik
Fulcrum Wind 42 ~1450g ~1200 € Robust, Made in EU
Newmen Streem Climbing <1200g ~1400 € Extrem leicht, spurtreu
Shimano Ultegra WH-RS8170 C36 ~1600g ~1000 € Solide, zuverlässig
Winspace Lún Grapid 1355g ~900 € Preiswert, agiles Handling

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